und erklärte:
Ein Besitz des altenburgischen Staates dürfe nicht den Intereffen des sozialdemokratischen Parteitages dienstbar gemacht werden; fintemalen die Sozialdemokratie international sei. Wo in der Welt ein Feind und Widersacher des Deutschen Reiches entstehe, dem nide die sozialdemokratische Partei zu und sympathisiere mit ihm. Dariu zeige sich der Unterschied zwischen der deutschen Sozialdemokratie und der anderer Länder. Wohin man sonst blicke, überall stehe das internationale Interesse höher als das Parteiinteresse. Das sei das offizielle Gesicht der Sozialdemokratie, in der der Arbeiter das geringste Wort führe, wo es volksfremde Elemente, wie z. B. Rosa Luxemburg , die russische Jüdin( Abg. Käppler: Jst Preußin!) zu Macht und Ansehen gebracht hätten. Ob es Rosa Luxem burg gelungen ist, die preußische Staatsangehörigkeit in letzter Zeit zu erhalten, weiß ich nicht, sollte es der Fall sein, so wäre es nur zu beklagen. Wir sehen, wie die offiziellen Vertreter der Sozialdemokratie die Zwangsjacke über die deutschen Arbeiter ziehen, und es ist wunderbar, daß sie es sich gefallen lassen, und das in dem Staate, der die besten Wohlfahrtseinrichtungen hat."
Rentabilität des
Beuchtenburg die Bewirtung der Delegierten des Jenaer Partei-| Herrn b. Metsch die große Ehre zuteil wurde ,,, in dankbarer WürdiAusschußreferent ist Stadtv. Dinse( N. 2.). Er hebt namentlich tages zu untersagen?" Nachdem Horn kurz seine Interpellation gung seiner zielbewußten und gerechten Leitung der inneren Ver- hervor, daß es darauf ankomme, daß die Stadt bei der Nachsuchung begründet hatte, erhob sich im Bewußtsein seiner Würde majestätisch waltung, eingedenk der von ihm unter Wahrung der Selbst- der Konzession den staatlichen Instanzen gegenüber als Bau- bezw. Sachsen - Altenburgs wohlweiser Minister, mit Namen v. Borries, Verwaltungsrechtes in unserem Vaterlande, in schaften selbstverständlich die definitive Beschlußfassung darüber event. verwaltung der Gemeinden durchgeführten Ausgestaltung des Betriebsunternehmerin auftrete, während den kommunalen KörperAnerkennung auch seiner besonderen Verdienste um unsere Stadt!" auch unter Rücktritt von dem Gemeindebeschlusse von 1900, völlig Ein prächtiger Beitrag zur Charakteristik des deutschen Bürger- vorbehalten bleibe. tums. Von den Stadtvv. Arons und Genossen( Soz.) wird der Antrag Wegweiser zum Zukunftsstaat" nennt sich eine neue, sozialistische auf Einführung nur einer Wagenklasse und des EinheitsWochenschrift", die feit furzem in Berlin erscheint. Das Blatt ift fo tarifes von 15 Pf. wieder eingebracht. provokatorisch geschrieben, daß es direkt die Frage herausfordert für den Grundgedanken des Projekts aus, hat aber eine Reihe BeIn der Diskussion spricht sich Stadtv. Haberland( A. 2.) zwar welche Personen stecken hinter dieser sozialistischen" Gründung? denken So lieft man z. B. in der Nr. 2 des Wisches über die Fleischnot: Unternehmens gefährde. Man solle nicht unter der Charlottengegen die Linienführung, die die " Hat der Arbeiter es nicht in seiner Hand, wenn er sich schon das Fleischessen abgewöhnen muß, auch den besitzenden Klassen bauen, wenn die Konzession dafür zu erreichen wäre. Lepteres und Markgrafenstraße, sondern unter der Friedrichstraße das Fleisch zu entziehen, indem er einfach die Arbeiten verweigert, die erforderlich sind, dem sei aber nicht mehr aussichtslos, nachdem die Behörden auch dem Reichen das Fleisch zugänglich zu machen? Wäre Projekt der Untertunnelung der Leipzigerstraße neuerdings fich es nicht Aufgabe und Pflicht des Parteivorstandes, der günstiger gezeigt hätten. Es müsse eine Zentralstation für die Fraktion, in Verbindung mit den Vorständen der betreffenden Der Magistrat solle das Projekt Friedrichstraße wieder aufnehmeu. Kreuzung der fünftigen 3 Untergrundbahnen geschaffen werden. Gewerkschaften, die Schritte zu prüfen, die erforderlich sind, um auf den Kostenpunkt fönne es nicht ankommen. in wirklich energischer Weise gegen die Fleisch- af den Kostenpunkt fönne es nicht ankommen. teuerung vorzugehen, als mit einer von vornherein aus- Stadtbaurat Krause: Der Magistrat will in eine nochmalige sichtslosen Interpellation, mit muglosen Resolutionen Zeit und Prüfung dieses Projekts eintreten und hat auch bereits mit den Kräfte zu vergeuden?" beteiligten Behörden sich benommen. Ohne Zweifel bietet die Ferner über Wilhelm II. : Friedrichstraße besonders in ihrem engeren Teile für die ,, Wir in Deutschland leiden in dieser Beziehung an einer Anlage die größeren größeren Schwierigkeiten.( Zustimmung.) Die merkwürdigen Kurzsichtigkeit. Die vom Kaiser berufenen Vertreter größte ist die Unterführung unter der Weidendammer Brücke, erkennen wir voll an, dadurch, daß wir im Barlament mit ihnen bahnhof ist sehr gründlich auf seine Ausführbarkeit untersucht worden, die immerhin sehr kostspielig wäre. Auch der unterirdische Zentralarbeiten. Hinten herum aber suchen wir den Löwen aber es sprechen die gewichtigsten Gründe gegen eine solche Anlage, lichster Weise zu reizen. Das ist nicht sozialdemokratisch, jedoch durchschlagende Argumente dafür geltend gemacht werden die notwendigerweise eine Turmstation werden müßte. das ist nicht vornehm. Wir wissen, daß Wilhelm des 8 weiten machtvolle Persönlichkeit hinter den durch die Berfassung vorgeschobenen Ministern steht, und auf diese entladet fich die ganze Wucht der schärfsten Kritif. Denjenigen aber, der hinter diesen Männern steht, suchen wir durch kleinliche Seitenhiebe auf jede mögliche Art und Weise zu tränken, ohne daß es irgend welchen Zweck hat."
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Also sprach er und setzte sich und im Kreise ringsum bliebs stumm, denn jeder fühlte die große historische Bedeutung dieses Moments. Der„ Simplicissimus" sollte sich dieses hübsche Motiv für eine Jllustration nicht entgehen lassen- vielleicht mit Dgenstiernas bekanntem Ausspruch als Motto.
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Wir vermögen die ganze Sache nur humoristisch aufzufassen, und haben bisher geglaubt, daß auch jedem anderen vernünftigen Menschen, ganz gleich welchen politischen Glaubensbekenntnisses, die furiose Altenburger Staatsaktion nur in solchem Lichte zu erscheinen vermöchte doch wir haben uns, wie wir zu unserer Beschämung gestehen, wieder einmal getäuscht und die Qualität der Berliner Freifinnigkeit überschätzt. Die„ Boff. 8tg." fügt nämlich ihrer kurzen Notiz über die Antwort des Herrn v. Borries den Satz hinzu: , uns deucht, betreffe der Leuchtenburg sei der Sozialdemokratie nicht schlecht heimgeleuchtet worden." Armer Berliner Freifinn, wie bist du auf den Hund gekommen!-
Freifinnige Sozialpolitit.
Nach der„ Hilfe" machte der freisinnig- boltsparteiliche Abgeordnete Ropsch in einem Vortrage, den er am 7. Dezember im wirtschaftlichen Schutzverband in Harburg hielt, höchst eigenartige Ausführungen über das Koalitionsrecht der Arbeiter. Nach einem Bericht des freisinnigen, Hamburger Fremdenblatts" hat Herr Ropsch gesagt:
Wenn das Koalitionsrecht für 2 andarbeiter und für das Gesinde nicht bestehe, so habe der Gesetzgeber für die Ausschließung dieser Arbeiter seine guten Gründe gehabt. So würde zum Beispiel das gesamte Volt zu leiden haben, wenn der Landarbeiter während der Ernte einen Streit beginnen dürfte und die Ernte infolgedeffen ber derbe. Es dürfe nicht zugegeben werden, daß das Intereffe eines Standes über das der Gesamtheit gesezt werde, darum sei es auch ein Unding, beispielsweise den Eisen bahnarbeitern und Beamten das Koalitionsrecht zu gewähren. Zur Abstellung etwa vorhandener Notstände sei für diese die Behörde oder das Parlament da...
Den Arbeitgebern müsse das Recht der Klage zustehen, wenn Verträge einseitig gebrochen würden, und sie müßten sich am Berbandsvermögen der Kontratt brüchigen schablos halten dürfen. Dieses wäre das befte Mittel zur Bekämpfung der Sozialdemokratie.
Die Hilfe" findet es schon sehr seltsam, daß Herr Kopsch in einem Verbande, der eine scharfmacherische Klassenpolitik gegen die Arbeiter betreibe und unter zünftlerischen Einflüssen stehe, überhaupt gesprochen habe. Seine Auslaffungen felbft nennt das Blatt geradezu unglaublich". Db wohl die freifinnigen Arbeiter Beranlassung nehmen werden, sich mit Herrn Kopsch auseinanderzusetzen?!-
Eine vom chriftlichen Gewerkschaftskarte in Frankfurt a. M. einberufene Versammlung nahm nach einem Vortrage des Gewerkschaftsfekretärs Beder eine Resolution an, in der es heißt:
Die Versammlung erblickt in den Steuervorschlägen, mit Ausnahme der Erbschafts - und Automobilsteuer, nicht nur eine bedeutende Mehrbelastung der minderbemittelten Boltstlassen, sondern auch eine schwere Bedrohung der Brau- und Tabak industrie und erwartet daher vom Reichstage, daß er denselben feine Bustimmung versagt.
des Monarchismus durch Nadelstiche in flein
Endlich über die Flottenvorlage äußert sich das Blatt, das übrigens in auffallender Weise die auf die Flottenvorlage bezüglichen Ziffern fälschte und von 165 Millionen Gesamtkosten statt 800 Millionen, ebenso wie von 20 Millionen jährlicher Mehrausgaben statt 70 Millionen spricht, folgendermaßen:
"
Sollten
können, so wird der Magistrat nicht säumen, eine entsprechende Vorlage zu machen.( Beifaй.)
natürlich dem großen Werke teine Schwierigkeiten machen; folche Stadtv. Borgmann( Soz.): Wir wollen mit unserem Antrage schwierigkeit liegt darin, daß die" Große Berliner" alle Hebel in werden sich ohnehin noch zahlreich genug einstellen, und die HauptBewegung setzt, um dem städtischen Projekt einen Querstrich zu machen. Für uns ist zweifellos, daß die" Große" nichts sehnlicher wünscht, als daß unser Projeft und ihr Untertunnelungsprojekt feiten für uns werden sich bald zeigen, und ich will nur hoffen, zusammengeschweißt würden; die daraus entspringenden Schwierig
„ Und wollen wir ehrlich sein, so ertappen wir uns dabei, daß daß die Begünstigungspolitik der Regierung für die„ Große" bei wir uns in unserem Innersten sagen müssen, der am besten dieser Gelegenheit versagt. Gerüstete hat den Frieden in seiner Hand. gegen die städtischen Behörden den Vorwurf der Engherzigkeit Diese Tatsache ist in den letzten Jahren zur Genüge zur Geltung erhoben, weil das" Nord- Süd"-Projekt keine Rücksicht auf die wirkgekommen. Und da es uns Sozialdemokraten vor allem daran lichen Verkehrsbedürfnisse Berlins und der Vororte nehme. Uns liegen muß, Kriege zu verhüten, so können uns auch alle liegt daran, gerade das Gegenteil hier zum Ausdruck zu bringen. Mittel recht sein. Das schlimmste wäre es nicht, wenn ein( Beifall.) Daß augenblicklich die städtische Verwaltung das Projeft Sozialdemokrat einmal für die Bewilligung einiger gerade so und nicht anders vorgelegt hat, ist ganz natürlich; es Kriegsschiffe stimmen würde, zumal, wenn immerhin gilt zunächst, innerhalb der Stadt Berlin das Projekt zur Durchein Vorteil, sollte es auch nur ein winziger sein, dabei für den führung zu bringen. Wir hoffen nur, daß die nördlichen und südlichen Vororte recht bald an die Stadt Berlin mit ihre= Arbeiter herausschaut." Leute, die sich dem Wahn hingeben, durch solchen Blödsinn den Anträgen Herantreten. Wir halten auch die Führung durch dr. deutschen Arbeiter verwirren zu tönnen, müssen auf dem geistigen Charlotten- und Markgrafenstraße für sehr glüdlich. Die FriedrichNiveau der Polizeispitzel stehen. Als Sozialdemokraten können wir straße noch mehr zu belasten durch die Anlage von Einden Wisch nur dem Papierforb widmen. Aber als Steuerzahler gängen zur Unterpflasterbahn ist tatsächlich nicht angängig. Bei den fragen wir: aus welchen Fonds wird diese neue Truppendurchzügen, die die Friedrichstraße sehr oft sperren, würde dumm dreiste Unternehmung" gegen die Sozial- die Bahn in dieser Straße ja auch gar nicht erreichbar sein und demokratie gespeist? also ihrem Zwecke nicht dienen können. Unfer Antrag ist int Ausschuß vom Oberbürgermeister mit der Ausführung bekämpft Gegen die Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer. Die deutsche worden, daß die theoretischen" Erläuterungen der Dents Arbeiterschaft agitiert nach Sträften gegen die geplante weitere fchrift in dieser Beziehung nicht durchschlagende Bedeutung Belastung ihres Konjums und hat in den letzten Tagen in den befäßen. Eine solche Wendung ist doch seltsam und wohl verschiedensten Städten Protestversammlungen abgehalten: nur ein falscher Zungenschlag gewesen; jene Erläuterungen In Gera fand eine Versammlung statt, die sich mit aller Ent- lassen deutlich erkennen, daß die Rentabilität der Bahn mit dem schiedenheit gegen die von der Reichsregierung geplante und als Einheitstarif rascher erreicht werden würde, als mit dem Zonentarif Gefeßentwurf dem Reichstag vorgelegte Erhöhung des Tabatzolles, und mit 2 Klassen. Letztere Tarifierung schafft für das Unternehmen wie auch der Tabalsteuer aussprach. In Magdeburg referierte teine Rentabilitätsgarantie, wohl aber für die Passagiere eine in einer großen Versammlung Genosse Herm. Molkenbuhr. In wesentliche Verteuerung. Von der Seestraße würde man nur bis Leipzig protestierten in einer Versammlung die Brauereiarbeiter. zur Invalidenstraße für 10 Pf. fahren können, bis zum Dranien In Kellinghusen ( Holstein) sprachen vor Tabalarbeitern die burger Tor würde es schon 20 Pf. oder 100 Proz. Aufschlag Genossen Elm und Hadelberg, in Kassel der Genosse Förster. fosten; damit würde gerade dem Massenverkehr die Lebensader unterbunden. Das gleiche trifft für den Süden zu, wo die breite Masse vom Kreuzberg bis Gendarmens markt auch wieder schon 20 Bf. zu zahlen haben würde. Schon bei 21 800 000 Fahrten ist hier die Rentabilität garantiert, bei dem anderen System erst bei 28 Millionen. In der
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von
Sozialdemokraten gegen Meinungs- Freiheit? Paris , 21. Dezember. ( B. H. ) Der wegen seiner anti- Mitte der drei Wagen könnte ja, um dem Absonderungsbedürfnis militaristischen Theorien bekannte Professor Hervé sollte am nächsten gewisser Leute Rechnung zu tragen, ein Wagen als NichtraucherSonntag vor einer größeren Anzahl von„ Vaterlandslosen" in wagen eingeschaltet werden.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Lens einen Vortrag halten. Die Lenser Abteilung der sozial- Stadtv. Jacobi( A. L.): Daß die Stadt nicht selbst bauen wird, Die Versammlung protestiert ferner mit Entschiedenheit gegen demokratischen Partei nahm nun gestern mit 63 gegen 5 Stimmen hat der Magistrat im Ausschuß bereits erklärt. Ich bin gegen die Ausführungen des Ministers des Ministers v. Rheinbaben bezüglich eine Resolution an, worin die Theorien Hervés gemißbilligt werden jedes Monopol, verwerfe also auch das städtische Monopol. der Beiträge a der Arbeiter an die Gewerkschaften, Wohin führt die Monopolwirtschaft? Man sieht es an der Erdrossedie und derselbe ersucht wird, seinen Vortrag zu unterlassen. jedes Verständnis für die Lage der Arbeiter vermissen lassen. Wenn die Depesche zutreffend berichtet, so müßten wir sagen, lung der Privatposten, an den geplanten neuen Verkehrssteuern, Soweit die christlichen Gewerkschaften in Frage kommen, bringen daß der Beschluß der Lenser Arbeiter recht bedauerlich ist und daß an den verteuernden Eisenbahnreformen. Ich begrüße daher alle fie die Opfer an ihre Gewerkschaft gerne, da sie überzeugt sind, es gescheiter gewesen wäre, Hervé reden zu lassen und dann nach die neuen Projekte, die unseren Verkehr verbessern sollen, gleichviel daß nur durch dieselbe die Gleichberechtigung auf den verschiedensten demokratischem Brauch mit ihm zu diskutieren. wem sie herrühren und ausgeführt werden. Mit dem Gebieten zu erlangen ist. 15 Pfennig- Einheitstarif würden wir ein finanzielles Fiasko machen. Stadtv. Rosenow( N. L.): Nach der bisherigen Debatte dürfen Gesetz der„ Trennung von Staat und Kirche" hat bereits die Justiz, kapitalistischen Privatunternehmer auch Verkehrsanlagen zu schaffen Im Hinblick auf das am 1. Januar 1906 in Kraft tretende wir auf die Annahme der unveränderten Vorlage hoffen. Herr Haberland vergißt, daß die Stadt zum Unterschiede von dent die Kriegs- und die Flottenverwaltung verfügt, daß aus allen den berufen ist, die keine oder zunächst keine Rente bringen. Die Linienbetreffenden Refforts unterstehenden Gebäuden Kruzifige, religiöse führung im Zuge der Friedrichstraße hat tatsächlich nicht die ihr beigelegte Gemälde sowie alle sonstigen äußerlichen Abzeichen religiöser Bedeutung, es handelt sich doch um Schnell verkehr. Verwunderlich ist Glaubensbefentnisse zu entfernen find. der Bahnen ein Unglück wäre, noch verwunderlicher die von ihm uns der Standpunkt des Herrn Jacobi, daß der städtische Betrieb dafür versuchte Beweisführung. Das Monopol ist ihm doch bisher nicht läftig gewesen, so lange es sich tatsächlich nahezu gänzlich in den Händen der Großen" befand.( Sehr richtig!) Wir freuen uns besonders, daß auch die Sozialdemokraten der Vorlage zustimmen, selbst wenn ihr Antrag abgelehnt wird.
Die christlichen Parteien" im Reichstage mit Einschluß des allerchristlichsten Zentrums werden sich durch derartige lahme Refolutionen nicht im mindesten abhalten lassen, nach einigem Sträuben für die Tabat- und Biersteuer einzutreten. Das Zentrum hat stets den Wünschen der Geistlichkeit und der latholischen Agrarier eine größere Bedeutung beigemessen, als denen der christlichen" Industriearbeiter; und es wird in dieser Fage feinen anderen Weg einschlagen, sintemalen auf die seinem frommen Banner folgenden Arbeiter die Zenfurnote zutrifft. Religion gut, Begriffsvermögen schwach.-
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Die Trennung.
Wenn der im Laufe von Jahrtausenden durch die Mächte der Finsternis verinerlichte Aberglauben so leicht entfernt werden fönnte wie jene äußerlichen Shinbole, dann wäre kein Gesetz nach Art der franzöfifchen Separationsvorlage mehr nötig.
51 Uhr.
Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung.
nachmittags 5 Uhr.
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Dem Baterlande alles! Die Leipziger Studentenschaft ist nicht nur in Worten und Beschlüssen groß, sie hat auch Taten aufzuweisen. Man denke, ganze fünfundzwanzig Mart haben die patriotischen Jünglinge als Weihnachtsspende für die südwestafrikanischen Soldaten aufgebracht, d. h. immer etwa je zehn der Herren haben zusammen einen nicht getrunkenen Schoppen auf dem Altar des Baterlandes dargebracht. Bei solcher Opferfrendigkeit 37. Sigung vom Donnerstag, den 21. Dezember 1905 fann es Deutschland sicher auch nicht mehr lange an der von den Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Verhandlungen gegen Leipziger Studenten unlängst votierten größeren Flotte fehlen! Demonstrationsfurcht. Im Musterstaat der Junker, dem medlen- Die Tagesordnung der letzten Sigung vor Weihnachten ist sehr burgischen Lande, herrscht in den sogenannten maßgebenden Streisen reichhaltig. die sonderbare Furcht, daß die mecklenburgischen Arbeiter dem Bei- Der Antrag Baumann betr. Lieferung von Be spiel der sächsischen folgen und auf der Straße für die Einführung bauungsplänen und Orientierungsstizzen an die eines Landtagswahlrechtee demonstrieren könnten das auch den Ar- Stadtverordneten ist von dem niedergesetzten Ausschusse in modibeitern eine Vertretung sichert. Wie dem" Hamburger Echo" be- fizierter Fassung zur Annahme empfohlen und wurde ohne Disrichtet wird, hatten für den letzten Sonnabend bezw. Sonntag die fussion angenommen. Schweriner Regierungstreise ganz besondere Vorkehrungen getroffen. Die Ausschußberatung des Entwurfs einer Das Militär hatte Weisung, die Kaserne am Sonnabend nicht zu berlassen und sich( auch in der Nacht) bereit zu halten. Es wurden vier Kompagnien in Kriegsstärke mit scharfen Patronen ausgerüstet hat zu dem gegen eine Stimme gefaßten Beschluß geführt, der Verund dieselben dahin instruiert, daß keiner event. in die Luft schießen sammlung vorzuschlagen: dürfe. Diejenigen, bei dener dies festgestellt werde, würden zehn Jahre Festung erhalten. Anderen Dienst als diese Instruktion hatten die Soldaten an diesem Tage nicht. Die Posten waren vom Sonnabendmittag bis Sonntagmittag doppelt, zum Teil mehrfach besetzt. Schilda, du mein Vaterland!
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städtischen Unterpflasterbahnlinie„ Süd- Nord"
Die Versammlung stimmt dem vorgelegten Entwurf für den Bau einer vom Kreuzberg nach der Müllerstraße führenden Unterpflasterbahn zu, erklärt sich damit einverstanden, daß die Stadt den Bau und Betrieb dieser Bahn übernimmt, und bewilligt zur Aufstellung der für die Bauausführung notwendigen Sonder entwürfe einen Betrag von 30 000 M., der vorschußweise zu buchen und bei der Bewilligung der Mittel für die Bauausführung selbst zurückzuerstatten ist."
verspricht.
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Stadtv. Caffel( A. 2.): Die Ausschußberatung hat den großen Vorteil gehabt, viele Kollegen von der Ausführbarkeit des Projekts 8 überzeugen. Der fiskalische Gesichtspunkt ist für uns insoweit maßgebend, als wir nur einem Projekt zustimmen können, das, wenn auch nicht sofort, aber doch nach geraumer Zeit eine Rente Die Friedrichstraße Trace ist unter diesem Gesichtspunkte nochmals zu prüfen, und das soll ja auch geschehen. Die Monopolfrage ist hier ohne Not Hereingezogen worden; im übrigen würde ich ein privates Monopol für noch viel unerträglicher halten als ein städtisches.( Lebhafte Zustimmung.) Daß die Üntertunnelung der Leipzigerstraße schon fonzessioniert sein soll, vermag ich nicht zu glauben, da unsere Anhörung doch nicht erfolgt ist. Oberbürgermeister Kirschner: Auch mein Jdeal ist die einflassige Bahn; für jetzt ist aber die Bahn mit zwei Klassen zu erreichen. Die Berufung auf die Denkschrift ist insoweit nicht zugträftig, als es eben die Frage ist, ob bei 10 und bei 15 Pf. die angenommene Frequenz diefelbe fein würde; auch wäre es die Frage, ob der 15 Pf.- Tarif dauernd aufrechtzuerhalten sein würde. Von Reinickendorf ist im Norden eine andere Trace befürwortet worden; Wilmersdorf wünschte eine andere Lage des südlichen Endpunktes. Wir haben nach beiden Seiten beruhigende Versicherungen abgegeben. Wir sind überzeugt, ein Werk zu schaffen, das uns und der Bürgerschaft zur Freude gereicht!( Lebhafter Beifall.)
Hierauf verzichten die Stadtvv. Ladewig( N. L.), Haberland und Sachs aufs Wort. Stadtv. Jacobi polemisiert gegen Rosenow bezüglich der Monopolfrage.
Dresdens neuer Ehrenbürger. Einen recht eigenartigen Geschmack befunden die Volksvertreter" des Dresdener StadtIm Ausschuß ist neben der Frage, ob die Stadt in eigener parlaments. Sie haben sich den Minister v. Metzsch zum Ehren- Regie bauen und die Bahn selbst betreiben solle, hauptsächlich die bürger erforen. Dem Auserwählten der ehrsamen Dresdener Ertragsberechnung Gegenstand eingehender Erörterung gewesen. Stadtv. Borgmann: Herr Jacobi weiß doch ganz genau, daß Bürgerschaft wurde gestern mittag durch eine städtische Deputation Der von den sozialdemokratischen Mitgliedern beantragte Einheits- wir in Berlin einen wesentlich höheren Gaspreis haben würden, der„ Ehrenbürgerbrief" der Stadt Dresder in feierlicher Weise tarif von 15 Pf. unter Fortfall der II. Wagenklasse wurde schließlich wenn wir nicht eigene Gaswerte hätten. Die Befürchtung, daß der überreicht. In diesem weltbedeutenden Dokument heißt es, daß abgelehnt. Einheitspreis und dessen spätere Herabsetzung finanziell nachteilig