Nr. 120.
22. Jahrgang.
2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Kongreß.
Köln a. h., 22. Mai. Schluß der Vormittags- Situng. In der allgemeinen Diskussion bezweifelt Graveur BrücknerBerlin, daß die Generalkommission mit den ihr bisher zur Verfügung gestellten Mitteln ihre täglich wachsenden Aufgaben werde erfüllen können. Man werde nicht umhin fönnen, die Beiträge für fie zu erhöhen. Redner wünscht, daß die Generalfommission in den Zentralvorstands Konferenzen der Lokalfrage in zurückgebliebenen Gegenden größere Aufmerksamkeit schenke. Bäcker Hetschold- Berlin wendet sich gegen die von den rheinisch westfälischen Gaus und Agitationsleitern beantragte Anstellung eines Gewerkschaftssekretärs für das rheinisch- westfälische Gebiet durch die Generalfommission und ebenso gegen die Anstellung eines Gewerkschaftsbeamten für München- Gladbach. Dafür sollte der Textilarbeiterverband forgen, der in München- Gladbach mit seinen 40 000 Tertilarbeitern nicht einmal einen Gauleiter angestellt habe. Redner wünscht, daß bei der geplanten Vermehrung der Generals tommission die kleineren Gewerkschaften mehr berücksichtigt werden. Vom Verband der Schneider ist ein Protest gegen die Anerkennung des Vereins der Wäsche und Krawattenarbeiter als selbständige Drganisation eingelaufen. Es wird in dem Schreiben angeregt, Verhandlungen auf Vereinigung einzuleiten.
Einstimmig und debattelos wird eine Resolution zugunsten des rheinisch- westfälischen Bierboykotts angenommen. Sie lautet:
In Erwägung, daß das Vereinigungsrecht die erste Notwendigfeit ist im wirtschaftlichen Kampfe zur Erringung besserer Existenzbedingungen spricht der Kongreß den im Stampf um ihr Koalitionsrecht stehenden Brauereiarbeitern Rheinlands und Westfalens seine volle Sympathie aus. Der Kongreß erachtet es als höchste Pflicht jedes zielbewußten Arbeiters Rheinlands und Westfalens dafür ein zutreten, daß die Beschlüsse der Wolfsversammlungen, nur boykott freies Bier zu trinken, voll zur Ausführung gelangen. Die Delegiers ten verpflichten sich, die ausgesperrten Brauereiarbeiter solange zu unterſtügen, bis der Schutzverband der Brauereien bereit ist, den Arbeitern das Koalitionsrecht zu sichern und ehrlichen Frieden mit der Organisation zu schließen.
In der Nachmittagssigung begründet Sabath- Berlin den Antrag des Schneiderverbandes. Sein VerBand habe schon von jeher alle in der Konfektion tätigen Personen organisiert, auch die Wäschenäherinnen. Eines Tags sei dem rein lokalen Verband der Berliner Wäschezuschneider eingefallen, sich als Zentralverband zu konstituieren. Wenn er( Redner) auch jezt Landsmann des Gewerkschaftsausschusses sei, so verstehe er doch nicht, daß dieser einen solchen Verband anerkannt hätte. In Hamburg twäre das früher nicht möglich gewesen. Hoffentlich werde der Gewerkschaftstongreß den Fehler des Gewerkschaftsausschusses wieder gut machen.
V
Odenthal - Hamburg ( Stuffateur) glaubt, daß der für Rheinland geforderte Gauleiter seinen Sitz in Berlin haben sollte, um von dort aus durch Druckschriften, vielleicht Beilagen zu den Parteizeitungen, im Rheinland über die mit den schmuzigsten Mittelu arbeitende Jesuitenschule in München Gladbach Aufklärung zu verbreiten. Schwarz- Danzig( Maurer): Wenn schon das Geld für einen Obergauleiter ausgegeben wird, so soll er sich auch an Ort und Stelle im Rheinland informieren. Im rückständigen Osten ist die Lokalfrage nur mit dem Gelde der Generalfommission zu lösen, alle anderen Mittel haben versagt. Legien meinte, wir sollten die Statistiken der Regierung unterstützen, um uns den Weg der Anerkennung durch fie offen zu lassen. Wäre das wirklich der Grund, so könnten wir uns besser unsere Groschen sparen und unser Geld fruchtbarer für die Agitation verwenden. Denn da alle leitenden Personen aus der Klasse der Wenigen entnommen werden, die die Masse des Volkes ausbeuten, so werden sie nicht so leicht die Gewerkschaften anerkennen. Aber gleichviel; jedenfalls wollen wir der Regierung zeigen, daß wir ihr behülflich sind, auch wenn sie uns allüberall Steine in den Weg legt.( Sehr gut!)
Mittwody, 24. Mai 1905.
Frl. Grünberg- Berlin ( Schneider) schildert die Schädigung der für Streifende allein die Generalfommission das Recht der Kontrolle Arbeiterbewegung durch die Heze zwischen den Schneidern und den und der Verivendung der Ueberschüsse hat. Wäschearbeitern, die in den Schneiderverband gehörten. Rednerin Drunfel- Berlin( Töpfer): 1900 tam unser Verband durch die spricht dann über die Schwierigkeiten der Frauenagitation und großen Streits zu Velten und Dresden an den Rand des Verderbens. schreibt den größten Teil der Schuld der rückständigen Erziehung Er ging aus dem Streit mit Bergen Schulden, der Weberverband der Mädchen zu. aus seinen mit Bergen Gold hervor. Das jezige System ist längst
Frau Tie- Berlin( als Gaft mit beratender Stimme, Vertreterin unhaltbar. des gewerkschaftlichen Frauenagitationsfomitees) macht dem Metall- Hübsch- Berlin( Textilarbeiter): Wir haben bei dem jezigen arbeiterverband Vorwürfe, daß er trotz der stark gestiegenen Zahl Sammellistensystem unseren Vorteil gefunden, aber verwerfen es der weiblichen Mitglieder teine weiblichen Beamten angestellt habe. doch. Wir haben uns nach dem Crimmitschauer Streik redlich Mühe Cohen- Berlin( Metallarbeiter): Ich muß die Resolution be- gegeben, das Geld, das übrigblieb, anderen Streifenden zugute fämpfen, die hier seitens des gewerkschaftlichen Frauenkomitees ein- tommen zu lassen. Die Textilarbeiter sind so arm und können nicht gebracht worden ist, nachdem der Stuttgarter Kongreß ihm dieses viel für andere sammeln; aber wenn der Kongreß erklärt, daß es Recht ausdrücklich abgesprochen hat. Die Resolution beschäftigt sich nicht so weiter gehe wie bisher, so haben wir einen günstigen mit Dingen, die den Kongreß gar nichts angehen, weil jeder Beruf Standpunkt gegenüber unseren Mitgliedern in der Frage der Beitragsdie Agitation auf seine Art betreiben muß. Unter dem eisernen erhöhung. Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse hat sich seit Stuttgart in Sachfe- Bochum ( Bergarbeiter): Die jetzigen Zustände haben zu unserer Berliner Filiale die Zahl der weiblichen Mitglieder von einer Kalamität geführt, die nicht noch drei Jahre länger dauern 300 auf 3500 erhöht. Aber die Zeit ist bei mir vorüber, wo ich die darf. Deshalb muß schon dieser Kongreß die Entscheidung treffen Frauen für die besten Agitatoren hielt.( Hört! hört!) Die Wenn den Textilarbeitern ein Vorwurf daraus gemacht wird, daß Hauptsache ist, daß der Agitator etwas vom Beruf versteht. sie beim Crimmitschauer Streit den Ueberschuß für sich behalteir Ich glaube auch, daß der Zyklus öffentlicher Versammlungen, den die haben, so trifft beim Bergarbeiterstreit die Gewerkschaftskartelle der Resolution fordert, nur herausgeworfenes Geld bedeuten dürfte. gleiche Vorwurf. Noch jetzt haben sie den Ueberschuß der Samm Zu den nüchternen Themen, den Werkstubensizungen, kommen die lungen nicht an uns abgeliefert. Einzelne haben sogar noch direkt Frauen erst, wenn ihnen etwa der Lohn gekürzt worden ist. Aber Unterstützungen an die Ausgesperrten gezahlt. Wir wollen keinen freilich, das ist nach außen hin nicht bemerkbar, das glänzt nicht. Ueberschuß machen; was wir übrig behalten, liefern wir an die ( Sehr gut!) Für ganz unannehmbar halte ich die Vorschrift, daß Generalfommission zurück.( Bravo !) die weiblichen Mitglieder ebensoviel Beitrag zahlen sollen wie die männlichen. Ich halte es auch nicht für gut( Glocke des Präsidenten) daß der Vorsitzende mich plöglich abflingelt.( Große Heiterkeit.)
Vorsitzender Bömelburg: Cohen hat u. a. behauptet, die Stutt garter Resolution( die Anstellung weiblicher Gewerkschaftsbeamten fordert) sei nur aus Höflichkeit angenommen worden. Das ist nicht richtig; sie ist aus lleberzeugung angenommen worden. Wir in der deutschen Gewerkschaftsbewegung nehmen wirklich keine allzu große Rücksicht auf die Frauen.( Lebhafte Zustimmung.)
Fräulein Baader( Bentralvertrauensperson; als Gast) polemisiert gegen Cohen, stimmt ihm aber auch teilweise zu. Die politisch tätigen Frauen führten alle Arbeiterinnen, die sie erreichen können, der gewerkschaftlichen Organisation zu. Möchten umgekehrt auch die Gewerkschafler sich der politischen Agitation annehmen.
Nach Berlesung von Begrüßungstelegrammen aus Kaiserslautern , Stralsund , Düsseldorf , Hamburg und von dem ungarischen Ge wertschaftsrat wird die Weiterberatung auf Dienstag 8 Uhr vertagt. 8 weiter Verhandlungstag. Kurz nach 8 Uhr eröffnet Bömelburg die Sigung. Zunächst erstattet die Mandatsprüfungskommission Bericht. Die 215 eine gereichten Mandate werden für gültig erklärt.
In der fortgesetzten Diskussion führt Schwarz- Danzig( Maurer) aus, daß man schon Anfang der 90er Jahre alle Streifunterstützungen in einen großen Herentessel habe zusammenbrauen wollen. Aber jeder Reservefonds werde nur für die kleineren Gewerkschaften ausreichen. Bei den wirklich großen Kämpfen werde es sich nicht vere meiden laffen, die Hülfe der Allgemeinheit in Anspruch zu nehmen. Heissporn Karlsruhe( Glaser) hält für das richtigste die Ere ziehung der Mitglieder jedes Berufes zur Opferwilligkeit. Steform der festgestellten Lebelstände scheine ihm die Bestimmung zu genügen, daß nur die Generalfommission, nicht die einzelnen Gewerkschaftskartelle oder Verbände sammeln dürfen.
P
Bur
Hüttmann Frankfurt a. M.( Maurer) fürchtet, daß die Möglich feit, Stämpfe auf Kosten der Allgemeinheit zu führen, die Gewerks schaften verführen werde, von eigenen Opfern abzusehen. Kämpfe wie der Crimmitschauer und der Bergarbeiterstreit müssen für die Zukunft unmöglich gemacht werden. Wer einen Kampf führen wolle, der solle auch die Opfer dafür auf die eigenen Schultern nehmen. ( Bustimmung.)
Keller- Berlin ( Wäschearbeiter) polemisiert, von den Schneidern häufig und kräftig unterbrochen, gegen Sabath. Die Mitgliederzahl ihres neuen Verbandes habe sich innerhalb der zehn Monate feines Bestehens mehr als verdoppelt. Der Schneiderverband habe alle Einigungs- und Verständigungsversuche abgewiesen. Nachdem er sich jahrelang nicht um die Wäschearbeiter gekümmert habe, störten sie jezt überall die Agitation des neuen Verbandes. Man solle nicht mufwillig zerstören, was der Wäschearbeiterverband mühevoll genug aufgebaut habe. Selbst von seiner Vernichtung würden die Schneider keinen Nutzen haben. Deinhardt- Stuttgart ( Holzarbeiter): Ich bin im allgemeinen sehr erfreut und befriedigt über die Tätigkeit der Generalfommission; Behrendt- Hamburg ( Bauarbeiter) zeigt an den Zahlen seines nur würde ich wünschen, daß fie, jest verstärkt, auch die Tätigkeit Verbandes, wie trotz ehrlicher Bemühung es einer Organisation der verschiedenen Kommissionen( für Frauenagitation, für Beseitigung unmöglich werden kann, die wirtschaftlich notwendigen Kämpfe stets des Koft- und Logiswefens) auf sich übernimmt. Durch die Ein- aus eigenen Mitteln zu führen. Die Gewerkschaftskommission habe führung von Provinzial- General- Arbeiterfekretariaten( Große Heiter ihnen auf ihre Bitten 10 000 m. statt 20 000. und ein andermal feit) wird die Gewerkschaftsorganisation zu kompliziert. Ich muß 5000 ftatt 10 000 m. geliehen, das drittemal aber wegen Gelds den Antrag auf Herausgabe von Broschüren gegen die Hirsch mangel abgelehnt. Dieser Zustand des Geldmangels tommt daher, Dunckerschen und Christlichen entschieden bekämpfen. Durch eine daß 84 000 m. ausgeliehener Gelder noch nicht zurückgezahlt feien. folche Zitatensammlung wird die prinzipielle Agitation gegen die Vorhölzer - Stuttgart ( Metallarbeiter): Alle eingebrachten An gegnerischen Verbände nur verflacht. Wir sollten uns ernsthaft bemühen, träge sind für uns unannehmbar. Wir können uns nicht festlegen ben Gegnern ernsthaft gerecht zu werden und ihnen auch Gerechtig- auf die Sanktionierung der Gleichgültigkeit gegenüber der Schwäche keit widerfahren zu lassen. Wir brauchen nicht, gleich unseren des eigenen Verbandes. Immerhin fönnen überraschende Stämpfe Gegnern, mit einem einzigen oft aus dem Zusammenhang gerissenen Unterstützungen notwendig machen. Da ist z. B. beim BergarbeiterWorte jahrelang hausieren gehen. Lassen wir uns nicht auf das streik die hierfür zuständige Generalfommission viel zu spät geNiveau unserer Gegner herabdrücken. tommen. In 20 Jahren wird man nicht gut machen können, was in den sechs Wochen des Bergarbeiterstreits durch Neutralitätsduselei gerade an dieser schwarzen Ede gefündigt worden ist.( Unruhe.) Sie haben sechs Wochen den Schwarzen den Rücken gesteift. Aber wir müssen innerhalb der Organisation die Macht der General tommission nicht allzu groß werden laffen. Die Ueberschüsse sollen an die Generalfommission zurückverwiesen werden und die Vorstände sollten ein Aufsichtsrecht über die Verwendung der gesammelten Summen bekommen, damit nicht durch die Mittel der Allgemeinheit den einzelnen Gewerkschaften die Kasse gefüllt werde.( Beifall.) Gerlitzke Dresden ( Solzarbeiter) macht auf den Gesichtspunkt aufmerksam, daß die öffentlichen Sammlungen die Aussichten bei Gewerkschaftskämpfen vermindern. Denn mit dem Herausgehen an die Deffentlichkeit werde ein solcher Kampf zur Machtfrage gestempelt und den Unternehmern der Mut gestärkt, weil die öffentliche Sammlung ihnen zeige, daß die Organisation nicht mehr genügende Mittel hat. Kirschnid Berlin ( Maschinist) hält gegenüber dem zentralorganisierten Unternehmertum denn doch größere Widerstandsfonds für nötig, als die einzelnen Gewerkschaften aufbringen könnten. Schließlich sei der Bettelsack doch nicht das ideale Abzeichen eines Gewerkschaftsführers. Ueber die Verwendung der Fonds entscheide am Ende die Generalfommission nicht allein, sondern der Gewerkschaftsausschuß.
Simon- Nürnberg( Schuhmacher) verteidigt den Antrag auf Heraus gabe dieser Broschüren. Die Agitatoren hätten oft nicht einmal geit, ihre Parteizeitung zu lesen. Sollten sie sich da noch genügend Material über die Gegner verschaffen können?!
Ein Schlußantrag findet Annahme.
Kloth- Berlin ( Buchbinder) tritt für die Anstellung des General- In seinem Schlußwort polemisiert Legien gegen Cohen. Der gauleiters ein. Zwar sollte er feine Christenverfolgung treiben Stuttgarter Kongreß habe nur teine völlige Gelbständigkeit der und nicht bloß auf das Bentrum schimpfen, aber er hat journalistisch Frauenbewegung gewollt. Auf der anderen Seite follte auch jedenfalls eine der schwersten und reichsten Aufgaben. Wir dürften heute nur ein dat gegeben werden, und unzulässig ist der Rat nicht, nicht noch drei Jahre damit warten. Sonst fahren die Christlichen die Beiträge der Frauen zu erhöhen. Im Jahre 1899 habe die das Heu ein, das wir verfaulen lassen. Generalfommission eine Frauenagitation durch öffentliche Versamm Leutel Berlin( Glasarbeiter) protestiert gegen das Benehmen lungen eingeleitet. Mit gutem Erfolg. Hingegen habe der MetallUmbreits, des Vertreters der Generalfommission auf dem Verbands- arbeiter- Verband troz des großen Anwachsens des Verbandes im tage der Glaser. Der habe zur Anstellung von Gauleitern gedrängt, allgemeinen im Vorjahre über 2000 weibliche Mitglieder verloren. und da er die Autorität der höchsten Stelle für sich hatte, wurde Die Frau sei eben einmal die beste Agitatorin für die Frau. Und der Antrag angenommen.( Große Heiterkeit und Sehr gut! Sehr bei der großen Bedeutung der Frauenarbeit, die immer weiter um richtig! Rufe.) Redner protestiert dagegen, daß die General- sich greife, fönne man nicht sorgfältig genug darauf achten, daß in tommission nicht vermittelnd, sondern bestimmend eingreife. der Organisierung der Frauen nichts verabsäumt werde. Legien( als Referent der Generalfommission) bezeichnet den Tadel Der Redner wendet sich dann gegen den„ Broschürenantrag". Leutels als deplaziert. Zum mindesten hätte er seine Beschwerde Wenn die Christlichen und Hirsch- Dunckerschen solche Broschüren gegen vorher der Generalfommission mitteilen müssen. Aber wahrscheinlich uns herausgäben, so stellten sie sich auf den Boden der Buchthaus würden die Glasarbeiter Umbreit noch für seine Einmischung danken. vorlage, schafften neues Material für diese heran. Im legten ( Burufe: Auf dem nächsten Verbandstage!)- Die mehrfach er- Rechenschaftsbericht der Christlichen Zentrale handelten wieder fünf Reichelt- Stuttgart ( Metallarbeiter): Alle Anträge auf einen wähnte Konferenz der Gauleiter Rheinland- Westfalens hat sich Spalten nur von dem" Terrorismus" der Gewerkschaften.( Burufe: Generalstreiffonds würden nur das Vorwärtsstreben der einzelnen zugunsten der Anstellung des General- Gauleiters ausgesprochen. Die Lügen!) Aber so viel dürften uns die Christlichen nicht wert sein, Organisationen hindern. Sein Verband lehne derartige Anträge endgültige Entscheidung wird nun auch der Kongreß der General- daß wir um ihretwillen unser Prinzip aufgeben, indem wir Material durchgängig ab.( Bravo !) Die Aussperrungen feien doch mur fommission nicht nehmen können. Schwarz hat meine Ausführungen gegen sie zu schaffen scheinen, in Wahrheit Material gegen die indirekte Anerkennung der Macht der Gewerkschaften, ein trauriges falsch verstanden: Ich habe nur ausgeführt, daß es ein Arbeiterbewegung selbst schaffen. Bei den Christlichen und Hirsch Produkt der Sülflosigkeit und Verlegenheit. auf die Dauer unhaltbarer Zustand ist, wenn die Regie- Dunderschen sei die Verleumdungssucht ja nicht eine Jugend- Schumann- Berlin ( Transportarbeiter): Nach Reichelts Auffassung rung auf der einen Seite die Hülfe der Organisation in frankheit, wie Deinhardt meinte, sondern ein tonftitutioneller ist wohl auch der Streit nur ein Verlegenheitsprodukt( Widerspruch Anspruch nimmt und ihnen auf der anderen Seite jede rechtliche unheilbarer Fehler. Ihm scheine man überhaupt der christlichen und Lachen bei den Metallarbeitern). Die Aussperrung ist ein wertAnerkennung versagt. Ich habe einmal öffentlich betonen wollen, Arbeiterbewegung viel zu große Bedeutung beizumeffen. Sie volles Kampfmittel des Unternehmertums, das uns noch viel Mühe daß wir Gewerkschaftsbeamte tatsächlich große Opfer für die statistischen fonzentriere ihre ganze Straft hier in dem einen Bezirke. machen wird und gegen das wir bei Zeiten Mittel bereit stellen Arbeiten der Regierung bringen. Diese werden noch größer werden, Stonzentrierten die freien Gewerkschaften so ihre Macht, so würde es sollten. Freilich, gleichmäßige Beiträge für alle Gewerkschaften sind wenn die Streilstatistik erst mit Hülfe der Gewerkschaften hergestellt in dem Bezirk auch nicht einen Andersgesinnten mehr geben. Wir bei der Verschiedenheit, die in den verschiedenen Gewerkschaften in wird. Jetzt ist die Streifstatistik für die Katz, in der Aufzählung sind überzeugt von dem, was wir wollen, und haben uns noch nie den Anforderungen für Streits besteht, unmöglich. fehlen alljährlich 8000 Streils. Das wird auf die Dauer nicht so gefürchtet. Die chriftlichen Drganisationen rennen uns sicher nicht weiter gehen. Wenn der kriminelle Charakter der Streifstatistit über den Haufen. Sie werden neben uns stets Nebensache sein. beseitigt wird, so wird man wohl auch auf unsere Hülfe rechnen.( Lebhafter Beifall.) Uebrigens halte ich die Auffassung für falsch, daß die Nach persönlichen Bemerkungen von Umbreit( gegen Leutel), gewertschaftliche Organisation auf absehbare Zeit auf An- Sabath( gegen Steller), Cohen( gegen Frl. Baader) werden in erkennung nicht zu rechnen habe. Ich bin im Gegenteil überzeugt, der Abstimmung die Anträge auf den Bau von Gewerkschaftshäusern daß die Zeit hierfür sehr nahe ist. Allerdings meine ich nicht den der Generalfommission überwiesen.( Borsigender Bömelburg: ja wahrscheinlich gegen die Gewerkschaften gerichteten Gesezeitwurf Jezt ist es ihre Sache, was fie damit macht! Heiterkeit); die An betreffend die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. träge auf Anstellung von Arbeitersekretären der nächsten Zusammen In der Frage der Anerkennung der Wäschearbeiterorganisation funft der Gewerkschaftsvorstände; die Anträge auf beffere Agitation Bollmann- Charlottenburg( Porzellanarbeiter) wünscht bei der ist der Gewerkschaftsausschuß letzte Instanz. Im übrigen bürfte fich( im fächsischen Erzgebirge unter den Italienern) werden für erledigt Unterstützung aus öffentlichen Mitteln eine Bevorzugung der Kleineren der Wäschearbeiterverband früher oder später doch dem Schneider- erklärt durch die statutarische Tätigkeit der Generalfommission. Der Gewerkschaften, die um das Koalitionsrecht fämpfen. berband anschließen. Die Grenzstreitigkeiten erledigen sich von Antrag auf Herausgabe von Broschüren gegen die Christlichen usw. Brückner- Berlin ( Buchbinder): Wenn die Generalfommission die selbst mit der Entwickelung der Industrie nnd der Organisationen. wird mit großer Mehrheit abgelehnt, ebenso die Resolution der gemeinsame Sparbüchse hat, wird ständiger Streit um die Verwendung Wir aber können eine Regel nicht finden. Schneider, nachdem der Antrag auf namentliche Abstimmung 29 der Gelber sein. statt der erforderlichen 30 Stimmen Unterstügung gefunden hat. Friz- Berlin ( Kupferschmied ) beschäftigt sich mit der Frage der ( Große Heiterkeit.) Aus der Frauenresolution werden mit großer Verwendung der Ueberschüsse aus öffentlichen Sammlungen. Er tritt Mehrheit die Klauseln über den gleichen Beitrag" und die für die Ueberweisung an die Generalfommission ein. im übrigen Steinbrink Elberfeld ( Tegtilarbeiter): Zum erstenmal habe ich Der Redner geht dann noch auf die Frage der Lokal öffentlichen Agitationsversammlungen" gestrichen; organisationen in Solingen ein. Sie hätten sich um Bulaffung zu wird die Resolution wie der Antrag der Tabalarbeiter über heute den Vorwurf gehört, daß wir die Heldenkämpfer von Crimmitdiesem Kongreß bemüht, tönnten natürlich nach dem bestehenden die Organisation der Frauen durch ihre Männer und Väter an- schau zu hoch unterstützt hätten, bisher fagte man immer das Statut nicht aufgenommen werden. Immerhin seien die Industrie- genommen. Gegenteil. Wir sind auch der Meinung, daß die Ueberschüsse der verhältnisse in Solingen fo eigenartig, der Metallarbeiterverband Zum nächsten Teile des Vorstandsberichts: Streikunterstützung Sammlungen der Allgemeinheit zugute kommen sollen, deshalb stimmen wird eine Studie darüber veröffentlichen, daß sich vielleicht um und Streifregelung liegen zahlreiche Anträge vor. Die einen wollen, wir den vorliegenden Anträgen zu. ihrettvillen eine Abänderung der Statuten empfehle. daß die Generalfommission dem nächsten Kongreß das Statut einer Leipart- Stuttgart ( Holzarbeiter): Jch halte es doch für notLange- Berlin ( Lithograph) bringt auf Grund von eigenen Er- gemeinsamen Unterstützungstaffe für außergewöhnliche große Streife wendig, noch einmal zu fouftatieren, daß die Verwendung der fahrungen in Oberschlefien darauf, daß die Gewerkschaften den Saal- vorlege, die andern legen schon jetzt ein solches Statut vor, und die übrig gebliebenen Sammelgelder durch den Textilarbeiterverband dritten fordern mindestens, daß bei den öffentlichen Sammlungen zu feinen Gunsten einen recht peinlichen Eindruck in der Gewerks bau in Oberschlesien fördern.
Die Anträge auf Gewerkschaftsbauten in Oberschlesien bitte ich glatt abzulehnen. In Posen entwickelt sich die Bewegung erst, seit wir den Beutel zugemacht haben.
Brückner- Berlin ( Graveur): Auch wenn wir die Gewerkschaftsgelder an die Generaltommiffion zahlen, wird der große Gewerk schaftsbrei doch nicht entstehen, auch wenn die hier vertretenen 63 Bentralorganisationen sich zu 17 großen Industrieverbänden zu sammenschließen würden, würden sie auf die Hülfe der Allgemeinheit noch Anspruch machen müssen, und auch wenn die Jbee des Generalstreiffonds prinzipiell nicht wichtig ist, so werden die Aussperrungen der Unternehmer den Gewerkschaften doch gewaltig an den Beutel gehen und es gilt bei Zeiten vorzubeugen.