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Nr. 122. 26. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

6. Verbandstag der Seeleute.

Am Mittwoch erstattete die

Statutenberatungskommission

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und mehr.

In Kraft treten soll sie am 1. Juli 1910. Auch die Kranten unterstügung wurde wesentlich erhöht; sie soll betragen:

Nach 52 Wochen je 0,50 m. auf 21 Tage

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8. Umwandlung der Seemannsämter in See- Schöffen gerichte, Aufhebung der Strafbefugnisse für die Konfulate;

unfall;

Freitag, 28. Mai 1909.

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Die zweite Gruppe ist die Women's Freedom League", an deren Spize Mrs. Despards steht. Auch diese Gruppe erstrebt nur ein Damenwahlrecht, unterscheidet sich aber dadurch von den vor­9. Herabminderung der in der S.-D. festgefekten Straf erwähnten Suffragists, daß sie tattisch radikaler vorgeht. Viele maße; Mitglieder dieser Gruppe haben schon im Gefängnis gesessen, weil Bericht. Sie empfahl Annahme der Vorlage mit folgenden wesent- 10. Gewährung des Roalitionsrechts an die seemännischen sie gegen die englischen Geseze gehandelt. Diese Women's Free­lichen Menderungen: Die Arbeitslosenunterstützung soll Arbeiter, Unterstellung der seemännischen Arbeiter unter das geplante dom League hat einen aus 12 bis 15 Damen bestehenden Vor­on nach 52 wöchentlicher Karenzzeit gewährt werden und schon Arbeitstammergefet. stand, der etwas schwerfällig in Bewegung zu sehen ist. Infolge­bom fünfzehnten Tage an. Die Säße sind wesentlich erhöht: 11. gesetzliche Regelung der Aufsicht des Schiffahrtsbetriebes, dessen haben sich die Frauen, die nicht gern einen günstigen Augen­Nach 52 Wochen je 0,70 M. auf 21 Tage der Bemannungsfrage, Tief- und Leichtlademarte blid zum Eingreifen vorübergehen lassen möchten, zu einer be­und Seetüchtigteit im allgemeinen; sonderen Gruppe zusammengeschlossen. Diese Gruppe bezeichnet 12. Errichtung eines Reichsschiffahrtsamtes mit ent- man mit dem Namen:" Suffragettes ". Die Suffragettes haben sprechenden örtlichen Ausführungsbehörden unter Mitwirkung ihr eigenes großes Bureau in Clements Inn, dicht am Strand. der seemännischen Arbeiter; Sie haben ihre eigene Zeitung, die den Namen:" Votes for Women" 13. durchgreifende Revision der seemännischen Unfall und führt und von Frederick u. Emmeline Lawrence herausgegeben Invalidenversicherung, desgleichen weiteren ztveck wird. Das Bureau der Suffragettes umfaßt mehr als 18 Räume, entsprechenden Ausbau der Witwen- und Waisenber- in denen ihre Pläne ausgesonnen und vorbereitet werden. Fünfzig sicherung; bezahlte Kräfte arbeiten hier Tag für Tag neben mehr als hundert 14. Anerkennung der Berufskrankheiten als Betriebs- ehrenamtlich angestellten Frauen. Auch einen eigenen Stimm rechtssang, oder, wie sie es nennen, eine Frauen- Marseillaise", 15. obligatorische, gefeßlich geregelte Strantenversicherung haben die Suffragettes( gedichtet von Macaulay, zu singen nach der für alle ſeemännischen Arbeiter; echten Marseillaise ), während die Suffragists sich schon seit Jahren 16. gesetzliche Regelung der Rechte und Pflichten sowie den Kopf über ein Banner und einen Frauen- Stimmrechtssang" behördliche Kontrolle und Demokratisierung der zerbrechen. Der große Wert, den die Suffragettes auf die Aeußer Verwaltungen der Reederei- Pensionskassen aller Art; lichkeiten, wie Shawls, Banner, Shlipse, in ihren Farben legen, 17. unseren modernen Anforderungen entsprechende Wohn, hat in diesem seltsamen Lande mächtig dazu beigetragen, die Suffra Wasch, Babes, Arbeits einrichtungen an Bord; gettes während der paar Jahre, die sie erst an der Arbeit sind, in aller 18. Verstaatlichung des Rettungswesens an den deutschen Leute Mund zu bringen. Am erfolgreichsten wirken sie aber da= durch, daß sie sich für ihre Ideen ins Gefängnis steden lassen, Küsten; 19. Einschränkung der Verwendung von Farbigen auf deut das schon hunderte von ihnen bezogen, besonders weil Mr. Asquith fchen Schiffen, außer auf Schiffen in der ostasiatischen und afrika in den leßten Monaten die Parole herausgegeben haben soll, recht nischen Küstenfahrt; forsch gegen die Suffragettes vorzugehen. Ihre Entlassungen werden in der Regel zur Ursache großer Empfänge, die sich dann in langen Umzügen feierlich vom Hallowaygefängnis durch die Straßen bewegen, beschützt von den englischen Schuhleuten, die die Frauen nicht schifanieren, noch notieren, noch arretieren, sondern sicher führen. Bei der so veranstalteten Ehrenfeier werden den Ent­laffenen je eine Brosche, ein Diplom usw. überreicht. Die Brosche stellt ein Gitter dar, an dem rechts und links eine abgeriffene Stette herunterhängt und auf dem sich in der Mitte( in den Suffragettes­farben) der Regierungsstempel, den alle Gegenstände des Ge­fängnisses tragen, befindet.

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Die Effettenversicherung bleibt in der alten Höhe bestehen; die Sterbeunterstützung soll nach einem Jahr 25 M., nach zwei Jahren 30 M, betragen und dann jährlich um 10 M. bis zum Höchstbetrage von 100 M. steigen.

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Diese Anträge wurden angenommen, ebenfo die übrigen Vor­schläge der Kommission- darunter Abführung von 85 Proz. der Beiträge an die Haupttasse mit unwesentlichen Aenderungen. Dem Zentralvorstande wurde die Befugnis erteilt, den verheirateten Beamten des Verbandes unter Berücksichtigung der örtlichen Be­dürfnisse einen angemessenen Wohnungszuschuß zu gewähren.

In der Gesamtabstimmung wurde das neue Statut mit 22 gegen 6 Stimmen der Delegierten aus Bremen und Bremerhaven angenommen.

Baul Müller hielt sodann ein erschöpfendes Referat über

das Thema

Welche Forderungen stellen die seemännischen Arbeiter auf Erweiterung und Respektierung ihrer Rechte und des Schutes für Leben und Gesundheit im Schiffahrtsbetriebe? In einer einstimmig angenommenen Resolution verlangt der Berbandstag:

1. Verpflichtung der Regierung zur Anhörung der Drgani sation bei allen Neuerungen in der seemännischen 2. burchgreifende Revision der Geemannsordnungen

ihren Tellen;

20. Paritätische Arbeitsnachweise und Beschwerde­tommissionen für diese.

Der Verbandstag richtet an die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages das Ersuchen, daß fie bei gegebener Gelegenheit dem Reichstage durch Einbringung einer entsprechenden Resolution Ge­Legenheit geben möge, die Reichsregierung aufzufordern, sich im Sinne der vorstehenden Forderungen der seemännischen Arbeiter zu betätigen.

Aus der Frauenbewegung. Stimmrechtsbewegung in England.

Es gibt in London fünf verschiedene Frauengruppen von Be­3. Erweiterung und präzisere Fassung der seemännischen lang, die ihre Kräfte für resp. gegen die Erringung eines Frauen­Rechts bestimmungen, soweit sie insbesondere auf das Ver- stimmrechtes einsehen. tragsverhältnis Bezug haben;

Die älteste Gruppe sind die Suffragists, an deren Spike Mrs. 4. durchgreifende und präzisere Neuregelung der Arbeits- Fawcett steht. Diese Gruppe arbeitet schon seit ungefähr zeit bestimmungen, des Ueber stunden wesens und des Wa ch 60 Jahren für ein beschränktes Frauenstimmrecht und die jeßige dienstes; Führerin hat sich offiziell schon bor 40 Jahren für das Frauen­5. Schutz vor jeder Willtür der Reeder, Vorgesetzten, Behörden stimmrecht eingefeßt. Mrs. Fawcett ist eine Aristokratin vom und Gerichte; reinsten Wasser und befist Charakter. Sie macht durchaus kein 6. Humanere Behandlung und Krantenfürsorge, Sehl daraus, daß sie lediglich ein Damenwahlrecht erstrebt und von bessere Betö stigung garantiert durch eine unseren Anforderungen dem sogenannten" Universal- right" nichts wissen will. Mrs. gerecht werdende Aenderung der Speiserolle; Fawcett ist eine Vertreterin der oberen Zehntausend und weiter 7. Schaffung eines den beruflichen Bedürfnissen angepaßten will sie auch nichts sein, und daß sie das so offen zu erkennen tonstitutionellen Verhältnisses an Bord, und die Beseitigung gibt, muß ihr jedenfalls günstig angerechnet werden. Diese aller nicht unbedingt erforderlichen Rechts ungleichheiten Suffragists bilden die englische Abteilung des internationalen awischen Reeder, Borgesetzten und Schiffsmann;

Das Ziel, das die Suffragettes erstreben, halten wir nicht nur für nicht erstrebenswert, sondern betrachten es als den Interessen des Proletariats direkt schädlich, weshalb wir es entschieden be­kämpfen. Das hindert nicht, den Mut und die Energie anzu­erkennen, womit die Suffragettes für ihre Ideen eintreten; auch fönnen unsere Genoffinnen von der Taktik der Damenwahlrechts­fämpferinnen manches lernen.

Für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht tritt in England einzig und allein die Adult Suffrage Society" ein, an deren Spize neben dem Präsidenten als Sekretärin Mrs. Montefiore steht.

Zu erwähnen bleibt außer diesen Gruppen wohl noch die liberale Frauengruppe, die einzig und allein im Sinn der liberalen Regierung sich betätigt, sowie die Männerliga für Frauen­stimmrecht und endlich die Antifrauenstimmrechtsgruppe unter der Führung der Schriftstellerin Mrs. Ward, die durch ihre vielen Angriffe auf die Frauen, die der geheimen Angst entspringen, daß ein allgemeines Stimmrecht auch in England kommen könnte, Stimmrechtsverbandes aus, des reaktionärsten aller Verbände. mit zur Förderung des Frauenstimmrechts beitragen.

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