Nr. 91. 28. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Freitag, 21. April, Flugblattverbreitung Bezirken
von 7 Uhr abends an
Partei- Angelegenheiten.
Dritter Wahlkreis. Der Vortrag des Reichstagsabgeordneten Eichhorn findet heute abend 82 Uhr in tubes Festfalen, Alte Jakobstraße 75, statt. Der Vorstand.
Tegel . Die nächste Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet erst am Dienstag, den 25. April, ftatt. Die Bezirksleitung. Potsdam . Heute Mittwoch: 3ahl abend in allen Bezirken. Sonntag, den 23. April: Flugblattverbreitung.
Oster- Sonnenschein
Mittwoch,
two, 19. April 191
in den
Groß- Berlins.
Druck auf der Rüdseite offensichtlich nichts Stichhaltiges geltend Der Maulforbzwang für Hunde soll im Landespolizeibezirk gemacht werden. Berlin , also in Berlin , Charlottenburg , Schöneberg , Wilmersdorf , In den§§ 13, 14 wird endlich gesagt: Hunde und andere Rigdorf, Lichtenberg , Borhagen- Rummelsburg und Stralau mit dem Tiere dürfen von dem Käufer in die dem Nahrungs- und Genuß- 1. Mai d. J. beseitigt werden. Der Polizeipräsident trägt damit mittelverkehr dienenden Räume nicht mitgebracht werden. Das im wesentlichen einem Antrage des Deutschen Tierschutzvereins Rech Betasten der zum Verkauf ausliegenden Back- und Fleischwaren nung, der den lebhaften Wunsch hat, den ewigen Mißhelligkeiten und und sonstiger zum Genuß ausgestellter Mittel feitens der Käufer Streitigkeiten des Publikums mit den Fangbeamten seiner Depots ist verboten und darf von den Verkäufern nicht zugelassen werden." verwaltung ein Ende zu machen. Dem Antrage des Deutschen TierZweifelsohne ist es sehr wünschenswert, daß diesen berechtigten schutzvereins dürfte um so mehr entsprochen werden, als auch nach AnBestrebungen Rechnung getragen wird. Aber zu bedenken ist, daß sicht weiter und fachverständiger Kreise der Maulforbawang als veraltet der Verkäufer oft- 3. B. bei großem Andrange gar nicht be- und unnötig für die Sicherheit des Publikums angesehen wird. Tatsache obachten kann, ob Tiere von den Käufern mitgebracht oder von ist jedenfalls, daß der Maulforbzwang im Auslande im allgemeinen diesen Waren betastet werden. Durch bösartige Denunziationen unbekannt ist, daß er auch im Inlande auf plattem Lande und in tönnte also nach dieser Fassung auch ein Verkäufer, der das Be- kleineren Orten nirgends besteht, und daß auch viele größere Ge streben hat, der Verordnung gerecht zu werden, alle Augenblicke meinden ihn entweder beschränkt oder beseitigt haben. So besteht bestraft werden, ohne daß ihn eigentlich ein Verschulden trifft. zum Beispiel der Maultorbzwang in Paris , London und Hamburg Allerdings besagt der Schlußparagraph: Zuwiderhandlungen nicht, ebensowenig in den Nachbarorten Grunewald , Köpenid, lachte am Feiertagsmorgen über dem festlich gestimmten werden mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder mit Haft bis zu vierzehn Friedrichshagen und Weißensee , ohne daß sich Unzuträglichkeiten Groß- Berlin. Es waren mit einemmal ein paar echte, rechte Tagen bestraft." Nach dieser Fassung könnte also auch das Publi- daraus ergeben haben oder der Wunsch nach Abänderung dieses Frühlingstage angebrochen, denen auch die ziemlich steife tum, das Tiere mit in die Läden nimmt oder Ware antastet, be- Bustandes in der Bevölkerung laut geworden ist. Auch Potsdam Sonntagsbrise teinen allzu merklichen Abbruch tat. Alt und traft werden. Und hier würde wohl der Schwerpunkt der tat- und München haben den Maulkorbzwang nur für größere Hunde sächlich noch nötigen Erziehungsarbeit an unserem laufenden belaffen. Selbstverständlich wächst mit der Aufhebung des Maultorbjung freute sich, daß man sich in der Natur ergehen konnte. Publikum liegen. Wenn sich auch die Unfitte des Antastens" start awanges die Verantwortung des Hundebefizers, der gut daran tun Fast schon im grünen, wonnigen Mai wähnte man sich in vermindert hat, so wäre es wohl für eine gewisse Uebergangszeit wird, seinen Hund nach wie vor mit einem Maulforb zu versehen, fühnem Ueberschwang der Stimmung und war herzlich froh, nur billig, wenn man nicht gleich das grobe Geschütz der Be- wenn er des gutartigen Charakters des Tieres nicht sicher sein sollte, daß die unangenehmen Aprilschauer der letzten Wochen uns strafung auffährt, sondern zunächst bei der ersten Uebertretung denn der Hundebefizer ist für den eventuellen Schaden haftbar. Um nicht auch noch weiße Ostern" beschert hatten. In aller eine Berwarnung" eintreten läßt. diese Verantwortung zu unterstützen, ist in der neuen Verordnung Die geplante Polizeiverordnung ist das zeigen schon diese die polizeiliche Anordnung des Maulforbes für bösartige Hunde Morgenfrühe flizen Hunderte von Radfahrerkolonnen geräusch Ausführungen über einen Teil der erwogenen Bestimmungen oder solche Hunde, die Menschen gebissen haben, ausdrücklich vor los über das Großstadtpflaster zur ersten größeren Fernpartie, derartig einschneidend, daß alle Kreise ein berechtigtes Interesse gefeben. Außerdem müssen solche Hunde auf Antrag der Behörde und auf den Berliner Flußläufen und Seen ringsum baran haben, daß die Bestimmungen möglichst 3wvedentsprechend abgeschafft werden, wenn sich aus dem Verhalten des Besizers er wimmelte es schon von Ruder- und Segelbooten, die auf dem gefaßt werden. In dieser Hinsicht gibt es aber an dem Entwurf gibt, daß er entweder nicht den Willen oder nicht die Macht hat, für ihnen gewohnten Elenient noch etwas zaghaft die Frühlings- des Berliner Polizeipräsidiums noch viel zu verbessern. die Ungefährlichkeit seines Hundes einzustehen. Die Abschaffung des fühler ausstreckten. Am zweiten Feiertage, als der Wind Maultorbzwanges ist vorläufig nur als Verfuch anzusehen. abgeflaut und das Thermometer rapide gestiegen war, der Himmel blaute und die Sonne noch schöner strahlte, rüstete fich halb Berlin zum großen Osterbummet, der freilich an den Maffenspaziergang zu Pfingsten nicht heranzureichen pflegt. Es gab den bekannten Sturm auf die Verkehrsvehikel nach und von den Lungen" Groß- Berlins. Zum allzu langen Sigen im Freien war es aber noch nichts, frühzeitig dachte man an den Aufbruch. Gestern früh, am dritten der Feiertage, hing der Himmel abermals voller Geigen. Die nach Saft und Kraft lechzende Frühlingsnatur heischte vom Regen ihren Tribut. Nachher klarte es auf, und nun kamen auch die Festnachzügler zu ihrem Vergnügen.
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Dfterverkehr auf den Vorortftreden.
welche
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Der nene Siemens- Schuckert - Ballen unternahm gestern in der An den beiden Osterfeiertagen haben sich auf den zahlreichen Mittagstunde einen Ausflug über Berlin . Mit dem frischen Vorortbahnhöfen wieder Szenen abgespielt, die jeder Beschreibung Frühlingswind werden die mehr als 400 Pferdestärken des Siemensspotten. Besonders am zweiten Osterfeiertage, als abends die Ber- Schuckert augenscheinlich leicht fertig, wenn auch der Körper des liner Ausflügler heimkehrten, tam es zu recht bösen Auftritten. über 100 Meter langen unstarren Luftschiffes sich hin und wieder Toll ging es auf der Vorortstrecke Spandau Nauen zu. Auf dem ein klein wenig deformierte und durchbog. Dagegen hatte er Bahnhof in Nauen war es lebensgefährlich. Als dort abends um mit einem gefährlicheren Gegner start zu kämpfen, mit der 9,20 Uhr die Züge aus Kegin und Bößow usw. einliefen, war das strahlenden Mittagssonne. Gedränge so groß, daß zahlreiche Fahrgäste, besonders Frauen bar Diese erhizte das Luftschiff offenüber Gebühr und berlieh ihm durch bie Gas und Kinder, aus den Wagenabteilungen außerhalb des Bahnhofes ausdehnung einen so starken Auftrieb, daß die Leitung auf den Bahnkörper fielen. Am schlimmsten war es auf dem Bahn- des Schiffes diesem oft eine starke Neigung nach unten hof. Die beiden einzigen Fahrkartenschalter wurden gestürmt. Fahrgeben mußte, um dynamisch wieder tiefere und ruhigere Luftschichten farten gab es aber nur immer an einem Schalter, das Gedränge aufzusuchen. und Geschupse wurde noch vermehrt durch die ankommenden und erschien, rief es natürlich gewaltiges und berechtigtes Aufsehen im Ueberall, wo das gewaltige Luftschiff über der Stadt Eine neue Polizeiverordnung über den Nahrungsmittelverkehr. abfahrenden Fahrgäste, den engen Raum vor den wahrsten Sinne des Wortes hervor. Uns wird geschrieben: Das Berliner Polizeipräsidium bereitet eine Schaltern passieren mußten, wo am Eingang die Fahrkarten- Nachdem das Luftschiff längere Zeit über dem Häusermeer neue Verordnung über den gewerblichen Nahrungs- und Genuß- kontrolle stattfand. Der Vorortzug 9,45 Uhr konnte wegen des Berlins gekreuzt hatte, wandte ce fich in hartem Kampf mit dem mittelverkehr vor, der in den Kreisen der davon betroffenen großen Andranges erst nach 10 Uhr abgehen natürlich überfüllt. starken Seitenwind in nordwestlicher Richtung nach Alt- Landsberg , Händlerschaft sowohl als auch in denen des Berliner Publikums Auf der Station Finkenkrug warteten schon Hunderte von Fahrgästen Buchholz und Strausberg und kehrte dann über Hohenstein, Eggersdie größte Beachtung verdient. Die geplante Verordnung befindet auf den verspätet eintreffenden und überfüllten Zug. Trotz aller dorf und Mahlsdorf nach Biesdorf zurück, wo die Landung vor der fich noch im Stadium der Vorberatung, so daß ihre Fassung sowohl Proteſte wurden die Abteilungen wie bei Düppel mit Hurra im Halle glatt erfolgte. Obwohl alle drei Motoren arbeiteten, vermochte burch berechtigte Wünsche der Berliner Händlerschaft als auch Sturm genommen, ohne Rücksicht auf die den Eingang versperrenden das Luftschiff bei dem stetigen starken Winde keine allzu große Gedurch solche der großen Kreise des kaufenden Bublitums beeinflußt Damenhüte und Feſſelröde. Während der Fahrt kam es in mehreren schwindigkeit zu entwideln und hat während seiner 4 Stunden Abteilungen zu der allerschönsten Steilerei, wobei es auch an Mufit dauernden Fahrt etwa 200 Kilometer zurückgelegt. In der Gondel In der in Aussicht genommenen Verordnung wird zunächst in Gestalt von Hilferufen und wüstem Geschrei nicht fehlte. In befanden sich außer der Mannschaft und dem Führer Hauptmann bestimmt, daß die Räumlichkeiten, in denen Nahrungs- und Genuß- Spandau angekommen, fam der Schlußeffekt. Hier fehlten b. Krogh, Geheimrat b. Siemens und Generaldirektor mittel feilgehalten, zubereitet, aufbewahrt usw. werden, groß, Sinder, Großmutter jammerte Dr. Berliner. Die Fahrt war hauptsächlich uminommen hell und unmittelbar nach dem Freien luftbar sein müssen. Zu und Großvater verfluchte alle Eisenbahnen. Das Rennen worden, um die Brauchbarkeit des Ballons auch bei starkem Wind dieser Fassung macht die Berliner Handelstammer mit Recht den nach den Blägen war fast noch schlimmer als auf den zu erproben. Einwurf, daß die Bestimmungen außerordentlich dehnbar sind, so anderen Bahnhöfen. Respektiert wurde niemand, die Abteilungen daß sie in ihrer Durchführung die in Frage fommenden Inter - in der II. Klasse waren so überfüllt wie die in Beim Spielen ertrunken. Ein bedauerlicher Unfall spielte sich essenten ganz den Ansichten untergeordneter Polizeiorgane aus der III. Klaffe. Trotz allen Ungemachs waren alle Fahrgäste einig am zweiten Osterfeiertage nachmittags gegen 5 Uhr vor den Augen liefern. Den berechtigten Kern dieser Vorschrift wird man also im Räsonieren auf diese Zustände auf den Bahnhöfen und in dem zahlreicher Zuschauer an der Fischerbrüde ab. Dort spielte der neunwohl in andere Worte Kleiden müssen. Die weitere Bestimmung, Gelübde, niemals wieder zu Ostern nach Nauen oder Finkenkrng jährige Schüler Kurt Schlinsti, Fischerstr. 9 bei seinen Eltern wohndaß die Räume" frei von Ratten, Mäusen und sonstigem Un- mit der Eisenbahn zu fahren. Pfingsten wird natürlich wieder ge- haft, mit mehreren Kameraden auf der Straße. Der Kleine Sch. geziefer sowie von Pilzbildungen" sein müssen, wird das Publikum fahren, denn bis dahin sind die blauen Flecke, zerrissenen Kleider, letterte auf das Geländer und versuchte, sich auf die eiserne Stange mit großer Genugtuung begrüßen. Es läßt sich nicht verkennen, zerbrochenen Schirme und Stöde usw. wieder vergessen. daß in dieser Hinsicht wirklich in nicht wenigen Verkaufsläden usw. zu setzen. Dabei glitt er ab und stürzte in das Wasser, wo er so.
werden kann.
dort Onkel und Tanten.
genau
Wohnung geschafft.
noch viel zu bessern ist. Passiert es doch noch heute in Berlin ge= Arbeiter- Bildungsschule Berlin , Grenadierstr. 87, of geradezu fort verfant. Die alarmierte Feuerwehr vermochte nach einigen legentlich, daß ein" menschenfreundlicher" Bäder oder Schlächter 1 Treppe. Heute beginnen die Unterrichtskurse für das 2. Quartal. Minuten den Knaben, der bereits leblos war, ans Ufer zu schaffen. ben über eine herumlaufende Maus erschredt aufschreienden Wir erwarten von der Berliner Arbeiterschaft, daß sie sich durch Ein von der Unfallstation am Spittelmarkt hinzugerufener Arzt Frauen zuruft: Ach, lassen Sie doch die Tierchen! Davon haben zahlreichen Besuch an den Kursen beteiligt. Jeder Arbeiter, der sein stellte längere Zeit wiederbelebungsversuche an, die jedoch ohne wir eine ganze Menge!" Zubereitungs- und Verkaufsräume sollen in Zukunft weber Bissen erweitern will, muß die Bestrebungen der Arbeiter- Bildungs- Erfolg blieben. Die Leiche des Kindes wurde in die elterliche als Wohn- noch als Schlafräume benutzt werden dürfen. Dagegen schule fördern, wenn er zugleich die Bestrebungen der Arbeiterklasse dürfte wieder die Bestimmung, daß auch keine Abzugsröhren durch im allgemeinen fördern will. Der Lehrplan, den wir im Auszug fie hindurchgeführt werden dürfen, viel zu weit gehen. Hier macht unten folgen laffen, ist reichhaltig genug, jedes ernst Strebenden zeigt, daß der Chefarzt Dr. Neuter noch immer nicht ganz von Aus der Heimstätte Buch kommt wieder eine Klage, die uns mit Recht die Berliner Handelstammer geltend, daß nicht ein- Bedürfnisse zu befriedigen. feinen Selbstherrschermanieren lassen kann. Uns wird zusehen sei, intviefern die hermetisch verschlossenen Abzugsröhren Mittwoch, den 19. April: Einführung in den wissenschaftlichen mitgeteilt, daß er kürzlich einem Patienten, der an einer Krankenirgendwie Schaden bringen können. Diese Bestimmung dürfte Sozialismus. Erster Teil.( Die Grundsäge des wissenschaftlichen faffenwahl teilnehmen wollte, den Urlaub hierzu verweigert hat. alfo dahin zu ändern sein, daß die durchgeführten Abzugsrohr- Sozialismus.) Vortragender: Julian Borchardt . Donners. Als der Patient ihm vorhielt, daß laut Hausordnung ein Urlaub leitungen ständig in hermetisch verschlossenem Zustande zu halten tag, den 20. April: Rednerschule. Vortragender: Max Grun. Dr. Reuter, das gelte nicht für Krankenkassenwahlen. Weitere zur Teilnahme an Wahlen bewilligt wird, antwortete Herr sind, da sonst zahlreiche Räume, die geeignet sind, direkt unbrauchwald. Freitag, den 21. April: Gewerkschaftswesen.( Aus Versuche des Patienten, seinen Anspruch durchzusetzen, wurden von
ausgenommen werden."
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bar werden würden. Will man noch ein übriges tun, fo fann Theorie und Bragis.) Einleitungsvortrag. Vortragender: Emil Dr. Reuter abgesamitten mit der kurzen Erklärung: So etwas man borschreiben, daß diese Rohrleitungen in zvedentsprechender Dittmer.- Sonntag, den 23. April: Nationalötonomie.( Bank, gibt es hier nicht!" Wir sind der Meinung, daß einem Infaffen Weise zu verkleiden( isolieren) wären. Für die Räume, in denen Fleischwaren, Nahrungs- und Ge- Börsen und Kartellwesen.) Vortragender: Max Grunwald. der Heimstätte Buch auch zur Teilnahme an Kranken. nußmittel feilgehalten oder zubereitet werden, die ohne besondere Montag, den 24. April: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Erster Teil. tassenwahlen ein Urlaub gewährt werden muß. Es ist weitere Reinigung oder Zubereitung verzehrt zu werden pflegen,( Von der Urzeit bis zum Ausgang der Staufer.) Vortragender daher dringend zu wünschen, daß das Heimstätten- Kuratorium dem werden ein undurchlässiger und abwaschbarer Fußboden sowie leicht Julian Borchardt . Dienstag, den 25. April: Geschichte. Herrn Dr. Reuter strenge Anweisung gibt, so zu verfahren. zu reinigende Ausstellungsgegenstände vorgeschrieben. Außerordent( Alte Geschichte .) Vortragender: Dr. Alexander Conrady . Ein Mordversuch und Selbstmord riefen vorgestern in später lich einschneidend, ist der geplante§ 9: Solche Nahrungs- und GeArbeiter und Arbeiterinnen, fäumet nicht, der Arbeiter- Bildungs- Abendstunde in dem Hause Brunnenstr. 150 eine große Aufregung nugmittel, bei deren Herausnahme aus ihren Behältnissen die hervor. Dort versuchte der 30 Jahre alte Tapezierer Mag Bruchschen Hände der Verkäufer beschmutzt werden können( Seringe, faure ſchule beizutreten! Gurken), dürfen nicht mit den Händen, sondern nur mit hierzu Große Empörung rief vorgestern abend in der Greifswalder feine Geliebte Else Richter zu erschießen, verlegte sie ungefährlich am rechten Arm und tötete sich dann selbst durch einen Schuß Die immer nur für dieselbe Ware benutzt werden dürfen und stets Schuyleute nach der Polizeiwache hervor. Wie uns Augenzeugen eines 4 Jahre alten Sohnes. Seit einem Jahre lebte er von Frau geeigneten Geräten( Löffeln, Schaufeln, Spaten, Bangen, Gabeln), Straße unter den Baffanten der Transport eines Mannes durch zwei in die rechte Schläfe. Bruchschen war verheiratet und Vater fauber sein müssen, aus den Büchsen, Fässern, Käften usw. her des Borgangs mitteilen, wurde auf der Promenade des Straßen- und Kind getrennt. Inzwischen unterhielt er mit Else Richter ein Man wird dem Einwurf der Inter- zuges von einem Polizeibeamten ein Mann liegend aufgefunden. Liebesverhältnis. Das Paar machte häufig Ausgänge und traf fich essenten, daß 3. B. Sardellen, Sprotten usw. bei der Herausnahme Da derselbe sich unfähig zeigte, aufzustehen, wurde er von dem Be- auch oft in der Wohnung des Mädchens. Bon irgend einem Zwist mit einer Gabel beschädigt und dadurch unansehnlich werden, eine amten für betrunken gehalten. Im Publikum neigte man mehr zu wurde dort im Hause nie etwas gehört, bis vorgestern abend gegen gewiffe Berechtigung nicht absprechen fönnen. Auch der Gesichts- der Ansicht, daß der Mann frant war. Inzwischen war noch ein 11 Uhr gellende Hilferufe die Leute plöglich aus dem Schlafe punkt, daß aus einem annähernd geleerten Faß die letzten Gurken Schuhmann hinzugekommen, der sich nun in Gemeinschaft mit seinem weďten. Else Richter fam blutend und schreiend zum fich mit einer Gabel nur sehr schwer und mit Beschädigungen her- Kollegen an die Wegschaffung des Daliegenden machte. ausbringen lassen, hat viel für sich. Nicht berechtigt erscheint uns Uns wird nun versichert, daß durch die Art, wie die Beamten baß Bruchschen auf sie und sich selbst geschossen habe. Der Ver Hausverwalter gelaufen und teilte ihm in größter Aufregung mit, dagegen der Einwand der Handelskammer, daß 3. B. Matjes- den Aermsten nach der Wache gebracht haben, das nach Hunderten walter und andere Hausgenossen eilten nach der Wohnung hin und heringe der manuellen Behandlung zieds Abstreifens der Late, zählende Bublifum in große Erregung gebracht worden sei, man fanden den Mann tot auf dem Fußboden liegen. Während die herbeiSajuppen ujm. bedürfen. Hier wird sich das Publikum, das ja habe den Silflofen am Boden geschleift und ihn dabei fast völlig gerufene Polizei den Befund feststellte, nahm sich ein Arzt des verlegten doch diese Nahrungsmittel sowieso zu Hause einer Reinigung entkleidet. unterziehen muß, sehr leicht daran gewöhnen, auf das eben erMädchens an und ließ es nach dem Lazaruskrankenbause bringen. Die Es wird sogar behauptet, daß, als ein junger Mann sich den Stugel ist in das Muskelfleisch eingedrungen und darin stecken wähnte„ Abstreifen durch die Hände des Verkäufers" zu verzichten. Schutzleuten angeboten habe, ben hilflofen mit tragen zu helfen, geblieben. Sie muß im Krankenhause durch einen ärztlichen EinSehr appetitlich ist diese Prozedur sowieso nicht gerade! Auch derselbe von einem Schuhmann eine schallende Dhrfeige erhalten griff herausgenommen werden. Die Leiche des Selbstmorders wurde dürfte das Berbot diefer Art zur Verminderung der durch Frost habe. wunden nicht selten entstellten Hände der Verkäufer beitragen! Diese Mitteilung flingt so unglaublich, daß wir uns vorläufig beschlagnahmt und im Laufe der Nacht in das Schauhaus gebracht. Nahrungsmittel, die leicht berunreinigt werden können, sollen nur auf die Wiedergabe beschränken wollen. Bir fönnen uns nicht Die Veranlassung zu der Bluttat ist noch nicht aufgeklärt. nur in unbedrudtem Papier verkauft werden dürfen. Hier wird denken, daß Polizeibeamte, denen das Publikum seine Dienste an fich durch eine kleine redaktionelle Aenderung leicht dem berech bietet, solche Hilfsbereitschaft mit Schlägen beantwortet. tigten Bedürfnis der Kaufmannschaft nach Aufdruck der einen Uebrigens: War den Polizeibeamten, die den Mann für beSeite des Papiers mit ihrer Firma und Reklamen Rechnung trunken hielten, nicht bekannt, daß derselbe nach der Nettungswache fragen laffen. Denn es besteht nur ein berechtigtes Interesse in gebracht werden mußte? Es wird notwendig sein, daß der Fall, der Hinsicht, daß die mit den Nahrungsmitteln in Berührung ber in jener Gegend viel besprochen wird, von berufener Seite unter Tommenden Papierteile nicht bedrudt sind; dagegen tann gegen sucht wird.
Für das Zustandekommen des Schuhmanns- Erholungsheims wird jetzt mit Volldampf gearbeitet. Geheimer Kommerzienrat Emil Jacob, der natürlich auch bei dieser Wohltätigkeitsmache an der Spize stehen muß, rennt sich die Haden ab, um einen neuen preußischen Orden an die ehrgeizige Mannesbrust zu hesten. Die offiziöse Polizeiforrespondenz berichtet alle zwei Wochen minde ftens einmal, wieviel schon zusammenanimiert worden ist und wer