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München während der Dauer der Aussperrung einzu- 1 großer Teil des kaufmännischen Personals der Firmen anwesend 1 tönnen, der Eisenbahnverwaltung in geeigneter Weise nahe zu stellen. Erfreulicherweise darf aber fonstatiert werden, daß gewesen und so hätte sich natürlich feiner getraut, entschieden gegen legen, daß ihr Verhalten eine unerhörte Parteinahme zugunsten der auch dieser Trick ein Schlag ins Wasser sein wird, da die Gründung zu sprechen. Der Referent schlug in einer Reſolution Unternehmer bedeutet. nicht nur ausländische, sogar auch inländische Firmen diese die Gründung einer neuen unabhängigen Organisation der Hausindustriellen der Pelzbranche vor. Dieser Das Aussperrungsfieber in München günstige Gelegenheit, ihren Kundenkreis zu erweitern, nicht vorschlag wurde auch von den in der Versammlung anwesenden greift weiter um sich. Ein Privattelegramm meldet uns: unbenutzt vorübergehen ließen und jenen Baumeistern, die mit Bertretern der Gehülfen, Regge und Schäfer empfohlen. Es machte München , 3. Juli. Sämtliche organisierten Klempner und Materialsperre bedacht wurden, weil sie sich weigerten, ihre fich dagegen jedoch eine offenbar die Interessen der Fabrikanten Installateure sind ausgesperrt, weil sie sich weigerten, den be­Arbeiter auszusperren, Lieferungsofferten zugehen ließen. wahrnehmende Oppofition geltend, die wohl in der Minderheit war, rüchtigten Revers zu unterschreiben. Die Glaser- Innung Die Niederträchtigkeit und die Verlogenheit der Scharf- es aber dahin brachte, daß die Versammlung geschlossen wurde, ohne tündigt ebenfalls eine Aussperrung an. macher, die in ihrem Vorgehen auf Recht und Anstand pfeifen, daß über die Resolution abgestimmt worden war. und das mehr als eigentümliche Verhalten der bayerischen schlossen, in nächster Zeit eine Versammlung von nur Selbständigen Regierung in dem gewaltigen Kampfe um das Koalitions- der Belzbranche abzuhalten, in der über die Sache beraten recht wird aber trefflich illustriert durch das Schreiben einer werden soll. alten, angesehenen Firma, das uns ein günstiger Wind auf den Redaktionstisch geweht hat. Es ist derart interessant, daß wir nicht umhin können, es unverkürzt abzudrucken. Es lautet:

An die

Freie Innung der Baus, Maurer , Steinmetz und Zimmermeister

in München .

München , 28. Juni 1905.

Sie haben unserem Herrn Karl Zeh durch Ihren Herrn Ober­meister Strefft zwei Schreiben, datiert vom 26. und 27. d. M., zus kommen lassen. Beide Schreiben befassen sich mit unserer Stellung nahme gegenüber dem Arbeitgeberverband in dem jezigen wirtschaft­lichen Kampf zwischen den Meistern und Arbeitern.

Achtung! Kleber und Bauhandwerker!

Es wurde be=

Da der Unternehmer W. Pießter, Landsberger Allee 135, trotz seiner am legten Sonnabend gegebenen bündigen Erklärung, daß er in Zukunft die vollen Tarifpreise bezahlen würde, sein Wort schon am selben Tage gebrochen hat, so besteht die Sperre über die Bauten: Tilsiterstr. 66 und Grünebergerstraßen- Ede; Gabriel, Mar­straße, für unsere Mitglieder nach wie vor.

Die Bauhandwerker auf diesen Bauten ersuchen wir dringend, unsere etwa dort arbeitenden Mitglieder auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen!

Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau: Schüßenstr. 18/19, Amt I 1308.

Achtung, Kleber! Wegen Nichtinnehalten des Tarifes find In beiden Schreiben erheben Sie gegen unseren Herrn Karl folgende Firmen gesperrt und streng zu meiden: Piezker, Bau Beh als Mitglied der Innung schwere, aber höchst ungerechte Tilsiterstraße 66; Bau Grünbergerstraße 19, Ede Gabriel Mar­und haltlose Vorwürfe, weil unsere Firma an dem vom straße; Fey, Nieder- Schöneteide, Grünauerstraße 12; Hansen, Arbeitgeberverband beschlossenen und nunmehr verwirklichten Kampf Stegliz, Belfortstraße 11. Die Bauarbeiter werden ersucht, die auf zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern sich nicht beteiligt. den Bauten ohne Kontrollfarte arbeitenden Klebe auf ihre Pflichten Wir können unmöglich auf allen gegen unseren Herrn Karl Zeh aufmerksam zu machen. gerichteten Vorwürfe wie: den übrigen in den Rücken fallen," oder der Sperren wegen Nichtinnehalten des Tarifes können nur vom Arbeiterorganisation helfen" 2c. näher eingehen, sondern müssen uns Verband der Tapezierer verhängt resp. aufgehoben werden. Die Verbandsleitung. borläufig damit begnügen, Ihnen unseren Standpunkt, auf welchem auch unser Herr Karl Zeh steht, wie folgt zu präzisieren!

Von Natur aus sind Meister und Arbeiter, wenn sie etwas Ersprießliches schaffen wollen, auf einander angewiesen. Beide gehören dem produktiv tätigen Teil der Menschheit an und müssen zusammenarbeiten im Gegensatz zu jenen Menschen, welche nichts tun und doch leben können. Arbeiter und Arbeitgeber, so lange diefe teine großfapitalistischen Ausbeuter und unternehmer sind, werden sich zum Gaudium der andern nur selbst Schaden zufügen, wenn sie sich bekämpfen! Reine Differenz zwischen ihnen fann fo groß fein, daß sie nicht auf friedlichem und geseglichem Wege beseitigt werden könnte!

Die Arbeitgeber beklagen sich in erster Linie darüber, daß durch fortgesetzte absichtlich direkt und indirekt gegen ihre Mitglieder ge­richtete Streits 2c. es unmöglich sei, einen geordneten Arbeitsbetrieb aufrecht zu erhalten.

Deutfches Reich.

Der Ausstand in der Dresdener Zigarettenindustrie ist durch An­nahme nachstehender Vereinbarung beendet worden: Die dem Tabatarbeiter Verband als Mitglieder angehörenden Bigarettenarbeiter und Arbeiterinnen bilden zunächst eine besondere Seftion des Tabatarbeiter- Verbandes unter eigener Sektionsleitung, welche aus Bigarettenarbeitern oder Arbeiterinnen der beteiligten Betriebe bestehen muß.

Diese Sektion hat als Organisation der Bigarettenarbeiter und arbeiterinnen zu gelten, mit welcher es gegebenen Falles die Arbeit­geber zu tun haben. Die endgültige Genehmigung hierzu muß der Generalversamm lung des Tabatarbeiter- Verbandes vorbehalten werden. Die Arbeit geber lassen demgegenüber ihre Forderung des Austritts aus dem Tabatarbeiter- Verbande fallen.

Jede Agitation der organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen in Die Arbeiter dagegen beschuldigen mehrere Baufirmen des Wort- den fabriken( Anwerbung von Mitgliedern, Verteilung von Die Arbeiter dagegen beschuldigen mehrere Baufirmen des Wort- Drucksachen, Eintassierung der Beiträge) sowie alle Gehässigkeiten der bruches und der Ausbeutung und weisen darauf hin, daß Lebens­bruches und der Ausbeutung und weisen darauf hin, daß Lebens- organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen gegen nichtorganisierte Arbeiter mittel und Wohnungen derart rapid im Preise steigen, daß es ihnen und Arbeiterinnen bezw. gegen Arbeitswillige und umgekehrt innerhalb fast unmöglich wird, sich und ihre Familien menschenwürdig zu und außerhalb der Fabriken haben zu unterbleiben. Zuwider erhalten. So steht Klage gegen Klage und wo bleibt da der handelnde können vom Arbeitgeber sofort entlassen worden. berufene Richter und das Gefez?

und die Spreu vom Weizen sondern!

Ausland.

Feldarbeiterstreit in Ungarn . Nach dem Temesvarer Gebiet hat der Aderbauminister Aushülfsarbeiter gesandt, welche unter militärischer Bedeckung arbeiten. In einem anderen Bezirk haben die Aushülfsarbeiter ebenfalls die Arbeit eingestellt.

Die Hafenarbeiter in Santander sind in den Ausstand getreten

Soziales.

Bom Berliner Kaufmannsgericht. Handlungsgehülfen mit Waren statt mit Geld zu entlohnen, das ist, wie am Sonnabend unter Eid festgestellt wurde, bei Aus­hülfsarbeit in dem Herrenartikelgeschäft von Siegfried PoII. now der Brauch. Die an diesem Tage als Zeugin vernommene Ehefrau des Beklagten bekundete und beschwor, daß sie dem Kläger gesagt habe, er könne sich für seine Tätigkeit ein paar Handschuhe oder Kravatten aussuchen. Da nun der Kläger behauptete, der Beklagte selbst habe ihm für den Ostersonnabend 5 M. Lohn versprochen mit der Bitte, seiner Frau nichts davon zu verraten, und dem Beklagten den Eid darüber zus schob, so beschwor Herr Pollnow, daß diese Behauptung nicht wahr sei. Daraufhin wurde die Klage abgewiesen.

65 M. Monatsgehalt, 14mal im Jahre zu zahlen, meinte ein Beamter, der über ein Jahr bei der Friedrich Wilhelm Lebensversicherungsgesellschaft tätig war, zugesichert erhalten zu haben. Er hatte zu Weihnachten, als das eine Ertra­gehalt fällig war, nichts erhalten, verlangte es jedoch nicht, um dadurch nicht seine Stellung zu verlieren. Damit begab er sich nicht des Rechtes, es, nachdem das Anstellungsverhältnis gelöft war. nachträglich von der beklagten Gesellschaft zu fordern. Der Ver treter der Beklagten behauptete dagegen, daß es wohl der Brauch sei, den Beamten die Gehälter 14mal im Jahre zu zahlen, daß aber dies dem Kläger keineswegs zugesichert worden sei. Er berief sich auf den schriftlichen Anstellungsvertrag des Klägers, worin nur von dem festgesetzten Monatsgehalt die Rede ist. Das Gericht beschloß, daß der Kläger in einem neuen Termin einen Eid darüber ablegen soll, daß ihm bei der Anstellung die 14malige Gehaltszahlung ohne Ein­schränkung zugesichert worden ist. Leistet er den Eid, so wird die Beklagte verurteilt, ihm 65 M. zu zahlen.

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Russische Revolution.

Petersburg, 3. Juli. In der letzten Nacht fammelte sich am Prjaschstaufer des Hafens ein Haufen Gefindel und begann in mehreren Häusern der Mjaffnajastraße die Möbel zu zerbrechen und auf Die Arbeitgeber versprechen, keinerlei Maßregelung der am die Straße zu werfen. Den zur Unterdrückung der Unruhen herbei Wenn es wahr ist, daß etliche größere Firmen ihr gegebenes Streit beteiligt geweſenen Arbeiter und Arbeiterinnen und insbesondere gerufenen berittenen Polizeimannschaften gelang es nicht, den durch Wort bezüglich des im vorigen Jahre festgesetzten Lohnes nicht halten, auch der Leiter des Ausstandes eintreten zu lassen, vielmehr die den Anschluß von Arbeitern auf eine Stärke von 3000 Personen an­so sollte doch der Arbeitgeberverband im eigenen Lager Umschau halten Arbeiter und Arbeiterinnen, welche im Ausstand befindlich find, gewachsenen Haufen zu zerstreuen. Erst als Rosaten zur Hülfe heran­wieder zu beschäftigen, insoweit die vorliegenden Aufträge Gerade den Arbeitern gegenüber sollten es die Meister mit bezw. die allgemeine Geschäftslage dies gestatten. Dies versteht gezogen wurden, wurde der Haufe zersprengt. 20 Personen wurden ihrem gegebenen Wort peinlich genau halten. Wer sittlich auf sich so, daß vom Abschlusse des Vergleichs an bis zum verhaftet. Durch Steinwürfe wurden ein Polizeioffizier und vier einer höheren Stufe stehen will, muß dies bor 30 September in erster Linie die beim Ausstand beteiligten Kosaken verlegt. allem durch seine Charakterstärke beweisen. Wenn nun andererseits die Meister selbst zugeben, daß Lebens- Arbeiter und Arbeiterinnen bei der Einstellung von Arbeitsträften zu berücksichtigen find. mittel und Wohnungen tatsächlich in einer für den Arbeiter ganz Die Regelung der Lohnfrage bleibt, abgesehen von den Lohn­empfindlichen Weise steigen, so ist doch gewiß kein Grund fäßen der Zigarettenarbeiterinnen für reine Handarbeit, der freien borhanden, die Forderungen der Arbeiter ohne Vereinbarung zwischen den einzelnen Arbeitgebern und ihren Arbeit­weiteres von der Hand zu weisen. nehmern überlassen, weil die Berhältnisse in den einzelnen Be­trieben so verschiedenartig find, daß eine einheitliche Regelung nicht

London , 3. Juli. Wie dem Reuterschen Bureau" aus Ddeffa gemeldet wird, hat sich der Pobjedonoszew" heute morgen ergeben. Die Rädelsführer wurden von den Offizieren des Schiffes bezeichnet und an Land gesezt.

Schon längst wäre es Sache der Regierung Unruhen in Kronstadt und Petersburg . gewesen, in diesen unerquidlichen Streit ein möglich ist. Petersburg, 3. Juli. Auf den Putilowwerken in Petersburg zugreifen und die Rolle des Unparteiischen zu übernehmen. Und Die Löhne der Zigarettenarbeiterinnen für reine Handarbeit haben heute 12 000 Arbeiter die Arbeit eingestellt. Auf der baltischen Sache der Meister wäre es gewesen, sich mit der Regierung darüber sollen bis zur Grenze der von einer Anzahl Betriebe auf Grund Werft droht ebenfalls ein Ausstand, falls die Forderungen der Ar­auseinanderzusehen, daß sie die Existenzbedingungen bes Kommissionstarifs bom 11.- 12. Mai dieses Jahres beiter nicht angenommen werden. ihrer Arbeiter von Jahr zu Jahr durch Verteuerung der bereits bewilligten Lohnfäßen in denjenigen Betrieben, Lebensmittel( Fleisch, Zölle 2c.) verschlechtert. Aus mehr als für welche dieser Tarif noch nicht zugestanden worden ist, mit der einem Grunde wäre die Regierung moralisch verpflichtet, da maßgabe geregelt werden, daß dabei bereits vorhandene höhere geordnete Zustände zu schaffen, wo durch ihre Schuld mit veranlaßt Säge nicht ermäßigt werden dürfen. Unzufriedenheit und Zwist entstand.

Ms Mitschuldige an dem jezigen unerquicklichen Verhältnis zwischen Meistern und Arbeitern kann unmöglich die Regierung die ihr allein zukommende Rolle des Reorganisators und Vermittlers

ablehnen.

Der über die Fabriken verhängte Boykott ist seitens der Ausstandsleitung sofort und an allen Orten aufzuheben. Auch darf feitens der Arbeitnehmer keinerlei Maßregelung einzelner etwa miß­liebiger Betriebe stattfinden und muß die Propaganda für die dem Arbeitgeberverbande ferngebliebenen Firmen eingestellt werden. Woran sollte man in Zukunft ein geordnetes Staatswesen er­Die Arbeiter sollen fich vom Montag, den 3. d. M. an bei ihren kennen, wenn das allerdings von den Arbeiterverbänden inaugurierte, früheren Arbeitgebern melden. nun aber auch leider vom Arbeitgeberverband proflamierte Faust Indem die Lohnkommission dies zur Kenntnis der gesamten recht auf wirtschaftlichem Gebiete fortbestehen würde? Unwill- Arbeiterschaft bringt, ersucht sie zugleich dringend, den etwa ver­türlich fragt da doch selbst der naipste Untertan hängten resp. ausgeübten Boykott einstellen zu wollen. nach dem Daseinszwede einer Regierung über- Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. haupt. Und drängt nicht alles zu einer einzigen friedlichen Lösung Klempnerstreit. In Kiel sind am Sonnabend die Klempner in auf gesetzlichem Wege? Möchten doch die Arbeitgeber des Baugetverbes einmal ihren den Streit getreten, da sie bei der Erneuerung ihres Tarifes, der Blid zurüdwerfen, auf die unsicheren Zustände, wie sie am 1. Juli ablief, ihre Forderungen, 55 Pf. Mindestlohn, 60 Bf. gerade in den legten Jahren in München dadurch für sogenannte selbständige Arbeit( früher 48 bezw. 52 f.), nicht bestanden, daß die Lohnfrage nicht geregelt war. bewilligt erhielten. In Betracht kommen 130 Gesellen in 49 Be Das für die Solidarität der Meister geradezu betrieben. Einige Firmen haben bereits nachgegeben. schämende Ergebnis der meisten öffentlichen Sub- 600 Holzarbeiter in Düsseldorf wurden ausgesperrt, weil missionen ist nicht zuletzt auch eine Folge der Willfür, welche sie die Annahme eines von den Unternehmern vorgelegten Tarifes bezüglich der Löhne herrschte. Nun wird aber keine zwischen den fämpfenden Parteien getroffene Abmachung genügend Bürgschaft ablehnten. für zukünftige Sicherheit bieten können, so lange die Hauptstreitfragen nicht auf gefeßlichem Wege geregelt sind.

Die Situation auf dem Panzerschiff Knjaes Potemkin".

Aus Bukarest meldet die Frtf. 8tg.": Ein vom Anjaes Potemkin" desertierter Matrose hat in Ruestendsche erzählt, daß die Mannschaft seit drei Tagen nichts gegessen habe, Kohlen und Schmiermaterial fehlten vollständig. An Bord herrschte Anarchie. Acht entwaffnete Offiziere führten alle Befehle der Meuterer, bon denen sie mit Revolver bedroht wurden, aus. Fünfhundert von den siebenhundert Matrosen des Anjaes Potemkin" wollten sich aus schiffen, der Rest bestehe auf der Rückkehr nach Rußland .

Bukarest , 3. Juli. Der Knjaes Potemkin" verließ heute nach mittag 1 Uhr 20 Minuten nebst dem ihn begleitenden Torpedoboot Kuestendsche und fuhr in nordöstlicher Richtung ins offene Meer hinaus.

Die Haltung der Mannschaft war während des Aufenthalts des Schiffes in den rumänischen Gewässern eine völlig ruhige. Als den Hafen von heute früh das russische Torpedoboet in Rueftendsche einfahren wollte, feuerte der rumänische Kreuzer Elisabeth" auf dasselbe, ohne zu treffen, worauf sich das Torpedo boot zurückzog. Die Anwesenheit des Potemkin" hat dant tat­fräftiger aber humaner Haltung der rumänischen Regierung keinen Anlaß zu einem Zwischenfall gegeben.

Die Lage in Odessa .

Sämtliche Maurer in Tilfit find ausgesperrt worden. Odessa , 3. Juli. Heute ist in mehreren großen Fabriken die Kürzlich traten etwa fechzig Maurer der Baufirma Philipp Arbeit wieder aufgenommen worden. Der Generalgouverneur hat Wenn also demnach mit unerbittlicher Logik das Eingreifen der u. Westphal in den Streit, weil man ihnen nicht ihre bescheidenen in allen Stadtteilen, ausgenommen dem Nikolajew Boulevard, Regierung als legtes Rettungsmittel aus einem Wirrwarr von Streit Forderungen bewilligte. Diese Firma zahlte ihren Maurern Stunden- freien Verkehr gestattet. 20 000 Arbeitslosen wird durch Auf­fragen sich ergibt, folgt weiter, daß die Verhängung der Sperre löhne von 32-38 Pf. Dagegen verlangten die Maurer 40 Pf. räumungsarbeiten im Hafen Arbeit gegeben werden. Von den Bes seitens des Arbeitgeber- Verbandes als taktischer Fehler Stundenlohn, für leberstunden 5 Pf., Sonntags- und Nachtarbeit hörden wird demnächst die Zahl der Getöteten und Verwundeten bezeichnet werden muß, der hätte vermieden werden können. Denn wenn auch die Arbeiter, die allerdings, was man zugeben muß, betreten. Als Verhandlungen gepflogen wurden, erklärte die Firma den 20 Pf. Aufschlag. Man ließ die Maurer deshalb in den Streit bekanntgegeben werden. Der Torpedobootszerstörer Smetliriy " erhielt den Befehl, den züglich der Lohnfrage bisher noch keinen gefeßlichen Schutz genossen, geforderten Stundenlohn nur den geübteren guten Gesellen" zu be­fondern der Willfür der Unternehmer preisgegeben waren, in ihren willigen, den jüngeren, weniger geübten Maurern indessen nur je bringen. Ansprüchen ebenfalls die Grenze des Rechtes überschritten und zuerst nach Leistung 36 bis 40 Pf. pro Stunde zu gewähren. Auf weitere durch ihre Streits den illegalen Weg, des wirtschaftlichen Fauftrechts Bedingungen der Maurer fönnte sie sich nicht einlassen. Selbstver immerhin im Vorteil find, ihnen auf dieses Gebiet der Barbarei folgen. Hochachtungvoll

Potemtin" aufzusuchen und ihn durch Torpedos zum Sinten zu

beschritten, so ist doch nicht notwendig, daß die Meister, welche fa ftändlich nahmen die Arbeiter unter diesen Bedingungen die Arbeit Letzte Nachrichten und Depeschen.

gez. Karl und August Zeh, Architekten.

Berlin und Amgegend.

nicht auf, und darauf wurden von sämtlichen Arbeitgebern alle Maurer ausgesperrt. Die Aussperrung soll so lange dauern, bis die Maurer der Firma Philipp u. Westphal unter den von dieser gestellten Bedingungen wieder die Arbeit aufnehmen.

Die Wirkungen der Hite.

Köln , 3. Juli. Zahlreiche Personen fallen der tropischen Hiße zum Opfer. Wegen Hißschlages wurden eine ganze Anzahl Bersonen in die Hofpitäler eingeliefert. Auch Soldaten tamen ge legentlich militärischer Uebungen infolge der großen Hiße zu Schaden. Auf der Mülheimer Heide find angeblich laut Rhein . 8tg." sechs Leute vom Hizschlag betroffen worden, von anderen rheinischen

Bayerische Behörden im Dienste des Unternehmertums.) München , 2. Juli. Während sich Ministerpräsident Freiherr Zur Tarifbewegung der Kürschner . Am Sonnabend fand in v. Bode wils bemüht, den Frieden zwischen den Metallindustriellen Krebs Hotel in der Niederwallstraße eine öffentliche Ver- und den Metallarbeitern herbeizuführen, kommandiert die Eisenbahn­sammlung der Hausindustriellen der Belzbranche verwaltung zwölf Eisenbahnarbeiter, um an dem Neubau der Zentral Truppenübungsplägen laufen ähnliche Nachrichten ein. statt, die sich auch mit den Forderungen der Gehülfen und werkstätte V in Freiham , wo die Unternehmer die Erdarbeiter und Rom , 3. Juli. Gestern find infolge der enormen Size acht Arbeiterinnen befassen sollte. Dazu tam es jedoch nicht und selbst Maurer aussperrten, Streifbrecherdienste zu verarbeiter am Sonnenstich gestorben. Aehnliche Fälle der erste Punkt der Tagesordnung: die Besprechung über den vor richten. Dagegen muß energisch Protest eingelegt werden. Will kommen aus ganz Jtalien. Die Hige stieg bis auf 40 Grad im acht Tagen gegründeten Arbeitgeberverband, konnte nicht erledigt der Verkehrsminister v. Frauendorfer, daß die Arbeiten am Schatten.

werden. Die Gründung dieses Verbandes wurde vom Referenten Neubau der Zentralwerkstätten keine Unterbrechung erleiden, so möge Wien , 3. Juli. Infolge der abnormen Hige kamen hier geftern fowie von einigen Diskussionsrednern als ein Gimpelfang gelenn er gefälligst den Unternehmer anhalten, feine Arbeiter, die teinerlei 60 Unfälle an Higschlag und Sonnenstich vor, wovon drei tödlich zeichnet. In jener Versammlung hätten auf der einen Seite Forderungen stellten, aber dennoch aufs Pflaster geworfen wurden, berliefen. Eine Frau wurde infolge der Hige wahnsinnig. Heute A. Wolfs, auf der anderen V. Wolfs Arbeiter gefeffen, dazu wäre ein zu beschäftigen. Der Verkehrsminister wird daher nicht umhin vormittag fühlte sich die Temperatur infolge mehrfacher Gewitter ab. erantw. Neb.: Frans Rebbein, Berlin . Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin . Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3Beilagen u.Unterhaltungsbl