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Helsingfors, 18. Mai. ( Privattelegramm des Vorwärts".) Das endgültige Wahlresultat, das eben bekanntgegeben wurde, bes stätigt den glänzenden Wahlfieg der Sozialdemokratie. Im ganzen entfielen auf fie 337 000 Stimmen, gegen 310 000 im Vorjahre. Sie erhält 84 Mandate, gewinnt also noch einen Sih, während die Altfinnen 6 Mandate verlieren.

Aus der Partei.

Ein Schildbürgerstreich des Dessauer Gewerkschaftskartells. oft mit sonderbaren Ideen und Vorschlägen bedacht worden, Aus Anhalt, speziell aus Dessau , ist die Partei schon bag man sich eigentlich gar nicht mehr darüber wundern sollte, wenn wir von dort mit neuen Leistungen beglüdt" werden. In dessen ist die neueste Leistung so einzig dastehend, daß wir nicht gut daran vorübergehen können.

Bom Jnnungsschiedsgericht.

Die Gerichtsstätte in der Brückenstraße ist nach wie vor Gegen­stand berechtigter Alagen feitens der rechtsuchenden Arbeiter. Es ist für den Mangel an Erattheit der Rechtspflege schon der geringe Beitraum bezeichnend, der auf die aus dem Arbeitsverhältnisse sich ergebenden Streitigkeiten zur Verfügung gestellt wird. 29 Termine an, für die eine Verhandlungszeit von 24 Stunden So standen am letzten Montag für die Nachmittagsfizung vorgesehen war. In einer Viertelstunde sollten bis zu 5 Klagen erledigt werden, so daß also auf eine 3 Minuten entfallen!

Wenn sich auch nicht immer die Termine in der vorgesehenen Zeit abwickeln lassen, so werden doch die anhängigen Rechtsstreite mit einer Schnelligkeit erledigt, die daran erinnert, daß Figigkeit und Richtigkeit bei der Rechtsprechung keineswegs zusammenfällt. und Rechtslage oft nicht gewürdigt werden fann. Die Parteien Bei der firen Rechtspflege" ift es ganz natürlich, daß die Sach­fommen bei ihrem Vortrag sowie bei der Fragestellung an die Zeugen nicht immer so zu Worte, wie es zur Klärung notwendig ist. Es ist leider Regel geworden, daß die Parteien vom Vorsitzenden Hagemann mit der Frage unterbrochen werden: Ist hier vielleicht ein Vergleich möglich?" Lassen sich die Parteien aber dadurch in ihrem Vortrage nicht stören, so folgt der unbeantwortet gebliebenen Frage eine schon etwas derbere Mahnung: Herrgott! Antworten Sie doch erst auf meine Frage!" Kommt darauf als Antwort ein werden beraten. Stommen Sie wieder' rein, wenn geflingelt wird!" Mein", so heißt es meist: Dann wollen Sie, bitte, abtreten, wir Beim Wiedereintritt der Parteien wird ein nochmaliger Sühne versuch gemacht; ist dieser erfolglos, so wird das Urteil verkündet. Nicht selten kann man auch die Wahrnehmung machen, daß der Vorsitzende den Beisitzern das Recht der zur Klärung der Sache erforderlichen Fragestellung an die Parteien und Zeugen streitig zu machen sucht.

Die Ereigniffe in der Türkei . eint. Wie gesagt, das Endresultat der Wahlen wird man erst nach von diesem berwaltet und im Interesse der Arbeiter verwendet. Neue Schwierigkeiten in Armenien . einigen Tagen erfahren, aber sobiel ist schon jetzt sicher, daß die Kläger wies darauf hin, daß die Strafgelder nach der Arbeits­Köln, 13. Mai. Die Kölnische Zeitung " meldet aus Saloniti: Sozialdemokratie ihre 83 Mandate im neuen Landtage behält ordnung durch eine vom Arbeitsausschuß zu bestimmende Person Jungtürkische Offiziere haben aus Grzerum an das hiesige( falls sie nicht 1-2 Site bon neuem zugewinnt), und daß sie in berwaltet werden sollten. Der Vertreter des Beklagten vermochte Jungtürkische allen Provinzen des Landes einen nicht anzugeben, in welcher Weise die Strafgelber im Inter­Komitee und den Militärklub telegraphiert, daß ihre Truppen den hat. Und das trotz der schweren wirtschaftlichen Krise, trok der effe der Arbeiterschaft Verwendung fänden. Die Kammer 5 des Gehorsam verweigern, die Einführung des Scheria Anfeindungen der bürgerlichen Parteien, trotz der drohenden stein verurteilte die Bektlagte dem Klageantrage entsprechend. In Dr. Loewen. fordern und mit allgemeinen Mekeleien drohen. russischen Reaktion! Mahmud Schewket- Pascha möge Leute senden, die Truppen und der Begründung wurde ausgeführt, nur Strafgelder, die nachweis­Es muß mit Freuden konstatiert werden, daß die Teilnahme lich im Interesse der Arbeiter verwendet werden, dürfen vom Lohn Bolt beruhigen; die jungtürkischen Offiziere hielten an den Wahlen trotz des ungünstigen Moments im ganzen Lande abgezogen werden. Daß solche Verwendung stattfindet, ist aber sich in den Häusern verborgen und wagten nicht, sich eine sehr rege gewesen ist. Wenn Stolypin auf die Abspannung nicht dargetan. zu zeigen. und Entmutigung der finnischen Bevölkerung spekuliert hat, so Verfügung über oder Anrechnung gegen den Lohn ungültig, soweit Nach dem Lohnbeschlagnahmegesetz und§ 394 B.G.B. ist eine Das bulgarische Abkommen. hat er sich gründlich verrechnet. Die Wahlen zum dritten Land- der Lohn den Jahresbetrag von 1500 m. noch nicht erreicht hat. Konstantinopel , 13. Mai. Die Kammer verhandelte in ge- tage zeigen, daß das finnische Bolt in geschlossenen Massen hinter Danach ist ein( häufig vorkommender) Abzug der Strafen vom heimer Sigung und in Anwesenheit des Großwesirs sowie der feiner gewählten Volksvertretung steht. Und vor allem gibt der Lohn unzulässig. Es hätte demnach auch, wenn nachgewiesen wäre, Mehrzahl der Minister über das türkisch bulgarische Sieg der Sozialdemokratie uns einen Beweis, daß die Lehren daß Strafen zugunsten der Arbeiter Verwendung fänden, im vor­Protokoll. Der Minister des Aeußeren legte die Notwendig des Klassentampfes hier in Finnland gründlich erfaßt sind, daß der stehenden Fall nach dem Gesez eine Verurteilung erfolgen müssen. feit der Annahme des Protokolls dar. Die Ausführungen der Sozialismus hier eine starte, unerschütterliche Macht bildet, und Abgeordneten richteten sich in der Hauptsache gegen das alte daß das finnische Proletariat entschlossen ist, die errungene demo­Regime sowie gegen das Ministerium Kiami Pascha, das es fratische Verfassung Finnlands im Kampfe zu verteidigen. nicht verstanden habe, dem türkischen Standpunkt Geltung zu verschaffen. Vor Eintritt in die geheime Sigung hatte die Kammer in öffentlicher Sigung einen Antrag der Regierung angenommen, zum Zwede der Feststellung der Urheber der Unruhen eine gemischte Kommission nach Adana zu entsenden. Die Stommission wird aus zwei Mitgliedern des Parla ments und zwei Vertretern der Regierung bestehen, unter denen sich je ein Türke und ein Armenier befindet. Im weiteren Verlaufe der Debatte über das türkisch - bulgarische Brotokoll machte sich eine heftige Opposition seitens der Griechen gegen dessen Annahme geltend. Mehrere griechische Deputierte führten aus, die Rechte der orthodoren Griechen in fo Bulgarien würden nicht gewahrt werden. Juffuff Kemal wies die griechischen Angriffe mit der Bemerkung zurück, die Türkei habe die religiösen Rechte der Mohammedaner Bosniens bei dem Abschlusse des österreichisch- ungarisch- türkischen Protokolls gewahrt. Hier ständen jedoch Christen den Christen gegenüber; In Dessau fanden am Montag Gewerbegerichtswahlen statt, cs sei ihre Aufgabe sich untereinander zu verständigen. wobei das Verhältniswahlsystem Anivendung fand. Bei der Die Beratung wurde durch die Erklärung des Ministers des Aus- letzten Wahl, die unter dem gleichen Wahlverfahren stattfand, ent­wärtigen beendet, daß er zurücktreten werde, wenn die Kirchen- fielen auf die Liste des Kartells 17, auf die des Hirsch- Dunderschen frage aufgeworfen werden würde. Nachdem der Antrag Risas , beeinflußt von der großen Idee der Zusammenfassung der ge­frage aufgeworfen werden würde. Nachdem der Antrag Rifas, Ruddelmuddels 3 Vertreter. Das Deffauer Gewerkschaftstartell, das Haus möge die Revision der bulgarischen Grenze verlangen, famten Linten von Bebel bis Bassermann", gedachte diese im abgewiesen worden war, nahm die Kammer das türkisch- fleinen in die Tat umzusehen. Es beschloß, sich mit den bulgarische Brotokoll mit 121 gegen 34 Stimmen an. Hirschen und Christlichnationalen auf eine gemeinsame Liste zu einigen. Und um ihnen das Kompromiß recht angenehm zu machen, gestand man ihnen noch einen Vertreter mehr zu, als sie bisher hatten. Die also Umworbenen gingen selbstverständlich auf dieses kampf ihren bisherigen Besitzstand taum zu behaupten. Zürich , 11. Mai. ( Eig. Ber.) Nun hat auch die Regierung des Die Metallarbeiter Dessaus die größte Gewerk Kantons Aargau , die gerade auf diesem Gebiete sich schwerer Ber- schaftsgruppe am Orte erklärte jedoch aus Reinlichkeitsgründen, fehlungen schuldig gemacht hat, die Rheinsalinen bei das Kompromiß nicht mitmachen aufönnen. Es war ihnen Rheinfelden erworben, um sie an das Staatskonkordat der unmöglich, Berfonen zu wählen, die in der gemeinsten und Kantone abzutreten. Es bleibt dann nur noch die fleine Saline nichtswürdigsten Weise die moderne Arbeiterbewegung bei Ber ( Kanton Waadt ) an der Simplonbahn im Privatbetrieb. und besonders den Metallarbeiterverband bekämpfen und stets Bon politischem Interesse ist dieser Vorgang insofern, als hier eine in hinterlistiger Art zum Verräter an den Interessen ihrer eigenen Rollettivaktion der Kantone mit Umgehung und Ausschaltung des Klaffengenossen werden. Alle gütlichen Vorstellungen der Metall­Bundes stattfinden. Hätte man sich auf diesen verlassen in der arbeiter beim Kartell, doch der Welt dieses Schauspiel zu ersparen, Meinung, er folle das eidgenössische Salzmonopol einführen, fo scheiterten. Denn die Macher dieses Kompromisses waren von der würden darüber Jahre vergangen sein und die Großfapitalisten Großartigkeit ihrer Idee derart fest überzeugt, daß fie fogar dem in der Bundesversammlung würden das Projekt zu ihrem Vorteil Metallarbeiterverband Disziplinbruch borwarfen, als dieser gestaltet und zum Schaden des Volles verpfuscht haben. dazu überging, gegen die Kartelliste eine reine Lift e aufzustellen. Die Wahlen endeten mit einer moralischen Niederlage der Kompromißler. Sie vereinigten 1225 Stimmen 12 Vertreter auf sich, der Metallarbeiterverband allein London , 12. Mai. Unterhaus. Eine längere Debatte ent. 825 Stimmen= 8 Vertreter. Das Boltsblatt für Anhalt" be. spann sich über eine Resolution betreffend verschiedene neue Aber wo soll denn das Interesse an einer Wahl herkommen, wenn merkt, daß die Wahlbeteiligung eine recht schwache gewesen fei. Grundsteuern. Finanzminister Lloyd George und andere Redner wiesen dabei auf das von mehreren größeren der Arbeiterschaft durch derartige Zumutungen die Beteiligung Städten Deutschlands angenommene System einer Wert. Das Interessanteste an der Affäre aber ist der Grund, aus zuwachssteuer hin. Gegen die von der Opposition erhobene dem man zum Abschluß des Kompromisses gekommen ist. Bei der Kritik vertrat Lloyd- George die gemachten Vorschläge als be­sonders zweckmäßig und durchführbar. Schließlich beantragte er lebten 2 andtags. wie auch Stadtberordnetenwahl unter lebhaftem Widerspruch der Opposition Schluß der ist die Sozialdemokratie unterlegen. Die Hirsche und Christlich . Debatte. Der Antrag wurde mit 296 gegen 120 Stimmen, nationalen waren samt und sonders im Schlepptau der Gegner. und darauf die Resolution mit 330 gegen 120 angenommen. Nun hofft man durch gemeinsame Aktion bei der Gewerbegerichts Austen Chamberlain , der dann das Wort erhielt, griff Lloyd- wahl diese Streise für die Folge auch bei Landtags- und Stadt verordnetenwahlen für uns gewinnen zu können. Ein Köhler George sehr heftig an und warf ihm vor, den Antrag auf glaube, der feinesgleichen sucht. Sind doch die Arbeiter in jenen Schluß der Debatte geftellt zu haben, um dadurch den Gr­widerungen auf die Einwände der Opposition aus dem Wege zu Drahtzieher und bürgerlicher Politiker, die sich ob unserer Naivität Auchorganisationen lediglich Marionetten in den Händen geistlicher ins Fäustchen lachen. Sie kennen ihren Einfluß und wissen ganz genau, daß dieses Mittel nicht verfängt, sonst hätten sie das Stompromiß gar nicht gebilligt. Zum Gaudium der Gegner haben die Dessauer Kompromißler bie Streitagt in unsere eigene Reihen getragen. Das ist der Erfolg der Dessauer Tattit.

gehen.

Schweiz .

Das Salzmonopol.

England.

Die Steuerdebatte.

Rußland.

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Anerbieten ein, wußten fie doch in einem frisch fröhlichen Wahl

von vornherein berefelt wird!

Personalien. In die Nedaktion des Hamburger Echo" tritt mit dem 1. Juli d. J. Genosse Perner ein, zurzeit Redakteur am Parteiorgan in Brandenburg .

der Bast der Verhandlungsleitung in fast jeder Sizung au redt

Zwischen dem Vorsitzenden und den Parteien kommt es infolge Haft

heftigen Auftritten. Der Vorsitzende, der, um in den Worten des Jahresberichts der ständigen Deputation zu sprechen, die Autorität des Schiedsgerichts durch energisches Auftreten aufrecht zu erhalten und noch bedeutend zu erhöhen glaubt, duldet nämlich feinen Wider­spruch der in ihren Rechten fich beschränkt fühlenden Parteien. Bor­haltungen wenig Vertrauen erweckender Art, Drohung mit dem Strafverfahren sind die Mittel, mit denen die Parteien über die recht eigenartige Art gerichtlicher Verhandlung belehrt werden. Zum Ueberfluß hat man auch noch ein Erempel statuieren zu müssen ge­glaubt. Im Warteraum der Gesellen, Gehilfen und Arbeiter prangt gegenwärtig eine warnende Bekanntmachung des Schieds­gerichts, die bejagt, daß am 26. März d. J. durch das Schöffen gericht beim Amtsgericht Berlin- Mitte ein Arbeiter wegen Haus­friedensbruch und öffentlicher Beleidigung zu 20 M. Geldstrafe berurteilt worden ist.

Tat- und Rechtsirrtümer muß die mit folcher haft betriebene Rechtsprechung im Gefolge haben. Einige Beispiele davon aus der Iepten Zeit..

Fünf Bauarbeiter lagten gegen einen Bauunternehmer auf Bahlung des auf fie entfallenden affordlohnüberschusses. Bei Ar. beitsantritt war ihnen ein Schreibheft vorgelegt worden, in das sie ihre Namen nebst Wohnung sweds Meldung bei der Krankenkasse und Unfallberufsgenossenschaft eingetragen haben. Auf der vor­deren Seite enthielt aber das Heft die geschriebenen Arbeitsbedin gungen, die u. a. befagten, falls die übernommenen Affordarbeifen nicht fertiggestellt werden, sollten die Arbeiter mit dem als Ab­schlagszahlung gewährten Stundenlohn abgefunden sein und auf den Affordüberschuß keine Ansprüche haben. Die Kläger wurden mit ihren Ansprüchen abgewiesen. Nach der Urteilsverkündigung gelang es erst einem der Kläger denen zuvor bei der mündlichen war das Schiedsgericht darauf hinzuweisen, daß ia fein Name Verhandlung vom Vorsitzenden das Wort abgeschnitten worden gar nicht in diesem Heft stehen könne, denn er habe sich nicht eina getragen. Die Antwort war: Das hätten Sie vorher fagen follen, fett ist das Urteil gefällt! Sie müssen Klage beim ordentlichen Ge richt erheben!"

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Ein Tischler war zur Kontrollversammlung gegangen und dann entlassen. Er flagte gegen seinen Arbeitgeber auf Bahlung des für den halben Tag erfolgten Lohnabzuges. Nach§ 616 des B.G.B. steht ihm der Lohn für die durch die Kontrollversammlung berloren gegangene Arbeitszeit zu. Er wurde abgewiesen, da er den Grund seines Fortbleibens spätestens am Abend vorher hätte melden müssen. Nach der Urteilsverkündigung stellt sich heraus, daß 1. mai fällige Lohnrate, nachdem sie tagsüber gefeiert hatten, am er dem Meister schon einige Tage vorher bekanntgegeben worden ist. Zwei andere Tischler hatten von ihrem Arbeitgeber die am Abend nicht ausgezahlt erhalten. Als ihnen auch am 3. Mai der Lohn vorenthalten wurde- er sollte ihnen erst am 8. Mai mit legten fie die Arbeit nieder. Hierzu waren

Der Prozeß Lopuchin. Petersburg, 13. Mai. In der gestrigen Verhandlung des Ropuchinprozesses wurden amei bei Revolutionären be schlagnahmte Brief verlesen, in denen mitgeteilt wird, daß die Borovokationstätigkeit News durch Lopuchin aufgebedt worden ist. Er fand, daß durch die Preisgebung Azews den Re­volutionären ein Dienst erwiesen worden sei. Der Verteidiger mies nach, daß Lopuchin nicht zu den Revolutionsparteien gehört Sozialdemokratische Wahlerfolge in der Schweiz . habe, und daß Lopuchin durch die Entlarvung Azew dem Staat einen Dienst erwiesen habe, da dies zum Zerfall verschiedenen Orten wieder beachtenswerte Wahlerfolge erzielt. So Die Sozialdemokratie der Schweiz hat am legten Sonntag an der Partei geführt habe. In seinem Schlußwort erklärte Lopuchin, daß er nie etwas mit den Revolutionären zu tun fiegte in Chur die sozialdemokratisch- konservative Allianzliste über gehabt habe und, als er von Burzem erfahren habe, Azem habe die liberale, wodurch die Genoffen Dr. Gamser und Stutis. terroristische Atte organisiert, sich nicht für berechtigt hielt, über aufer in den Kantonsrat, der Schriftfeher Leuenberger als ausgezahlt werden die Rolle Azews zu schweigen. Heute wurde das Urteil gefällt. brang bei der Wahl der Sekundarschulpflege die sozialdemokratische fie auf Grund des§ 124 Biffer 4 der Gewerbeordnung berechtigt. Der Gerichtshof hat den Angeklagten opuch in der Zugehörigkeit Liste durch, infolgedessen die bisherige fozialdemokratische Vertretung Beklagte auf Befragen ausdrücklich zugab, die Kläger wegen ber zu einer verbrecherischen Gemeinschaft für schuldig erklärt in dieser Behörde um ein weiteres Mitglied verstärkt wurde. In Maifeier nicht ausgesperrt und nicht entlassen zu haben, wurden und ihn zu fünfjähriger Zwangsarbeit verurteilt. Da Lopuchin in Edelmann ist, wird das Urteil dem Kaiser unterbreitet werden. Rorschach erhielt unsere Partei im zweiten Wahlgang eine Ver­Die Verkündigung des Urteils in seiner endgültigen Form erfolgt stärkung ihrer Vertretung im Gemeinderat. Dagegen unterlag in dennoch die Kläger mit ihren Ansprüchen mit der sonderbaren Ve Basel bei der Wahl der Strafgerichtspräsident Dr. Weltis mit gründung abgewiesen, da der Arbeitgeber berechtigt war, sie wegen. Amerika. 2301 gegen 8848 Stimmen. Da unsere Partei über zirka 4000 bes unerlaubten Fernbleibens von der Arbeit zu entlassen, sei ihr Stimmen verfügt, verschuldet nur die Wahlgleichgültigkeit der Arbeiter die Niederlage.

morgen.

Der Tarif gegen Deutschland .

Washington , 12. Mai. Senat. Bei der Tarifdebatte besprach der Führer der republikanischen Partei Hale den auslän- dischen Wettbewerb und führte aus, Deutschlands Bemühen, in die amerikanischen Märkte einzudringen, sei nie stärker hervorgetreten als jeht. Fast jeder amerikanische Fabrikant begegne dem entschiedenen Eindringen und der Konkurrenz der deutschen Industrien.

Finnland .

wahlen nach dem sogenannten freiwilligen Propora statt. Es er­In Chaux- de- Fonds( Kanton Neuenburg ) fanden die Gemeinde In Chaux- de- Fonds ( Kanton Neuenburg ) fanden die Gemeinde­

hielten:

Sozialdemokratische Partei Radikale Partei Konservative Partei

Stimmen 1415 1740

661

Vertreter 10 21 9

Dieses trasse Mißverhältnis der Sige ist eine blutige Ber­höhnung des Proporzgedankens durch die Bürgerlichen Parteien, die die Sozialdemokratie arg übers Ohr hauen.

Soziales.

Dürfen Strafgelder vom Lohn in Abzug gebracht werden?

Der Wahlfieg der Sozialdemokratie. Helsingfors , den 9. Mai. ( Eig. Ber.) Die Schlußresultate der Wahlen sind noch nicht bekannt, denn bei dem komplizierten Proportionalwahlsystem nimmt die Feststellung der abgegebenen Listen geraume Zeit in Anspruch. Bis Sonntag, den 9. Mai, waren im ganzen 736 448 Stimmen gezählt. Von diesen entfallen auf Der Arbeiter E. flagte gestern vor dem Gewerbegericht gegen die Sozialdemokratie 294 766, auf die Altfinnen 185 558, bie Kommanditgesellschaft Karl Krüger u. Sto. auf Bahlung der ihm auf die Jungfinnen 101 697, auf die Svecomanen( Schweden ) bom Lohne in Abzug gebrachten Strafgelder in Betrage von 81 749, auf die Agrarpartei"( radikale Kleinbauern) 52 526, auf 1,10 M. Kläger war nur vier Wochen im Betriebe der Beklagten die christlichen Arbeiter" 18757. Die Wahlen gestalten sich also hat er die Arbeitsordnung unterschrieben. Diese spricht davon, daß als Kohlenpresser beschäftigt. Etwa 14 Tage nach seinem Eintritt zu einem glänzenden Siege der Sozialdemokratie, die mit die Arbeiter für Buspätkommen Strafen verwirken. Dem Kläger ihren Wählermassen alle anderen Parteien weit hinter sich läßt find wegen Buspätfommens 1,10 M. bom Lohn abgezogen worden. und etwa 40 Broz.( bei den Wahlen im vorigen Juli waren es Die Betlagte hält den Lei der Lohnzahlung erfolgten Abzug für be­88,4 Bros.), aller im Lande abgegebenen Stimmen auf sich verrechtigt. Die Strafgelder wurden dem Wertmeister übergeben und

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Anspruch unberechtigt.

Es bersteht sich von selbst, daß die Arbeiter, denen solche im Neigung haben, zu den Kosten derselben beizutragen. Oft hört Bergleich zu ihrer Leistung unendlich teure Gerichtsbarkeit im Interesse der vereinigten Innungen aufgezwungen wird, wenig man auch Jnnungsmeister über diese Art Rechtspflege" flagen. Da wäre es doch wahrlich empfehlensivert, wenn die Innungen auf den Lurus cines besonderen lediglich fostspieligen Gerichts verzich teten. Die Arbeiter großer Industriezweige, wie die Tischler, Schneider, Schuhmacher, Töpfer, Maler, Tapezierer, für die in­folge der für die Arbeitgeber dieser Berufe bestehenden Zwangs innungen nur das Schiedsgericht zuständig ist, haben ein noch größeres Interesse an der Beseitigung einer solchen Institution.

Aus Induftrie und Dandel. Wirtschaftliche Verhältnisse in den Bereinigten Staaten.

Unsere Ansicht, daß die kürzlich von drüben" herübergeflat­terten glänzenden Marktberichte von Bluffer fabriziert seien, findet objektive Bestätigung in einem der Köln . Wolfsatg." aus New York zugehenden Bericht. Es heißt da unter anderem:

man in den Vereinigten Staaten die Rückkehr der so heiß erfchnicn " Seit dem Zusammenbruch im Herbst des Jahres 1907 hat Blüte" ununterbrochen vorausgejagt; aber noch ist sie nicht einge­treten. Allerdings hat sich die Lage etivas gebessert; das war aber selbstverständlich, weil im Augenblid der Banit" alle Werte natür fich viel tiefer stürzten als burch die Umstände gerechtfertigt war.