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Br. 23. 26. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Freitag, 24. September 1909.

Der Kampf um die turnende Arbeiterjugend

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Adolf Herrmann, der vor drei Jahren anf dem Heimwege| geteilt, sein Bruder sei mit ihm und den anderen nach dem Zu vom Zahlabend von dem Gendarmen Jude erschossen wurde, enthüllt sammenstoß fortgelaufen. Reinhold Herrmann legte klar, daß diese werden. Vorher findet im Lokal von Bergmann in Stolpe eine Aussagen offensichtlich irrtümliche seien, da sein schwervertvundeter Gedächtnisfeier statt, bei welcher Genosse Reichstagsabgeordneter Bruder ja nach dem Schuß gar nicht laufen konnte. Stadthagen sprechen wird. Die Genossen werden ersucht, sich Eine Einsicht der Aften hätte flar ergeben, daß Reinhold Herr ist in Berlin auf seinem Höhepunkt angelangt. Die Schul - um 2 Uhr nachmittags daselbst zu versammeln. mann recht hatte und daß Dr. Rosenthal und Nickel eine Erzählung von deputation unserer liberal" verwalteten Stadt, eine gehorsamste Die Bezirksleitung. dem leider stattgefundenen Fortlaufen der Gruppe mit den fünf Dienerin des königlichen Provinzialschulkollegiums, sperrt in Bernau . Besonderer Umstände halber findet die Wahlvereins- vorausgegangenen Genossen irrtümlich auf die Grupde, in der sich dessen Auftrag zum 1. Oktober, wie bekannt, dem Berliner Arversammlung am Sonnabend, den 25. d. M., im Lokal des der zusammengejunkene Herrmann befand, bezogen hatten. Die beiter Turnverein Fichte" die Turnhallen für alle Genossen Salzmann, Basdorfer Straße, statt. Auf Witwe und ihr Nechtsbeistand waren als Reben. seine Abteilungen, zu denen Mitglieder im Alter von weniger als der Tagesordnung stehen außer sehr wichtigen geschäftlichen An- läger nicht zugelassen worden: sie hätten den 21 Jahren gehören. Der Stadtfreifinn sieht diesem Vorgehen gelegenheiten endgültige Aufstellung der Kandidaten zur Stadt- Irrtum sofort an der Hand der Akten aufklären können. untätig zu, weil er's gewöhnt ist, von oben" bevormundet zu verordnetenversammlung sowie Beschlußfassung über das Stiftungsfest. Der Vertreter der Anllage plädierte auf Freisprechung, weil die werden und Winke zu empfangen, und im übrigen seine stille werden und Winke zu empfangen, und im übrigen seine stille Außerordentlich notwendig ist das vollzählige Erscheinen der Ge- Der Vertreter der Anklage plädierte auf Freisprechung, weil die Freude daran hat, daß es gegen Arbeiter geht. Der Versuch der nossen aus Röntgental sowie Schönow, Schönbrüd. Anfang 8% Uhr. Gendarmen berechtigt gewesen seien, die Arbeiter festzustellen und Die Bezirksleitung. Jude in Notwehr gehandelt habe, da Tiezz in gefahrdrohender Weise sozialdemokratischen Stadtverordneten, die Stadtverwaltung zur Französisch Buchholz . Am Sonntag, den 26. Sept., findet eine angegriffen fei. Eine eigenartige Annahme! Die Arbeiter hatten Abwehr aufzurufen, ist gescheitert an dem offenen Widerstand des Agitationstour in unserem Bezirk statt. Wir ersuchen die Partei- nichts Strafbares getan. Die Gendarmen waren also zu ihrer Fest­Magistrats, dem die freisinnige Mehrheit der Stadtverordneten- genossen, sich zahlreich daran zu beteiligen. Treffpunkt früh 74 Uhr stellung" nicht berechtigt. Wollten sie aber eine Feststellung wirklich versammlung durch ihr Schweigen zustimmte. Jezt ruft der bei Kähne; Abfahrt von Blankenburg 7.56. Die Bucher Genossen vornehmen, so nimmt man eine solche doch nicht in der oben ge­Turnverein Fichte" die Arbeiterbevölkerung Berlins ersuchen wir, um 8 Uhr am Bahnhof zu sein. schilderten Weise vor und läuft dann nach diesen Taten auf, ihn in seinem schweren Abwehrkampf zu unterstützen. Am Die Bezirksleitung. fort! Das Gericht macht sich zwar die Ausführungen des Mittwoch fanden zwei große öffentliche Turner­und Anklagevertreters nicht zu eigen, sprach aber Jude dennoch frei, Wolksversammlungen statt, die einberufen waren, um weil die Sachlage infolge der Widersprüche der Zeugen nicht hin gegen die Drangsalierung der Arbeiterturner zu protestieren. reichend aufgeklärt sei, im Zweifel aber ein Nichtschuldig aus. zusprechen sei.

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Berliner Nachrichten.

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Die Witwe legte gegen das Urteil als Nebenklägerin durch ihren Rechtsbeistand Berufung ein, wurde aber in allen Instanzen abgewiesen, weil sie nach der Militärgerichtsordnung als Nebenklägerin nicht zugelassen werden könne.

So ist der Tod des bor drei Jahren durch eine Nevolverkugel des Gendarmenwachtmeisters Jude getöteten Genossen Adolf Herr­mann ungefühnt geblieben. Auch eine Schadenersagtlage gegen die beiden Gendarmen hatte keinen Erfolg.

Die treue, aufopfernde gewerkschaftliche und Barteiarbeit des so jäh

Beide Versammlungen waren recht gut besucht, besonders auch von jüngeren Arbeitern und Arbeiterinnen, die durch ihr Zum Andenken an Adolf Herrmann. zahlreiches Erscheinen bekundeten, wie tief die in den Reihen der In der Nacht vom 22. zum 23. September 1907 wurde der Arbeiterjugend hervorgerufene Erregung geht. Es referierten in Genoffe Zimmermann Adolf Herrmann von dem Gendarmen Jude, der Brauerei Königstadt Gent Berlin, Kreisvertreter vom der sich in Zivilkleidung befand, erschossen. Der getötete Genosse 1. Kreis des Arbeiter- Turnerbundes, in dem Böhmischen Brau- befand sich in der erwähnten Nacht gegen 23 Uhr mit mehreren haus Wildung- Leipzig, Redakteur der Arbeiter- Turnzeitung". Freunden auf dem Heimweg von einem Zahlabend in Stolpe nach Die Referenten legten dar, wie nach der Absonderung turnender seiner in Hohen- Neuendorf belegenen Wohnung. Vor dem Berge­Arbeiter aus den bürgerlichen Turnvereinen diese die Hehe gegen mannichen Lokal standen die Gendarmen Jude und Tiek die Arbeiter- Turnvereine begannen, wie durch das Geschrei der in givilkleidung mitten im Wege. Es war stockfinster. deutschen" Turner die Behörden aufmerksam gemacht wurden, So kam es, daß einer der Genossen den Gendarmen den Seinen entrissenen Genossen Adolf Herrmann haben unsere Genossen wie mit den bekannten Mitteln der Entziehung der Jude, den er nicht erkennen konnte, aus Versehen anstieß. Der in dankendem Andenken. Als Zeichen ihrer Anerkennung soll am Turnhallen und der Verweigerung des Unter- Arbeiter entschuldigte sich und ging mit seinem Begleiter weiter. Sonntagnachmittag auf dem Kirchhof in Hohen- Neuendorf dem braven richtserlaubnisscheines den Arbeiterturnern zum Fünf Arbeiter gingen voraus, vier, darunter Herrmann, folgten einige Parteigenossen ein Gedenkstein gesetzt werden. mindesten der turnfreudige Nachwuchs der Arbeiterklasse ge- Schritte dahinter. Als sie in ruhiger Unterhaltung etwa hundert nommen werden sollte. Zwar waren die Feinde und Hasser der Meter weiter gegangen waren, rannte der Gendarm Tiek ihnen Lathams Debüt. turnenden Arbeiter den Beweis schuldig geblieben, daß in den nach, Jude folgte. Als die Gendarmen die Arbeiter erreicht Der Konkurrent Blériots beim Ueberfliegen des Kanals, Hubert Arbeiter- Turnvereinen irgendetwas ungehöriges geschehen wäre. hatten, schlugen sie mit Knüppeln auf sie ein, Latham, der Inhaber des Höhenrekords von Reims , hat sich am Aber als ungehörig galt den Behörden schon das, daß Arbeiter wobei einer der Gendarmen sagte: Da haben wir ja die Donnerstag zum ersten Male durch drei Flüge am Tempelhofer Felde den Versuch machten, in der turnenden Arbeiterjugend den Geist Schweinehunde." Natürlich ließen sich die Arbeiter von den ihnen produziert und trotz der imponierenden Leistungen Orville Wrights der Arbeiterklasse zu pflegen. Darum wird den Turn- unbekannten Angreifern nicht ruhig verprügeln. Dem Gendarm Jude fofort einen überaus günstigen Eindruck gemacht. warten der Arbeiter- Turnvereine der Unterrichtserlaubnisschein wurde der Stock entrissen. Er griff nunmehr zum Stevolver, schlug Latham unternahm am Vormittag vor einer Kleinen Zahl ge berweigert, ohne den jezt Jugendlichen"( bis zu 21 Jahren!) damit erst auf die Arbeiter und dann gab er den verhängnisvollen ladener Vertreter der Presse einen Flug von 10 Minuten, dann um tein" Turnunterricht" mehr erteilt werden darf. Darum hat Schuß gegen den 8immerer Adolf Herrmann ab, 4 Uhr nachmittags vor dem massenhaft erschienenen Publikum zu­allerneuestens das Provinzialschulkollegium sogar einem pensio- der diesen in den Unterleib traf. Darauf verschwanden die nächst einen solchen von 25, später einen weiteren bon 10 Minuten nierten Lehrer, der beim Turnverein" Fichte" in Schüler- und Gendarmen im Dunkel der Nacht. Adolf Hermann fant, tödlich Dauer. Alle drei Flüge bewiesen, daß der französische Aviater mit Lehrlingsabteilungen Turnunterricht" gibt und den Unterrichts- verwundet in die Arme seiner Begleiter. Nach einigen Tagen, am dem englischen Namen seine Maschine ebenso wunderbar in der Gewalt erlaubnisschein hat, die Mitteilung zugehen lassen, daß es wegen 21. September, starb er in der Charité an den Folgen des Revolver - hat wie die Wrights thren Zweidecker. Da Orville Wright sich gleich der den von der Schule verfolgten 3weden ent- schusses, durch den ihn Gendarm niedergestreckt hatte. Er hinter Latham an der bevorstehenden Flugwoche von Johannisthal beteiligen gegenstehenden Bestrebungen dieses Vereins" ließ seine Witwe und si unmündige Kinder. wird, werden beide Flugmaschinentypen in bezug auf Schnelligkeit, ihm die Erteilung des Unterrichts" verbiete und bei Nicht- Nun nahm die preußische Gerechtigkeit ihren eigenartigen Lauf. Manövrierfähigkeit und Zuverlässigkeit ja am besten miteinander befolgung ihm den Unterrichtserlaubnisschein für Turnen sofort Der Arm der rächenden Justitia wandte sich nicht gegen die verglichen werden können. Einstweilen kann nur festgestellt werden, entziehen werde. Der Turnverein" Fichte" ist, so führten die Gendarmen. Nach dem in Preußen bewährten Muster ging die daß Lathams erste Flüge den französischen Aviater als sehr erusten Vortragenden weiter aus, ganz besonders heftig berfolgt worden, Gerechtigkeit einen anderen Weg. Die nächtlicherweile Sonkurrenten des Amerikaners erscheinen ließen. aber alle Abwürgungsversuche sind erfolglos gewesen. Mit überfallenen und mißhandelten Genossen des Eins hat der Monoplan Lathams vor dem Wrightschen Zwei­gleichem Stolz wie er kann kein Verein der Deutschen Turner- Getöteten sollten auf die Anklagebant. Die beiden decker entschieden voraus: die gefälligere Form. Während wir einen schaft" auf seine Schüler- und Lehrlingsabteilungen sehen, die Gendarmen, die angaben, sie hätten sich zu später Nachtstunde in naiven Zuschauer den Apparat Wrights eine Leiter" nennen hörten, Jugend ist ihm treu geblieben und wird ihm treu bleiben. Wenn Zivilkleidern aus einer Kneipe tommend! im Dienst befunden, sieht Lathams Eindeder einer riefigen Libelle ähnlich oder besser die Behörden glaubten, ihm seine Arbeit an der Jugend unmöglich erstatteten gegen die Arbeiter eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung noch einem fliegenden Fisch mit breit Klaftenden Libellenflügeln. machen zu können, so haben sie danebengehauen. Auch der Prozeß und Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Diese Anzeige war Diese Form des Monoplans entspricht weit mehr unserer Vorstellung gegen Wildung und gegen den Vorwärts"-Redakteur Genossen jedoch so grundlos, daß nach dieser Richtung hin überhaupt eines fliegenden Wesens als die an den Kastendrachen erinnernde Weber, die zum Ungehorsam" gegen die Anordnungen des Pro- feine Anklage erhoben wurde. Aber ruhe störenden Form des Zweideders. Es sieht ungemein reizvoll aus, wie der vinzialschulkollegiums aufgefordert haben, wurde von beiden 2ärms sollten sich die Arbeiter schuldig gemacht haben Apparat Lathams die Luft durchfegelt. Der Effekt der Flüge wurde Referenten gestreift. Da der Termin zur Hauptverhandlung un- und deswegen wurde anch gegen fie Antlage erhoben. noch dadurch gesteigert, daß Latham sich ständig in einer Höhe von erwartet vertagt worden war, so konnte über den Ausgang noch Doch das Schöffengericht Oranienburg sprach 40-50 Meter hielt. Nach diesem Anfang dürfen wir den weiteren nicht berichtet werden. Die Referate wurden mit stürmischem sämtliche Angeklagte frei. Auch die von der Staats- Vorführungen mit Interesse entgegensehen. Beifall aufgenommen, und in der sich anschließenden Diskussion anwaltschaft angerufene Berufungsinstanz, das wurde dem Bilde dieses Kampfes der bürgerlichen Klasse um und Landgericht Berlin III, fam zu einem freisprechenden Der Abonnementverein von Dienstherrschaften für franke Dienste gegen die Arbeiterjugend noch mancher charakteristische Strich hinzu- Urteil und legte ferner der Staatstaffe auch ein boten zu Berlin hielt am Mittwochabend im Architektenhause eine gefügt: Folgende Resolution wurde beschlossen: äußerst seltener Fall die den Angetlagten erwachsenen außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Gleich nach Eröffnung Die heute, den 22. September 1909, in der Brauerei Kosten der zweiten Instanz auf, weil die völlige Reihe von Mitgliedern Einladungen ergangen waren. Der Vorstand der Sigung erhob sich ein kleiner Sturm darüber, daß nur an eine Königstadt( bezw. im Böhmischen Brauhause) tagende Turner- Schuldlosigkeit der Arbeiter und der oben wieder wollte nichts davon wissen und der Vorsitzende, Herr Thesing, und Volksversammlung nimmt mit Entrüstung Kenntnis von gegebene Tatbestand erwiesen war. erklärte, daß vielleicht einige Aufsichtsratsmitglieder privat Ein­dem Vorgehen des Provinzialschulfollegiums gegen die Arbeiter. Das Strafverfahren gegen die beiden Gendarmen einzuleiten, ladungen verschickt hätten. Diese Erklärung wurde indes sehr miß­Turnvereine, das sich herausnimmt, die Arbeiterjugend bis wurde von der 5. Division mit der Begründung abgelehnt: trauisch aufgenommen. Zuerst wurde ein Antrag auf Erhöhung des zum vollendeten 21. Lebensjahre unter Schulaufsicht zu stellen. Die beschuldigten Gendarmen hätten in dienstlicher Eigenschaft Reservefonds um 200 000 m., also auf 500 000 m., verhandelt, der Sie verurteilt dieses Vorgehen auf das schärfste. Sie erblickt die Personalien der lärmenden Arbeiter feststellen wollen, dabei seien damit begründet wurde, daß an den Verein Ansprüche auf Gro hierin nicht allein ein Vorgehen gegen die Arbeiter- Turnvereine, sie von den Arbeitern angegriffen und ihrer Stöcke beraubt worden. weiterung der Leistungen gestellt werden. Der Antrag fand keine sondern gegen die gesamte Arbeiterschaft. Sie verpflichtet sich Jude habe dann, um sich der überlegenen Gegenpartei zu erwehren rung der Leistungen gelangte nur der eine auf Gewährung Mehrheit in der Versammlung. Von den Anträgen auf Erweite daher, die Arbeiter- Turnvereine in diesem Kampf ideell und und den gegen die Staatsgewalt geleisteten Widerstand zu brechen, von freien Arzneimitteln und Verbandsmaterial zur Annahme. Daß materiell zu unterstützen. In der Erkenntnis, daß die Deutsche geschossen! der Arzt frei nach der Wohnung des erkrankten Dienstmädchens Turnerschaft der Urheber und die treibende Kraft in diesem Eine Beschwerde der Witwe des erschossenen tomme, wenn die Erkrankte offensichtlich nicht zum Arzt kommen Kampfe ist, und in Erwägung, daß die Deutsche Turnerschaft Genossen Herrmann wurde vom Gericht der Land- könne, dieser Antrag wurde abgelehnt und auch von den Aerzten, zu zwei Dritteln aus Arbeitern besteht, wird erwartet, daß gendarmerie zurückgewiesen. Hingegen wurde ein Strafverfahren die zahlreich in der Versammlung vertreten waren, bekämpft. Ein diefe Mitglieder sich bewußt werden, was sie sich selbst schuldig gegen den Genossen Stadthagen eingeleitet, weil dieser durch Antrag, Zahnersatz und Füllungen der Zähne zu gewähren, wurde sind: der Deutschen Turnerschaft den Rücken zu fehren und ein- die Darlegung in öffentlicher Versammlung, daß ein Mörder in bei Entbindungen, wenn ein Mädchen in Not ist und länger als ein ebenfalls abgelehnt und ebenso die Gewährung von Unterstützungen zutreten in die Vereine des Arbeiter- Turnerbundes." diesem Fall frei herumlaufe, eine Beamtenbeleidigung begangen Jahr bei einer Herrschaft in Dienst stand. Die beiden letzten An­Dem Turnverein Fichte " wird nun durch diese Drang habe. Dies Verfahren wurde eingestellt, nachdem Stadthagen träge wurden auch vom Vorstand nicht zur Annahme empfohlen. falierung nicht etwa das Lebenslicht ausgeblasen. Die Lehrlings- bei seiner verantwortlichen Vernehmung erklärt hatte, was er gejagt Von der so pomphaft angekündigten Erweiterung der Leistungen" abteilungen müssen die Turnhallen räumen, wie die Schüler- habe, halte er aufrecht und werde Beweis dafür antreten. Er verbleibt also nur die Gewährung von freier Medizin und Verbandss abteilungen schon vor Jahren sie räumen mußten. Aus den brachte die Angelegenheit am 6. Februar 1908 im Reichstag zur Sprache zeug. Stärkungsmittel wie Wein und sogar Milch wurden ertra Männer- und Damenabteilungen werden die noch nicht 21 Jahre und verlangte, daß endlich strafrechtlich gegen, die beiden Gendarmen ausgeschlossen, bleiben also nur die Pillen und Pülverchen übrig. alten Mitglieder ausgesondert, und diese Abteilungen dürfen eingeschritten werde. Endlich, am 19. Juni 1908, entschied das Da war es lein Wunder, daß die Versammlung von einer Er dann weiter die Turnhallen benutzen. Für alle Jugend Reichsmilitärgericht auf eine Beschwerde der Genossin wollte. Die Vorstandsmitglieder schilderten sehr beweglich, wie not­höhung der Beiträge von 7,50 M. auf 10 M. nichts wissen lichen" wird der Verein fortan im ausgiebigsten Maße das Herrmann, daß das Strafverfahren gegen den Gendarmenwacht wendig die höheren Beiträge seien. Herr Rosenow rechnete aus, Spiel pflegen, woran teine Kabinettsorder und keine Ministerial- meister Jude einzuleiten sei, aber nicht wegen Mordes oder wegen daß der Verein in 2 Jahren pleite wäre; die Krankenhauskosten instruktion ihn hindern kann. Gerade das wird den Einfluß der Totschlags, fondern weil derselbe hinreichend verdächtig erscheint, hätten sich erhöht, die Rezepte wären teurer geworden und jetzt turnenden Arbeiter auf die Arbeiterjugend nur noch steigern. während des Dienstes den Zimmerer Adolf Herrmann vorfäßlich fommen noch die freien Pillen dazu. Schließlich wollte man mit und unter rechtswidrigem Gebrauch seiner Schußwaffe körperlich 9 M. Beitrag auch zufrieden sein. Es half aber alles nichts, es verletzt und dadurch den Tod desselben verursacht zu haben."

Partei- Angelegenheiten.

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Die Strafverfolgung des Gendarmenwachtmeisters Ties lehnte das Reichsmilitärgericht ab, weil Frau Herrmann zwar in bezug auf Jude, nicht aber in bezug auf Tieß zur Einlegung der Be­schwerde beim Reichsmilitärgericht berechtigt sei.

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waren zu viel Bockbeinige in der Versammlung, die daran erinnerten, daß im letzten Geschäftsjahre 31 000 m. Ueberschuß erzielt wurden von 318 000 M. befize. Ganz zart nur wurde auch darauf hingewiesen, und daß man außer dem Reservefonds von 300000 M. noch ein Vermögen daß die Verwaltung recht teuer arbeite, kurz, die notwendige Dreis viertelmajorität war nicht zu haben, und als per Hammelsprung" abgestimmt wurde, da standen 58 schwarzen Schafen 140 weiße, die 9. zahlen wollten, gegenüber, die Erhöhung der Beiträge war also abgelehnt.

Fünfter Wahlkreis. Billetts zur Urania Borstellung am Sonntag, den 26. September, nachmittags Die Verhandlung gegen den Gendarmenwachtmeister Jude fand 4 Uhr, find noch bei Rausch, Winsstr. 12, und bei Hahnisch, Auguststr. 50( Vorwärts" Spedition) zu haben. Preis am 11. August 1908 vor dem Kriegsgericht der 1. Gardedivision 70 Bf. inklusive Garderobe. Zahlreiche Beteiligung erwartet statt. In diesem Verfahren bekundeten sieben Zeugen den Sach­Der Vorstand. verhalt so, wie wir ihn eingangs refapituliert haben. Außerdem Mit bangem Herzen legte der Vorstand zum Schluß noch einen Schenkendorf bei Königs Wusterhausen . Am Sonnabend, den wurden der Gendarmentachtmeister Tieß und Dr. Rosenthal Antrag auf Bewilligung von 20 000 m. für den Unterstützungsfonds 25. Sept., abends 8 Uhr, findet die Mitgliederversammlung des sowie der Bahnsteigschaffner Nice I als Beugen bernommen. Tiek früheren Versammlungen bewilligt, aber man wollte 60 000 m. bei­der neun Angestellten des Vereins vor. 40 000 m. waren schon in Wahlvereins im Lokale des Herrn Bätsch statt. Tagesordnung wird behauptete, er und der Angeklagte scien den Arbeitern nach fammen haben, um die Angestellten zu entschädigen, falls sie durch in der Versammlung bekannt gegeben. Der Vorstand. gelaufen, um ihre Personalien festzustellen, Jude habe sich die neuen Versicherungsgefeße ihre Stellungen verlieren. Die Hohen- Neuendorf . Sonntag, den 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, beim Abgeben des Schusses in Notwehr befunden. Die beiden Opposition regte sich auch hier, aber die verlangte Summe wurde wird auf dem hiesigen Friedhof ein Denkstein für den Genossen anderen Bengen behaupteten, der Bruder des Erschossenen habe mit schließlich bewilligt.