Nr. 84.
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Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 m, möchentlich 28 Pfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band : Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Ginger. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708.
Vorwärts
10. Jahrg.
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Fernsprem- Anschlug Amt 1, Nr. 4186,
Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2.
Beiträge
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Dienstag, den 11. April 1893.
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Expedition: SW. 19, Beuth Straße 3.
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einiger Behörden? annahmen oder annehmen konnten, gefährlich, zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Um jedem sich in Nothwehr zu befinden. Der von einigen Mißhandelten Mißverständniß vorzubeugen, betonen wir: wir halten das im Jahre 1890 angestrengte 3ivilprozeß auf Schadensersatz ist Strafmaß feineswegs für zu gering. Wir führen diesen zur Rechtspflege in Deutschland . noch nicht entschieden; Termine mußten wiederholt verlegt Fall wie die übrigen ohne jede Kritik lediglich an, werden, weil die von der Staatsanwaltschaft seitens des Gerichts damit der Leser selbst beurtheile, nach welchem Maß bei Beurtheilung von Strafthaten gemessen wird. Vorab eine leine Blüthenlese aus dem Bouquet deutscher eingeforderten Akten nicht eingingen. Rechtspflege. Am 6. Oktober 1890 unternahmen 16 zumeist österreichische Beitung„ Glückauf" zu 3wickau bespricht in seinem Blatt Der sozialdemokratische Redakteur der Bergarbeiter= 1. Im rheinisch- westfälischen Bergwerksverein forderten im Anopfarbeiter und Knopfarbeiterinnen eine Landpartie nach dem ein Bergarbeiterfest. Hierbei erwähnt er, daß das Gerücht gehe, Jahre 1892 nach Inhalt der Anklage einige Redner während der unweit Berlin und Blumberg belegenen Ort Blankenburg . Der die Bergverwaltung habe für eine Paradehose, die ihr 4 M. 50 Pf. Ausstandsbewegung zwar nicht nackt und direkt zur Arbeits- Ortsvorsteher äußerte:„ Das sind lauter Pollacken und Böhmen , foste, 7 M. von einem Bergmann sich zahlen lassen. niederlegung auf", allein, so lautete die Anklage, mit Rücksicht die muß man aus dem Dorf rausbringen," feßt sich aber an hinzu, wir nehmen an, daß ein Mißverständniß vorauf die Gesammtlage der Bergarbeiterbewegung tonne es nicht scheinend in bester Absicht zu einigen Arbeitern, die im Lokal liegt und die Sofen nur zum Selbstfostenpreise abgegeben" sind. zweifelhaft sein, daß einzelne Reden als Aufforderung zur sofortigen feines Bruders eingekehrt waren, und schenkt dem Kremser- Der Grubenvorstand( ein Privatmann) erhebt Privattlage. Es Arbeitsniederlegung, zu einem allgemeinen Ungehorsam gegen die futscher eine Bigarre. ein Nichtraucher wird vor dem Schöffengericht bewiesen, daß das mitgetheilte einem Tischgenossen über das Bertragsverhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitern die Bigarre der springt Gerücht allerdings verbreitet war. Das Schöffengericht, dem ein bestehenden Geseze gemeint waren". Das Gericht verurtheilte Ortsvorsteher in verstellter Wuth auf, schimpft" Blunder, Lieferant der Bergverwaltung angehörte, nimmt an, daß die denn auch die brei Angeklagten au je 4, 6 und 12 Monaten Sump" und dergl., schlägt mit Stuhlbeinen blind auf die gerüchtweise aufgestellte Behauptung, die von einem als Zeugen " auf Gefängniß. erschrockenen harmlofen Ausflügler los, ruft seine Knechte zu geladenen Bergmann wiederholt wird, wohl unwahr, aber Auch gegen Verleger, Druder, Faktor, Sezer und Maschinen- fammen, läßt Sturm läuten, stellt sich mit einem Revolver den nicht verläumderisch sei. Das Gericht nimmt ferner an, der meister der Bergarbeiter- Beitung" wird von der Staatsanwalt- fich aur Heimkehr schleunig Rüftenden drohend entgegen Redakteur einer fozialdemokratischen Zeitung habe die Ber schaft eine ähnliche Anklage unter anderem mit der Begründung und feuert feine Drtsangesessenen auf, mit Blumberger pflichtung, nur objektiv Wahres zu berichten, und verurtheilt den im Jahre 1892 erhoben, daß die Situationsberichte Waffen auf die Wehrlosen loszuschlagen. Der jammern der Bergarbeiter- Beitung" fchon für fich allein Aufforderungen den Braut eines schwer getroffenen Arbeiters wird brutal Redakteur wegen Privatbeleidigung zu einem Jahr Ge fängniß. Das Chemnitzer Landgericht bestätigte dies zum Streit enthalten, indem auf allen bezüglich der zugerufen: ich werde Dir auch eins geben, daß Du trepirst; auch im Urtheil Neun der Mißhandelten und wörtlich aus: Dezember 1892 und führte im Urtheil Ausdehnung des Ausstandes übertriebene mitie wird schiver verwundet. Blutenden werden wörtlich aus: wenn nun aber der Angeklagte den( politischen) theilungen gemacht werden, da nicht aus Spritzenhaus gesteckt und Kampf in der Weise führt, daß er eine Grubenverwaltung ver ständige Bechen als ausständige aufgeführt erst am Vormittag des nächsten Tages entlassen. Der werden." Auch die Seher u. s. w. hätten aus dem Feßen, Bräutigam erliegt 24. Ottober infolge Hinzutretens dächtigt, indem er ihr unlautere und selbstfüchtige Beweggründe den ein Jeder zu setzen hat? der Rose seinen Verlegungen, unterstellt und auf unerwiesene Gerüchte hin Vorwürfe der entnehmen müssen, daß sie an die Braut muß einer strafbaren Handlung durch ihre Drudarbeit theil einer Operation am Arm unterziehen, um nicht einem gleichen man nicht fehlgehen, wenn man diese Handlungsweise Habe und Gewinnsucht geger: fie schleudert, so wird nahmen. Das Landgericht befchloß die Anklage Schicksal zu verfallen. Mehrere andere genesen erst nach längerem als aus gemeiner Bosheit entspringend bes in vollem Umfange der Anträge der Staats- Krantenlager. Die Staatsanwaltschaft geht auf den gestellten zeichnet."-Der bislang unbestrafte sozialdemokratische Reanwaltschaft. Das erkennende Gericht sprach die lediglich Antrag, wegen Todtschlages, Landfriedensbruchs, Freiheits- bakteur mit der technischen Herstellung des Blattes beschäftigten An- erhebt aber nach sehr langer Voruntersuchung und nach dem dem das Gedeihen der von Schmidt redigirten Beitung Reichstags Abgeordnete Albert beraubung und Amtsmißbrauchs anzutlagen, nicht ein, Schmidt( Burgstädt ) wird von einem Druckereibesizer, geklagten frei. gehegte Bergleute von staatserhaltender Gesinnung" auf fried- artikel über die bestialischen Rohheiten hin er Plakate mit ungefähr folgender Inschrift„ Der Reichs2. In Eisleben schlugen, von„ Ordnungsleuten" auf- fie durch das Justizministerium auf Beitung 3- petuniar unangenehm ist, in der Weise beleidigt, daß liche Sozialdemokraten los. Das Gericht stellte fest, daß ihr Ver- gewiesen war, Anklage wegen Körperverlegung. Am tagsabgeordnete Schmidt ist nach in öffentlicher Gerichtshalten an die Grenzen des Landfriedensbruchs streife und daß 10. Februar 1893 gelangt die Sache zur Verhandlung vor das tagsabgeordnete Schmidt ist nach in öffentlicher GerichtsSigung vom Staatsanwalt zu der Polizeisergeant Köhler durch sein Verhalten und seine amts- Gericht. Das Gericht beschließt:„ in Erwägung, daß der bisherige theilung ein gewerbsmäßiger Chrabschneider" anfertigt und verChemnitz gemachter Mitmißbräuchlichen Mißhandlungen frevelhaft und frivol" den Gang der Verhandlung ergeben hat, daß a) eine Zuſammen breitet. Der Druckerei besiger versuchte auch noch nicht einmal Grzeß vergrößert habe. Der Staatsanwalt beantragte gegen rottung einer Menschenmenge stattgefunden hat, bei welcher ein diesen bereits zwei Mal wegen Gewaltthätigkeiten vorbestraften Mensch getödtet worden ist, b) daß der Angeklagte X. dabei als den Beweis der Wahrheit der von ihm kolportirten Beleidigung Beamten 4 Monate Gefängniß. Das Urtheil des Gerichts Rädelsführer mitgewirkt, die Angeklagten Y. und 3. dabei Gewalt- u erbringen. Das Gericht verurtheilte ihn im Jahre 1892 mir Rücksicht auf die Schwere der Beleidigung zu lautete mit Rücksicht auf Röhler's„ Gemeingefährlichkeit" auf thätigkeiten gegen Sachen und Personen vorgenommen haben, in traje. Der sozialbemokratische Rebatteur Fröh= 6 Monate Gefängniß. Gegen 9 gesinnungstreue Bergleute, die ver- fernerer Erwägung, daß sich die inkriminirte Handlung demnach lich, Vertreter Schmidt's während dessen Behinderung, wurde schiedener Rohheiten überführt waren, beantragte der Staatsanwalt als Landfriedensbruch charakterisirt, für dessen vom Landgericht zu Chemnitz wegen Beleidigung des Hedakteurs insgesammt 16 Monate, der Gerichtshof erkannte auf 353/4 Monate Aburtheilung die Strafkammer unzuständig ist, beschließt der des Burgstädter „ gesinnungstreuen" Blattes, eines MilitärvereinsGefängniß. Gegen vier überfallene Sozialdemokraten, die sich Gerichtshof die Anklage dem königlichen Schwurgericht zur Ereiner Ueberschreitung der Nothwehr schuldig gemacht haben ledigung zu überweisen." Am 12. März 1893 findet die Ver- Vorsitzenden und eines Landgerichts Direktors im Jahre 1893 zu- 16 Monaten Gefängniß verurtheilt und mit Rücksicht auf sollten, beantragte die Staatsanwaltschaft 2 Jahre resp. handlung Dor dem Schwurgericht statt. Der Drts die hohe Strafe sofort verhaftet. 6 Monate refp. 4 Wochen resp. 6 Monate Gefängniß. Das vorsteher tritt hier plöglich mit tritt hier plöglich mit der Behauptung auf, Gericht erkannte im ersten Falle auf 9 Monate, im zweiten er sei durch Rufe: Es lebe die Sozialdemokratie!" Lehtes Sträußchen aus dem Bouquet. Falle auf 14 Tage Gefängniß, in den beiden legten Fällen baß niemand der Arbeiter diesen oder einen ähnlichen Ruf auszum Einschreiten gezwungen worden, giebt dann aber selbst zu, auf Freisprechung. In Blumberg bei Berlin wurden am 1. März 1890 gestoßen habe. Die Geschworenen verneinten in der That die auf vorherige Verabredung hin von fonservativen Orts Schuldfrage. bewohnern friedlich ihres Weges ziehende Arbeiter hinterrücks überfallen und mit Rnütteln, Latten und ähnlichen 8. In der befannten Judenflinten Angelegenheit wird der geistigen Waffen" bearbeitet. Eine Antlage ist nicht er- Antisemit AhIwardt von Berufsrichtern, die annehmen, falsch; es giebt aber falsche Eide, welche nicht strafbar hoben, weil die Ortsbewohner infolge des Verhaltens die Verbreitung der Unwahrheiten durch Ahlwardt sei vaterlands- find, und dazu gehört dieser". Dieser Ansicht schloß sich der
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Feuilleton.
Flabbrud verboten.)
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Weitere Blüthen.
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20 M. Geld,
an, daß der Hofprediger Stöder im Januar 1885 beschworen Im Juni 1885 führte der Staatsanwalt Weichert zu Berlin hatte, ich sehe den Givald heute zum ersten Male, währenddem," fuhr der Staatsanwalt wörtlich fort, erwiesen ist, daß er mins destens zwei Mal mit Ewald Auge in Auge verfehrt hat. Die Aussage des Beugen Stöcker in jenem Prozeß ist ohne Zweifel
Thürmchen, mit Schnißwerk verzierte Thüren und Fenster derselben blickte eifrig auf die dunkle Straße und prüfte bemerken, die von dem wunderlichen Geschmack der Erbauer Beugniß ablegten.
Nach der Emanzipation der Leibeigenen gingen diese merkwürdigen Häuserbauten der früheren Herren in die
sorgfältig jedes neue Gesicht, welches in dem trüben Lichte der Dellaterne auftauchte. Es war Watajko. Der andere war Andrej, der vor vierzehn Tagen nach Dubrawnik übergesiedelt und sich mit seinem Freunde an diesem ruhigen
Die Laufbahn eines Nihilisten. Sände von Geschäftsleuten über, die den Adligen so oft Orte niedergelassen hatte.
Von S. Stepniat.
Autorisirte Uebersegung.
Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun.
Dritter Theil.
Alles für die Sache. Rapitel I.
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Der Stotterer.
Spekulanten aller Art, die den ruinirten Adligen vertrieben, blieben nicht lange im Besize von Baulichkeiten, die für geschäftliche Zwecke ungeeignet und in anderer Beziehung für sie wenig anziehend waren. Sie faßen dort einfach als Eroberer einer mit Sturm genommenen Stadt gerade lange genug, um den Besizungen alles zu rauben, was sich in baares Geld verwandeln ließ.
Nochmals veränderten die Hügel ihr Aussehen und ihre Bevölkerung.
" Kommt niemand?" fragte er. " Niemand," war die Antwort.
" Sehr sonderbar," fuhr Andrej nach einer Pause fort. Die Gerichtssigung muß aber vor wenigstens drei Stunden geendet haben. Der Stotterer hatte völlig Zeit, seine Kousine zu sehen und hierher zu kommen."
Vielleicht hat sie keine Eintrittskarte bekommen," meinte Watajko.
Unsinn!" rief Andrej. Wie können sie einem Mädchen in ihrer Stellung ein Billet abschlagen?"
" Dann müssen wir annehmen, daß der Stotterer sich selbst in die Luft gesprengt hat. Er ist sonst so pünktlich," sagte Watajko scherzend.
,, Sollte ich nicht lieber zu ihm hinüberlaufen und nachfragen?" fragte Watajfo. Wonach? Ob er in die Luft gesprengt ist oder Nein. Ob er seine Kousine gesehen und was sie ihm
Eine Gegend der guten Stadt Dubrawnik wird der Häuser, Nebengebäude und Zubehör wurden meistenHügel genannt, ein Name, welcher heutzutage sonderbar theils an Kleinbürger der arbeitenden Klasse vermiethet. flingt; denn in den fandigen Straßen oder großen Obst- Für sie lag der Hauptwerth der Besizungen in dem und sonstigen verwahrlosten Gärten ist nichts von Hügeln Lande, welches an dieselben stieß in den Obst- und anderen" Das ist schon möglich," antwortete Andrej ernst; er zu entdecken. Wahrscheinlich war der Name in früheren Gärten, die für den Gemüsebau verwendet werden konnten. geht so sorglos mit seinem Stoff um, daß es ihm jeden Beiten angemessener, da der Plaz meist von den Adeligen Was die Häuser anbetrifft, so vermietheten sie diese wieder Moment passiren kann." der Provinz, die in der Stadt ihren Wohnsiz haben wollten, an vornehme Leute, ihre eigenen Familien hausten in einem zuerst aus der Wildniß hervorgezogen wurde. Biele Häuser oder dem andern Außengebäude. Die Besizer waren in den tragen noch Spuren ihres Ursprunges. Die geräumigen Stand gesetzt, den Miethzins rasch zu erhöhen und die Höfe sind von vielen Nebengebäuden umgeben, die dazu Miether hatten auf irgend eine Weise die Miethe zusammenoienten, das zahlreiche Dienstgefolge, welches die Adligen zuscharren. Die Stadt war ein guter Handelsplatz für immer bei ihrer zeitweiligen Uebersiedelung begleitete, unter- Gemüse und zog immer mehr Leute heran, denen die Worte zubringen. Die Häuser selbst,- diejenigen, welche noch Natur" und frische Luft" etwas galten und die, um sich nicht niedergeriffen sind, um neuen Plaß zu machen, sind beides zu verschaffen, nicht Luft hatten, große Preise zu größtentheils aus Holz gebaut, aber nicht ganz ohne zahlen. architektonischen Aufput. Hier und da konnte man Balfen, In einem dieser Häuser saßen bei Beginn des Frühmit zierlichen Säulen und Balluftraden, kleine spige lings zwei Miether vor einem geöffneten Fenster. Einer Eine lange Pause folgte.
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nicht?"
gesagt hat."
"
Wenn er in die Luft gesprengt ist, wird er Dir taum etwas erzählen können, und wenn nicht, wird er ins zwischen herkommen und Du wirst ihn verfehlen. Es ist besser, wir warten."