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Nr. 252. 20. Jahrgang.

1. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. Oktober 1903.

Nach dem Parteitage.

Bu Mehrings Rechtfertigungsschrift erhalten wir fol- über gende Zuschrift: An die Redaktion des Vorwärts"!

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moralische Wort für die Partei zu führen. sich felbft achtet, fann einen solchen acceptieren. Wäre Mehring in seiner den Rahmen hinausgegangen, in dem er der ersten Hälfte der neunziger Jahre hielt, so wären der Partei die letzten, ihr moralisches Ansehen so schiver schädigenden Vorgänge In der Sonntags- Nummer des Vorwärts" sind vier eng ge- erspart geblieben. Mehrings Verdienste um die Partei liegen auf druckte Spalten persönlicher Angriffe gegen mich enthalten. Mit wissenschaftlichem Gebiete. Die Wissenschaft ist aber ein Gebiet, wo Rücksicht auf die mir sehr sympathische Erklärung der Genossen vom nicht der Charakter, sondern die Befähigung entscheidend ist; Sache sechsten Berliner Wahlkreise, wonach sie dem Gefeife und Geschimpfe" des Parteivorstandes wird es sein, Mehrings Fähigkeiten auf wissen­in den Spalten des Centralorgans ein Ziel gesetzt zu sehen wünschen, schaftlichem Gebiete für die Partei in vollem Umfange nutzbar zu verzichte ich, wie bisher, so auch jest, auf eine ausführliche Erörterung machen. Aber als Hüter der Parteimoral, als Sittenrichter ist meiner Angelegenheit an dieser Stelle, muß aber um die Aufnahme Mehring gerichtet und alle Kunst, ihn weiß wie Schnee zu waschen, der kurzen Erklärung ersuchen, daß ich auf die erwähnten Angriffe, ist und bleibt vergeblich." besonders der Redakteure Eisner und Gradnauer, in der demnächst erscheinenden zweiten Auflage meiner Rechtfertigungsschrift antworten

werde.

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Steglig Berlin , 27. Oftober 1903. F. Mehring.

Aus den Aeußerungen der Parteipresse geben wir hier einige wieder.

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Die Bremer Bürger- Zeitung" sagt zu der Schrift: Beim Durchlesen seiner Schrift bedauert man lebhaft, daß Mehring nicht ein ebenso glänzender Polemiker des Wortes wie der Schrift ist. Hätte er als Redner sofort hinter der pathetischen Anklagerede Brauns aufstehen und sich verteidigen fönnen, 10 wäre dem Parteitag und der Gesamtpartei viel Beit, Aerger und Schmutz erspart geblieben. So aber mußte Mehring auf dem Parteitag inmitten einer zum kleinen Teil schadenfrohen, zum großen Teil zweifelnden und zur Entrüstung geneigten und nur zu einem recht fleinen Teil an ihm festhaltenden Zuhörerschaft unerhörte Angriffe und persönliche Befudelungen über sich ergehen lassen, die nicht nur ihn als Menschen bitter schmerzen mußten, sondern die auch von ihm, dem hervorragenden socialdemokratischen Schriftsteller, dem Historiker der Partei, dem Nachlaß­berwalter von Mary, Engels und Lassalle, auf die Partei schwer zurückfallen mußten. Er mußte sie widerspruchslos über sich rednerisches Geschick gegenüber einer erregten Zuhörerschaft und ergehen lassen, weil er kein Redner ist und durch mangelndes gegenüber seinen zum äußersten entschlossenen Feinden seine Sache eher verschlechtert als verbessert hätte. Ferner mußte er schweigen, weil er unmöglich dem fein eingefädelten Intriguenspiel seiner Gegner und ihren mit raffiniertem Geschick zusammengebauten Citaten das hier und da zerstreute und zum Teil tief versteckte Gegenmaterial gegenüberhalten konnte.

So ist Mehring nicht zu beneiden um die sechs Wochen, die hinter ihm liegen. Aber sein gutes Gewissen wird ihn hochgehalten haben, und außerdem hat er mit zähem Fleiß an seiner Ver­teidigungsschrift gearbeitet, eine Thätigkeit, die ihn von Tag zu Tag mehr in der Hoffnung festigen mußte, daß seine völlige Rehabilitierung in den Augen der Deffentlichkeit nur eine Frage der Beit sein könne. Die Rechtfertigungsschrift ist keineswegs, wie man wohl hätte vermuten fönnen, in leidenschaftlichem Stil abgefaßt. Mehring wahrt im Gegenteil eine erfreuliche Nuhe und Zurückhaltung." Sie spricht zum Schluß die Meinung aus, je eher Mehring wieder in seine früheren Kampfstellungen zurückberufen werde, um so besser sei es. Die Dortmunder Arbeiter Beitung" erklärt, daß Mehring fich gerechtfertigt und die gegen ihn erhobenen Ver Teumdungen niedergeschlagen habe.

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In der Bergischen Arbeiterstimme" in Solingen schreibt-y:

Mehring hat nun in feiner genannten Broschüre den Versuch gemacht, sich von den Anwürfen zu reinigen, zu zeigen, aus welchem Milieu, aus welcher augenblicklichen seelischen Stimmung heraus all die Briefe und persönlichen Gunstbezeigungen für Harden ent standen sind. Und wir müssen gestehen, dem glänzenden Dialektiker ist der kühne Wurf gelungen, fich frei zu machen von den Schladen schleichender Verdächtigungen und eingewurzelter Vorurteile. Es foll freilich nicht verschwiegen werden, daß der Ton in seiner Rechtfertigungsschrift, so amüsant fich manche Partie liest, doch etwas vornehmer hätte ausfallen fönnen. Dann wäre der Erfolg, den Mehring mit seiner Rechtfertigungsschrift davongetragen hat, ein vollständiger gewesen."

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Das Boltsblatt für Harburg" schließt die Auszüge aus der Broschüre mit folgendem Urteil: Mit einem Gefühl der Scham legt man die Broschüre aus der Hand. Wie war es möglich, daß sich an dem lebenskräftigen, gefunden, starken Körper unsrer Partei ein so widerliches, ekelhaftes Geschwür bilden konnte!

Und was find das für Elemente, die da ganze Berge von Schmutz und Lüge auftürmten, um darunter einen Mann zu ers sticken, der ihnen im Wege tvar, weil er fie verhinderte, mit unbesonnener Hand den stolzen Stromlauf der Partei in andre Ufer zu leiten.

Mag dieser Mann vor Jahrzehnten an unsrer Partei in Zeiten furchtbarster Bedrängnis schwer gesündigt und gefrevelt habener hat sein Unrecht reichlich gefühnt und getilgt durch die Werke seines Geistes, die unsrer Partei zu ewiger Zierde gereichen werden.

Statt seiner sind in den Dresdener Tagen alle jene, die sich zu Anflägern und Richtern über ihn aufwarfen, zu Schuldigen an der Bartei geworden, ohne auch nur den tausendsten Teil der Verdienste Mehrings als Gegengewicht in die Wagschale werfen zu können. Es tostet leberwindung, mit solchen Leuten noch länger Waffen­brüderschaft halten zu müssen." Das" Sächsische Voltsblatt" in 3 widau hält Mehrings Rechtfertigung für durchaus gelungen. Aehnlich urteilen die Bielefelder Bolts wacht" und die Schleswig Holsteinische Volkszeitung".

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In der Chemnizer Volts stimme schließt N. die Auszüge aus der Broschüre so: Unse: Schlußurteil? Mehring bot Harden Material zur Ab­schlachtung des Parteigenossen Schoenlant an; Braun, Heine, Bernhard liehen Material zur Abwürgung des Genossen Mehring von Harden; Mehring hat auf seine Dresdener Widersacher in der rücksichtslosesten Weise in der Presse losgeschlagen, fie dienten ihm mit dem Dresdener Ueberfall. Die Unterschiede sind nicht gar so groß, die Leute sind einander ziemlich gleich an Wert." Die Magdeburgische Wolfs stimme" überläßt es den Lefern ob sie zu denen gehören wollen, an deren Achtung Franz Mehring gelegen ist", da er in ihren Augen nunmehr gerecht fertigt" ist. Auch die Münchner Post" und das Boltsblatt für Halle überlassen das Urteil durch ausdrückliche Erklärung den Lesern der Broschüre. Der, Stettiner Boltsbote" schließt:

Zur Stener der Wahrheit.

Die, Leipziger Volkszeitung " schreibt:

,, Komplott" sei."

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Das ist natürlich eine Uebertreibung. Wir haben lediglich die Behauptung Mehrings übernommen und dem Vorwärts" nahe gelegt, sich dazu zu äußern. Uebrigens find wir unterrichtet, daß ein an dem Komplott gänzlich unbeteiligter und, wie jeder anständige Mensch, darüber empörter Redakteur des Vorwärts" Mehring schon am 10. September hat eine Warnung zugehen lassen, die diesen nur durch einen Zufall nicht erreicht hat. Warum regt sich übrigens der Vorwärts" jezt über den Redakteur Eisner" auf? Erinnert er sich nicht mehr des " Leipziger Redakteurs"?"

ant,

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Eine Partei, die Es sei denn, man schöbe dem Wort widerlegen" den Sinn unter, Sittenrichter nicht einen ohnehin zweifelhaften Thatbestand durch eine geschickte Bethätigung nicht Gruppierung von Worten und Thatsachen völlig zu verdunkeln. sich in Meine dritte Verleumdung: Ich habe mitgeteilt, daß Mehring an Harden eine Postkarte geschrieben hat, in der stand: Sollten Sie einmal eine besondere Abrechnung mit Schoenlank für angemessen und notwendig halten, wenden Sie sich nur vertrauens voll an mich. Ich weiß diesen Lümmel zahm zu machen." Die Richtigkeit der Thatsache an sich kann Mehring nicht bestreiten. Nun aber greint er: Erst nach Schoenlants Tode... ist die Karte vom 11. September 1892 ausgegraben, aus ihrem Zusammen­hang gerissen, bis auf den letzten Satz verstümmelt worden, um aus einem flüchtigen Worte heftigen Unmuts eine berechnete Berfidie zurechtzufälschen." Hier lügt Mehring. Bereits in der Butunft" vom 4. März 1899 hat Harden ohne Schoenlants Namen zu nennen das edle Anerbieten des Mehring veröffentlicht. Damals hätte doch der Tote zeugen" können, und damals hat den " In der Erklärung des Vorwärts" ist auch davon die Nede, Mehring doch noch nicht die Nücksicht auf einen Toten an einer die Leipziger Volkszeitung " habe die Andeutung der Mehringschen Mehring an der ganz erschöpfenden Aufklärung" anscheinend nicht sehr ganz erschöpfenden Aufklärung gehindert". Aber damals lag dem Broschüre über die Mitwisserschaft des Redakteurs Eisner von dem viel. Mehring legt jetzt den Hauptwert auf einen Satz der Karte, Braunschen Komplott bereits zu der vollendeten Thatsache ver- in dem er Harden auffordert, in der ersten Nummer der härtet, daß der Redakteur Eisner" Mitwisser, Mitthäter, wenn nicht gar Rädelsführer des gegen Mehring in Dresden explodierten" Zukunft über Charakter und finanzielle Hilfsquellen seines Blattes öffentlich Rechenschaft abzulegen. Warum? Weil Schoenlanks, Bebels und Liebknechts kritische Bemerkungen am Biertisch über Herrn Hardens zwiespältige Natur auch an Mehring nicht spurlos vorübergegangen" waren. Aljo: Schoenlant putscht Mehring gegen Harden auf. Und Mehring bietet dann dem Mann, gegen den er mißtrauisch gemacht ist, schnell Material so ganz en passant am Biertisch zusammengesessen. gegen seinen Parteigenossen mit dem er eben noch Ei beileibe nicht gegen den Partei genossen Schoenlant, sondern gegen den Mann, der sich durch die Todsünde außerhalb der Partei gestellt hatte, mit einigen Freunden Lindaus zu tneipen und sich die Kontrolle seines Abend­Diese Darstellung muß in jedem Leser die Vorstellung erweden, schoppens durch den Wehring zu verbitten. Ich weiß nicht, ob die Ge daß die Erklärung Eisners, er sei in keiner Weise an dem Stomplott" Db Scheenlant dem Mehring später verziehen hat, geht mich gar nossen für solch feine Unterscheidungen empfänglich sind. Ich nicht. gewußt, eine Züge ſei; ein Kollege Eisners selbst habe vielmehr Postkarte auf Mehrings Charakter wirft, wird dadurch nichts, rein gegen Mehring beteiligt, er habe auch nicht einmal etwas davon nichts an. Das war seine Privatsache. An dem Schlaglicht, das die Mehring mitgeteilt oder mitteilen lassen, daß Eisner gegen Mehring gar nichts geändert. Und nur zur Charakteristik des Viedermannes Demgegenüber erklären sämtliche Redakteure des Boriväris", habe ich die Karte in Dresden vorgebracht. die durch die Leipziger Boltszeitung" dem Verdacht des Redaktions- verdächtigt dem Parteigegner Harden gegenüber nicht nur Schoenlant, Meine vierte Verleumdung: Ich habe gesagt: Mehring Spieltums ausgesetzt sind, daß keiner von ihnen, weder direkt noch fondern auch Bebel und Liebknecht der Korruption. indireft, Mehring irgendwelche Mitteilung oder Andeutung in der heißt es; Mit B( ebel) und Liebknecht) habe ich borgestern ge­Richtung gemacht hat, daß Kollege Eisner in irgend einer Weise an sprochen, doch fand ich sie schon durch Schoenlank mit dem Gift der dem Komplott" gegen Mehring beteiligt sei oder darum wisse. Lindau - Clique inficiert." Ich erlaube mir auch heute noch diese einen Freund und Parteigenossen, mit dem ich über den kommenden feit für das korrumpierende Gift der Lindau - Clique verdächtigt Ich bestreite nicht, daß ich einige Tage vor dem Parteitage Worte so zu deuten, daß darin Bebel und Liebknecht der Zugänglich ich nach erhaltenen Mitteilungen annehmen zu dürfen glaube, gegen falsch, wenn Wehring es in der Leipziger Volkszeitung " fo Parteitag sprach, ersucht habe, Wehring davon zu unterrichten, daß Meine fünfte Verleumdung: Ich habe gesagt: Es ist als früherer Sollege Mehrings für meine Pflicht und würde unter geschätzt" und die Mitarbeiterschaft an der Zukunft" abgelehnt." ihn sei ein Angriff in Dresden geplant. Diese Warnung hielt ich darstellt, als habe er Harden von vornherein richtig ein­gleichen Umständen genan wieder so handeln. Dagegen ist es völlig unrichtig, daß ich gesagt habe, Eisner sei am Komplott beteiligt. der Redaktion des Vorwärts" ist dabei über­Von Eisner oder irgend einem andern Mitgliede haupt nicht die Rede gewesen. Heinrich Cunow.

fonspiriere.

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Zur Mehring - Broschüre.

In seiner Rechtfertigungsschrift beehrt mich Mehring auch mit einem eignen Kapitel. Darin entdeckt er, daß ich die einzige ab­geschmackte Bossenfigur bin, die bisher die ehrenreiche Geschichte der Socialdemokratie verunziert hat". Weshalb? Weil ich den Tag über freiwillig im Joche der kapitalistischen Geschäftspresse scharwerte und mich abends als revolutionären Socialisten aufspiele".

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werden.

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In der Karte

Mehring muß zugeben, daß er lediglich das" Bedenken" ſeines be fledten Stufes in der bürgerlichen Gesellschaft gegen seine Mitarbeiter­Mehring muß zugeben, daß er lediglich das" Bedenken" seines be­bin bereit." Jetzt sollen das höfliche Ausflüchte gewesen sein. Eine schaft äußerte. Abgesehen von diesem Bedenken war ich bereit und staatsmännische" Höflichkeit, die nach Jahren noch so fein vers wendbar ist. Doch das zugegeben! Wie reimt sich damit zus sammen, daß er am 14. Dftober Herrn Hardens litterarisches Haus feineswegs für zu unanständig hielt, um es zu betreten", und ihm einen Artikel über die Krisis in der Freien Volksbühne anbot? Ja, sagt Mehring , für ben politischen Inhalt der Zukunft" war ich damit in feiner Weise engagiert." Und folche Ausflüchte foll man ernst nehmen! In der Leipziger Volkszeitung " und auf dem Dresdener Parteitage ward übrigens den socialdemokratischen Mitarbeitern der Zukunft" über das gleiche Thema eine ganz anders klingende Variation auf­gespielt.

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Mehring hebt meine Jugend hervor. Sein Alter fcheint mir bedenklicher. Es hat ihm das Gedächtnis geschwächt. Sonst müßte er sich an drei Dinge erinnern: Erstens gab es einmal einen Meine sechste Verleumdung: Gegen sie wendet sich gewissen Franz Mehring , der hatte bereits in den Jahren 1878-80 Mehring gar nicht. Und doch, sie hätte er als die schwerste empfinden eine ganze Reihe von solchen socialdemokratischen Postenfiguren ent- müssen. Denn alles andre, was speciell ich gegen Mehring vorgebracht deckt. Allerdings war nach seinem Urteil damals die Geschichte der hatte, war wohl geeignet, seinen Charakter in etwas trübem Licht Socialdemokratie noch nicht ehrenreich, sondern die Geschichte einer erscheinen zu lassen, aber auf seine litterarische Thätigkeit war Gesellschaft von Banditen". Zweitens gab es einmal einen damit auch nicht der geringste Makel gefallen. Num aber beschuldigte gewissen Franz Mehring , der schartverkte" freiwillig in ich ihn einer litterarischen Ehrlosigkeit und Mehring schwieg und der fapitalistischen Volts- Beitung" und in der fapitalistischen Saale - schweigt weiter. Ich hatte ausgeführt, Wehring speie sich damit ins Zeitung" und schrieb zur gleichen Zeit in die Neue Zeit", die Wochen Geficht, daß er einzelne Stellen aus seiner alten Schrift gegen die schrift der revolutionären Socialdemokratie. Und endlich: es gab Socialdemokratie fast wörtlich in die neue übernommen habe, indem einmal einen gewissen Franz Mehring , der übergoß Karl Marg mit er nur einzelne Worte änderte, 3. B. aus wahr" unwahr" machte. höhnischem Spott, weil dieser die Zumutung, finanztechnische Berichte Jch habe eine Fülle von Belegstellen dafür beigebracht, die auf dem für den königlich preußischen Staats- Anzeiger" und deutschen Reichs- Parteitage stürmische Heiterkeit und gleichzeitig auch stürmische Anzeiger" zu liefern, abgelehnt hat. Empörung hervorgerufen haben. Man fonnte auch wirk Daß ich es als eine ganz unverdiente Ehre ansehe, von Mehring lich im Zweifel darüber sein, об man diese Schmocks als Lügner und Verleumder angesprochen zu werden, werden die leistungen Brima Qualität belachen oder beweinen sollte, Genossen begreifen, wenn sie sich daran erinnern, daß dieser Herr Mehring regaliert mich als Quittung dafür mit dem perfiden Witz: einst folgende Ehrentitulaturen vergab: 2 asialle ein, bollendeter Ich schacherte mit der alten Garderobe, die er vor mehr als Demagoge", Karl Marg ein die niedrigsten Leidenschaften zwanzig Jahren abgelegt habe". Der Wit- es stedt immerhin niedrig aufwiegelnder Wühler", Wilhelm Liebknecht teine beachtenswerter Galgenhumor darin trifft vorbei. Ich schacherte Berleumdung ist ihm gemein genug", August Bebel Ge- nicht mit Mehrings alten abgelegten Kleidern, sondern deckte die bis schöpf Liebknechts", sein Buch über die Bauernfriege ist ebenso an dahin in Parteitreisen anscheinend nicht genügend bekannte That­maßlich wie albern", Geib, Motteler, Walster ihr un fache auf, daß Mehrings neue litterarische Gewandung zu einem Teil veräußerliches Erbteil ist der gänzliche Mangel an jeder geiftigen aus den alten gegen besteht, die er hat wenden lassen. Leider ist diese That und sittlichen Disciplin". sache für die bürgerlichen Zuschauer unfrer Parteithätigkeit bereits 1899 durch den Parteigegner Professor Adler aufgedeckt worden. Mehring nennt den diesbezüglichen Artikel der Zukunft" einen Schmutz­artikel". Der Bezeichnung möchte ich zustimmen. Nur hat das Partei­mitglied Mehring und leider nicht der angreifende Parteigegner den Schmutz dazu geliefert.

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Wenn ich trotzdem hier Mehrings gemeinen Verdächtigungen entgegenzutreten mich veranlaßt sehe, so geschieht das lediglich, weil Mehring zu passender Zeit das Schweigen ber moralischen Ueber­legenheit in ein Schweigen der Verlegenheit umdeuten würde. Es ist das so seine Taltit.

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Also meine erste Verleumdung: Ich soll Mehring der Es war leider nötig, etwas Raum dranzuwenden, um die ein­Lüge geziehen haben, weil er am 12. September schwarz auf zelnen Widerlegungen" Mehrings ins rechte Licht zu setzen. Aber weiß erklärt hatte, er sei seit 1885 Chefredakteur der Bolts- ich mußte ausführlich zeigen, daß meine Anklagen gegen Mehring Beitung" gewesen. Das ist ein Irrtum Mehrings. Ich keine Verleumdungen waren. Er hat nicht eine einzige entfräften habe laut Protokoll( Seite 205) in Dresden gesagt:" Das fönnen, ebenso wenig, wie er den Vorwurf zu widerlegen vermochte, mag ein Gedächtnisfehler sein, auf den ich weiter kein daß er in all seinen Erklärungen bis in die legte Zeit hinein den Gewicht lege." Aber thatsächlich hat Mehring in jener Erklärung Parteigenossen wesentliche Dinge aus seiner Vergangenheit verschwiegen die Unwahrheit gesagt. Denn er ist erst nach dem Verbot der hat. Er hat ihnen vorenthalten, daß er sich bereits 1875 in seiner Bolts- Zeitung" im Jahre 1889 ihr Chefredakteur geworden. Aber Schrift gegen Treitschte als Socialdemokrat gerierte, daß er gerade zur Mehring fügt jetzt zu der ersten Unwahrheitum in seiner Mimosen- Beit, als die erste Verlängerung des Socialistengesetzes be­sprache zu reden eine absichtliche Fälschung. Er sagt, in seiner raten wurde, in der Gartenlaube", dem Leibblatte Streitschrift Kapital und Presse" habe er ausgeführt, daß ihm des deutschen Spießertums," diesem das Grufeln vor den von 1885 bis 1889 die politische Leitung der Beitung zugefallen Socis beibrachte, daß er noch 1882 eine Schrift veröffentlichte, in sei". Das soll den Eindruck erwecken, als ob er in der der Bismarck verherrlicht wurde. Das alles hat er nicht nur ganzen Zeit von 1885 bis 1889 wenn auch nicht de jure, verschwiegen, sondern vertuscht. Ebenso hat er nichts davon vers so doch de facto Chefredakteur gewesen sei. In Wirklichkeit lautet lauten laffen, daß noch 1891 er war damals schon Mitarbeiter der die Stelle( Kapital und Presse", Seite 8):" Gleichwohl fiel mir that- Neuen Zeit" in feiner Broschüre Rapital und Presse"( Seite 61) zu sächlich mehr und mehr die politische Leitung des Blattes zu". lesen steht: Wie jedem, der sich eingehend mit den socialen Pro­" Fassen wir alles zusammen, so müssen wir sagen, daß genügende Diese Fassung deutet auf einen allmählichen Vorgang. Sie läßt das blemen befaßt hat, ist es mir schwer oder unmöglich, mich mit Haut Gründe, Mehring aus der Partei auszuschließen, nicht vorliegen. Es Tempo unbestimmt. und Haaren einem der bestehenden Fraktionsverbände zu verschreiben". würde eine schwere Ungerechtigkeit sein, einen Mann wegen seiner Meine zweite Verleumdung: Mehring schreibt: Es ist und noch auf dem Parteitag selbst ist er einer neuen Täuschung einer Anzahl Genossen bekannten Vergangenheit auszuschließen, eine Lüge des Bernhard, daß ich den Artikel der Zukunft" vom überführt worden. In einer feiner Erklärungen in der Leipziger nachdem er anderthalb Jahrzehnte im Dienste der Partei sich bewährt 4. März 1899 nicht widerlegt haben soll; diese Widerlegung findet Voltszeitung" sagte Mehring:" Ich habe seit dreizehn Jahren, in hat. Die Verfehlungen, die sich Mehring in der letzten Zeit hat sich in der Nachschrift zur zweiten Auflage der Fabeln, die denen ich für die Partei thätig bin, noch nicht eine einzige Zeile zu Schulden lommen lassen, find gewiß nicht ohne Bedeutung, dem Bernhard bekannt ist, wie er in dem Inserat der für sie geschrieben, zu der ich nicht von berufener Seite aufgefordert aber auch nicht so schwer, daß sie einen Ausschluß aus der Partei Sächsischen Arbeiterzeitung" zugegeben hat." Es muß wohl auch wäre rechtfertigen könnten. Ein nachdrücklicher Tadel scheint uns eine das Alter fein, das Herrn Mehring jetzt schon die deutsche ebenso meine selbständigen Schriften find, ohne jede Ausnahme, nur ausreichende Sühne zu sein. Sprache, die er selbst einst meisterhaft handhabte, nicht mehr verfaßt worden, wenn die Initiative zu dieser Thätigkeit von den Eins aber ist mit allem Nachdruck festzuhalten. Mehring ist verstehen läßt. Jemand widerlegen, heißt doch immer noch entsprechenden Instanzen an mich erging". Aus der Rede Bebels nach seinen Verfehlungen in der Vergangenheit und Gegenwart nicht nachweisen, daß dieser jemand Falsches behauptet hat. Ich weiß ant 15. September( Protokoll Seite 220) ist zu ersehen, daß Mehring der geeignete Mann, den Parteigenossen, gleichviel, ob sie Radikale nun wohl, daß Mehring gegen den Artikel der" Bufunft" geschrieben dem Genossen Dieß die Proposition gemacht hat, die Geschichte der oder Revisionisten sind, hochtrabende Censuren zu erteilen und das hat, aber daß er ihn widerlegt hat, bestreite ich energisch. Socialdemokratie zu schreiben. Also gerade zu dieser für ihn

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