die Leitung der Gehilfenorganisation nichts unversucht lassen, John bezahlt werden soll, so werde dieses bekannte bergmännische wird, den gegen den klaren Wortlaut der Tarifgemeinschaft er- Sprichwort: Schichtlohn, schone dich mein Sohn! Wenn Mindest folgten Vertragsbruch rückgängig zu machen. Der Verein deut- schone dich mein Sohn! Wie sehr sich die Bergarbeiter„ schonen", scher Zeitungsverleger richtet an alle Kollegen im Reiche hier- erhellt die Tatsache, daß 34 Braunkohlenwerke innerhalb 4 Jahren durch die dringende Aufforderung, alles zur Unterstützung der einen Reingewinn von beinahe 50 Millionen Mark und über notleidenden Betriebe zu tun, und geeignete Kräfte zur Aushilfe 38 Millionen Mark Abschreibungen machen konnten. Dann heißt nahm am Sonntag eine Versammlung der Personale der drei zu beurlauben, selbst wenn dadurch Opfer von dem einzelnen Be- es in dem Artikel weiter:„ Die meisten vom Streit betroffenen Firmen Scherl, Mosse und UIIstein Stellung. Der Riesen- triebe gefordert werden. Der Verein deutscher Zeitungsver- Gruben ringen geradezu um ihr Dasein; dennoch kann gesagt wersaal der„ Neuen Welt" war samt den Galerien bis auf den letzten leger erwartet von der Leitung der Gehilfenorganisation, daß sie den, daß die Eristenz der Bergarbeiter in ihrem Berufe, wenn Blab besetzt. Es herrschte, wie leicht begreiflich, eine gewisse Er- dafür Gewähr leistet, daß die eintreffenden Aushilfskräfte unbe- auch mäßig, doch auf bedeutend sichererem Fundament steht als viele regung in der Versammlung, die hier und da in Zwischenrufen belligt ihre Arbeit ausüben können. andere Berufe. Der Braunkohlenarbeiter findet unter gesundheitzum Ausdruck kam, aber es wurde im allgemeinen sehr sachlich disDer Vorstand des Vereins deutscher Zeitungsberleger, lich günstigen Verhältnissen das ganze Jahr hindurch die gleiche futiert und fein Redner verhindert, zu sagen, was er für nötig Dr. Mar Jänede, Vorsitzender." Der Mahnung, daß etwaige Aushilfskräfte unbehelligt" bleiben sind drei Arbeitergenerationen, vom Großvater bis zum Entel, Arbeit, die ihn 9 Stunden täglich beschäftigt. In vielen Betrieben hielt. Zunächst sprach der gemaßregelte Vertrauensmann Huf, möchten, bedurfte es den Buchdruckern gegenüber nicht, ebenso wenig nebeneinander beschäftigt! In welchen anderen Berufen ist das der anerkannte, daß der Vorwärts" ganz objektiv über die Sache wie des den an der Affäre beteiligten Firmen sofort freundlichst der Fall? Dennoch bemühen sich die Streitleiter, dieses gesunde berichtet habe, und dann eine Uebersicht über die Entwickelung der zur Verfügung gestellten Polizeiaufgebotes. Dagegen irrt der wirtschaftliche Fundament zu untergraben!" Angelegenheit gab. Darauf kamen dann einige andere Vertrauens- Zeitungsverleger- Verein, wenn er meint, die Beurlaubung" von Wie die Braunkohlenwerke um ihr Dasein ringen, ist oben leute von Scher I sowie von den beiden anderen Betrieben zum Wort. Aushilfskräften entspräche dem Sinne des von ihm angeblich hoch- schon gesagt. Was der Gesundheitszustand der Bergarbeiter an= Es wurde u. a. angeführt, daß die Geschäftsleitung bei Scher I gehaltenen Tarifvertrages. Kein Buchdrucker kann gezwungen betrifft, so würden wir es gewiß mit Freuden begrüßen, wenn es das betreffende Personal gereizt und die Erregung bewußt geschürt werden, Arbeiten anderer Firmen zu verrichten, für die er nicht so wäre, daß drei Generationen nebeneinander arbeiten. Daß habe. Das Bestreben, den Maschinenmeistern eine andere Arbeits- ordnungsmäßig engagiert ist; am wenigsten braucht er zu diesem Die Berichte der Knappschaftsvereine reden über die gesundheit dem leider nicht so ist, weiß in den Bergbaubezirken jedes Kind. zeit aufzuzwingen, verstoße auch gegen den Tarifvertrag, in dessen 3wede noch im Buchdruckbetriebe bisher nicht übliche Montage- lichen Verhältnisse der Bergarbeiter eine andere Sprache wie der Kommentar es ausdrücklich heißt, daß bestehende Lohn- und fahrten" zu unternehmen Arbeitsverhältnisse nicht verschlechtert werden Herr Artikelschreiber. Kein vernünftiger, nur einigermaßen mit dürfen. Ferner wurde von neuem betont, daß jene zwei gemaßden Verhältnissen betrauter Mensch kann darum die Behauptungen regelten Vertrauensleute alles getan hätten, um die Arbeits- artikelt aus diesem Anlaß in gewaltigen Worten wie immer die des Artikelschreibers ernst nehmen. Sie stammen aus dem Reiche niederlegung zu verhindern, und jedenfalls nicht schul- uIIstein- und Scherlpresse. Wir haben bereits erklärt, wirrung bringen und die Unternehmer über den Krach in ihrem Diese Erzählungen sollen in die Reihen der Streifenden Vers diger seien als die übrigen Rotationsmaschinenmeister, und daß daß die Scherlschen Maschinenmeister ihrem Solidaritätsgefühl in Lager hinwegbringen. Jm Braunkohlen- Industrieverein sind sich man die beiden eben ganz willkürlich als Geiseln herausgegriffen einer Weise Ausdruck geben mußten, daß dadurch der geschlossene nämlich die Unternehmer mächtig in die Haare gefahren. Veran habe. Dafür scheint auch das Abgangszeugnis zu sprechen, in dem bescheinigt wird, daß der betreffende Maschinenmeister seit dem Vertrag nicht verletzt wurde. Aber die UII ſtein- und Scherl- laffung gab zunächst die vom Unternehmerverein vorgenommene 4. Februar 1907 bei Scherl tätig war, die„ Arbeit ordnungsgemäß presse sollte nicht aus dem Glashause mit Steinen werfen. Ihr Berechnung über die zu zahlende Entschädigung für die vom berlassen" hat, und daß man mit seinen Leistungen und seiner Vertragsbruch den Abonnenten gegenüber ist nicht aus der Welt Streit betroffenen Gruben. Dann aber ist auch eine starke MinderFührung zufrieden" war. zu schaffen. Es ist auch einfach nicht wahr, was das„ Tageblatt" heit vorhanden, die mit den Organisationen verhandeln möchte, um Ueber die Art, wie bei Mosse die Arbeitseinstellung zustande iezt behauptet, die Blätter dieser Firmen hätten ihre Leser davon Frieden zu schließen. Hoffentlich wird aus dieser vernünftigen unterrichtet, daß sie freiwillig, aus Solidarität", ihren Minderheit bald eine Mehrheit. Nach außen hin wird aber der gekommen ist, wurde berichtet, daß die Geschäftsleitung den Ma- Abonnenten den Lieferungsvertrag und den Inserenten den Werk- Anschein zu erwecken versucht, als sei man sich im Unternehmerschinenmeistern erklärte, daß, wenn sie den„ Lokalanzeiger" nicht lager völlig einig. drucken wollten, fie für die eigenen Blätter der Firma auch nicht artige, daß jeder Harmlose das Ausbleiben der Zeitung auf die vertrag brachen. Die Form der Veröffentlichung war eine der= gebraucht würden, und daß sie nach Hause gehen könnten. Als dann am Sonnabendabend das Personal wieder zur Arbeit tam, bösen Buchdrucker zurückführen mußte. verzichtete die Geschäftsleitung auf die Arbeit für den„ Lokalanzeiger" und erklärte, daß die versäumte Zeit vom Geschäfte getragen werde.
Die Arbeitseinstellung ist bei UIIst ein ungefähr in der selben Weise vor sich gegangen; nur scheint die Geschäftsleitung dort noch etwas herrischer aufgetreten zu sein, indem die Maschinenmeister dort dreimal, viermal oder gar fünfmal vor die Frage
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der Habel. Ueber die Frage der Vertragstreue
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Der Konflikt beigelegt.
Nach langwierigen Verhandlungen hat sich am gestrigen Tage die Firma Scherl bereiterklärt, von den ausständigen 37 RotationsMaschinenmeistern 30 wieder einzustellen. Um 9 Uhr nahmen 10 Mann die Arbeit wieder auf und 20 Mann folgen am heutigen Tage. Nach Bedarf sollen demnächst die verbleibenden 7 Mann
mit den Verhältnissen nicht vertrauter Leute üble Erfahrungen Eine Reihe von Gruben hat mit dem Anwerben fremder, gemacht. Die herangeholten Leute wurden zum größten Teil von den Streifenden abgefangen, die anderen waren für die Bergarbeit nicht zu gebrauchen. Der Stand des Streits hat sich nicht verändert, die Streikenden führen mit derselben Entschlossenheit wie am ersten Tage ihren Kampf weiter..
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Streik der Elektromonteure. Frankfurt a. M., 19. Juni. ( Privattelegramm des Eine 600 besuchte Vereinen schon vor Wochen eingereichten Tarifvertrag haben die Unternehmer
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gestellt wurden:" Wollen Sie den" Lokalanzeiger" druden oder eingestellt werden. Das übrige in Betracht kommende Berjona sammlung beschloß, vom Dienstag ab die Arbeit niederzulegen. Auf
nicht?" Darauf folgte konsequent die Antwort:„ Nein!" Die hat seine Plätze inzwischen wieder eingenommen. Arbeit ist am Sonnabend auch bei dieser Firma nur unter der
Bedingung wieder aufgenommen worden, daß der Lokalanzeiger" Durch Wolffs Telegraphenbureau wird in vorgerüdter Nacht- nter Führung der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft ablehnend gedort nicht gedruckt werde. Im übrigen brachten die Vertrauens- stunde eine von 19 Berliner Tageszeitungen unterschriebene, durch antwortet. Mit der Organisation wollen sie überhaupt nicht verhandeln. Leute von UIIst ein und Mosse folgende Resolution in Vorschlag: die Beilegung des Konflikts überflüssige, Solidaritätserklärung für " Die Versammlung der drei Drudereipersonale von Scherl, die Firmen Mosse , Scherl und Ullstein verbreitet. Ullstein und Mosse betrachtet die Entlassung der beiden Vertrauensleute Huf und Wallnig als eine Härte, mißbilligt aber
abgestempelten
Holzarbeiterverband, Branche Parkettbodenleger.
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Auch bei den später mit ihren eigenen Arbeitern gepflogenen Berhandlungen sind keine zufriedenstellenden Zugeständnisse gemacht worden. Die Arbeiter verlangen neunstündige Arbeitszeit und Erhöhung der Stundenlöhne, die bis jezt zum Teil noch für ausgelernte Arbeiter 25 Pf. pro Stunde betrugen. Bewilligt ist nur die neunstündige Arbeitszeit. Die Arbeitsniederlegung dürfte einmütig erfolgen.
Angedrohte Aussperrung in der Leipziger Metallindustrie.
In den Leipziger Metallgießereien sind die Arbeiter aus ständig. Der Stand des Streits ist sehr günstig, 14 Betriebe haben bereits den Tarif anerkannt. Der Leipziger Metel industriellenverband hat beschlossen, zur Unterstützung der bedrängten Gießereifirmen nach 14 Tagen 30 Proz. und nach weiteren 14 Tagen abermals 30 Proz. der Metallarbeiter auszusperren. Die Aussperrung soll weiter fortgesetzt werden, bis der Streit der Gießereiarbeiter durch die Unternehmer abgewehrt ist.
das Vorgehen der Rotationsmaschinenmeister des Lofalangei- Achtung, Bauhandwerker! Die Parkettbodenleger gers", da dieses geeignet ist, die Interessen der Organisation auf Berlins befinden sich seit dem 7. Juni im Streit. Neue Forde das Schwerste zu schädigen und die Tarifgemeinschaft zu zerrungen sind nicht gestellt, es wird nur verlangt, daß der Tarif, stören. Um den Frieden in den Betrieben wieder herzustellen, welcher seit 1904 besteht, wieder seine volle Gültigkeit haben soll. hält die Versantmlung es für notwendig, daß die gesamten Per- Die Bauhandwerker werden ersucht, uns in diesem Kampfe zu fonale an ihre Arbeitsstätte wieder zurückgehen, und erwartet von unterstüßen. Jeder arbeitende Parkettleger muß mit einer von der der Leitung des Lokalanzeigers", daß der loyalen Haltung der Branchenkommission Berechtigungstarte heutigen Versammlung Rechnung getragen wird und eine Ein- sehen sein. stellung des gesamten Personals wieder erfolgt. Die Organe unseres Vorstandes werden beauftragt, sofort Verhandlungen anzubahnen, um die Wiedereinstellung der beiden Vertrauensmänner Die Differenzen mit der Dampfmühle Goldacker zu erzielen. Vom Zentralvorstand wird die Zurücknahme des lautete das Thema einer stark besuchten Versammlung, die der Ausschlusses der 37 Kollegen verlangt." Verband der Brauerei und Mühlenarbeiter am Jm weiteren Verlauf der Versammlung kamen sodann die Sonntag im Gewerkschaftshause einberufen hatte. VerbandsOrganisationsvertreter der Buchdrucker sowohl wie der Hilfsarbeiter beamter Hod app referierte. Auf Grund eines reichlichen Attenzum Wort. Ihre Ausführungen über die Sache selbst deckten sich im materials wies Redner nach, daß Goldacker schon von jeher ein Achtung, Steinfeger! Die Steinsehmeister aus dem Bezirk allgemeinen mit dem, was schon in den betreffenden Er- rigoroser Arbeitgeber war. Als nun die Mühlenarbeiter mit den Merseburg , woselbst die Steinfeßer seit längerer Zeit ausgeflärungen im„ Vorwärts" gesagt ist. Graßmann vom Zentral- Bädern zusammen den Tarif eingereicht hatten, ging Goldader sperrt sind, sind eifrig auf der Suche nach Arbeitswilligen. Um vorstand der Buchdrucker wandte sich entschieden gegen den Vorwurf, flugs hin und unterschrieb den Tarif der Bäder. Als der Vor- Fernhaltung des Zuzuges wird dringend ersucht, stand der Mühlenarbeiter mit Goldacer telephonisch zu verhandeln daß der Verband die Vertrauensleute nicht schüße, und betonte, suchte, trieb der Herr geradezu seinen Spott mit den Verbandsdaß der Ausschluß der 37 Maschinenmeister laut Statut zu Recht vertretern. Die Müller täten ihm nichts, sie seien froh, wenn er erfolgt sei, und der Vorstand in diesem Fall nicht anders habe( Goldacker) ihnen nichts tue. Am 27. Mai legten die Arbeiter die Einwohnerschaft ausgeübten Boykott hatten bis zum 16 Juni Durch die einmütige Arbeitsniederlegung und den von der handeln können. Ueber die Zurücknahme des Ausschlusses werde Arbeit nieder und zwei Tage darauf bewilligte Goldacer. Nach 94 Betriebe( inklusive der Tariftreuen) mit 157 Gesellen die Fordeeine andere Instanz zu entscheiden haben. Massini ersuchte die Pfingsten ließ er aber aussehen mit der Motivierung, daß nichts Versammlung, von der Annahme einer Resolution Abstand zu zu tun sei; dabei stellte er aber gleichzeitig neue Arbeitskräfte ein. rungen anerkannt. In Betracht kommen 218 Betriebe mit 326 nehmen, da es Cache der Vereinsversammlung der Buchdrucker, Es handelt sich also offenkundig um eine verschleierte Aussperrung. Arbeitern. Ein an die Einwohnerschaft verbreitetes Flugblatt sowie die auf Mittwoch abend einberufen ist, sei, über die Angelegenheit Da nun zurzeit die Goldacersche Mühle repariert wird, nahm die ein Aufruf der Parteileitung und des Gewerkschaftskartells aur gründlich zu beraten und zu beschließen. Er machte dann arbeiten abgewartet werden sollen. Sobald die Mühle wieder in meinen Arbeitgeberverband", den Gegenboykott zu eröffnen. Die Er machte dann Versammlung einen Antrag dahingehend an, daß die Reparatur- tatkräftigen Unterſtüßung der Streifenden veranlaßte den„ Allgeden Vorschlag, daß von den entlassenen 37 Maschinen- Betrieb ist, wird dann die Organisationsleitung mit den Bädern Scharfmacherorganisation fündet an, sie werde in den nächsten meistern eine Kommission von drei Mann am in Verbindung treten, um gemeinsam gegen die Praktiken Gold- Tagen die Betriebe veröffentlichen, die die Gehilfenforderungen nicht anerkannt haben. Damit kommen die Scharfmacher reichlich Montagmorgen bei der Firma Scherl borstellig aders vorzugehen. spät. Die Bäderinnung hat selbst schon den Kampf aufgegeben, werden sollte, um die Wiedereinstellung des weil sie einfieht, daß die Mitglieder der Wucht des Boykotts nicht Personals zu erwirken. Habe das keinen Erfolg, so ver- Lohnbewegung der Bretterträger Groß- Berlins . standhalten können. Ungefähr die Hälfte aller Betriebe sind gepflichte sich sowohl der Gauvorstand wie die Verbandsleitung ihrer- Am Sonntag hielt der Transportarbeiterverband mit der regelt. Der Arbeitgeberverband, der wegen seines berüchtigten Arfeits, alles mögliche zu tun, um eine Regelung der Angelegenheit Branche der Bretterträger im überfüllten Saale von Keller, Köpe- beitsnachweises bekannt ist, wird mit seinem Aufruf nur Del ins herbeizuführen. Der Ortsvorsitzende Moris von den Buch- nider Straße, eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, bei Feuer gießen und erst recht die organisierte Arbeiterschaft zur brudereihilfsarbeitern schloß sich diesem Vorschlage an und teilte allen den Firmen, 54 tamen in Betracht, bei welchen eine fried- schärfsten Anwendung des Boykotts aufstacheln. mit, daß auch seine Organisation sich am Mittwoch mit der ganzen werden konnte, sofort in den Streit zu treten. Diesem Beschluß liche Einigung an Hand der eingereichten Forderungen nicht erzielt Zuzug von Bädern ist nach Mannheim streng fernzuhalten, Angelegenheit befassen werde. Nachdem die Versammlung bis waren die Arbeiter aus allen Betrieben am Montag früh nachgegegen 2 Uhr gedauert hatte, wurde gegen wenige Stimmen be- kommen. Bei 21 Firmen wurde eine Einigung ohne Streit erschlossen, daß nach dem Vorschlage Massinis verfahren werden zielt, während bei 33 Betrieben zur Durchführung der Fordesollte. rungen die Arbeit niedergelegt wurde.
In einer Versammlung am Donnerstag wurde über den bis
Am Montag früh nahm eine in Berlin zusammengetretene herigen Verlauf der Bewegung Bericht erstattet. Der Bewegungs Kieler Flugwoche startete die Mehrzahl der hier anwesenden Gauleiterkonferenz des Buchdruckereihilfsarbeiterverbandes Stel- leiter Bernhardt teilte mit, daß bisher bei 51 Firmen mit
lung, die in folgender, einstimmig beschlossenen Resolution zum
Ausdruck kommt:
„ Die am 19. Juni 1911 tagende Konferenz der Gauleiter des Verbandes der Buch- und Steindruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands verurteilt auf das entschiedenste das unbesonnene Verhalten der Hilfsarbeiter in dem zurzeit bestehenden Zeitungskonflikt, welches die Vertrags- und Tarifsicherheit unseres Verbandes in Frage stellt.
516 Arbeitern eine Zulage von durchschnittlich 5 Pf. zum StundenLohn sowie ¼ Pf. zu den Affordsäken erreicht wurden, so daß pro Mann und Woche eine Steigerung des bisherigen Wochenverdienstes um 4 M. und mehr eingetreten ist. Bei drei Firmen mit 28 Arbeitern wird zurzeit noch gestreift. Es wurde weiter mit geteilt, daß der Gastwirt Laboschinsky, Charlottenburger Ufer, den Unternehmern Streitbrecher vermittelt.
Deutfches Reich.
Die Konferenz verurteilt dieses disziplinwidrige Verhalten um so mehr, als die Buchdruckerorganisation gar nicht gewünscht Metallarbeiterverbandes mit den Klempnermeistern zur ErneueAchtung, Klempner! In Posen sind die Verhandlungen des hat, daß unsere Kollegenschaft in dieser Angelegenheit, die reinerung des Tarifvertrages gescheitert. Es ist deshalb von den Ge Buchdruckersache war, sich solidarisch erklärt. sellen beschlossen worden, am Montag, den 19. Juni, in den Streik Die Konferenz fordert aufs neue und mit allem Ernst, daß bei allen strittigen Berufs- und Tarifangelegenheiten einzig und einzutreten. Wir ersuchen, den Zuzug von Klempnern und allein dem begründeten Entscheid der in Betracht kommenden Installateuren nach Bosen fernzuhalten. Tarifinstanzen und des Verbandsvorstandes Folge zu leisten ist, widrigenfalls die Zuwiderhandelnden ihres Unterstützungs- und Mitgliedsrechtes verlustig gehen."
In einer im Hotel Kaiserhof" stattgehabten Vorstandssitzung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger wurde folgender Beschluß gefaßt: " Der Vorstand des Vereins deutscher Zeitungsverleger nimmt mit besonderer Genugtuung von der Solidarität Kennt nis, mit welcher die Berliner Zeitungsverleger angesichts des etlatanten Tarifbruches einer fleinen Gruppe von Maschinenmeistern zusammenstehen. Er gibt der Erwartung Ausdruck, daß Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin . In feratenteil verantw.
Kiel , 19. Juni. ( W. T. B.) Am heutigen dritten Tage der Flieger. Auch Thelen unternahm nach seinem gestrigen Mißge= schick bereits wieder einen Aufstieg. Um 8,45 Uhr abends traf der Flieger König , der um 7,30 Uhr mit Leutnant Koch als Passagier auf seinem Albatros- Zweidecker in Hamburg aufgestiegen war, unter großem Jubel der Zuschauermenge hier ein. Der Flieger Baul Lange, der um 7,45 Uhr auf seinem Eindecker in Hamburg zur Fahrt nach Stiel startete, tam in Gewitterböen und mußte in der Nähe von Bramstedt niedergehen. Dabei erlitt sein Flugzeug leichte Beschädigungen, doch hofft Lange, morgen nachmittag die Fahrt nach Kiel fortseßen zu können.
Unfall beim Brückenbau. München , 19. Juli. ( S. B.) Bei dem Brückenbau in Schongau stürzte ein Gerüst ein. Ein Arbeiter wurde schwer, einer leicht
verlegt.
Der internationale Seemansstreik. London , 19. Juni. ( W. T. B.) Der Verband der Seeleute stellt fest, daß über 180 einheimische Schiffe in den Häfen Groß britanniens festliegen.
Die Bezirksleitung des Metallarbeiterverbandes. Zum Streit im mitteldeutschen Braunkohlenrevier. Der Streifleitung ist ein Ende mit Schrecken angekündigt worden. Die Oeffentlichkeit wird sie steinigen", so heißt es am Schluffe eines sehr geistreichen Unternehmerartikels. Ganz so Aus dem russischen Korruptionssumpf. schlimm wird es ja wohl nicht werden, die Streifleitung fühlt sich Moskau , 19. Juni. ( W. T. B.) Vor dem Militärgericht noch nicht im geringsten beunruhigt, fie glaubt, daß bei dem Ver- begann heute der Prozeß gegen die Annahmekommission der Infaffer des Artikels der Wunsch der Vater des Gedankens ist. In tendantur und die Lieferungsfirma Thiele, die für die Bestechung diesem Unternehmerartikel werden die Bergleute weiter als Fau- von Intendanturbeamten zwei Millionen Rubel verausgabt hatte. lenzer hingestellt. Es wird gesagt, bei den Bergleuten gelte das Die Zahl der Angeklagten beträgt 76, die der Zeugen 105. Man Sprichwort: Schichtlohn, schon dich mein Sohn! Wenn Mindest- nimmt an, daß der Prozeß einen Monat dauern wird. Th. Glocke, Berlin . Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl.