Nr. 196. 22. Jahrgang.
Aus Induftrie und Handel.
Kohlenfelder- Monopol.
Das Konsortium, das der Internationalen Bohrgesellschaft ihre ſämtlichen rheiniſch- westfälischen Kohlenfelder für die Summe von 35 Millionen Mark abgekauft hat, wird, wie die„ Köln . 3tg." zu berichten weiß, dem Syndikat gegenüber Verpflichtungen wegen Ausnubung ihres neuen Besizes nicht übernehmen. Das ist," meint das Blatt,„ deshalb von Bedeutung, weil sich unter den Erwerbern auch Hüttenzechen befinden, die in bezug auf ihren Selbstverbrauch keinen Beschränkungen unterliegen und sich durch diese Neuerwerbungen eine Vergrößerung ihrer Bewegungsfreiheit sichern. Anderseits werden selbstverständlich die in der Gruppe vereinigten großen Kohleninteressenten schon in ihrem eigensten Interesse einer ungemessenen Kohlenförderung vorbeugen." Bestätigt sich die Meldung der Köln . 3tg." und sie zu bezweifeln, sehen wir keinen Grund dann wird das Kohlensyndikat völlig vom Belieben des neuen Konsortiums abhängig. Die an diesem beteiligten reinen Kohlenzechen, d. H. diejenigen, die nicht mit Eisenhütten verbunden sind, werden zwar vorläufig faum, da sie durch die Bestimmungen des Syndikatsvertrages daran gehindert werden, zur Anlegung von Schächten auf den erworbenen Kohlenfeldern schreiten, wohl aber die Hüttenzechen, die in bezug auf den Selbstverbrauch von Kohlen nach fürzlichen Entscheidungen des Effener Landgerichts ohne Rücksicht auf die Syndikatsbestimmungen ganz nach ihrem Gutdünken verfahren können. Wenn sie neue Kohlenlager für ihren eigenen Bedarf an Kohlen erschließen, kann ihnen das Syndikat solches absolut nicht wehren, auch dann nicht, wenn sie zu einer besseren Ausnutzung der erschlossenen Gruben neue Werke anlegen oder andere Hütten ankaufen bezw. mit solchen sogenannte Interessengemeinschaften bilden.
Es wird immer wahrscheinlicher, daß das Kohlensyndikat noch vor dem Ablauf des Syndikatsvertrages zusammenbricht und dann ein rücksichtsloser Kampf der großen gegen die kleinen Gesellschaften entbrennen wird, wie ihn bisher das Ruhrrevier noch nicht gesehen hat.
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Mittwoch, 23. Auguft 1905.
allein diesen noch nicht geschnittenen Rest, sondern fam. Was wird jetzt der Unterpächter des Generalpächters W. Seurteilen auch die Ernte. fordern?! Die Dortmunder Union", das Schmerzenskind der Berliner Warum wird nicht, wenn man schon von dem GeneralViskontogesellschaft, hat auch im letzten Geschäftsjahr nicht die er- pacht- System nicht lassen mag, wenigstens ausbedungen, daß warteten Erfolge erzielt. In der gestern abgehaltenen Aufsichts- nicht noch ein Unterpächter dazwischengeschoben werden darf? ratssitzung wurde die Rohbilanz für das Geschäftsjahr 1904/05 vorgelegt. Sie weist, einschließlich des Vortrages aus dem Vor- und warum wird nicht einem Großunternehmer wie W. das jahre von 431 335,39 M. und 1620 M. für verfallene Dividenden- Handwerk gelegt? Eine Gruppe von Kolonisten hat sich zuscheine, einen Bruttobetriebsgewinn von 4855 896,82 m. gegen sammengetan, um dem Magistrat Kenntnis von diesen Zu5 431 255,24 M. im Vorjahre aus. ständen zu geben. Wird ihr Beispiel in anderen Laubenkolonien nachgeahmt, so wird sich der Magistrat für die Verpachtung seiner Terrains als Baubenland vielleicht doch zu einem anderen Verfahren bequemen.
Von dem Bruttobetriebsgewinn sind zunächst an Zinsen und Generalunkosten 1 525 331,17 m. gegen 1 749 003,11 m. im Vorjahre abzusehen, so daß 3 330 565,65 M. gegen 3 682 252,13 M. im Vorjahre zu Abschreibungen und Reserbestellungen und zur GewinnBilanz beschloß der Aufsichtsrat, dem Antrage des Vorstandes ent- hofes bewilligte in seiner gestrigen Sitzung den Kostenanschlag berteilung verfügbar bleiben. Vorbehaltlich der Prüfung der Das Kuratorium des städtischen Schlacht- und Viehsprechend, der Generalversammlung vorzuschlagen, zunächst 2 153 911,43 M.( gegen 2 129 267,51 M. im Vorjahre) zu Ab- für die Millenniumbeleuchtung des Schweineschlachthofes. schreibungen zu verwenden, und 58 832,70 m.( gegen 77 649,23 m.) Ferner wurden die vom Direktor Goltz gemachten Vorschläge dem gesetzlichen Reservefonds zuzuführen, sodann die gleiche Divi- auf Abstellung der Ausdünstungen angenommen, die von den dende wie im Vorjahre von 5 Broz. auf die Aktien Lit. D mit Düngerhaufen des Schlachthofes ausgehen. Es soll mit Torf540 000 M. und von 2 Proz. auf die Aktien Lit. C mit 504 000 m. streu ein Versuch gemacht werden. Von sozialdemokratischer in Vorschlag zu bringen, sowie endlich den Rest mit 73 821,52 M. Seite war beantragt worden, allen Dünger in Bansen zu auf neue Rechnung vorzutragen. lagern, doch wurde dieser radikale Vorschlag abgelehnt. Man Erhöhung der Lederpreise. Der Verein thüringischer und will jedoch laut Beschluß des Kuratoriums mit Energie gegen fächsischer Lederfabrikanten fündigt eine Erhöhung der Lederpreise die Peptonfutterwerke vorgehen. Aus Sparsamkeitsan, die er- um Gründe sind ja die Kartelle bei ihren Preis- gründen haben diese Werke ihr Arbeiterpersonal verringert treibereien nie verlegen mit den steigenden Schlachtviehpreisen und nun lagert das zur Fabrikation dienende Blut tagelang. begründet. In seinem Rundschreiben heißt es: Der Gesellschaft soll aufgegeben werden, die vom Ingenieur erreicht, und es ist ganz zweifellos, daß die Häutepreise infolge des Sturatorium binnen vier Wochen die Projekte vorzulegen. Die Preise für Schlachtvieh haben einen enorm hohen Stand Casper vorgeschlagenen Verbesserungen einzuführen und dem zu erwartenden schwachen Angebots ebenfalls stark anziehen werden. Anderenfalls soll rücksichtslos gegen die Gesellschaft einum nicht weiter verlustbringend zu arbeiten, muß daher die Leder- Anderenfalls branche die Preise um drei resp. fünf Mark pro Zentner sofort ergeschritten werden. höhen."
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Bodenwucher in den Laubenkolonien.
Den Laubenkolonisten wird auf ihrem bißchen Pachtland das Leben nicht ganz so leicht gemacht, wie es manchem er scheinen mag, der sich die Sache von draußen ansieht. Bis die fröhlichen Erntefeste herankommen, die jetzt allüberall in den Laubenkolonien abgehalten werden und deren eines wir fürzlich schilderten, haben die Kolonisten das ganze Frühjahr und den Sommer hindurch ein tüchtiges Stück Arbeit zu leisten gehabt, deren Ertrag leider nicht immer die aufgewendete Mühe ausreichend lohnt. Eine Erschwerung, die von den Kolonisten als besonders lästig und drückend empfunden wird und schon manchen von ihnen in die Stadt zurückgescheucht hat, geht aus von dem Bodenwucher, den unternehmende und geschäftskundige Leute da draußen betreiben.
Im nächsten Jahre sollen die Stempler den Probenehmern gleichgestellt werden; beide erreichen nach 18 Jahren das Höchstgehalt von 1800 M.
Mit allen gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Mitglieder lehnte das Kuratorium den auf Abschaffung der Akkordarbeit hinzielenden Antrag des Arbeiterausschusses ab. Das Lob der Affordarbeit wurde in den höchsten Tönen gesungen und es fiel das Wort, daß der Unternehmer, der dies System abschaffe, töricht handle. Die sozialdemokratischen Mitglieder entgegneten, daß dies Loblied gerade die Schädlichkeit der Affordarbeit für die Arbeiter beweise; traurig sei es, daß die Frauen auf dem Schlachthofe sich in ihrer Verblendung noch für diese Arbeitsmethode erklärt hätten. Mit Wucht wiesen die Redner auf die Vermehrung der Unfälle hin, die der Affordarbeit zu verdanken seien; aber wo das kapitalistische Interesse in Frage kommt, würde tauben Ohren gepredigt. Die Arbeiter werden sich's merken.
Zur Lage der rheinisch- westfälischen Eisenindustrie. In der rheinisch- westfälischen Eiſenindustrie herrscht ein so flotter Geschäftsgang, wie er seit 1899/1900 nicht wieder dagewesen ist. Werke, die bisher nur einfache Schicht einlegten, gehen jetzt dazu über, wieder Tag- und Nachtschicht einzuführen. Andere lassen wöchentlich mehrmals Ueberstunden machen. Schon die in Angriff genommenen großen Neubauten beweisen, daß die großen Eisen- und Stahlwerke auf umfangreiche Bestellungen rechnen. Die Firma Thyssen u. Comp. vergrößert, wie die Arbeitsmarkt- Korrespondenz" berichtet, unaus gesetzt ihre Hüttenwerksanlagen bei Samborn( Gewerkschaft " Deutscher Kaiser"). Sie dehnt ihre Fabrikation auch auf neue Zweige aus. Eine Maschinenbauanstalt wird eingerichtet für den Bau von Lokomotiven auf fremde Rechnung; bisher hat Thyssen Der Magistrat von Berlin hat die Kehricht- und SchneeMaschinen nur für eigenen Bedarf gebaut. Die Gewerkschaft " Deutscher Kaiser" nimmt unausgesezt Arbeiter an und bemüht Man weiß, daß ein Laubenkolonist beinahe nirgends Abfuhr soll vom 1. April 1906 ab auf drei Jahre vergeben werden. abfuhr der städtischen Straßenreinigung ausgeschrieben. Die fich sogar durch Agenten, geübte Arbeiter von anderen rheinisch- direkt von dem Besizer des Landes pachten kann, sondern fast Unternehmer können sich bis zum 14. September Kl. Frankfurterwestfälischen Werken heranzuziehen. Die" Union "-Dortmund ist immer auf eine Zwischenperson angewiesen ist, die als straße 6 schriftlich melden. Die Abfuhr in eigener Stegie ausin einem umfangreichen Umbau ihrer inneren Einrichtungen be- Generalpächter ein größeres Gelände pachtet, es in zuführen, dazu können Magistrat und Stadtverordnetennehrheit sich griffen; sie führt den elektrischen Betrieb ein und benutzt dazu als fleine Parzellen zerlegt und diese mit möglichst hohem Profit immer noch nicht entschließen. bewegende Kraft die Hochofengase. Die Fabrikation von Gasmotoren, betrieben mit Hochofengase, ist durch die technische Ver- an die Kolonisten weitergibt. Für den Besitzer ist das bebollkommnung dieser Kraftmaschinen und ihrer zunehmenden Ber- quemer als eine direkte Verpachtung. Er hat nur mit einer Jubel und Trubel ist in der Hasenheide. Seit beinahe acht wendung im Hüttenbetriebe sehr in die Breite gegangen. Infolge- einzigen Person zu tun, das Geschäft wickelt sich glatt und Tagen wird in dem bekannten Vergnügungslokal„ Neue Welt" unter dessen sind die Maschinen- und Armaturenfabriken in Köln und rasch ab, und Bachtausfälle sowie mancher andere Verdruß der duftigen Parole„ Fleischnot gibts ja gar nicht" ein großes Düsseldorf gut mit Arbeit versehen, zum Teil damit überhäuft. bleiben ihm erspart. Ob der Generalpächter den Kolonisten bayrisches Boltsfest abgehalten. Auf einem riesigen GasAuch in den Achsenschmiedereien, Werkzeugmaschinenfabriken und das Land mit mäßigem Gewinn abläßt oder ob er fie nach apparat gleich am Eingang des Gartens braten abwechselnd drei der Kleineisenindustrie im Schwelm - Hagener Bezirk, die sich mit der allen Regeln der Kunst des Bodenwuchers ausbeutet, das ist Schweine oder ein ganzer Ochse; eine bayrische Bauernkapelle im Anfertigung von Ambossen, Hämmern und anderen Werkzeugen dem Besitzer meist sehr gleichgültig. Wem's nicht paßt, den Nationalkostüm" spielt unter luftigen Stapriolen darauf los und tut befaßt, herrscht guter Geschäftsgang. Bei der Firma Krupp geforderten Preis zu zahlen, der brauchi ja nicht zu pachten. sich in den nicht gerade seltenen Baufen an großen Maßkrügen in Essen werden täglich durch die Zentral- Arbeiterannahmestelle ind wen es etwa schmerzt, daß er sein altes, gut gepflegtes bes benbs ein großer Umzug durch den Garten mit Baufengütlich. Bielfache Beluftigungen anderer Art werden noch geboten, Feuerarbeiter, Maschinenarbeiter, Schlosser, Dreher, Hülfsarbeiter und so weiter angenommen. Im Kanonenressort ist so reichlich Laubenland zum nächsten Jahr aufgeben, seine liebe, trauliche o des Abenbs ein großer Umzug durch den Garten mit BaufenArbeit vorhanden, daß in den Hauptwerkstätten wöchentlich zwei- Laube abbrechen soll, nun, der wird sich eben dazu bequemen ein Mann mit dem Gebirgshut auf dem Haupt als Improvisator schlag und Magnesiumbeleuchtung. Dann und wann tritt auch plöglich und dreimal Ueberstunden gemacht werden. Reichliche Beschäftigung müssen, in die ihm auferlegte Pachterhöhung zu willigen. Es unter das Publikum und macht anscheinend auf eigene Rechnung für Eisenbahnbedarf haben auch die Gußstahlwerke und Walzwerte gibt da noch eine aparte Spezies von Generalpächtern, die mit und Gefahr seine Mätzchen. Süddeutschland ist nach Berlin importiert. in Oberhausen , Bochum , Gelsenkirchen , Dortmund , Hörde, Witten . ganz besonderer Vorsicht behandelt werden muß. Wo der Wer's nicht glaubt, daß alles echt ist, der sehe sich die Hauptsache Jedoch haben diese Fabriken inzwischen ihre Erzeugungsfähigkeit Generalpächter zugleich über die Bierquelle gebietet, ohne die an, nämlich die Kellnerinnen, deren Dialekt und Armstärte derart ausgedehnt, daß auch heute noch nicht die volle Leistungs- mancher sich eine richtige Laubenkolonie nicht vorstellen kann, den steptischen Berliner davon überzeugen, daß das Volksfest völlig möglichkeit ausgenutzt wird. Trotz des guten Geschäftsganges haben Lohnerhöhungen in der da kommen die Kolonisten leicht in doppelte Abhängigkeit von nach Münchener Art ist. Flott sehen diese Kellnerinnen aus und rheinisch- westfälischen Eisenindustrie bisher nicht stattgefunden. ihm. Es ist sehr wohl denkbar, daß ein solcher Bächter in müssen sie aussehen, denn der Vertrag schreibt ihnen das NationalDie Akkorde stehen noch auf den alten, nach der seinem Reich neben dem Biertrinker den Wasserfreund duldet oftüm bor : hellgrüner, in viele Falten gelegter Rock, schwarzsammtne Bänder unten herum, schwarzes Mieder mit Schnüren letten Hochkonjunktur erniedrigten Säßen. Nur und beide mit gleichem Maße mißt, wenn es zur Erneuerung( Thalern), weiße Bluje, fleines feidenes Halstuch, weiße Schürze, bessere Einarbeitung befähigen die geschulten Arbeiter, in Ber - der Pacht kommen soll. Aber es gibt leider Bächter, denen grüner Hut. Laut Vertrag, haben ferner die Kostüme täglich im bindung mit häufigen Ueberstunden, den Verdienst etwas zu er diese Unparteilichkeit, die überall als selbstverständlich gelten propersten Bustande zu sein, Blusen und Schürze find täglich zu höhen. Die Betriebsleiter lehnen jede Lohnaufbesserung mit der sollte, fremd ist. Schon mancher Kolonist, der die Budike des wechseln. bekannten alten Begründung ab, die Preise ständen noch so niedrig, Generalpächters mied, hat seine Zaube zusammenreißen müssen daß kein erheblicher Gewinn zu ermöglichen sei. Was dieser Ein- und im nächsten Jahr nicht wiederkommen dürfen. wand wert ist, beweist zur Genüge die mit Eifer betriebene Vergrößerung der Werke. Wenn diese nichts abwerfen, wendet man sondern ziehen die bequemere Generalpacht vor. Die Stadt Münchener Lebendigleit als Importware, und wenn ja einmal ein Auch Gemeinden verpachten nicht gern direkt an Kolonisten, still. Dort unten passen Gäste, Kellnerinnen und Musikanten zueinander; im fühlen Norden betrachtet das Publikum reserviert die doch nicht bedeutende Mittel zu ihrem Ausbau auf. Berlin hat innerhalb und außerhalb des Weichbildes große Gast aus sich herausgeht, dann wird er unftätig. Das bayrische Saatenstand und Ernte in Preußen. Nach den amtlichen Er- Terrains als Laubenland verpachtet und wohl überall nur an wolksfest in der Neuen Welt soll bis zum 1. September dauern. mittelungen hat sich der Stand des Getreides vom Mitte Juli bis Generalpächter. Mancher Pächter pachtet in den verschiedensten Hoffentlich gewöhnen sich die Gäste bis dahin an den anheimelnden Mitte August dieses Jahres in den meisten preußischen Provinzen Gegenden, und einer von ihnen scheint fast ein Monopol auf Erubel. etwas verschlechtert, während sich die Futterkräuter und die Wiesen, Erpachtung der Berliner Gemeindeländereien zu haben. Auf Hoffentlich kommen bis dahin aber auch die Kellnerinnen zu die im vorigen Monat unter der Dürre nicht unbeträchtlich gelitten Denn diese haben sich in den verflossenen acht hatten, ziemlich erholt haben. Für den Stand der einzelnen Saaten Treptower Gebiet, wo die Stadt Berlin die größte Grund- ihrem Recht. Tagen feineswegs afflimatisieren können, und die Schuld daran ergeben sich nach der„ Statistischen Korrespondenz" folgende Durch besitzerin ist, herrscht ein Kaufmann Wendt, von dem man sagt, lag, was auch der eingefleischte Berliner zugeben muß, nicht bei schnittsziffern( 1= sehr gut, 2= gut, 3= mittel, 4= gering, daß er allein in dieser Gegend 17 Solonien unter sich habe. ihnen. 5 sehr gering): Will der Berliner Magistrat da oder dort ein Gelände ver- Sie wurden engagiert auf ein Inserat hin, das der Agent pachten, so findet sich pünktlich Herr W. im Rathause ein und Stugler in Nürnberg in den Münchener Neuesten Nachrichten" erließ. beißt alle anderen Mieter meg. Mitunter wollen bei Neu- Goldene Berge versprach man ihnen; auf 200 M. Verdienst könnten verpachtung die Kolonisten selber gemeinschaftlich pachten, um sie in den vierzehn Tagen rechnen. Ihrer achtzig, wie gesagt, traten einer Steigerung ihrer Bacht zu entgehen. Auch da erweist sie die Reise an, auf eigene Kosten. Wer das Reisegeld nicht hatte, W. sich als der Stärkere und bringt das Land an sich. Hinter borgte es sich, und bester Hoffnung fuhr die Gesellschaft nach Berlin . dem Treptower Park liegt eine Stolonie, deren Generalpächter, Bier gab der Wirt ihnen als Lohn; damit allein waren zur Hälfte Was war da viel zu resfieren? Zwei Mark täglich und einen Liter ein Schuldiener, bisher 215 M. pro Jahr zahlte. Nachdem die Neisekosten gedeckt. Aber bald merkten die Münchnerinnen, der Mann gestorben ist, schritt man zur Neuverpachtung. daß es anders fam. An den ersten Tagen war kaum ein Sieger blieb wieder Herr W., dem mit 500 M. der Zuschlag Geschäft zu machen; erst am Sonntag waren 7 W., am Montag gegeben wurde. Die Differenz, die für Berlin als Mehrertrag 5-6 M. die Durchschnittseinnahme, und bei günstiger Kaltulation herauskommt, muß natürlich von den Kolonisten aufgebracht rechnen die Kellnerinnen auf den Durchschnitt der Zeit, für die sie werden. Für diese wird die Pachterhöhung sogar noch größer. engagiert find, vier Mark Einnahme täglich heraus. Das macht auf As Erläuterung dieser Ziffern wird hinzugefügt, daß sämtliches. tritt nämlich dem Magistrat gegenüber zwar als General- 14 Tage 56 2., mit den 2 M. täglich, die sie vom Lokalbefizer Getreide bereits schnittreif geworden und zum großen Teil auch pächter auf, aber mit der Weiterverpachtung an die Kolonisten erhalten, 84 m., also noch nicht die Hälfte der ihnen in Aussicht Winterrogen ist fast gestellten 200 W. Von den 84 m. gehen bei sehr mäßiger Berech nung ab: 9 M. für Legis, 14 M. für Essen, das die Mädchen sich Sommerfrüchte bis auf afer, von dem noch viel einzufahren ist. eingesetzt, dem er das Ganze für 620 M. überlassen hat und auf eigene Rechnung halten müssen, 44 w. für die Fahrt und durchweg geborgen; Winterweizen zum großen Teil, auch die gibt auch er sich nicht ab. Er hat sofort noch einen Unterpächter Bestellten 200 gr. Von den 84 M. gehen bei sehr mäßiger Berech Der Wert der Braugerste ist durch die Rässe sehr herabgesetzt. Am der nun erst an die Kolonisten verpachtet. B.s Profit beträgt 2,80 m. als Entschädigung für Buzen und Abfervieren des Geschirrs. meisten wird über Hafer geklagt, der start zweiwüchsig ist. Die 120 M. Wenn er das bei allen 17 Rolonien macht und überall Busammen 69,80 m., so daß den Kellnerinnen bei günstiger Be Kartoffeln haben sich infolge der Nässe teils sehr erholt und denselben Profit hat, so bringt ihm allein da draußen jeder rechnung als Reinverdienst der 14 Tage etwa 14 m. bleiben, vorausstehen bei gutem Knollenansage üppig im Straut, teils zeigen fie be- Sommer mühelos 2000 m. Soll man's glauben, daß der gefest, daß sie die 10 M. wiedererhalten, die sie in Nürnberg dem reits starte Spuren von Fäulnis und Krankheit. Die Futterfräuter Berliner Magistrat derartige Praktiken duldet? Das er einen genten geben mußten; ihrer Meinung nach als staution. Das ist haben jedenfalls den größten Vorteil von der feuchtwarmen Bitte fapitalfräftigen Spekulanten sich zwischen die Stadtgemeinde Teile von ihnen noch die Maßregel der Entlassung, denn es alles in allem eine bittere Enttäuschung. Zu diesem drohte einem rung gehabt. In diesem Jahre, wo die Ernte verhältnismäßig weit vor und die Laubenkolonisten drängen läßt?! Jener Schuldiener wurden, weil das Geschäft zuerst nicht nach unsch ging, dreißig geschritten ist, fann bei Getreide von einem Saatenstande faum noch fonnte den Kolonisten die Quadratrute noch mit 0,65 M. ab- der Stelliterinnen zum Donnerstag dieser Woche gekündigt. Dieses gesprochen werden, da nur noch wenig auf dem Halme steht. Die geben. Auch das war schon bedeutend mehr als vor vier Ungemach hat aber die Organisation der Gastwirtsgehülfen gestern bgegebenen Noten betreffen denn auch nicht Jahren, wo man dort die Quadratrute noch für 0,35 m. be- abgewendet, auch waren die Münchnerinnen in erfreulicher Soli
Winterweizen Sommerweizen. Winterspelz Winterroggen Sommerroggen. Sommergerste
August 1905 Juli 1905
2,6
2,5
2,5
ETI
Hafer
Kartoffeln Klee
Luzerne
Bewässerungswiesen
Andere Wiesen.
2,6 2,2 2,8
2,2
2,6
2,9
2,8
2,8
2,5
2,8
2,7
2,4
2,4
2,6
3,0
2,4
2,5
2,3
2.3
.
2,5
2,7