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1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt.

Nr. 160.

Dienstag, den 12. Juli 1892.

9. Jahrg.

Wie man in Rußland der Cholera tartuntergraben, ift durch die Sungersnoth. Wir der Züge von dem Abfertigungsdienſt auf den Bahuſteigen zu

Rußlands .

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dem Wege der Epidemie liegt, daß in den örtlichen Fluß alle Auf Bahnhof Westend hat sich diese Einrichtung, durch welche

wollen schon gar nicht sprechen von den Provinzstädten, die in trennen, so daß jene durch einen besonderen Beamten getroffen Schmutz und Koth ersticken es genügt die großen Universitäts - werden kann, der in einem hoch gelegenen Raume, unbeirrt begegnet? städte" anzuführen, um zu begreifen, wie wenig vir für eine von dem Verkehr mit dem Publikum, Den Dienst und überwachen und den ebendaselbst befind Die folgenden Mittheilungen sind der russischen Zeitschrift Cholera- Epidemie vorbereitet sind. Noch in diesen Tagen wurde leiten nedelja" entnommen, einer der bestunterrichteten Zeitungen von einer Universitätsstadt berichtet, die höchstwahrscheinlich auf lichen Block- und Stellwertwärtern seine Befehle ertheilen kann. brennende Holzstücke ausstreut, drang die Cholera aus Persien in eine und des Zuchthauses abgeleitet sind, und daß der hauptsächliche vermieden werden, bestens bewährt. Mit Recht wird betont, daß " Wie ein Brand, der nach allen Richtungen Funken und schmutzigen, stinkenden Gewäffer der Bade- und Waschanstalten betriebsgefährliche Irrthümer und Mißverständnisse am sichersten Zufluß dieses stinkenden Schmuzes gerade an der Stelle statt sich der segensreiche Einfluß der neuen, ungemein vollkommenen Sanze Reihe von Ortschaften des Turkestan und des Hinter- Kaukasus ; undet, wo die Wäsche für die Hälfte ter Stadt im Flusse rein Block- und Stellwerke erst dann voll bemerkbar machen werde, He tam bis an die Mündung der Wolga , und bei der geringsten gewaschen wird und wo sich die öffentlichen Flußbad- Anstalten wenn auch bei der wildesten Hochfluth des Verkehrs der Steuer­zorsichtigkeit kannffie ihr Gift auch in diese mächtige Schlagader befinden". Nach dem Zeugniß der Zeitung jenes Ortes ist hier mann ruhig und ungestört seines Amtes walten könne. Wer das Rußlands hineingießen. Bis zu diesem Augenblick find die Nach- nicht nur das Wasser, sondern die Lust selbst am Ufer mit einem Getriebe auf unseren großen Bahnhöfen während der Sonntags= tichten noch nicht allzu beängstigend. die Zahl der Erkrankungen unerträglichen Geruch erfüllt. Wir selbst haben erst neulich von zeit beobachtet, kann in der That nur wünschen, daß derjenige, Und die Sterblichkeit sind noch nicht sehr groß, auch sind schon ähnlichen Ungeheuerlichkeiten selbst in Petersburg berichtet. Das welcher die Verfügung über den Gang der Züge zu ertheilen hat, durch die Verwaltung gewisse Maßregeln getroffen worden, um städtische Filtrirwerk giebt, nach den letzten Analyſen, ein an nicht der Gefahr ausgesetzt wird, durch den gewaltigen Andrang die Verbreitung der Epidemie aufzuhalten. Aber es wäre sehr Batterien viel reicheres Wasser, als das gewöhnliche." und den Lärm der Reisenden seine ruhige Besinnung zu verlieren. leichtsinnig anzunehmen, deswegen sei die Gefahr nicht groß. Soweit die russische Zeitung. Es stehen Rußland schreckliche Wo daher jener Vorschlag des Zentralbl." noch nicht zur Aus­Dhne die Größe des sich nahenden Unheils übertreiben zu wollen, Beiten bevor. Hunger und wieder Hunger, wirthschaftlicher und führung gelangt ist, möge man ihn zur Sicherung des Betriebes müssen wir uns doch sagen, daß es ein starter und grausamer finanzieller Ruin, und Krankheit dazu, und endlich der Tod. verwerthen. Feind ist, daß er Tausende von Wegen hat bis in das Innere Hungertyphus, Flecktyphus oder Cholera so greift der Tod Rußlands , daß er keine Schonung kennt und daß eine ungewöhnliche in drei Gestalten, dreifach stark das große russische Volt an!... Anstrengung nöthig ist, um ihn zu bewältigen... Aber wo und wann immer uns ein Unglück trifft, stets trifft es uns unvorbereitet. So, Aber auch Europa muß auf der Hut sein. leider auch in diesem Fall. Nicht nur die inneren Gubernien Ruß­ lands werden in gesundheitlicher Beziehung gar nicht berücksich

Sie

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Lokales.

Nach längerer Diskussion und nachdem die sonderbarsten

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Alle Ohren

Aus dem Regen in die Traufe. Am Freitag, den 8. Juli, Abends 81/2 Uhr, tagte im Neuen Krug zu Nieder­Schönweide eine vom Freifinn einberufene öffentliche Versamm­lung mit der Tagesordnung: Besprechung und Beschlußfassung über Maßregeln zum Schuße der Interessen der Miether hiesiger tigt, sondern auch an der südlichen hinterkaukasischen Grenze ver­Gemeinde." In dieser Versammlung zerbrachen sich die Herren hält man sich, nach den Nachrichten der Ortszeitungen, so als ob Freifinnigen den Kopf darüber, wie wohl dem Uebel abzuhelfen man nichts von der herannahenden Gefahr gehört habe. Es ge­sei, daß die Wirthe ihren Miethern die Wohnungsmiethe enorm nügt auf Baku zu verweisen, wo die Cholera zuerst erschien. che hat diese über 100 000 Menschen zählende und überausch Provincandenburg Achtung! Parteigenoffen! Der letzte Parteifongreß für in die Höhe schrauben und außerdem noch zu verwerftlichen Maß­schmutzige Stadt wie ein Donnerschlag bei hellem Himmel ge Berlin und die Provinz Brandenburg beschloß mit aller Gnergie regeln greifen, indem sie denjenigen Miethern, die gekündigt haben, das Leitungswasser entziehen. Das Brunnenwasser ist zumeist troffen, obwohl im benachbarten Persien die Cholera schon für die Agitation einzutreten, und zu diesem Zweck eine Agitations ungenießbar. Auch wurden immer neue Klagen gegen die hiesigen feit 3 Jahren wüthet und obwohl schon im Jahre 1890 der Kommission zu wählen. Jedoch wurde auf dem Parteifongreß Wirthe hervorgebracht, so z. B. steigert ein Wirth seine Miether Stadtmagistrat vom Gouverneur aufgefordert worden war, erklärt, daß die Agitationskommission nur mit Hilfe der Partei­ohne Aufschub" Maßregeln gegen das Eindringen der Seuche genossen eine umfang- und erfolgreiche Agitation entfalten könne. indirekt, indem er vorgiebt, durch sehr hohe Gebäudesteuer 2c. die zu ergreifen. Diese unaufschiebbaren" Maßregeln blieben auf Darum, Parteigenossen, ist es unsere Pflicht, einzutreten für die Wohnung mit 1 M. pro Monat mit Nebenabgaben zu belegen. bem Papier. Ohne Wirkung blieben auch die Ermahnungen der Verbreitung unserer Lehren, um auch der Landbevölkerung flar Vorschläge zur Milderung der Nothstände an das Tageslicht ge­Ortspresse. Nur 4 Tage vor dem Auftreten der Cholera fand zu machen, daß die geknechtete Menschheit nur durch die Sozial- fördert waren, kamen die Herren schließlich überein, eine Kom­endlich eine außerordentliche Sigung des Magistrats statt, zu demokratie von ihren Fesseln erlöst werden kann. welcher auch Aerzte eingeladen waren. Es wurde beschloffen, die Zu diesem Zweck findet am Sonntag den 17. Juli eine mission von sieben Mitgliedern zu wählen, die bei der Regierung Straßen mit Petroleumüberresten zu begießen,& Sanitätswachen Agitationstour statt. Sammelpunkt ist früh 128 Uhr Glfaffer bezw. beim Fiskus vorstellig werden soll, um unter Schilderung 8 der hiesigen Nothstände ein Stück Land und zwar zwischen mit 4( 1) Aerzten zu errichten, ein transportables Krankenhaus und Kleine Hamburgerstraßen- Ecke bei Wittschow. Ziel wird fait 10( 1) Betten und eine besondere Abtheilung für Cholera- daselbst bekannt gemacht. Für Material ist gesorgt, jedoch werden Haſſelwerder und Sedan zu kaufen oder zu pachten, auf welchem fälle beim städtischen Spital einzurichten. Wie mikroskopisch diejenigen Genossen, welche im Besize gelesener Broschüren sind, einige hiesige Einwohner im Verein mit einigen Berliner Kapi­E3 talisten eine Anzahl Wohnhäuser bauen wollen, und glauben die lein auch diese Maßregeln waren, wurden sie doch nicht aus gebeten, dieselben mitzubringen resp. bort abzugeben. geführt. Die Straßen werden nicht begoffen, die Höfe und die ist Pflicht eines jeden Genossen, dem die Verwirklichung unserer Leutchen, so dem Uebel abgeholfen zu haben. Es ist ganz die nistbehälter werden nicht desinfizirt, tein Wanderſpital, und Biele am Herzen liegt, fich an der Tour zu betheiligen. Sein gewohnte Art der Herren Gegner, sich mit Ideen herumzutragen, deren Ausführungen gewöhnlich dasselbe in Grün darstellen. auch die Cholera- Abtheilung des Stadtspitals wurde nicht er- Genosse sollte bei derartigen Touren fehlen; gilt es doch, unsere Entweder sind die Herren vom Freifinn so furzsichtig, oder fie eröffnet." Die Cholera kam. Irgendwo mußten die Kranken Partei groß und start zu machen. wollen nicht einsehen, daß, so lange der Kapitalist Eigenthümer untergebracht werden, und so wurde eine Cholera Abtheilung im Stadtspital eröffnet, aber nur 20 Personen fassend, so daß fie Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe würde, das war der Grundstücke ist, eine bessere Lage der Miether hiesiger Ge­vorauszusehen, bei den projitwüthigen Stapitalisten auf leicht be- meinde sowie allerwärts wohl schwerlich zu erlangen ist. greiflichen Widerstand stoßen. Da es das patriotische Gefühl" große Mehrheit der Bevölkerung von Batu besteht aus Arbeitern dieser Herren aber nicht zuläßt, überall und immer ihrer Unzu- Ueber die Zustände in der Verlängerten Zimmer­der Petroleumwerke, und ihr sanitärer Zustand ist einer der friedenheit dem Geseß gegenüber offen Ausdruck zu geben, so bemüht strake" spöttelt die Voss. 3tg." folgendermaßen: schrecklichsten in der Welt. Als nun nach dreijährigem Zögern die Cholera endlich eindrang, fanden sich in dieser Stadt man sich, demselben heimlich ein Schnippchen zu schlagen, indem fpigen sich erwartungsvoll, wenn von der Verlängerten Zimmer­der Millionäre, die mit der ganzen Welt einen Handel im Be- man, um auf den Sonntagsverdienst nicht verzichten zu müssen, straße geredet wird; denn man erwartet von einer neuen Groß­trage von Hunderten von Millionen jährlich führt, den Verkauf der Waaren so hintenherum" betreibt. that städtischer Wegebautechnik zu hören. Ueberaus rührend ist Krantenwagen und feine Tragbahren für Kranke. Man bringt| Der Polizei würden diese Manipulationen troß anscheinend die Sorge, welche die Techniker jener Straße widmen lie größter Wachsamteit in ihrer großen Anzahl entgehen, wenn ihr buddeln in ihr herum, als gälte es, Diamanten und andere Edel­lich die Ansteckung nur befördern. In der ganzen Stadt gab es bie unbefriedigte Profitgier einzelner Gewerbetreibenden selbst zu Auch jezt ist man wieder luftig und vergnügt mit dem Aufreißen nicht, und das ist eben das Charakteristische, der Konkurrenzneid, steine zu finden oder wenigstens unsterblichen Ruhm zu ernten. tein einziges Mikroskop für die nöthigen medizinischen Analysen, Hilfe tame. Wie wir erfahren, sind einer Anzahl von Geschäfts- des Straßenpflasters und dem Herumwühlen in der Erde beschäf­ind es fanden sich keine Belte für das Wanderspital. Es ging käme. so weit, daß die Leichen einiger an Cholera Verstorbenen in leuten der Stadt Strafmandate in Höhe von je 30 M. zugegangen, Berolinensis, wie überhaupt um einen Beutezug für das Märkische vielleicht handelt es sich um die Feststellung des limes einer öffentlichen Bade- Anstalt abgewaschen das Kapital unter sich. die fie der Denunziation ihrer Konkurrenten verdanken. Provinzialmuseum, oder sollte es der Suche nach einem Spaten gelten, der aus Vergeßlichkeit während der jüngsten Buddelei wefung nicht begraben! Auch an Aerzten fehlt es Ahlwardt hat am Freitag in Dresden behauptet, auch zurückgeblieben ist? Unter solchen und ähnlichen Vermuthungen Berliner Sozialdemokraten seien so anständig gewesen, wesentliche schritten wir diese bevorzugte Straße der Hauptstadt gen Osten in der Stadt des flüssigen Goldes"; viele Einwohner fliehen aus Summen für seinen Kautionsfonds beizutragen". Da es anti- hinauf, als unser Blick auf eine Bude mit der Firmenaufschrift auf die Gefahr hin, die Ansteckung weiter zu ver- semitischer Lügenbrauch ist, sich enger Beziehungen zur Sozial- einer bekannten Asphaltkompagnie fiel wie der Blitz zuckte es breiten; die Epidemie hat festen Fuß gefaßt und raubt Hunderten Demokratie zu rühmen, so halten wir es für angebracht, von dieser in uns auf; sollte hier zwischen den beiden gegenüber liegenden das Leben, dem Petroleumhandel aber kann sie unermeßlichen Neußerung Notiz zu nehmen, und wir erklären dieselbe hiermit Thorwegen des Gartens des Kriegsministeriums und des Prinzen Schaden bringen... Es wäre höchst traurig, wenn die Cholera für eine Züge. Damit soll indeß nicht gesagt sein, daß wir ein Albrecht wirklich eine Asphaltbahn hergestellt werden, damit die überall die gleiche Aufnahme gefunden hätte, wie in Batu, man berartiges Gintreten für einen politischen Gegner prinzipiell ver- Herrschaften den Straßendamm bequem passiren können? Aber hört aber bis jetzt nichts von ernsthaften Maßregeln zur Sanirung urtheilen wollten. Wir können uns sehr gut Fälle denken, wo es erscheint kaum glaublich und verdient durch Streckfuß, Friedel Der Wege, über welche die Cholera aus dem Süden dringen kann. Der Anstand uns zwingen würde, für einen anständigen und andere Historiker der Stadt dauernd dem Gedächtniß über­Wohl giebt es Berwaltungs- Verordnungen, Berordnungen der politischen Gegner in derartiger Weise einzutreten. liefert zu werden Magistrat und Kriegsministerium haben sich, ärztlichen Abtheilung, amtliche Rathschläge und Ermahnungen, was selten vorkommt, über die bedeutenden Streitpunkte nach aber ob alle diese Borschriften auch wirklich befolgt werden Bur Sicherung der Eisenbahnzüge bei ihrer Ausfahrt vieljährigen Verhandlungen geeinigt und die ganze Straße, von bavon vernimmt man nichts. Tausende von Beispielen zeugen aus Stationen macht das Zentralblatt der Bauverw." Vor- der Königgräßer bis zur Wilhelmstraße, wird asphaltirt! G3 ist dafür, daß solche wohlgemeinten Vorschläge und Geseze oft blos schläge, die in Hinblick auf die jüngsten Vorkommnisse in der verständlich und hat sich in der Praxis stets bewährt, daß man auf dem Papiere bleiben, nicht mit einem Tropfen in das wirk- Nähe von Station Charlottenburg beachtenswerth erscheinen. nur glauben soll, was man sieht. Und so glauben wir denn liche Leben durchfickern. Die Lage ist um so ernſter, weil unser Bon den rein technischen Ausführungen absehend, beschränken auch an die ganze Geschichte nicht eher, als bis der Asphalt den Land auch in gewöhnlichen Seiten eine ungemeine Ver- wir uns einfach auf das Hervorheben eines ganz besonders be- Damm der verlängerten Zimmerstraße bedeckt und dieser das lang medizinischen der gesundheitlichen Zustände aufweist, weil herzigenswerthen Vorschlages, der zwar schon zur praktischen Aus- ersehnte anständige Aussehen verleiht." und sonstigen Mittel im Kampfe führung gelangt ist, aber leider nur in beschränktem Maße. Für Cholera sehr dürftige find, und weil

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die Stationen mit großem Massenverkehr, wo mehrere Bahnlinien Ueber einen unerhörten Kantions- und Gründungs­einer über viele Millionen zählenden Masse zusammenlaufen, wird empfohlen, die Verfügung über'den Gang schwindel, durch den zahlreiche Personen schwer geschädigt sind,

Etwas vom Spiritismus.

Bon Paul Liesegang. ( Schluß.)

Erkenntniß den Aberglauben religiöser und philosophischer einem solchen Wendepunkt angekommen, wo die Werthe des Lebens, Art und die romantischen Gefühle zerstört haben, an denen ver- die Interessen des Herzens, die Ahnungen und Strebungen, die gangene Zeiten sich erbauten, oder mit denen auch der Einzelne frühere Zeiten befriedigten, erblassen, und wo es sich zeigt, ob wir noch in seiner Jugend erfüllt worden ist. Der Glaube an über- die Kraft haben, mit energischer Wendung unsere Jdeale auf sinnliche Wesen, an geheimnißvolle Kräfte, an geistige und über die sozialen Interessen zu übertragen, die den Leitstern der Zu­Salten wir uns nun vor Augen, daß die Anhänger des das Erdenleben hinausliegende Zwecke der Natur hat zu lange funft bilden oder ob wir an den leergewordenen Hülsen der Spiritismus teineswegs in den Klaſſen zu finden sind, denen den menschlichen Geist beherrscht, als daß nicht an allen Ecken Vergangenheit leben bleiben und sie mit Fragen, wie der unsere Staatseinrichtungen noch die sogenannte höhere Bil- und Enden Rückfälle in ihn eintreten müßten; das Bedürfniß Spiritismus ist, auszufüllen suchen der Spiritismus ist selbst bung vorenthalten, daß vielmehr der Abel bis zum höchsten hinauf, nach Gegenständen, die scheinbar jenseits aller greifbaren und ein Gespenst der Vergangenheit, ein spukender, wiederkehrender Doktoren und Prosessoren und viele Bürger der vermögenderen erfahrbaren Wirklichkeit stehen, ist durch die lange Gewöhnung Geist längst abgeschiedener Glaubensartikel und kindischer möglich? Wo liegt der Grund, aus dem sonst aufgeklärte geworden, sich nun auf die wunderlichsten Gegenstände wirft. So Wendung aus: Menschen, genährt mit allen Früchten der Wissenschaft, einen ist der Spiritismus ein Ueberbleibsel vergangener Zeiten, d. h. eine tindischen Sput ernsthaft nehmen und an bloße Vermuthungen Folge des Bedürfnisses nach überjinnlichen Dingen, an das der Geist

in

Mit schönen Worten spricht Goethe diese

Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt; Thor, wer dorthin die Augen blinzelnd richtet, Sich über Wolfen seines Gleichen dichtet! Er stehe fest und sehe hier sich um! Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm. Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen! Was er erkennt, läßt sich ergreifen.

Er wandle so den Erdentag entlang; Wenn Geister spufen, geh' er seinen Gang; Im Weiterschreiten find' er Qual und Glück!"

Ich muß ein wenig weiter ausholen, um diese Wunderlichkeit zu genug thut, nachdem die alten sich überlebt haben. Es giebt| erklären. Jeder von uns weiß, daß, wenn man sich lange mit noch allzuviele Menschen, die es nicht gelernt haben, sich auf die einer Sache beschäftigt hat, eine Gewöhnung an sie entsteht und Erde zu beschränken, in ihr die Ideale und die Befriedigungen schwer dasjenige, was unseren Geist oder unser Herz lange ein- des Spiritismus geschaffen, dem Verhungernden gleich, dem das genommen hat, und wenn es uns entrissen wird, so suchen brennende Verlangen nach Sättigung in seinen Fieberphantasien vir nach irgend etwas Aehnlichem, das die leere Stelle üppige Mahle vor die Augen zaubert. Dagegen vermag alle uns in der gleichen Weise ausfüllen kann. Und Naturwissenschaft nichts. Denn die wundersüchtigen Instinkte Aber zu dieser Wendung ist in unseren Bürgerkreisen vielfach avar geht dies im Leben der Völker ebenso wie in dem der Ein- derer, die überhaupt solchen Dingen zugängig sind, sind viel zu nicht mehr die Energie vorhanden; und darum flüchten sich Un­zelnen. Benn ein Bolt Jahrhunderte oder Jahrtausende hin- start, zu lange vererbt, zu tief eingewurzelt, als daß sie von den zählige zum Spiritismus, zu der Karrikatur jenes schönen, blurch von beſtimmten Ideen und Gefühlen eingenommen war, so naturwissenschaftlichen Ueberzeugungen verdrängt werden könnten, poetischen Götter- und Geisterglaubens früherer Zeiten fte bleibt das Bebunten undoch lange beſtehen, nachdem die die sozusagen erst neueren Datums sind und noch lange nicht so tief und müssen zurück, da sie nicht vorwärts können. Denn auch für die Entwickelung des Wissens und der Verhältnisse schon die Un wirkungsvoll in unsere Weltanschauung eingegriffen haben, wie reineren und sinnigeren Formen des Glaubens an das leber wahrheit jener Vorstellungen bewiesen hat. Viele Gemüther wir es manchmal glauben. Erst fünftigen Zeiten ist es vor- irdische hat die Stunde geschlagen. Unsere Wünsche, unsere weber von behalter, das gesaminte Denken und Fühlen wirklich von den Hoffnungen, unsere Befriedigungen sind zur Erde zurückgekehrt threr eigenen noch von bar ihres Boltes, sondern Kleben am Resultaten der Wissenschaften durchdringen zu lassen und es ihnen und finden sich beschlossen in dem sozialen geben, das uns um­früheren Denken und Glauben fest; so daß, wenn ihnen dies un ganz anzupassen. Die Erscheinung des Spiritismus zeigt, daß wir giebt, und dessen Hebung und Veredlung alle die Kräfte be: das ungefähr derselben Art ist, dieselbe Stelle einnimmt, und die möglich gemacht wird, sie nach irgend einem anderen greifen, davon noch weit entfernt sind. felben Gefühle erregt. großer Theil unseres Voltes, nachdem die Fortschritte der bedürfnisse im rechten Augenblick neue sebe. Unsere Zeit ist an

Es ist eine der höchsten Aufgaben der Menschheit, daß sie In dieser Lage nun befindet sich ein an die Stelle der abgelebten Ideale, Hoffnungen und Gemüths­

ansprucht, die sonst auf die Träume des Uebersinnlichen ver­schwendet wurden.