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Nr. 305. 27. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt. Freitag, 30. Dezember 1910.

Partei- Angelegenheiten.

ständnis, daß fie zu diesem Vorgehen genötigt seien durch die in nicht vorgefunden wurden. Bekleidet ist die Tote mit blauem den letzten Jahren verstärkten Angriffe gegen ihren Stand und durch Rock, schwarzem Jadett, schwarzen Strümpfen, blauem Unterrod, Un­den mangelnden Schutz ihrer Interessen in der Tagespresse. Es weißer Unterkleidung, schwarzem Schnallengürtel. Die Wilmersdorf Halensee. Heute Freitag, abends 8 Uhr: muß doch weit gekommen sein mit der modernen Psychiatrie, wenn bekannte trägt eine goldene Brosche und an der linken Hand einen Generalversammlug des Wahlvereins im Gesell- sich von ihr der größte Teil der deutschen Tagespresse abkehrt. In goldenen Ring mit kleinem Stein. Bei der Toten wurde ein schaftshause, Wilhelmsaue 112. Auf der Tagesordnung stehen außer der bereits gebildeten Stommission für die Schaffung eines folchen in dem die Adresse Ella Hentschel, Berlin , Zwinglistr. 25, einges Portemonnaie mit 1,10 M. Inhalt und einem kleinen Kalender, einem Vortrage von Dstar Riedel über Kommunale Arbeiter- Rechtsschußbureaus sind die Meinungen über den Wert desselben sehr tragen war, vorgefunden. Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmt politik", Abrechnungen sowie sonstige Vereinsangelegenheiten. geteilt. Einer der geachtetsten, freimütigsten Psychiater, der Sanitäts- und nach der Köpenider Friedhofshalle übergeführt worden. Der Vorstand. rat Dr. von Ehrenwall in Ahrweiler , erhebt warnend seine ge­Tegel. Morgen Sonnabend, den 31. Dezember, bei Julius wichtige Stimme. Es müsse entgegen dem bisherigen Prinzip mittag in der Dragonerstraße, der Schendelgasse und der Alten Eine Jagd hinter drei Zigeunerinnen erregte gestern nach­Klippenstein, Spandauer Straße 4: Silvesterfeier des Wahlvereins. wichtige Stimme. der verständigen Laienwelt, sofern fie fich nicht in Schönhauser Straße einiges Aufsehen. Die Weiber hatten in dent Eintritt und Tanz gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches frei. Die Bezirksleitung. rein wissenschaftliche Fragen hineinmische, das Recht das Recht der Stohlenfeller von Müller in der Dragonerstr. 19 zwei Kohlen­Hermsdorf i. M. Morgen Sonnabend, den 31. Dezember, Kritik an Irrenhauszuständen um so mehr zugesprochen werden, anzünder gekauft, mit einem zwanzigmarkstück bezahlt und von abends 8 Uhr, im Schüßenhaus( Jnh. Haase), Dranienburger als auch die Frrenärzte selbst feineswegs immer wissenschaftlich dem Wechselgeld drei Mark gestohlen. Als der Händler das merkte, Chaussee: Große Silvesterfeier, veranstaltet von den Parteigenossen, arbeiten, sondern vielfach ebenfalls auf den gesunden Menschen. fandte er seinen Abträger hinter ihnen her. Dieser sah die unter Mitwirkung des Arbeiter- Gesangvereins" Nordische Klänge". verstand" angewiesen sind. Diese praktischen Momente überwiegen 8igeunerinnen aus dem Laden des Partiewarenhändlers Le Hierzu ist die gesamte Arbeiterschaft besonders eingeladen. Der sogar die klinischen bei sehr vielen Internierungen und Ent- winski in der Dragonerstr. 12 kommen und machte den Geschäfts­Eintritt ist vollständig frei. mündigungen. Deshalb sei es ratsam, daß die Psychiatrie fich be- mann auf den Diebstahl bei seinem Arbeitgeber aufmerksam. Jetzt

Berliner Nachrichten.

Zum Zweckverbandsgeset

auch

sonders bei Begutachtung der sogenannten Grenzfälle" mehr Vorsicht auferlegt.

Das ist deutlich genug und gibt ehrlich zu, daß die moderne Psychiatrie an bedenklichen Schäden krankt. Notwendiger scheint der Rechtsschuß für die von Frrenärzten und ihren Helfershelfern ver­gewaltigten Personen. Und an solchem Schutz fehlt es heute er freulicherweise nicht mehr, wenn auch die schweren Gesamtschäden erst durch eine Reichs- Jrrengesetzgebung beseitigt werden können.

Erlebnisse eines Berliner Generalkonsuls.

schreibt eine offiziös bediente Korrespondenz:" Es handelt sich um zwei gesetzgeberische Maßnahmen, mit denen sich der Land­tag zu beschäftigen haben wird. Einmal wird zur Vorlage gelangen ein allgemeines Zweckverbandsgesetz und ferner ein Gesetzentwurf betreffend eine Vereinigung von Berlin mit den anliegenden Stadt- und Landgemeinden zur Wahrung Erpressungen, bei denen es sich um bekannte Berliner Persön­einzelner kommunaler Angelegenheiten.- Das allgemeine lichkeiten handelt, beschäftigen augenblicklich die Staatsanwalt­Zweckverbandsgesetz wird eine örtliche und fachliche schaft des Landgerichts I . Der Erpressung beschuldigt sind der Erweiterung der bisherigen Grundsätze des Zweckverbands- Privatdetektiv Strölau und ein Fräulein Kaiser, die sich beide wesens bringen; eine örtliche Erweiterung, weil sie auf wegen der ihnen zur Laft gelegten Verbrechen in Untersuchungs­alle Provinzen ausgedehnt werden sollen. Die in der Land- haft befinden. Den Erpressungen gehen folgende Ereignisse voran: Bis vor kurzer Zeit wohnte in Berlin ein aus Desterreich stammen­gemeindeordnung geregelte Verbindung nachbarlich belegener der Agent Groß mit seiner Frau. Frau Groß, die durch ihre Gemeinden zum Zwecke gemeinsamer Wahrnehmung kommu- Schönheit allgemein auffiel, verstand es sehr rasch, eine große An­naler Angelegenheiten bezieht sich nur auf die sieben östlichen zahl von Bekanntschaften aus den Kreisen der Berliner Haute­Provinzen, ferner auf Schleswig- Holstein und Hessen- Nassau . finance zu machen. Einer ihrer Verehrer, den sie in ihre Neße Der Geltungsbereich dieser Bestimmungen soll nun für die verstrickte, war ein Berliner Generalfonful, der sich von Frau G. Zukunft auch auf die anderen Provinzen ausgedehnt werden. in ihre Wohnung einladen ließ. Bei diesem Zusammensein wurden In sachlicher Beziehung liegt die Erweiterung darin, daß das die Beiden von dem Gatten der Frau Groß überrascht, der nicht Recht der Verbindung benachbarter Gemeinden, das heute nur den Generalfonful durchprügelte, sondern ihn auch noch zur nur zwischen Städten und Landgemeinden besteht, auch auf Sergabe eines Wechsels in Höhe von 15 000 m. beranlaßte. Am eine Verbindung von Städten mit Städten ausgedehnt tonful ohne jeden Anstand honoriert. Es gelang den Eheleuten, nächsten Tage wurde der Wechsel präsentiert und von dem General­werden soll. noch weitere Summen, insgesamt etwa 33 000 m., von dem General In dem für Berlin vorgesehenen Gesetzentwurf sind, wie tonful zu erlangen. Diese Vorgänge gelangten zur Kenntnis des schon gemeldet, drei interkommunale 3wede als inzwischen verhafteten Fräulein Kaiser, die die Geschichte weiter Basis der Vereinigung in Aussicht genommen. 1. Das Ver- erzählte. Auf diese Weise erfuhr auch der Generalfonful, daß hältnis zu den Bahnen( Straßen- und Schnellbahnen). 2. Die feine Beziehungen zu Frau Groß bekannt geworden waren und Mitbeteiligung im Baufluchten- und Bauordnungswesen. strengte einen, Beleidigungsprozeß gegen Fräulein Kaiser an. Er 3. Die Schaffung und Erhaltung eines Wald- und Wiesen- nahm aber die Klage schließlich wieder zurüd und zahlte an das gürtels. Im Bereiche dieser Zuständigkeit wird es der Fräulein Kaiser den Betrag von 5000 M., da fie ihm damit ge­droht hatte, daß sie die Angelegenheit der großen Oeffentlichkeit Entwickelung des Verbandes vorbehalten bleiben müssen, unterbreiten würde. Im ganzen erlangte sie von dem General­eine einheitliche Bahnpolitit im Verbandsgebiet zu begründen, konsul durch ihre Drohungen 9000 M. Trotzdem erschien eines fich ferner an der Schaffung größerer Durchgangsstraßen Tages in einer Berliner Wochenschrift ein Artikel, der die Affäre und deren Anschlußgebieten zu beteiligen und das Verhältnis behandelte. Daraufhin tauchte ein gewisser Frölich auf, der sich zu den fiskalischen Waldungen in der Umgegend von Berlin im Interesse der erholungsbedürftigen Bevölkerung des Groß­stadtgebietes förderlich zu gestalten. Die Gesamtbevölkerung des neuen Verbandes Groß- Berrin würde gegen 4 Millionen Einwohner zählen."

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Wesentlich Neues enthält die vorstehende Mitteilung nicht. Wir können nur wiederholen, was wir fürzlich forderten: Unterbreitung des Gesezentwurfs an die städtischen Körper­schaften Groß- Berlins vor Einbringung im Landtage und Ein­holung deren Gutachten.

mit Briefen an den Generalkonsul wandte und von ihm erhebliche Summen verlangte, wenn die Angelegenheit völlig totgeschwiegen werden solle. Auch dieser Frölich soll namhafte Summen von dem Generalfonsul erhalten haben. Die Anklagebehörde steht auf dem Standpunkt, daß Frölich mit dem verhafteten Detektiv Strölau identisch ist. Man nimmt ferner an, daß die Großschen Eheleute, deren Aufenthaltsort augenblicklich unbekannt ist, mit dem er­preßten Gelde des Generalkonsuls und eines Großfinanziers, der von dem Ghepaar um 90 000 m. geschädigt sein soll, ins Ausland geflüchtet sind. Die Verteidigung der beiden Beschuldigten haben die Rechtsanwälte Dr. Schwind und Bredereck übernommen.

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sah auch Lewinski genau zu und entdeckte, daß die Weiber ihn mit der Wecheselfalle um 20 M. geprellt hatten. Während zwei sich ein Stück Kattun ansahen, ohne etwas zu kaufen, ließ die dritte ein Zwanzigmarkstück wechseln und steckte das Goldstück mit dem Silbergeld wieder ein. Die Betrogenen sezten nun, vom Publi­tum unterstüßt, den Diebinnen und Schwindlerinnen nach, bis sie sie auf einem Straßenbahnwagen in der Alten Schönhauser Straße trafen. Zwei Schuhmänner holten die Weiber vom Wagen herunter und brachten sie nach der Wache des 15. Reviers.

Eine Niederlassung der Kruppschen Werke in der Nähe von Berlin . Schon seit längerer Zeit hegte die Firma Krupp in Essen die Absicht, unmittelbar an dem Großschiffahrtswege Berlin­Stettin eine umfangreiche Niederlassung zu errichten, um so mit der Reichshauptstadt und der Festung Spandau in unmittelbare Berührung zu kommen. Dieser Plan scheint nunmehr verwirk­licht zu werden. Der Magistrat von Spandau hat vor kurzem die sogenannten Rustwiesen am rechten Havelufer für den Preis von zirka 1 400 000 M. angekauft und steht mit den Kruppschen Werken wegen des Weiterverkaufs dieses Geländes in Unterhandlungen, die allerdings noch nicht abgeschlossen, aber voraussichtlich demi­nächst zu einem befriedigenden Resultat führen dürften. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag vor dem Hause Dunderstr. 76. Der sechsjährige Sohn des in dem Hause wohnhaften Tapezierers Baul Franke wurde von einem gleichaltrigen Knaben beim Judianeripiel mit einem Holzsäbel derart in das linke Auge gestoßen, daß es fofort auslief.

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Zwei Kautionsschwindler sind wieder einmal unschädlich ge­macht worden; ein 38 Jahre alter früherer Buchhalter Richard Breuer aus der Kurfürstenstr. 148 und ein 44 Jahre alter Agent Theodor Neumann, der wegen Betruges wiederholt bestraft ist, zuletzt mit vier Jahren Zuchthaus. Die beiden lernten sich kennen, als Breuer im Frühjahr dieses Jahres durch eine Zeitungs­Neumann, der damals annonce einen Geldvermittler suchte. gerade aus dem Zuchthaus tam, bot sich als Vermittler an und machte gleich mit Breuer zusammen in der Chauffeestr. 104 ein Banfgeschäft" auf. Geld hatte keiner von beiden, und dennoch sollte ihre Haupttätigkeit in der Gewährung von Darlehen bestehen. Das Geschäft war also nicht ganz leicht. Aber die Gauner wußten fich zu helfen. Sie nahmen Kassierer an, die Kautionen von 1000 bis 3000 m. bar zahlen mußten. So gewannen sie nicht nur Bes triebsmittel, sondern auch Geld für den eigenen Lebensunterhalt. zu tun hatten die Kassierer nicht besonders viel. Im wesentlichen brauchten sie nur die Möbel abzuschätzen, die jemand beliehen haben wollte, und die Abschätzungsgebühren einzuziehen. Lange fonnten sich aber die Schwindler nicht auf derselben Stelle halten, weil sie kein Gehalt bezahlten. Eines schönen Tages trennten fie sich, um von verschiedenen Stellen aus doch immer wieder ge meinsam zu arbeiten". Breuer ließ sich in der Kurfürstenstr. 148 nieder, nahm eine feine Einrichtung auf Abzahlung und bezahlte die Miete, die jährlich 1800 M. betrug, aus Bürgschaften, die er von neuem erschwindelte; Neumann machte in der Bülowstr. 97 das Kreditinstitut des Westens" auf. Der Schwindel blieb der­felbe. Die Angestellten, die ihr Geld opferten, hatten nichts zu

Der Weizen der Wahrsagezunft pflegt um Neujahr herum In der Silvesternacht läßt die Größe Berliner Straßenbahn tun und verloren alles. Auch jezt bekamen fie teinen Pfennig ganz besonders gut zu blühen. Es gibt ja außer den regel- zahlreiche Linien bis morgens im Betriebe. Auf den Linien Gehalt. Klagte jemand, so intervenierte der Möbelhändler. Holte mäßigen Stunden der Wahrsageschwindler noch genug Ein- Siemens Halste Bankow bezw. Nieder- Schönhaufen nach Mittel- dieser seine Sachen zurüd, so lieferte ein anderer gern eine neue fältige, die glauben, daß in der Silvesternacht allerlei über- straße anschließend an den Fahrplan verkehren folgende Sonderzüge: Einrichtung. Vor einigen Tagen erfuhr die Kriminalpolizei von Nachdem fie natürliche Zeichen und Wunder geschehen. Die Sitte des Blei- ab Pankow - Mendelstraße 12.10, 12.30, 12.50, 1.10, 1.30; ab Nieder- dem Gaunertreiben und machte ihm ein Ende. Schönhausen 12.30, 12.40, 1.00, 1.20, 1.40.- 5 Mittelstraßes Breuer in seiner Wohnung festgenommen und nach dem Unter­gießens und Bleideutens ist noch viel verbreiteter, als man de Friedrichstraße : nach Bankow- Mendelstraße 1.00, 1.20, fuchungsgefängnis gebracht hatte, wurde Neumann, der schon ein­in unserer Zeit fortschreitender Aufklärung annehmen sollte. 1.40, 2.00, 220; nach Nieder- Schönhausen 1.10, 1.80, 1.50, 2.10, mal in der Jrrenanstalt gewesen ist, plötzlich wieder frant und Sie wird durchaus nicht immer als ein bloßer Silvesterscherz 2.30. Nach Franz.- Buchholz, ab Prinzenallee( Ecke Beller- ging freiwillig nach Herzberge. Dort durchschaute man ihn jedoch, betrieben, sondern recht häufig mit einem Ernst, der schon mannstraße), 1.43( Anschluß an den Zug 1.20 ab Mittelstraße). erkannte ihn als ganz gesund und schickte ihn wieder nach Hause. wiederholt die unangenehmsten Folgen gehabt hat. Legt ein auf der Linie Behrenstraße- Treptow findet zwischen Behrenstraße Jebt wurde auch er hinter Schloß und Riegel gebracht. Als nun Wigbold und guter Gesellschafter in seine Deutung des ominösen und Treptow bis 1.54 Uhr nachts Behn- Minuten- Verkehr statt, der der Möbelhändler seine Sachen wieder abholen wollte, ergab sich, daß er auch diesen noch geschädigt hatte. Er hatte die auf Ab­Bleiguffes eine Fülle von Humor hinein, so will man sich letzte Wagen fährt von Treptow 1.10 ab. den Scherz gern gefallen lassen. Es kann die angeregte zahlung genommene Einrichtung lombardiert. Die beiden Schwind­Zum Stand der Maul- und Klauenfeuche auf dem Berliner ler haben nach den bisherigen Feststellungen acht Angestellte um Bunschstimmung nur steigern, wenn man aus dem Stückchen Schlachthof. Die immer wieder von neuem auftauchenden Fälle von etwa 15 000 m. betrogen. harmlosen Bleis, das zischend ins Wasser prasselt Maul- und Klauenfeuche zwingen die Veterinärpolizei immer schärfere und hier die wunderlichsten Formen annimmt, gar Maßregeln zur Bekämpfung der Seuche zu ergreifen, da die bis­mancherlei Gutes und Schönes zu hören bekommt. Aber da- berigen Maßregeln die Unterdrückung der Seuche nicht erzielten. mit begnügen sich die Einfaltspinsel noch lange nicht. Sie ist, wie die Allgemeine Fleischer- Zeitung" meldet, gestern an­laufen anderen Tages zur Wahrsagerin und werfen ihr das geordnet worden, daß fämtliche Schlachtkammern, Ställe sowie Trieb und Fahrstraßen auf das gründlichste zu reinigen und zu desinfizieren sauer verdiente Geld in den Schwindelrachen. Die meisten sind. Desgleichen soll auch die Reinigung der Schlacht- sowie bürgerlichen Blätter enthalten in diesen Tagen Hunderte von sonstigen Geräte vorgenommen werden. Die städtische Verwaltung Inferaten, mit denen Bleideuter, das heißt die gewerbsmäßigen hat gestern 180 Frauen und Männer angenommen, um die an­Wahrsager, ihre mehr oder minder gefährlichen Dienste an- geordneten Arbeiten zu bewältigen. Alles gestern noch lebende Vieh, bieten. Viele von ihnen sind so ziemlich harmlos und nehmen etwa 30 Rinder, mußte abgeschlachtet und das Fleisch, etwa 8 bis den Dummen ab, was sie wert sind. Andere tönnen es nicht 10 000 Zentner aus den Fleisch- und Schlachtkammern entfernt und Lassen, gerade aus dem Bleiguß allerlei Unglück zu prophe- in die Kühlräume auf den Schweineschlachthof gebracht werden. zeien und die ebenso nervöse als geistig beschränkte Kundschaft Das Luftschiff P. VI, das geftern vormittag um 10% Uhr in in langdauernde Aufregung zu versetzen. Bitterfeld aufgestiegen ist, überflog gegen 12 Ihr mittags Charlotten burg und landete kurz nach 1 Uhr in Johannisthat.

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Eine große Ueberschwemmung gab es gestern bormittag an der Ede der Wichmann- und Schillstraße. Dort war unter dem Straßen­pflaster ein großes Wafferrohr geplatzt. Durch den gewaltigen Drud wurde das Pflaster an mehreren Stellen aufgerissen, so daß die Wassermengen den Fahrdammi überschwemmten und in die Kellereien der Bäckerei von Baschte eindrangen. Durch mehrfachen Alarm wurde die Feuerwehr zu Hilfe gerufen. Es rückten nicht weniger als vier Löschzüge an, die aber nicht sonderlich in Tätigkeit traten. Bald waren auch Beamte der Wasserwerke zur Stelle, die das Wasser absperrten und dadurch die Gefahr beseitigten. Die Ueberschwemmung hatte eine größere Verkehrsstörung zur Folge.

Zusammenstoß zwischen Straßenbahn und Automobildroschke. An der Ede der Landsberger und Katharinenstraße geriet gestern die Automobildrojchle 9810 zwischen zwei aus entgegengefegter Rich tung kommende Straßenbahnwagen der Linien 46 und 65. Die Droichke wurde dabei fast vollständig zertrümmert, während an den beiden Bahnwagen nur wenig beschädigt wurde. Personen find nicht verletzt worden.

Der Schneefall am gestrigen Nachmittag, der gegen 3 Uhr ein­setzte und bis in die späten Abendstunden währte, hatte wieder zahl Eisenbahnerlos. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich in reiche kleine Unfälle zur Folge. Infolge der Kälte blieb der feste. der Nacht zum Donnerstag auf dem Schlesischen Güterbahnhof. fernige Schnee allenthalben auf den Straßen liegen und bildete eine Dort war der 22 jährige Bahnarbeiter Paul Kurz aus der Man­schlüpfrige, glatte Decke, auf der die Passanten leicht ins Gleiten teuffelstraße 65 beim Rangieren eines für die Ausfahrt bestimmten Als Graf v. Kaldreuth tritt seit vielen Jahren ein Gauner auf, tamen. Der Verkehr wurde durch den Schneefall start beeinträchtigt Güterzuges tätig. Er hatte sich auf einen von der Lokomotive der Betrügereien aller Art, besonders aber den Heiratsschwindel be. und namentlich die Omnibusse und Autobusse konnten sich nur abgestoßenen Waggon geschwungen und sprang von diesem dann treibt. Es ist ein Kaufmann Waldemar Spranger aus Dresden , schwer vorwärts bewegen. An den besonders gefährlichen Straßen- ab, als sich der Waggon noch im Rollen befand, K. kam zu Fall ein junger Mann von 28 Jahren. Der falsche Graf Kaldreuth, der freuzungen in der Leipziger und Friedrichstraße tvaren die und stürzte auf das Nebengleis, auf dem in diesem Augenblick aus fich zeitweise auch Graf Noné nannte, wurde bereits im Juni 1905 Schußmannsposten zur Regelung des Verkehrs verstärkt entgegengesetter Richtung eine Rangiermaschine herannahte. Ehe von der hiesigen Kriminalpolizei entlarvt und zu drei Jahren Ges worden. Ueberall entstanden kleine Verkehrsstockungen dadurch, sich der Arbeiter erheben fonnte, war er bereits von der Lokomotive fängnis verurteilt. Anfangs vorigen Jahres wurde er abermals daß die Pferde vor den Laft- und Personenwagen stürzten und nur erfaßt worden. Die Räder der Maschine gingen ihm über beide erwischt und wiederum zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, deren schwer wieder auf die Beine zu bringen waren. Besonders im Beine, die über den Knien glatt abgetrennt wurden. In be- größten Teil er noch zu verbüßen hat. Der Hochstapler wurde seit Norden Berlins , in der Brunnenstraße, mußten die größeren Ge- finnungslosem Zustande wurde der Verunglückte nach der Unfall- längerer Zeit vergeblich gesucht, bis ihn gestern morgen Beamte der fährte Vorspann requirieren, und häufig genug griffen Baffanten zu, station in der Warschauer Straße und von dort nach dem Kranken- Kriminalpatrouille in einer vornehmen Wohnung im Westen der Stadt um einen steckengebliebenen Wagen weiter zu befördern. Freilich hause Firedrichshain übergeführt, wo er in hoffnungslosem 8u- entdeckten und wieder festnahmen. passierte es auch oft genug, daß einer der Helfer zu Boden stürzte stande daniederliegt. und sich Duetschwunden zuzog. Besonders schlimm fam dabei der

Eine Presfolter ist der§ 11 des Preßgefeßes, der die Zeitungen Kaufmann Leo Duve, Petersburger Plaz 2 wohnhaft, davon, der Die Leiche eines unbekannten jungen Mädchens wurde Mitt- awingt, Berichtigungen aufzunehmen, selbst wenn sie an sich un­fich beim Fallen einen doppelten Armbruch und eine Gehirnerschütte- moch früh bei Hirschgarten aus der Spree gelandet. Die Tote, die wahr sind. Wir veröffentlichten dieser Tage eine Erklärung des rung zuzog. Auf der Hochbahn trat gegen 125 Uhr eine etwa etwa 18 bis 20 Jahre alt ist, dürfte entweder ein Hausmädchen Polizeipräsidenten in Sachen der Mohrschen Margari te, und heute 15 Minuten dauernde Betriebsstockung ein. oder eine Verkäuferin gewesen sein. Zweifellos handelt es sich erhalten wir schon wieder von der Firma Mohr u. Co. eine Be­um einen Selbstmord. Die Leiche muß bereits zwei Tage im richtigung, die sich zum zweiten Male gegen die polizeipräsident­Für die Gründung eines Rechtsschutzbureaus der Jrrenärzte" Waffer gelegen haben. Die Personalien der Verstorbenen, die lichen Mitteilungen wendet. Dieselbe lautet: wird in der psychiatrischen Fachpresse Stimmung gemacht. Die etwa 1,70 Meter groß und von kräftiger Gestalt ist, fonnten bis- In Ihrem geschäßten Blatte vom 25. b. M. veröffentlichen Herren Psychiater bequemen fich dabei zu dem weinerlichen Ges her nicht festgestellt werden, da irgendwelche Legitimationspapiere Sie einen amtlichen Bericht betr. Fütterungsversuche mit unserer