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Baf btm Dampf«Leapakd Wilhelm", d««esellschast»oviling gehörig hat am Sonntag auf der Abfahrt von Zwiebufch ein Fahr- gast eme braune Handtasche liegen lassen. Auf Beftagen einiger junger Leute hat eine Frau in der Meinung, es sei die ihrige, die Tasche an sich genommen. Die betreffende Frau wird gebeten, die Tasche, in der sich u. a. auch Schlüssel befanden, an Max Werner, Reichenberger Str. 72, v. V, abzugeben. Vorort- Nacbncbtem Eharlottendurg. Eine» imposanten Verlauf nahm die öffentliche Versammlung, die am Freitag, den 19. d. M.. auf dem.Spandauer Bock' statt- fand. Etwa 10 00 Personen aus Charlottenburg und Spandau waren gekommen, um den Vortrag de? Genossen Fritz gubeil über.Die politische Lage' zu hören. In treffenden oft vom Beifall der Versammlung unterbrochenen Ausführungen schilderte der Referent die Misere unserer gegenwärtigen politischen Verhältnisse. Aus- gehend von den Hottentottenwahlen des Jahres 1907 gab er ein Bild der politischen Entwickelung Deutschland » seit dieser Zeit und betonte insbesondere, daß an den gegenwärtigen traurigen Ver« Hältnissen nicht zuletzt die Wähler von 1907 schuld seien, die sich durch die Wahl von bürgerlichen Abgeordneten diese Zuchtrute selbst gebunden hätten. Stürmische Zustimmung von den zahlreich anwesenden StaatSarbeitern wurde dem Referenten gezollt, als er die mißliche Lage der Staatsarbeiter in Parallele stellte mit der kolossalen Erhöhung der Zivilliste. Zum Schluß forderte Zubeil die Versammelten auf, schon jetzt dafür zu sorgen, daß der im nächsten Jahre zu wählende Reichstag ein anderes Bild biete als der gegenwärtige mit seiner regierungsfrommen und bewilligungö- wütigen Mehrheit. Reicher Beifall lohnte dem Referenten für seine trefflichen Ausführungen, und da zur Diskussion niemand das Wort wünschte, wurde die Versammlung nach einem kurzen, kräftigen Schlußwort des Vorsitzenden geschloffen. Wilmersdorf . Die geistliche Schulaufsicht in Wilmersdorf ist aufgehoben worden. Dem Kreisschulinspeltor ist von der Regierung nachstehende Ver« fügung zugegangen:.Auf Antrag der Stadt Deutsch -Wilmersdocf werden die bisherigen Ortsschulmspektionen über die städtischen Gemeindeschulen hierdurch aufgehoben und die Rektoren der letzteren auf Grund des Ministerialerlasses vom 25. Juli 1894 Ihnen un- mittelbar unterstellt. Für die Rektoren gilt die im amtlichen Schul- blatt veröffentlichte Dienstanweisung vom 24. Dezember 1902.' Tchöneberg. Der Ärbeiterturnverein Schiinederg veranstaltet am Sonntag, den 28. August, ein großes volkstümliches Schauturnen auf dem Spielplatz an der Rubensstraße. Anfang 4 Uhr. Eintritt frei. Infolge andauernder Turnhallenentziehung turnt die Lehrlings- abtcilung des Vereins jeden Mittwoch und die Männerabteilung jeden Freitag abends von 8 10 Uhr in OeffS Festsälen, Haupt- straße S/6. Freunde der freien Turnerei sind sehr gern gesehen. Friedenau . DaS Elektrizitätswerk der Gemeinde Friedenau ist vom 1. Juli an in den Betrieb der Berliner Vororteleklrizitätswerke übergegangen. Trotzdem die Gemeinde in den paar Jahren des Bestehens dieses Werkes schon erhebliche Ueberschüsse verzeichnen kann, wird der lukrative Betrieb einer Privatgesellschaft übertragen, augenscheinlich zu dem Zwecke, weil diese die Ausbeutung der Arbeitskräfte viel ungenierter und von der öffentlichen Meinung viel unbeeinflußter betreiben kann. Auch will man sich auf diese bequeme Art die Kosten, die eine eventuelle spätere Pensionierung der Angestellten verursacht, vom Halse schaffen. Die An- gelegenheit ist selbstverständlich in geheimer Sitzung beraten und beschlossen worden. Für die Oeffentlichkeit wäre es interessant gewesen, die Behandlung dieses Punktes zu beobachten. Dabei hätte man einmal einen Vergleich anstellen können, ob diese ivichtig! An- gelegenheit mit der gleichen Gewissenhaftigkeit und mit ebenso viel Sachverständnis behandelt worden ist wie vor kurzer Zeit die Frage der Beseitigung des Hundemistes von den Bürgersteigen. Auch wäre cS interessant gewesen, einmal zu erfahren, welche Stellung ein ein« flußreicher Gemeindevertreter, der in sehr nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu einer Person in leitender Stellung bei den Berliner Borortselektrizitätswerken steht, in dieser Sache ein- nahm. Der Vertrag ist auf 28 Jahre abgeschlossen und es sollen angeblich für den Gemeindesäckel jährlich 50 000 bis 60 000 M. mehr herauskommen wie wenn die Gemeinde das Werk in eigener Regie weiterführt. Man hat der Gemeinde bei Festsetzung der Bezugsbedingungen verhältnismäßig weitgehendes Mitbestimmungsrecht überlassen, was sich unsere Genieindeväter be- sonders hoch anrechnen. Sicher ist jedoch, daß Friedenau durch dieses Manöver der Gesellschaft nur als Köder benutzt werden soll, um anderen Gemcindeil die Ueberlassung ihrer Werke an eine privat- kapitalistische Gesellschaft schmackhaft zu machen. Steglitz . Ein Nederfall ist in der vorgestrigen Nacht in der Schloßstraße verübt worden. Zwei dort wohnhafte junge Damen, die in Berlin auf einem Vergnügen gewesen waren, kehrten gegen 2 Uhr heim, als ein junger etwa 25 jähriger Mann auf sie zutrat und ein Ge- fpräch mit ihnen anknüpken wollte. Er wurde aber abgewiesen und in dem Augenblick, als eine der beiden Frauen die Haustür öffnete, drängte sich der Unbekannte in die Haustür hinein und zog die junge Dame nach. Er versetzte ihr einen wuchtigen Schlag auf den Kopf und warf sie zu Boden. Der Angreifer entriß dann der auf den Boden liegenden die goldene Taschenuhr und ergriff die Flucht. Der Täter konnte bisher nicht ergriffen werden. Zehlendorf . Beim Spielen auf der Straße hätte am Sonnabendabend gegen 8 Uhr der vierjährige Sohn einer arnien Portierfrau aus der Schmidtstr. 35 leicht seinen Tod finden können. Der Kleine lief gegen einen in schneller Fahrt befindlichen Postwagen. Glücklicherweise wurde er durch den Wagen beiseite geschleudert, so daß er nur eine stark blutende Wunde am Hinterkopf davontrug. Es kann nicht genug davor gewarnt werden, daß die Kinder die Straße zum Tummelplatz nehmen. Tempelhof -Mariendorf . Am Mittwoch, den 24. August, abends 8'/, Uhr, findet bei Apelt, Tcmpclhof, Berliner Str. 41/42, eine Mitgliederversammlung der Vereinigung Jugendheim statt. Tagesordnung: 1. Wahl des Bor« standes. 2. Können wir ein Jugendheim gründen? Fricdrichshagen. Gekentert ist vorgestern auf dem Müggelsee ein mit zwei Per- sonen besetztes Ruderboot, als die Insassen die Plätze wechseln wollten. Der Vorfall war vom Restaurant Bellcvue aus beobachtet worden, worauf mehrere Ruderboote und ein Motorboot der be- treffenden Stelle zueilten. Es gelang ihnen nach vielem Be- mühen, die beiden vor dem Tode des Ertrinkens zu retten. Trebbin (®re!5 Teltow). In der WnhlvereinSverfammluug wurden infolg« der letzten Agitationen mehrere Aufnahmen von weiblichen Mitgliedern voll- zogen. Alsdann gab Genosse Koppen einen ausführlichen Bericht der Kreisgeneralversammlung. Im Punkt Parteiangelegenheiten waren mehrere Genossen der Kellnerorganisanon aus Luckenwalde erschienen, welche durch den Genossen Hegewalt-Berlin vom Hauptverband ihre Wünsche vortragen ließen. Sie riefen die Unterstützung der Genossen insofern an, daß dieselben sich bei Veranstalrungen nur von organi- perlen Kellnern bedienen lassen möchten. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Genosse Dinnler, als Lokalkommissionsmitglied Genosse Winter und Genosse Schütze al« Revisor gewählt. Unter Ver- jchiedcuem wurde die Einführung von Leseabenden für weibliche Mitglieder und solche, die eS werden vollen, angeregt. Htermtt wird sich die nächste Versammlung noch beschäftigen. Reinickendorf -West. Ueber das Thema:.Staat und Kirche' referierte in einer öffent- lichen Versammlung Genosse U n g e r. Nach dem mit Beifall auf- genommenen Vortrag meldeten sich eine Anzahl Versammlungs- besuch« zum Beitritt in den Wahlverein: außerdem erklärten sich über 100 Personen zum Austritt aus der Landeskirche bereit. Vor und nach der Versammlung brachte der Arbeitergesangverein Einigkeit ein stimmungsvolles Lied zum Vorttag. Tegel . Die letzte Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm zunächst den Bericht der letzten Kreis-Generalversammlung entgegen. Hieran knüpfte sich eine längere Debatte, die sich hauptsächlich mit der Badenser Angelegenheit beschäftigte. Von allen Rednern wurde die Disziplinlosigkeit und parteischädigende Handlung scharf verurteilt. Beschlossen wurde ferner, einen Unterrichtskursus abzuhalten. Am ersten oder zweiten Sonnabend im November soll ein Kunstabend stattfinden. Die Neuwahlen zur Bezirksleitung wurden insofern erledigt, als Genosse Massa sich bereit erklärte, die Geschäfte vor- läufig weiterzuführen. An Stelle des Genoflen Gutschow wurde Genosse Beiermann als zweiter Bezirksleiter gewählt. Ein Antrag, diejenigen Genossen, welche durch ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen sind, gesperrte Lokale zu besuchen, mit keiner Funktion zu betrauen, wurde einstimmig angenommen. Des weiteren wurden die Mitglieder auf die am 10. September beginnenden Lichtbilder- Vorträge aufmerksam gemacht. Karten find bei den Bezirksführern zu haben. Auf dem letzten Sommerfest ist ein Regenschirm stehen geblieben. Derselbe kann in der Konsumverkaufsstelle, Schlieperstr. 70, abgeholt werden. Tpanda«. Wied« ein Reinfall der Polizeiverwaltung. Einen Strafbefehl von 3 M. wegen gewerbsmäßigen VerteilenS von Handzetteln hatte der Genosse Paul D. erhalten. Sein hiergegen eingelegter Einspruch halte vor dem Schöffengericht Erfolg. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht' machte folgende Ausführungen: Die Polizei, welche mit ihren Strafbefehlen wegen unentgeltlichen VerteilenS kein Glück habe, versuche es jetzt mit der einzigen Möglichkeit der Be- sttafung, die das Kammergericht noch frei ließe, nämlich der wegen GewerbSmäßigkeit. Im vorliegenden Falle könne aber davon keine Rede fein, da der Angeklagte nur einmal Zettel ver- teilt und hierfür 2,00 M. erhalten habe. Dies könne man un- möglich als GewerbSmäßigkeit ansehen. Der Amtsanwalt und das Gericht schloffen sich diesen Ausführungen an und erkannten auf Freisprechung. Auf Veranlassung d« Vorstände ewig« Krimkenkasse» hat der Magistrat sich nun doch enffchloffen, in der neuerrichteten Wald- erholungSstätte warmes Mittagessen zu verabreichen. Infolgedessen werden die Kassen der Erholungsstätte Pattenten, allerdings vorerst nur männliche, zuweisen._ Hus aller Melt. BtUtzen der ßefelircbaft Der Dortmunder Bankkrach läßt allerhand Sumpfblasen an die Oberfläche steigen. Handelsschuldirektor a. D. und Bücherrevisor a. D. Hartwig hat nun auch eine stille Zelle bezogen, um seinem Freunde Ohm Gesellschaft zu leisten. Man weiß nicht recht, wer der größere Macher ist: Ohm oder Hartwig. Es scheint, daß Hartwig der eigentliche Schieber war und alle die großen Aktionen resp. Spekulationen eingeleitet hat. Hartwig war der eigentliche Gründer verschiedener Unternehmungen der Niederdeutschen Bank, so des Dortmunder Brauhauses, der Allemania-Brauerej in Langendreer und der Lünener Bank. Hartwig kam vor etlichen Jahren nach Dortmund ohne einen Pfennig Geld zu be-fitzen. Er wurde hier v e r- eideterB ücherrevisor, doch wie er es trieb, war es mit dies« Tätigkeit bald vorbei. Als Handels schul dir ekkor mußte er sein Amt quittieren, als er die Gründung des Brauhauses borgenommen und in den AufsichtSrat dieser Gesellschaft eingetteten war. Seitdem widmete er sich ganz den Geschäften Ohms, was ihn jedoch nicht hinderte, gelegentlich noch als S a ch- verständiger an Gerichts st elle aufzutteten, so noch beim Konkurs der S o e st e r Bank, und seine volle Schale der Entrüstung über Korruption und schwindelhafte Spekulation(!) der Bank zu ergießen. Dazu paßten übrigens auch famos die religiösen Wandlungen des Herrn Hartwig. Als er von Wien nach Dortmund kam, war er noch Jude; um besser fortzukommen, wurde er katholisch und dann, als er merkte, daß katholisch nicht mehr Trumpf war, wurde er zuletzt evangelisch. Ein Kollege des Hartwig, der Handelsschullehrer a.D. Müller, hat sich ebenfalls auf seinen Vorteil verstanden; er schuldet der Bank rund 700 000 Mark. Doch Herr Müller befindet sich weit vom Schuß; er fitzt in Zürich und beehrt von da aus die Dortmunder Presse mit Zuschriften. Der vierte in der Galerie ehrenwerter Mannet ist Dr. jur. Nolden, Syndikus der Niederdeutschen Bank in Frankfurt . Dieser He« wurde im Jahre 1902 in Elberfeld zu dr eck' Monaten Gefängnis verurteilt, weil er sich schwer gegen die Vorschriften des LnwaltstandeS vergangen, indem er zwei gegnerische Parteien zu gleicher Zeit in ein und derselben Sache vertrat. Auf Ver« Wendung guter Freunde wurde ihm die Strafe im Gnadenwege erlassen, jedoch wurde er aus dem Anwaltstande ausgeschloffen. Nolden hat bei den bedenklichen Gründungen der Bank als Justitiar eine Rolle gespielt. Er war gleichzeitig Direltor der Maschinen- bauanstalt Alten-Essen, Direktor der Aktiengesellschaft für luftlos- elastische Fahrzeugbereifung in Dortmund , Direktor der Motoren- und Lastwagen-Akliengesellschaft sMulag) in Aachen und Direktor der Gummiwerke in Frankfurt a. M. Die ultramontane.Tremonia' regt sich noch fortwährend auf über die.widerlichen Schmähartikel' gegen ihren Freund Ohm, fie kann sich aber endlich beruhigen, denn die Parität ist doch nun völlig gewahrt: Ohm, frommer Katholik; Maiweg und Nolden, Protestanten; Hartwig, getaufterJude. Wahrlich, ein hübsches Ouattett l Die bürgerlichen Zeitungen hatten bisher geflissentlich ver- schwiegen, daß auch städtische Beamte Schuldner der.Niederdeutschen' seien. Jetzt, nachdem die sozialdemokratische Presse der Katze die Schelle umgehängt hat, steht sich doch der DortinuiiderGeneral- anzeiger ' bemüßigt einzugestehen, daß.die Sache ungefähr ihre Richtigkeit' hat. Strandung eines englischen Panzerkreuzers. Auf einer Uebungsfahrt im Gelben Meere ist der eng- lische Panzerkreuzer,Bedford" am Sonntag in der Nähe der koreanischen Insel Ouelpaert gestrandet. Durch die Kata- strophe sind 18 Seeleute ums Leben gekommen. Die japanische Regierung hat nach Bekanntwerden des Un- glucks sofort mehrere Kriegsschiffe nach der Strandungsstelle abgesandt, doch besteht wenig Hoffnung, das Schiff zu rettm. Aeroplanrundflug durch Halbeuropa. Die Pariser Zeitung.Journal' hat einen Preis von 200 000 Frank gestiftet für eine große internationale Aeroplanrund- fahrt Paris Berlin Srüsfel Londou Pari», welche im November 1911 zum AuStrag kommen soll. DaS .Journal' wird den Club de France ersuchen, die Leitung zu über« nehmen, und wird mit dem gleichen Ersuchen an die Aeroklubs Deutschlands , Belgiens und Großbritanniens herantreten. Die Aviatiker aller Länder sollen eingeladen werden. Sollte die Rund« fahrt unerwarteterweise nicht zustande kommen, dann soll der Preis von 200000 Fr. für eine Rundfahrt durch Frankreich verwandt werden._ 6»nc Stadt von flammen umgeben. Die großen amerikanischen Waldbrände dauern seit einigen Wochen mit unvermindert« Heftigleit fort. Besonders ist die kleine Stadt W a l l a c e im Staate Idaho durch das Feuer sehr bedroht. Der etwa 5000 Einwohner zählende Ort ist durch einen Flammen- gürtel, der an einzelnen Stellen 500 bis 600 Meter breit ist, vollständig eingeschlossen. Wie ein Telegramm meldet, machen die Einwohn« verzweifelte Ver- suche, sich zu retten. Der dritte Teil der Stadt soll bereits niedergebrannt sein, wobei viele Leute in den Flammen ihren Tod fanden. Bisher hat man 25 Tote gefunden. Auch mehrere andere Ortschaften sind durch das Wüten der Brände schwer bedroht. In Mifsoula sind Tausende von Flücht- lingen angekommen, viele davon nur notdürftig bekleidet, da sie mitten in der Nacht vor dem Feuer flüchten mußten. 180 For st beamte werden vermißt, man befürchtet, daß sie den Flammen zum Opfer gefallen sind. Cholera«nd Pest. In den von der Cholera betroffenen Ortschaften Italien ? find auch in den letzten 24 Stunden wieder eine Anzahl neuer Er- irankungen und Todesfälle festgestellt worden. In T r a n i erkrankten neu neun Personen, fünf starben. In A n d r i a wurde ein neu« Fall und ein Todesfall konstattert, in Barletta drei neue Fälle und zwei Todesfälle, in R u v a ein tödlich ver« laufener Fall. In Corignola find drei Personen neu erkrankt und zwei gestorben. Wie aus I a s s y in Rumänien gemeldet wird, find in der Moldau neuerdings mehrere Fälle von Cholera vorgekommen. Die Regierung hat die um» faffendsten Maßnahmen gegen eine Weiterverbreitung der Seuche ge­troffen. Die Pest macht in Odessa immer weitere Fortschritte. Während sie sich bisher auf das Armenvicrtel beschränkte, verbreitet sie sich jetztlang samüberdie ganze Stadt. ES ist für die Stadtverwaltung sehr schwierig, die Berbeitung d« Seuche zu hindern, da sich ein großer Mangel an Aerzten bemerkbar macht. Der Parteivorpand in Qnarantäne. Der' italienische Parteivorstand, d« gemeinsam mit der Par­lamentsfraktton am 17. und 18. d. M. in Bari eine Zusammen» kunft abhielt, um üb« die süditalienischen Berhältnisse in Hinblick auf die periodischen Lrbeitermetzeleien zu beraten, ist. wie die Ragione ' berichtet, von der Polizei ersucht worden, der Gefahr der Choleraverschleppung wegen die Stadt bis auf weiteres nicht zu verlassen. Glücklicherweffe dauert die Quarantäne heute nicht mehr, wie ihr Name andeutet, 40 Tag«. Die verzauberten Banknoten. Unser römischer Korrespondent berichtet un» über ein charakteristisches Vorkommnis, das beweist, wie leicht sich dreiste Schwindler die durch religiösen Aberglauben«zeugte Umviffenheit zu nutze machen können. In Cuneo sPiemont) stellten sich ein« Bauerfrau zwei unbekannte Frauen vor, die derselben anrieten. sieben irr dem Besitze der Bäuerin befindliche Hundertlirescheine an sie abzuliefern, da diese Scheine verwünscht feien, weil sie durch gottlos« Hände gegangen waren. Die Bauerftau lieferte den Unbekannten in gutem Glauben die Scheine aus, die nach Rom zum hl. Bater zur Segnung geschickt werden sollten. Ader es scheint, daß der Fluch die Scheine nicht verlaffen will, denn die Bauerftau wartet noch heute auf ihre Rückkehr. Kleine Notizen. Explosion in einem Kruppschen Laboratorium. Am Montag- vormittag ist in Essen das Laboratorium des Kruppschen Schieß- standes infolge einer Explosion in die Luft geflogen. Bei dem Unglück, das durch Entzündung einer kleinen Menge Pulver während des Laborierens mit Munition entstand, sind Verluste an Menschenleben nicht zu verzeichnen. Durch die Explosion sollen etwa 32 000 Kilogramm Munition vernichtet worden sein. Durch eine Feu«sbru»st find in der Nacht zum Sonntag in der württembergischen Ortschaft Thalheim zehn Häuser zer- stört worden. Ein zehnjähriger Knabe ist in den Flammen umgekommen. Mord und Selbstmord. In Weinheim (Baden ) erhängte sich am Sonntag ein 10 jährig« Afljeit« Witermann in seiner Wohnung. Aus einem blutgetränkten Zettel hinterließ er die Mitteilung, daß er ein junges Mädchen durch mehrere Messer- st i ch e in einem nahen Wäldchen ermordet habe. Die furchtbar zugerichtete Leiche der Ermordeten wurde an dem angegebenen Orte aufgefunden. Ein Feldwebel als Mörder. In Hanau «schoß am Sonntag der Zeugfeldwebel Müller seine ehemalige Geliebte, die Verkäuferin Jffland, weil diese das Verhältnis mit ihm gelöst hatte. Der Feldwebel wurde verhaftet. Bor dem Hungertode gerettet. Wie ew Telegramm aus Plymouth meldet, ist der britische Schoner.Sterling' durch Stürme etwa 800 Seemeilen aus seinem Kur» getrieben ivorden. Der Mannschaft waren die Lebensmittel schon seit vier Tagen ausgegangen, so daß sie dem Hungertode nahe war. Da traf den Schoner auf seiner Fahrt der deutsche DampferPrinz Joachim', der der darbenden Schiffsmannschaft Lebensmittel sowie einen Arzt an Bord sandte. Bei ein« Explosion in einem Feuerwerkslaboratorium in Valenzia in Spanien wurde eine Person getötet, sieben Personen schwer verletzt. Wieder ein Eisenbahnunglück in Frankreich . Ein am Sonntag auf dem Nordbahnhof in Paris abfahrender Personenzug stieß bei der Ausfahrt mit einer Lokomotive zusammen, welche den Lokomottvschuppen verließ. Durch den Zusammenstoß erlitten sieben Personen mehr oder minder schwere Verletzungen. Bei einem Flugversuche stürzte in C o u r tr a i t(Belgien ) der Aviatiker de Boeder mit seinem Doppeldecker ab. Der Apparat wurde vollständig zertrümmert, der Aviatiker schwer verletzt. Lmfliasten der Redahtion. W. K. 4. Ohne Einsicht in das Urleil des Schiedsgerichts läßt sich die Frage nicht bcantioortcn. Zimmerer 100. Stellen Sie Schadenersatz­ansprüche an die Stadtgemeinde, zu Hände» des Magiitrats. W. I. 101. Eine gesetzliche Verpflichtung bestedt nicht, wenn da? Kind vor der Eheschließung geboren ist. Unwissender, t. Die Bellellimg eines RechtSanwairs ist erforderlich, wenn Sie Widerklage oder überhaupt Ein- Wendungen erheben wollen. Bei Nichlbestellung eines Anwalts werden nur die Klagebehauptungen berücksichtigt. 2. So lange ein Gerichtsbeschluß nicht vorliegt, besteht für Sie keine Herausgabepflicht. I.«. 35. Ja. R. 88. Sie können bei Weigerung verklagt und verurteilt werden. Vom Lohn ist dasjenige pfändbar, was Sie lausend mehr als 28,85 M. wöchentlich verdienen. Hermann W. 455. 1. und 2. Nein. 3. Ja. F. F. 99. 1. Wenn Sie die behauplele Verabredung mit dem Wirt beweisen können, so können Sie selber weiter ocnnieteii. 2. Klagen aus Einräumung, auch Zahlung der Miete verweigern. W. St. 100. U. E. haben Sie keinen Anspruch aus Umreiguuug de» Grundstücks.