Nr. 117. 27. Jahrgang.
Die achtklassige Volksschule
die Schule der Zukunft.
Bum Streit um die achtklassige Volksschule hat der Deutsche Lehrerverein" durch seine Statistische Zentralstelle" eine Umfrage in mehr als hundert Gemeinden veranstaltet, deren Ergebnis jest vorliegt und in der" Pädagogischen Zeitung"( Statistische Beilage für Mai 1910) bekanntgegeben wird. Beranlaßt wurde diese Arbeit durch die in Berlin hervorgetretenen Bestrebungen, das hier seit 1902 bestehende Achtklassensystem der Gemeindeschule wieder auf ein Siebentlassensystem zurückzuschrauben. Gegenüber der voreiligen Behauptung, daß das Achtklassensystem in Berlin sich nicht bewähre, wollten die Freunde dieser Schulreform durch die Umfrage die Leistungen der achtklassigen Schule beleuchten. Von den deutschen Orten, die bereits Achtklassenschulen haben, find 106 in der Zusammenstellung des Umfrageergebnisses berüd fichtigt worden. In den beigefügten Erläuterungen wird hervorgehoben, daß die achtklassige Volksschule schon längere Zeit im Königreich Sachsen, im Großherzogtum Hessen, in Thüringen , im Großherzogtum Oldenburg und auch in Preußens Regierungsbezirk Wiesbaden besteht, dagegen in den übrigen Teilen Preußens und in einigen anderen deutschen Staaten erst im letzten Jahrzehnt entstanden ist. Fast allgemein zeigt sich in neuester Zeit eine Be. w gung zur Achtklassenschule hin, die in den östlichen Gieten Preußens noch schwach ist, aber in den westlichen Gebieten stärker hervortritt und in den anderen deutschen Staaten durchweg erkennbar ist.
Sonntag, 22. Mai 1910.
follte, sich in ihrer Schulentwidelung in Gegensatz zu der womöglich die Rückkehr zum Siebenklassensystem durchzusehen, die allgemeinen Bewegung stellen würde."
Witterungsüberücht vom 21. Mai 1910, morgens 8 Uhr.
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Entwickelung nicht hindern wird. Er schließt seine Betrachtungen Die Achtklassenschule gilt als die höhere Schulform, das ergeben mit folgenden Säßen:" Die Volksschule soll man nicht anders audie auf den Fragebogen eingegangenen Antworten mit wenigen Aus- sehen als jede andere Lehranstalt. Solange man in höheren und nahmen. Eingeführt wurde sie zwar in manchen Gemeinden nur mittleren Schulen die Vereinigung von zwei oder drei Jahrgängen aus äußeren Gründen( Zunahme der Schülerzahl, Ueberfüllung der nicht als einen Vorzug ansieht, sondern als einen durch die Um Oberklassen), aber in der großen Mehrzahl der Fälle ist man zu ihr stände zuweilen veranlaßten Notbehelf, soll man es auch bei den fortgeschritten, weil so ein besserer Schulerfolg erwartet wurde. Daß Volksschulen tun. Solange wir acht Schuljahre haben, muß auch die Erfahrungen mit der Achtklassenschule ungünstig gewesen seien, für jeden genügend großen Ort die einhellige Parole lauten: Gebt wird nur ganz vereinzelt berichtet. Wo über ungünstige Erfahrungen uns die achtklassige Schule!" In Berlin lautet leider die Parole des Stadtfreisinns: geklagt wird, da findet sich der Zusak, daß sie nicht dem Achtklassen. system, sondern den zu hohen Anforderungen des Lehrplans zu nehmt uns die achtklassige Schule! buchen seien. Aus Berlin weiß das Umfrageergebnis nichts über ungünstige Erfahrungen zu melden, obwohl hier, wie gesagt, die Rückkehr zur Siebenklassenschule erwogen wird. Die meisten Orte beantworten die Frage, ob ungünstige Erfahrungen gemacht wurden, mit einem glatten Mein". Manche unterstreichen ihr„ Mein" noch durch besondere Zusätze. So sagt Fulda : wir sind sogar im Gegenteil mit dem Erfolg äußerst zufrieden"; Dresden : im Gegenteil, niemand denkt an Abänderung dieses Systems"; Darmstadt : zu folchen Erwägungen ist man überhaupt noch nicht gekommen, man ist mit dem achtstufigen System in Stadt und Land sehr zufrieden"; Bremen :" hier sind alle Beteiligten damit sehr zufrieden"; und fo weiter. Der Erfolg des Achtklassensystems wird in der Regel gemessen an der Zahl der Kinder, die es bis zur Klasse I bringen. Diese Zahl ist in den verschiedenen Orten sehr ungleich groß. Berlin antwortete, daß nur 4,31 Proz. aller Gemeindeschulkinder in Klasse 1 saßen und 43,32 Broz. aller abgehenden Gemeindeschulfinder aus Klasse I entlassen werden konnten. Einzelne Orte haben noch geringere Ziffern, die meisten aber konnten über schr viel bessere Erfolge berichten. Im Königreich Sachsen besonders reicht der Anteil der in Klasse I fizenden Kinder meist bis dicht an 10 Proz. aller Schulkinder heran, und manche Orte meldeten sogar noch über 10 Proz. Auch der Anteil der aus Klasse I Entlassenen ist dort sehr viel höher als in Berlin , oft liegt er über 80 Proz., in einigen Fällen geht er sogar über 90 Proz. hinaus. Jm allgemeinen ist der Anteil um so niedriger, je jünger die AchtI assenschule ist. Erst nach längerem Bestehen ist auf bessere Erfolge zu rechnen.
Nur vereinzelt find die Fälle, in denen das achtklassige System wieder abgeschafft wurde( in Apenrade und in Teuchern ) oder dem nächst abgeschafft wird( in Görliß, das dafür das Siebentlassensystem mit Oberstufe" bekommt) oder durch eine verkümmerte Form ersetzt wurde( in Kassel , wo jetzt ein Siebenklassensystem mit Abschlußklasse" besteht). Aus den meisten Orten wird die Frage, ob Nückkehr zum Sieben- oder gar Sechsklassensystem erwogen worden ist, beantwortet mit" Nein"," Niemals"," Man denkt gar nicht daran" usw. Aus einigen Orten Preußens( Calbe , Salle, Rem scheid ) wird gemeldet, daß allerdings die Regierung etwas Der artiges wünscht oder zu wünschen scheint. Berlin beantwortet die Wo die Achtklassenschule schon seit langem besteht, hat die UeberFrage nach etwaigen Rüdkehrplänen mit" Ja". Demgegenüber zeugung von ihrer Ueberlegenheit gegenüber anderen Schulformen sagt der Bearbeiter der Statistik:" Es leuchtet ohne weiteres ein, sich festgesetzt. Der Bearbeiter des Umfrageergebnisses nennt die daß die Beseitigung der achtklassigen Schule ein Achtklassenschule die Schule der Zukunft und meint, Schwimmen gegen den Strom ist und daß die Reichs- daß auch das in Preußen hier und da hervortretende Bestreben der hauptstadt, wenn sie zur siebenklassigen Schule zurüdkehren| Regierung, die Mehrung der Achtklassenschulen zu erschweren und
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Winden.
Wafferstands- Nachrichten
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Rhein, Maximiliansau 458
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Köln
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