Den Diplomaten streng untersagt. Der Prinz richtete an den Minister des Aeußern ein Schreiben, worin er erklärt, daß sein Vater ein gefangener Verschwörer sei und daß er die serbische Dynastie dem Abgrund zuführe.
Der Rüstungskredit.
Belgrad , 16. Februar. Wie" Stampa" meldet, beschloß der Finanzausschuß, die Bewilligung von elf Millionen Dinars für die Heeresausrüstung zu beantragen, da der Finanzminister erklärte, daß für diesen Betrag Deckung vorhanden sei.
London , 11. Februar.( Eig. Ber.) Vom 12. Oftober 1908 bis zu Anfang dieses Monats berieten die Delegierten der britischen Kolonien Südafrikas : Kapkolonie , Transvaal , Natal und Oranjen, über die Bildung einer füdafrikanischen Union . Die Beratungen waren geheim, so daß bis jetzt nur wenig über ihren Verlauf in die Deffentlichkeit gedrungen war. Die Hauptschwierigkeiten bestanden in folgenden Fragen: Föderation oder enger Zusammenschluß? Amtssprache: Englisch oder Holländisch, oder beide? Wahl der Hauptstadt: Kapstadt oder Pretoria ? Gewährung oder Nichtgewährung des Wahlrechts an die Eingeborenen?
Der in den letzten Tagen veröffentlichte Verfassungsentwurf ist selbstredend ein Kompromiß, aber in den wichtigsten Punkten wurde Einstimmigkeit erzielt. In seinen Grundzügen lautet er wie folgt:
Hierauf wurde eingehend unser Verhältnis zum Ovamboland und die Arbeiterfrage in Südwestafrika erörtert, die Beratung jedoch noch nicht zu Ende geführt.
Nächste Sizung: Mittwoch. Tagesordnung: Auswärtiges Amt , da der Staatssekretär des Kolonialamtes verhindert ist, an der Kommissionssihung teilzunehmen.
Die Kommission zur Beratung der Gewerbeordnungsnovelle verhandelte am Dienstag über einen Antrag unserer Genossen zu§ 134, der bezweckt, daß bei rechtswidriger Auflösung des Arbeitsvertrages durch den Arbeiter der Unternehmer nicht das Recht hat, einen durchschnittlichen Wochenlohn zurück zubehalten, nur entsprechend dem Lohnbeschlagnahmegesetz soll die Zurückbehaltung für Arbeiter gestattet sein, die über 1500 M. Jahresverdienst haben.
Sämtliche Parkettleger in Straßburg i. E. find ausge fperrt worden. Die Unternehmer waren mit der von den Ar beitern angebotenen Verlängerung des vor zwei Jahren am 1. Februar abgeschlossenen Tarifs auf ein Jahr nicht einverstanden. Sie versuchten Lohnkürzungen, und da es bei den seit Dezember gepflogenen Verhandlungen zu keiner Einigung fam, entließen die Unternehmer die Arbeiter. Zuzug ist streng fernzuhalten.
Husland.
Die Kämpfe um den Arbeitskontrakt in Holland . auf das neue Gesetz über den Arbeitskontrakt, entfesselt hat, um Die Machtprobe, die das holländische Unternehmertum, gestützt die Arbeiterschaft durch individuelle schriftliche Stontratte zu Hörigen zu machen, führt zu immer neuen Kämpfen, die sich allerDer Antrag wird nach längerer Debatte gegen die Stimmen aber in einzelnen Fällen Hunderte von Arbeitern und Arbeitedings meist nur auf einzelne Betriebe, Orte oder Berufe erstrecken, unserer Parteigenoffen und des Mitgliedes der polnischen Fraktion rinnen umfassen und so ausgedehnt sind, daß fast alle Berufe und der Regierungsvorlage die Beibehaltung des Lohnzahlungs- Berufen nicht allgemeine große Kämpfe gegen die Erpresſertaktik abgelehnt. Ein Antrag des Zentrums will entgegen größeren Orte davon berührt werden. Daß in den verschiedenen buche 3 oder eines Lohngettels für minderjährige. des Unternehmertums geführt werden, ist hauptsächlich eine Folge Die Regierung will die Aufhebung des Lohnzahlungsbuches, weil der furchtbaren Wirtschaftskrise und ungeheuren Arbeitslosigkeit, die praktische Durchführung die beabsichtigte Wirkung nicht ge- die an manchen Orten die Arbeiter, namentlich wo ihre Berufszeitigt hat. Bekanntlich ist man auch in Unternehmerkreisen für organisationen schwach sind, zwingt, die Stulifontratte zu unterdie Aufhebung des Lohnzahlungsbuches. Dieser Standpunkt wird zeichnen, wenn das auch meist unter scharfem Protest und unter auch von den Abgg. Gothein( frf. Vg.), Merkel( natl.) u. a. Hervorhebung des Umstandes, daß die Unterschriften erpreßt sind, bertreten. des Lohnzahlungsbuches empfohlen. Das Lohnzahlungsbuch past trafte zurückzuziehen oder die gefährlichsten Bestimmungen zu Vom Genossen Molkenbuhr wird gleichfalls die Aufhebung Unternehmer auf gütlichem Wege nicht zu bewegen sind, die Kongeschieht. Wo die Arbeiter sich jedoch stark genug fühlen und die in unsere Verhältnisse nicht mehr hinein, der junge Mensch ver- streichen, da nehmen sie den Kampf auf und führen ihn mit großer. langt, sobald er als Fabrikarbeiter tätig ist, Selbständigkeit. Er Ausdauer. So sind die Arbeiter der großen Eisengießerei von will nicht mehr unter der Vormundschaft der Eltern stehen, son- lep in Breda jezt schon 8 Wochen ausgesperrt. Die Firma dern eine gewisse Unabhängigkeit haben. Giesberts( 3.) macht der Regierung den Vorwurf, daß manchen Punkten nachgegeben, aber noch nicht in dem Maße, daß hat sich inzwischen zu Verhandlungen bereit finden lassen, auch in sie mit der Beseitigung des Lohnbuches ihrer Absicht der Jugend- den Arbeitern die Beendigung des Kampfes ratsam erschienen fürsorge nicht entſpreche. Es muß den Eltern die Kontrolle über wäre. Der Verband der niederländischen Gewerkschaften hatte beden Verdienst der Kinder möglich sein, um die Jugend vor Aus- kanntlich für diese Ausgesperrten zugunsten des MetallarbeiterAbg. Enders( frf. Vp.) beantragt, daß den Eltern auf Ver- haben sich die Kämpfe um die Arbeitskontrakte dermaßen ausges berbandes eine allgemeine Sammlung veranstaltet. Inzwischen langen Auskunft über den Verdienst ihrer Kinder gegeben wird. Abg. Gothein( frs. Vg.) empfiehlt, daß im§ 115 eine Bedehnt, daß die Sammlung jetzt für alle angeschlossenen Verbände ftimmung eingefügt wird, die besagt, daß allen Arbeitern genommen wird, die eine größere Zahl von Streikenden oder Ausgesperrten zu unterstützen haben. über den Lohn eine schriftliche Abrechnung gegeben wird. Für diesen Antrag treten auch unsere Parteigenossen ein. Die AbStimmung über die Anträge wird ausgefeßt.
Die nächste Sigung findet am Donnerstag statt.
Gewerkschaftliches.
Die britischen Kolonien Südafrikas , die bis jetzt eine Sonder eristenz geführt haben, vereinigen sich zu einem Bundesstaat. Sie bilden die südafrikanische Union . Die Zusammenfassung ist eine Vereinheitlichung,- also mehr als eine Föderation. Der König von England ist durch einen Generalgouverneur vertreten, der die Befugnisse der Gouverneure der einzelnen Kolonien übernimmt. An Stelle der kolonialen Parlamente tritt ein Bundesparlament, das aus Senat und Abgeordnetenkammer besteht. Das Bundesparlament, das in feiner ersten Legislaturperiode aus dem alten Bahlrechte hervorgeht, soll ein neues Wahlrecht schaffen. Das Wahlrecht der Schwarzen in Kapkolonie bleibt bestehen, außer wenn eine Zweidrittelmehrheit des Bundesparlaments anders entscheidet. Die Abgeordnetenkammer besteht aus 121 Mitgliedern: 51 aus Stapkolonie, 36 aus Transvaal und je 17 aus Natal und Dranjen. Die vier Kolonien, die den Bund bilden, werden Provinzen genannt und berwalten ihre Provinzangelegenheiten durch Provinzräte. In ihren Bereich fallen: Volksschulwesen, Ackerbau, Gemeindeverwaltung. Die Parlaments- und Provinzwahlen beruhen auf dem Prinzip der Gute Gesinnung statt guter Arbeit Berhältniswahlen. Die Minister haben das Recht, sowohl im Senat verlangt die Regierung bei den Staatsbauten. Auf Helgoland wie in der Abgeordnetenkammer, zu erscheinen und zu sprechen. werden jetzt Regierungsbauten ausgeführt. Den Maurern und Englisch und holländisch sind gleichberechtigte Sprachen. Die Ab- Bimmerleuten verspricht man auf 6-8 Jahre Arbeit für Sommer geordneten sollen eine möglichst gleiche Bevölkerungszahl vertreten. und Winter zu einem Stundenlohn von 70 Pf. und 80 Pf. für Um der Bevölkerungsbewegung Rechnung zu tragen, sollen die Ueberstunden, bei neunstündiger Arbeitszeit. Um gesinnungsWahlkreise, in denen Verschiebungen der Bevölkerung vorgekommen tüchtige" Leute zu bekommen, wendet man sich in aller Heimsind, alle fünf Jahre neu eingeteilt werden. Kommt es lichkeit an die christlichen Gewerkschaften und evangelischen Arüber gesetzgeberische Maßnahmen zu Meinungsverschiedenheiten, beitervereine. Wer also ein tüchtiger Arbeiter in seinem Fach zwischen Senat und Abgeordnetenkammer, so sollen gemeinschaftliche ist, ist deswegen noch fein brauchbarer Mensch für RegierungsSigungen abgehalten und gemeinschaftliche Abstimmungen vor bauten. Und wer eine unbefleckte Gesinnung hat, dessen Arbeit genommen werden, wobei die Mehrheit entscheiden soll. Die ist unbesehen gut genug für die Regierung. Den tüchtigen, aber folonialen Schulden werden vom Bunde übernommen. Rhodesien gefinnungsverdächtigen Arbeitern bleibt es aber vorbehalten, durch kann dem südafrikanischen Bunde beitreten. Der König von Eng ihre Steuergroschen das Geld mit aufzubringen, von dem man land kann die Verwaltung der Eingeborenen- Schutzgebiete dem dann durch Auswahl der Mitarbeiter nach der Gesinnung statt Bunde übertragen. Die Ländereien der Eingeborenen sind un- nach der Qualifikation Ruinen erstehen läßt. Warum auch nicht? veräußerlich; der Spirituosenhandel ist in diesen Gebieten unter Das ganze Staatsgebäude ist nach diesem System aufgebaut! fagt. Kapstadt ist der Siz des Bundesparlaments, Pretoria - der Bundesverwaltung, Bloemfontain des Appellgerichts. Berlin und Umgegend.
Am 30. März wird der Entwurf den kolonialen Parlamenten zur Beratung vorgelegt. Diese können Aenderungen vorschlagen. Der beratene und abgeänderte Entwurf wird sodann an die füdafrikanische Konferenz zur definitiven Annahme zurückgehen. Ist der Entwurf endgültig angenommen, so wird er nach London zur Ratifilation durch das englische Parlament und den König geschickt, worauf die südafrikanische Union als ein neues politisches Gemeinwesen ins britische Reich eintritt.
Amerika.
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Die Verkürzung der Arbeitszeit in der Holzindustrie.
eine Textilarbeiteraussperrung in Enschede , von Neben der Metallarbeiteraussperrung in Breda ist gegenwärtig der gegen 600 Arbeiter und Arbeiterinnen betroffen sind, der größte unter den Kämpfen gegen die Kulikontrakte. Diese Aussperrung ist von der Firma Nicoter Kuili u. Zn. veranstaltet, aber die Fabrikantenvereinigung droht damit, alle Textilfabriken von Enschede auf acht Wochen stillzulegen, wenn die Arbeiter jener Firma nicht zu Kreuze friechen.
und der Krise natürlich für doppelt günstig zur Knebelung der Die baugewerblichen Unternehmer halten die Zeit des Winters Arbeiterschaft und darum sind auch sie sehr stark bemüht, Unterschriften für Stulifontrafte zu erpressen. In der Stadt Zutphen ist es deswegen zu einer allgemeinen Aussperrung der Maurer , Haarlem stehen die Stuffateure im Kampfe. In anderen Städten Bauarbeiter und Maler gekommen, und in Leeuwerden und find es wieder einzelne oder mehrere Unternehmer verschiedener Berufe, die, offenbar um den anderen voranzugehen, ihre Arbeiter in den Kampf trieben. Unter anderem sind auch die Buchbruder in mehreren Betrieben und Städten mit den Kulifontrakten belästigt worden; in Amsterdam ist es ihnen jedoch gelungen, mit der Prinzipalsorganisation einen neuen Tarifvertrag abzuschließen, der allerdings erst Geltung erhält, wenn mindestens Es find jedoch mehrere Prinzipale vorhanden, die von dem Kuli60 Proz. der Prinzipale fich damit einverstanden erklärt haben. vertrag nichts wissen wollen und individuelle Kontrakte durchzufeßen suchen. Der neue Tarifvertrag der Buchdrucker Amsterdams bietet neben Lohnerhöhungen und anderem vor allem eine Arbeitszeitverkürzung von 10 auf 9% Stunden, die allerdings erst im Mai und zwar probeweise eingeführt werden soll.
Verfammlungen.
lung des Holzarbeiter- Verbandes, wo Glode über die Verhand Fit einer am Montag abgehaltenen Vertrauensmännerversammlungen beim Einigungsamt Bericht erstattete, kam die Art, wie die Verkürzung in den einzelnen Betrieben durchgeführt wird, zur Gegen den 3wedverband" der Bäderinnungen Sprache. In verschiedenen Betrieben ist eine Regelung im Sinne nahm am Montagabend eine öffentliche Bädermeisterversammlung des Vorschlags der Verbandsleitung erfolgt. Andererseits bestehen Stellung, welche die Freie Vereinigung der Bäckermeister einberufen aber eine Anzahl von Arbeitgebern darauf, daß anstatt der Arbeits - hatte. Der Zweckverband ist eine neue Gründung der Innungszeitverkürzung eine Vesperpause von täglich 10 Minuten eingeführt führer. Die Kasse des Zweckverbandes soll dadurch gefüllt werden, wird. Lepteres widerspricht dem klaren Wortlaut des vom Einigungs- daß die Hefefabrikanten von jedem verkauften Zentner Hefe eine amt gefällten Schiedsspruches, wonach fein Arbeitgeber das Recht Abgabe von 1 M. an den Zweckverband abführen. Hefefabrikanten Die Kosten des Panamakanals. hat, einseitig zu bestimmen, daß eine Besperpause gemacht werden und Händler, welche sich dieser Anordnung der Innungen nicht Washington , 16. Februar. ( Auf deutsch - atlan- fol. Glode empfahl den betreffenden Kollegen, der fügen, sollen boykottiert werden. Der Boykott hat schon dadurch be tischem Rabe I.) Der Chefingenieur Goethals gab vor artige Anordnungen der Arbeitgeber unter Protest entgegen gonnen, daß einige Hefehändler, die sich der Steuer des Zwvedver dem Kongreßausschuß für Bewilligungen an, daß die Ge- zunehmen und in jedem Falle der Ortsverwaltung des Verbandes bandes nicht unterwarfen, in den Innungsorganen veröffentlicht samttosten des Banamatanalbaues 375 Millionen Einigungsamt zur Entscheidung vorgelegt, welches am Freitag dem Organ der Freien Vereinigung inserierten. Die Freie Ber avon Mitteilung zu machen. Diese Fälle werden dann dem worden sind. Die so boykottierten Händler sind solche, welche in Dollars betragen würden. wieder zufammentritt wegen eines auf den Arbeitsnachweis bezügeinigung betrachtet die Gründung des Zweckverbandes als cinen lichen Antrages der Arbeitgeber. Weiter fam zur Sprache, daß die in Stundenlohn beschäftigten der Freien Vereinigung, die in der Versammlung sprachen, sagten, Schlag gegen fie. Peterson, Fischer und andere Anhänger Arbeiter unzufrieden darüber sind, daß ihnen die Stunde Arbeits- der Arbeitgeberschutzverband der Lädermeister stehe vor der Pleite, zeitverkürzung vom Lohn abgezogen wird. Die Verbandsvertreter weil seine Mitglieder nicht zur regelmäßigen Beitragszahlung zu berwiesen darauf, daß sie in ausführlichen Debatten vor dem Einigungsamt den Versuch gemacht haben, die Bezahlung der Stunde zu verlangen. Das ist aber trotz aller Bemühungen nur soweit gelungen, als Wochenlohn und nicht Stundenlohn gezahlt wird. Da ja unter den fünf Mitgliedern des Einigungsamtes nur zwei Vertrauensmänner der Arbeiter sind, so ist der Standpunkt der Verbandsvertreter in dieser Hinsicht im Schiedsspruch nicht zum Ausdrud gekommen. Im übrigen wurde betont, daß ja die Verfürzung der Arbeitszeit bom sozialen Standpunkt wichtiger ist, wie die Lohnfrage. Man könne es wegen dieser Frage nicht zu einem Konflikt kommen lassen, denn der Schiedsspruch sei, so lange der Vertrag besteht, für beide Teile bindend. Vor allem gelte es jegt, daß die Kollegen eine einseitige Festsetzung der Arbeitszeit durch die Arbeitgeber nicht ruhig hinnehmen und daß unter keinen Umständen länger als 51 Stunden gearbeitet wird.
Parlamentarifches.
Aus der Budgetkommission des Reichstags. ( 17. Sigung vom 16. Februar.)
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Nach einer Auseinanderseßung über die Urlaubsverhältnisse der Kolonialbeamten wandte sich die Beratung den Vorschriften über die Selbstverwaltung in den Kolonien zu. Erzberger bringt zur Sprache, daß die Kolonialverwaltung eine Verordnung fertiggestellt hat, in der die Selbstverwaltung in Südwest afrifa geregelt wird. Es wird ein Gouvernementsbeirat vorgesehen und Gemeindevertretungen sollen eingeführt werden. Er 3 berger berlangt zu wissen, ob es wahr sei, daß das Wahlrecht direkt und allgemein, aber nicht geheim sein solle. Gerade die öffentliche Abstimmung sei als unhaltbar erkannt und man solle was sich hier überlebt habe, nicht in den Kolonien wieder einführen. Staatssekretär Dernburg verteidigt die Verordnung. Ein Drittel der Mitglieder des Gouvernementsbeirats soll Im allgemeinen fam in der Versammlung lebhafte Entrüftung ernannt werden. Es sei das notwendig, um tüchtige Leute hinein- zum Ausdruck über das einseitige Vorgehen der Arbeitgeber, über zubekommen. Es werde damit auch nicht eigentlich ein neues die sehr verschiedenartige Festsetzung der Arbeitszeitverfürzung und Brinzip eingeführt, denn sonst habe man das Zweikammersystem, besonders über die Einführung einer Vesperpause anstatt der Verwas für die Kolonien zu umständlich sei. Weiter habe man die fürzung der Arbeitszeit. Aus den Ausführungen der Redner ging für die Bildung der ersten Kammern maßgebenden Grundsäße hervor, daß die Arbeitgeber große Unzufriedenheit unter den Arin die allgemeine Vertretung mit hineingearbeitet. Gouverneur beitern gestiftet und bei ihnen den Entschluß gereift haben, beim b. Schudmann fügte dem hinzu, daß die Verfassung ein Ver- Eintritt einer besseren Konjunktur Vergeltung zu üben. such sei, dessen Mängel sich bald herausstellen würden. Die dann notwendig werdenden Aenderungen müsse die Kolonie selbständig bornehmen können. Es gehe nicht an, daß zu jeder Aenderung erst Einen raschen Erfolg erzielten die organisierten Fleischerdie Genehmigung des Reichstags erforderlich sei. Was das Er- gesellen in der Wurstfabrik 2. Behr, Schöneberg . Die Drnennungsrecht zum Landesrat anbetreffe, so werde er feineswegs ganisation hatte mit der Firma einen Tarifvertrag abgeschlossen, die Einfluß haben und auch solche, die bei der Wahl eine starke genden Fällen bis 7½ Uhr arbeiten zu lassen ohne Bezahlung Minderheit auf sich vereinigt haben.( 1) Der nationalliberale Ab- der Ueberstunden. In letter Zeit wurde jedoch diese halbe Stunde geordnete Arning hält die öffentliche Stimmabgabe für einen täglich ausgenutzt. Die Verhandlungen mit der Organisation Fehler, aber zu bedeuten habe das nichts, denn bei dieser geringen icheiterten. Hierauf legten sämtliche Gesellen die Arbeit nieder und Zahl von Wählern( es kommen nur die Weißen in Frage) wisse erklärten, diese nicht früher wieder aufzunehmen, bis ihre Fordeman sowieso, wie der einzelne gewählt habe. Auch der Abgeordnete rungen bewilligt feien. Es blieb der Firma weiter nichts übrig, Lattmann erklärt, sich mit der öffentlichen Stimmabgabe ab- als hier nachzugeben. Nach einer Unterbrechung von 20 Minuten finden zu wollen, denn man fönne die hiesigen Verhältnisse nicht wurde die Arbeit wieder aufgenommen. mit den dortigen vergleichen. Selbst der Zentrumsabgeordnete Schädler erklärt sich für die Uebergangszeit mit den für die Wahl zum Landesbeirat aufgestellten Grundsäßen einverstanden. Und als Herr Erzberger erfahren hatte, daß die geheime Stimmabgabe nach dem Entwurf auch heute schon möglich(!) sein solle, zieht er seinen Widerspruch zurück und erklärt sich gleich falls für befriedigt. Prinzipiell wurde nur von sozialdemokratischer Seite die geheime Wahl verlangt.
bewegen sind. Nun solle der Zweckverband an die Stelle des Arbeits geberschusverbandes treten. Die Redner der Freien Vereinigung erklärten sich deshalb gegen den Zwedverband, weil die Abgabe, welche die Hefefabrikanten leisten sollen, auf den Preis der Hefe geschlagen werden wird. Also müßten die Bäckermeister durch eine indirekte Besteuerung die Mittel für den Zwedverband aufbringen, was gleichbedeutend sei mit einer Beitragsleistung zu den Zwecken des Arbeitgeberschutzverbandes. Da die Freie Vereinigung grund fäßlich gegen den Arbeitgeberschußverband sei, so wollen die Mitglieder der Freien Vereinigung nicht durch indirekte Beiträge den. felben unterstützen.
-WO
wedverband als eine reine Unterstüßungsvereinigung dar, die Altmeister Müller von der Germania - Innung stellte ben mit dem Arbeitgeberschutzverband nichts zu tun habe. Diese der Freien Bereinigung. Von den anwesenden Befehändlern, Darlegungen fanden jedoch keinen Glauben bei den Mitgliedern die in dieser Frage sozusagen atrischen Baum und Borke stehen, nahm keiner das Wort.
Versammlung sich gegen die Gründung des Zweckverbandes sowie Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, worin die gegen die Boykottierung der Hefefabrikanten und Händler erklärt, und den Vorstand der Freien Vereinigung beauftragt, alle Maß nahmen zu treffen, um diese Unternehmung der Innungen rüdgängig zu machen.
in erster Linie Beamte ernennen, sondern er werde Leute nehmen, nach welchem derselben das Recht zustand, in besonders brin- Letzte Nachrichten und Depefchen.
Deutfches Reich.
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Grubenkatastrophe- 200 Arbeiter verschüttet. London , 16. Februar.( W. T. B.) In der Kohlengrube„ We st Stanley", nordwestlich von Durham , ereignete sich eine heftige Explosion. Ungefähr zweihundert Arbeiter wurden verschüttet. Da der Eingang zum Schacht ebenfalls durch die Explosion beschädigt wurde, find die Rettungsarbeiten sehr erschwert. Man befürchtet, daß viele Arbeiter ums Leben gekommen sind.
Die Eulengebirgsweber in den Streit getrieben. Die beiden großen Textilfirmen W. Neugebauer und Drahtlose Telegraphie für die Personendampfer. Pospischi II in Langenbielau wollten der Arbeiterschaft einen Washington , 16. Februar.( W. T. B.) Das RepräsentantenZarif aufzwingen, der Lohnreduktionen bis zu 30 Broz. vorsah. haus nahm heute einen Gefeßentwurf an, in dem für alle OseanDarauf haben fast alle Arbeiter am Sonntag vormittag die Arbeit dampfer, bie Baffagiere an Bord führen, Ausstattung mit drahtniedergelegt. lofer Telegraphie gefordert wird.
Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin . Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 3 Beilagen u. Unterhaltunasbl.