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Gewerkschaftliches.

Berlin und Umgegend.

Achtung, Metallarbeiter! Der Betrieb der Firma Bofold u. Juhre, Brandenburgstr. 19, ist gesperrt. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin . Der neue Buchbindertarif und die Buchbinderei­arbeiterschaft Berlins .

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Deutscher Holzarbeiterverband. Branchenkommission der Stellmacher.

Nach Abschluß des Lohntarifes mit den Arbeitgebern der Holzindustrie tönnen durch unseren Nachweis Tischler auf Bau und Möbel, sowie Parkettleger eingestellt werden zu neuen Tariflöhnen. Tischler, die dem deutschen Holzarbeiterverband nicht angehören, wollen sich schriftlich melden. Verband der Holzarbeiter von Hame burg und Umgegend von 1911.

Ausland.

Vom Seemannsstreik.

Die

Nach Meldungen bürgerlicher Blätter soll der Streit der Sees leute in England beendet sein. Das ist nicht richtig. Die See leute streifen nach einer Mitteilung der Londoner Verbandszentrale in Leith, Belfast , Dublin , London - Derry , Dundee und Grangemouth. In London wird nur noch bei der Atlantic- Transport- Company der Streit fortgesetzt. Der Streit in Manchester wird in kürzester Zeit zugunsten der Ausständigen beigelegt sein. Jeder Zuzug nach den englischen Häfen ist bis auf weiteres streng fernzuhalten, eine Zum Streit der Bau- und Arbeitskutscher in Lichtenberg ist zu Anmusterung auf englischen Schiffen in deutschen Häfen ist nur für berichten, daß der Stand desselben für die Streikenden überaus eine Heuer von 90 M.( 4 von 10) gestattet. Ein deutscher Seemann günstig ist. Trotz der allergrößten Anstrengungen ist es den Fuhr- darf unter diesem Heuersatz nicht anmustern. In London - Cardiff , Herren nicht gelungen, Ersatzkräfte an Stelle der streifenden Kutscher Swansea, Hartlepool , in Southampton. in New- Port, Sunderland, zu bekommen. Aus den Reihen der Streifenden selbst ist niemand Middlesborough, Liverpool , Barry, Shildes und einigen anderen abtrünnig geworden. Die Fuhrherren versuchen die Zufuhr von kleineren Häfen ist der Kampf mit Erfolg beendet worden. Die Ab­Material auf Neubauten an andere Fuhrherren in Reinickendorf schaffung der Arbeitskarten( Tickets) und der körperlichen Unter­und Rixdorf zu übertragen. Die Kutscher aus diesen Betrieben be- suchung durch Aerzte der Shipping Federation wurde durchgesetzt trachten solche Arbeit als Streitarbeit und haben es abgelehnt, der- und damit die Anerkennung der Organisation erzwungen. artige Fuhren zu machen. Auf einigen Neubauten beginnt es des- Shipping- Federation hat den größten Teil ihres Einflusses bei den halb an Steinen und Baumaterialien zu mangeln. Auf dem Güter- englischen Reedern vorläufig eingebüßt. bahnhof in Lichtenberg stehen ganze Reihen von Waggons mit Das Ende des Mailänder Gasarbeiterstreiks. Steinen, die nicht entladen werden können. Auf einem Neubau in Lichtenberg , wo Affordmaurer arbeiten, Rom , 3. Juli. ( Eig. Ber.) Am Abend des 2. Juli ist endlich drohten die Steine heute vormittag alle zu werden. Der Bau- der Mailänder Gasarbeiterstreit in einer für die Streifenden be unternehmer hatte deshalb einen nicht bestreiften Fuhrherrn mit der friedigenden Weise beigelegt worden. Die Gesellschaft verpflichtet Bufuhr von Bausteinen beauftragt. Als die Kutscher desselben mit sich, alle Streitenden wieder einzustellen und die Frage über die der ersten Fuhre auf dem Neubau erschienen, kam der Fuhrherr, Berechtigung der Entlassung von Arbeitern mit mehr als fünf welcher bisher die Zufuhr besorgte, in einer Droschke vorgefahren Dienstjahren einem Schiedsgericht zu überweisen. Die Beilegung und machte selbst die Kutscher darauf aufmerksam, daß dies Streik erfolgte genau zu derselben Stunde, als in einer von 20 000 Ar­arbeit sei. Mehr wie die eine Fubre dürften sie nicht machen." beitern beschickten Versammlung unter freiem Himmel beschlossen Die Stimmung unter den streifenden Kutschern ist eine gute; wurde, aus Solidarität mit den Gasarbeitern den Generalstreik zu fie find ernstlich gewillt, den Kampf folange zu führen, bis die proklamieren. Wer weiß, ob ohne diese Drohung das Einverständnis Unternehmer annehmbare Bugeständnisse machen. Der Gastwirt erzielt worden wäre. Moser, Frankfurter Chaussee 98, macht nach wie vor Streifarbeit.

angetan, die Ausständigen zu ersetzen. Das wissen auch die Unter­nehmer nur zu gut. Sie legen es deshalb auch darauf an, die Deffentlichkeit zu täuschen, indem sie falsche Nachrichten und Berichte So machte fürzlich eine Notiz an die Presse gelangen lassen. die Nunde durch die bürgerlichen Blätter, in der behauptet wurde, daß die Arbeiter, ohne irgendwelche Verhandlungen nachzusuchen, ohne weiteres in den Streit eingetreten sind. Das gerade Gegen ( Mitgliederbestand ca. 700 Personen." teil ist wahr. Der Holzarbeiterverband hat die Tarife von 1904 Wenn die Arbeiter wie bisher ihr Augenmerk auf diese Art der mit einem höflichen Begleitschreiben an alle Unternehmer der Branche Arbeitswilligensuche richten, so wird auch dieser neueste von den versandt und nur ein einziger Unternehmer besaß noch so viel An- Unternehmern sicher bezahlte Versuch wirkungslos bleiben. Am Mittwochabend hatten sich die Buchbinder und Buch- stand, daraufhin in der gestellten Frist zu antworten. Erst der Weil der Vorstand des Arbeitgeberschutzverbandes die Interessen bindereiarbeiterinnen außerordentlich zahlreich im großen Saale Streit hatte dann Verhandlungen mit einigen weiteren Firmen seiner Mitglieder so miserabel vertritt, haben eine Anzahl Unter­der Brauerei Happoldt versammelt, um den Bericht von den Tarif- gebracht. Inzwischen haben die Ausständigen in einer Versammlung am nehmer sich zusammengeschlossen, um mit dem Holzarbeiterverband verhandlungen entgegenzunehmen und ihre Meinung darüber zu Montag beschlossen, im Streit weiter zu verharren; trotzdem die zu verhandeln. Zum Donnerstag ist eine Versammlung der Tischler­sagen. Was diese Verhandlungen ergeben haben, ist ja, so weit Unternehmer nichts unversucht lassen, sondern alle Mittel zum meister einberufen, in der die weiteren Schritte beraten werden sollen. die Hauptpunkte in Frage kommen, bereits fortlaufend im Vor- Schaden der Streifenden anwenden. Die vom Unternehmerverband Inzwischen sind von zwei Seiten Verhandlungen angeboten wärts" mitgeteilt worden. Der Referent Wienice, der nun angeordnete Materialsperre hat zunächst noch ihre Wirkung. Ihr ist worden, und zwar vom Syndikus der Detaillisten, Dr. Grunow, eine Uebersicht über den Verlauf der Verhandlungen und ihr Re- es zuzuschreiben, daß die tariftreuen Betriebe größere Anfträge nicht und vom Borsigenden der Arbeitsnachweise der patriotischen Ge sultat gab, erklärte gleich zu Anfang seiner Ausführungen, daß übernehmen und demzufolge auch weitere Arbeiter nicht einstellen sellschaft", Landrichter Dr. Neumann. Ob dabei irgend etwas die Berliner Bertreter es bedauerten, der Versammlung empfehlen fönnen. Doch auf die Dauer wird sie diese Wirkung nicht haben. Auf herauskommt, muß abgewartet werden. Jedenfalls haben die Ar­zu müssen, sich mit den Zugestandnissen der Prinzipale abzufinden. jeden Fall sind die Streifenden entschlossen, nicht eher wieder zu den beiter bei dem gegenwärtigen günstigen Stand der Bewegung keine Die Verhandlungen haben bekanntlich in Leipzig auf zentraler Arbeitsplätzen zurückzukehren, bis der Tarif von 1904 von den Ursache nachzugeben. Dringend bitten jedoch die Hamburger Holz Grundlage stattgefunden, und die Vertreter hatten die Vollmacht, Unternehmern vollinhaltlich anerkannt ist. Bei der Bekanntgabe des arbeiter, auch ferner strengstens auf Fernhaltung des Buzuges den neuen Tarif endgültig abzuschließen. Die Berliner bilden Beschlusses brauste stürmischer Beifall durch den Saal, ein Beweis, zu achten. nur ein Drittel der Buchbindereiarbeiterschaft der drei Tarifstädte daß die Streikenden die Sympathien aller ihrer Berufsgenossen für und mußten sich somit dem fügen, was die Mehrheit beschloß. Bei sich haben. den Anfang Mai geführten Verhandlungen, die namentlich die Achtung, Stellmacher! Der Jnnungsnachweis in der Lichten­Stundenlöhne betrafen, haben die Berliner Vertreter erklärt, daß he mit den gemachten Bugeständnissen nicht zufrieden sein tönn- berger Straße ist seit Montag, den 3. Juli, aufgehoben und findet die Vermittelung nur noch auf dem paritätischen Nachweis in der handelte es sich hauptsächlich um den umfangreichen Attord dort Arbeit anzunehmen. Umschauen ist streng verboten. ten. Bei den nun erſt Ende Juli abgeschlossenen Verhandlungen Gormannstraße 13 statt. Wir ersuchen sämtliche Kollegen, nur tarif, der 1046 Positionen mit rund 13 000 Preisbestimmungen enthält. Hierbei sind, wie der Redner hervorhob, solche Zuge­ständnisse gemacht und Verbesserungen durchgeführt, daß auch die Berliner Vertreter sich damit einverstanden erklären konnten, wenn auch in dieser Hinsicht nicht das erreicht ist, was die Arbeiter­schaft billigerweise forderte, und in einzelnen Fällen ein Ausgleich zwischen nach Meinung der Arbeitgeber zu hoch angefekten Preisen und anderen tatsächlich allzu niedrig bezahlten Arbeiten stattge­funden hat. Im allgemeinen ist der neue Akkordtarif mit viel größerer Sorgfalt ausgearbeitet als der alte, was auch schon daraus hervorgeht, daß die Zahl der Positionen um über 200 erhöht wurde, und die Zahl der Preisbestimmungen um rund 3000. Der bisher für Berlin geltend gewesene Sondertarif ist jetzt in den allge­meinen Tarif aufgegangen, aber es ist gleichwohl durch besondere Berhandlungen mit den Berliner Prinzipalen gelungen, in ver­schiedenen Positionen wiederum höhere Positionen als für Leipzig und Stuttgart festzusehen. In der Hauptsache mußte bei den Verhandlungen über den allgemeinen Affordtarif versucht werden, die für Leipzig geltenden Preise auf die Höhe der Berliner zu bringen, und es ist auch bei einem großen Teil der Positionen ge­lungen, eine Uebereinstimmung oder Annäherung zustande zu bringen. Da die Drucklegung des neuen Akkordtarifs, der ja erit in letter Stunde zum Abschluß gekommen ist, noch viel Zeit er­fordert, kann er erst vom 21. Juli ab Geltung erhalten, während der neue Tarifvertrag im übrigen bereits mit dem 1. Juli in Kraft getreten ist. Die Vertreter der Arbeiterschaft haben sich bei den Verhandlungen alle mögliche Mühe gegeben, den Ablaufstermin auf ein späteres Datum als den 1. Juli festzusetzen, der ja in die flaueste Zeit des Buchbindergewerbes fällt. Aber seitens der Prin­Letzte Nachrichten. zipale wurde erklärt, daß für sie dieser Termin eine Errungenschaft des Kampfes vom Jahre 1906 sei, die sie sich nicht auf anderent Protestversammlung in Königsberg i. Pr. Wege als durch einen neuen Kampf entreißen lassen würden. Um Königsberg i. Pr., 6. Juli. ( Privattelegramm nicht den ganzen Tarifabschluß wieder in Frage zu stellen, erklär­Die Braunschweiger Landeszeitung" fühlte fich berufen, der des Vorwärts".) In der heute unter freiem Himmel ten sich dann die Arbeitervertreter mit der Beibehaltung des alten Oeffentlichkeit mitzuteilen, daß die streikenden Bergarbeiter anfangen, stattgefundenen, von 5000 Personen besuchten Versammlung Termins einverstanden, und so wurde der neue Tarifvertrag auf unruhig zu werden, und daß es schon beim Schichtwechsel zwischen referierte Genosse a aje. Die Versammlung protestierte 5 Jahre abgeschlossen. Der Redner bemerkte zum Schluß, daß den Sicherheitsbeamten und den Streifposten zu Tätlichkeiten ge­das Ergebnis der diesmaligen Tarifbewegung sicherlich ein sehr fommen sei. Daß Verlegungen noch nicht vorgekommen seien, wäre gegen Wahlrechtsschmach, Junkerfrechheit und mageres fei, daß es aber immerhin einen Schritt vorwärts bedeute. nur der besonderen Ruhe der Polizeiorgane zu danken. der besonderen Ruhe der Polizeiorgane zu danken. Die Marofforummel und trat für den Völker. habe Ueber die Durchführung der protokollarisch festgelegten Bestimmung, Kreisdirektion sich deshalb veranlaßt gesehen, ver- frieden ein. den Verkehr regelnde Bestimmungen auch die den Prinzipalen empfiehlt, bei Einführung des neuen Tarifs schärfte, für Ein Dementi. den über Minimallohn entlohnten Arbeitern und Arbeiterinnen die Zugangswege nach den Schächten der Braunschweigischen Paris , 6. Juli. Die Agence Savas" meldet: Wir können nach eine angemessene Lohnerhöhung zu gewähren, sind hier in Berlin Kohlenwerke zu erlassen, wie das für die Grube Enima bereits Erkundigungen an absolut autoritativer Quelle versichern, daß der mit den Prinzipalen Verhandlungen angeknüpft, die jedoch noch seit geraumer Zeit geschah. nicht zu Ende geführt werden konnten. Selbstverständlich wird die Die Streifenden geben feinerlei Veranlassung zu irgend einem angebliche Geheimvertrag zwischen Frankreich und Marokko , der Buchbindereiarbeiterschaft mit aller Straft dafür sorgen, daß jene Einschreiten, dagegen lassen die Polizeibeamten die Ruhe vermissen, heute in London von der Exchange Telegraph Company veröffent Empfehlung, wie es bei den Verhandlungen in Leipzig versprochen die ihnen der Artikelschreiber anzudichten versucht. Der Vorgang, licht wird, apokryph ist. wurde, auch wirklich durchgeführt wird. Ferner find bereits der zu der verschärften Ordnung Veranlassung gab, war harmlosester Schritte unternommen, um auch die nicht dem Verbande der Buch- Natur. Weil ein von einem Kinde nach einem Kirschenbaum ge­Die französische Wahlreform. bindereibefizer angehörenden Arbeitgeber zur Anerkennung des worfener Stein in die Nähe eines Polizisten rollte, griff der Beamte Paris , 6. Juli. ( W. L. B.) Die Deputiertenkammer naljm neuen Tarifvertrages zu veranlassen, und man wird alle Kraft ein- eine hinter ihm gehende Frau gröblichst am Arm. Der Ehemann das Amendement Painlevé an, das besagt, daß jedes Departe. sezen, um etwa entstehende Schwierigkeiten zu überwinden. berbat sich eine solche Handlungsweise und bei dieser Auseinander An den Bericht schloß sich eine außerordentlich lebhafte De- fegung bildete sich ein kleiner Menschenauflauf, der für die ment einen Wahlkreis bildet. Ist jedoch die Zahl der zu wählenden batte, in der eine starte Unzufriedenheit über das Ergebnis der Polizisten die Veranlassung war, die Säbel aus der Scheide zu Deputierten größer als sieben, soll das Departement zwei Wahl­Tarifbewegung hervortrat. Im allgemeinen wurde jedoch betont, zu ziehen. Nur dadurch, daß die Streikenden die größte Ruhe bei freise bilden. Gleichfalls wurde der Paragraph angenommen, der baß man nun, nachdem an dem Ergebnis nichts mehr zu ändern diesem Auftritt bewahrten, wurde Schlimmeres abgewendet. Einige die Verteilung der Mandate regelt.( Siehe auch unter Frankreich ) ist, alle Kraft einsehen müsse, um den Tarif in allen seinen Teilen Bergarbeiter, die zusammenstanden, um eine Brise zu nehmen, stricte zur Durchführung zu bringen, damit das, was er der Buch- wurden von dem Gendarm, weil sie nicht schnell genug ausein­andergingen, mit Büffen auseinandergejagt. Die Sreikenden bindereiarbeiterschaft bietet, auch in vollem Maße zur Geltung werden sich durch alle diese ungerechtigkeiten nicht provozieren lassen, tommt. Es wurde schließlich folgende Resolution angenommen: " Die Versammlung hat mit Entrüstung Kenntnis von dem fie führen ihren Kampf in Ruhe und Sachlichkeit fort. Tarifabschluß genommen. Sie bedauert lebhaft, durch Vergebung der Vollmacht an ihre Vertreter nicht in der Lage zu sein, den Tarif abzulehnen. Sie kann in dem Abschluß einen ihrer Lage entsprechenden Fortschritt nicht erbliden."

Deutfches Reich.

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Zur Lohnbewegung im Magdeburg - Helmstedter

Braunkohlenbezirk.

Was Streikbrecher dürfen!

Der Sturz des Vizebürgermeisters in Wien . Wien , 6. Juli. ( P. C.) Großes Aufsehen erregt hier die be vorstehende Demission des Vizebürgermeisters i er hammer, die am 14. d. M. im Gemeinderat erfolgen wird. Hierhammer ist zu diesem Schritt durch die Maßnahmen seiner Gegner gezwungen worden, die in einer öffentlichen Bersammlung schwerwiegendes In der Eisengießerei und Maschinenfabrik Dürrenbacher Hütte lichen Kenntnis bringen wollen. Man beschuldigt H., dafür gewirkt gegen den Vizebürgermeister gesammeltes Material zur öffent­in Weimar streiten seit einigen Wochen die Arbeiter. Die zu haben, daß bedeutende Druckaufträge von der Stadt an die angeworbenen Arbeitswilligen werden auch in der Goethestadt na- Wiener Firma Hierhammer u. Denthner vergeben worden sei. Mit dem Streik der Bodenleger türlich besonders geschüßt, wie das im übrigen Preußen- Deutschland Dem Vizebürgermeister ist nachgewiesen worden, daß er an dem beschäftigte sich am Mittwoch eine Branchenversammlung dieser Ar üblich geworden ist. Schon letzte Woche wurde der Tribüne" aus finanziellen Erträgnisse dieser Firma beteiligt gewesen ist, obwohl beitergruppe. Der Obmann Kley erstattete den Bericht über den Weimar berichtet, daß einige der heute angesehensten Staats- er bei seinem Amtsantritt das Gegenteil behauptet hat. Auch an Stand des Streiks. Zwei der Firmen, die bewilligt hatten, haben bürger auf an ihnen vorübergehende Arbeiter ohne jede Veran- der Affäre Gansdorfer, bei der es sich um die unter einem ihre Unterschrift nachträglich wieder zurückgezogen und das, obwohl laffung mehrere Schüsse abgaben. Als diese sich die Schüßen angemessenen Preis erfolgte Vergebung städtischer Jagdbezirke fie einen Vertrag eingegangen waren, der auf ein Jahr Geltung handelte, soll H. beteiligt sein. hatte und nur unter Innehaltung der dreimonatigen Kündigungs- genauer ansahen, rief einer derselben: Bleibt uns zehn Schritte frist gelöst werden durfte. Demonstration Obdachloser in Wien . Das Verhalten dieser Firmen vom Leibe, sonst schießen wir Euch Kugeln in den Wanst!" charakterisiert sich somit als ein offener Bruch des ein- Einige Tage später wurde einem auf der Straße sich provo= Wien , 6. Juli. ( P. C.) Hier fand heute eine große Mani­Tarifvertrages. Die Arbeiter dieser Firmen zierend betragenden Streikbrecher von einem Schuhmann ein festation Obdachloser statt. Biele Frauen und Kinder beteiligten haben sich dann dem Streit angeschlossen. Da aber bei den ½ Meter langes fingerdides Stück Eisen abgenommen, mit dem sich an dem Umzug, dessen Ziel das Rathaus war. Man verlangte Tariffirmen mehr Arbeiter benötigt wurden, so ist die Zahl der er zuzuschlagen gedroht hatte. An einem der letzten Abende gab den Oberbürgermeister zu sprechen, wurde jedoch nicht vorgelassen. Ausständigen nicht größer geworden, sondern auf etwa 150 zurück- es wieder eine regelrechte Schießerei ganz ohne Grund, Die Obdachlosen machen der Stadtverwaltung den Vorwurf, daß gegangen. Etwa 150 Arbeiter arbeiten jegt unter geregelten Be an der sich auch der Fabrikbesitzer Schramm beteiligte, wenig tümerin die Stadt war, den schon bestehenden Mangel an Klein­sie durch den Abbruch der Wohnhäuser im 17. Bezirk, deren Eigen­insbesondere deren Organisation ungeheure Geldmittel, indem sie in ſtens tam er mit einem Gewehr in der Hand auf den Fabrikhof wohnungen vergrößert habe. Die Stadtbehörde hatte zwar viele fast allen Tageszeitungen in den größeren Provinzorten und selbst gestürzt. Verlegt wurde niemand, weil sich die überraschten Passan- wohnungslose Familien Unterstützungen auszahlen lassen, doch ge­im Auslande fortgesezt nach Arbeitern inserieren. Es werden dabei ten, die mit dem Streit nichts zu tun haben, in Sicherheit brachten. nügten diese nicht, den Notstand zu beseitigen. Großes Aufsehen die verlockendsten Versprechungen gemacht. So wird in den Inseraten Trotz dieser Vorgänge erfahren die nüßlichen Elemente den weit- haben verschiedene Selbstmorde erregt, die mit der Wohnungsnot und auch in den Briefen, die den Bewerbern zugehen, von Wochen- gehendsten Schutz. Die auf dem Bahnhof ankommenden Arbeits- in Zusammenhang gebracht werden. verdiensten von 60-70 m. gesprochen. Haben sich aber die Leute willigen melden sich auf Anraten der Fabrikleitung beim Stations­Aus dem albanischen Aufstandsgebiet. dadurch verleiten lassen und sich zu Arbeitswilligendiensten her- vorstand oder ersten Portier und werden dann von der Direktion gegeben, dann sehen sie, daß die ihnen bezeichneten Verdienste in liebevoll im Automobil abgeholt. Die Streitleitung hat sich bei der Schewket Pascha telegraphisch meldet, haben die Aufstän Konstantinopel , 6. Juli. ( W. T. B.) Wie Torghut fabelhafter Ferne schweben. Als einige der Arbeitswilligen den ihnen in Aussicht gestellten Verdienst auch wirklich verlangten, wurde Eisenbahndirektion beschwert und hat auch eine öffentliche War- dischen vorgestern die Truppen bei Tra bujnamoceni unweit ihnen von den betreffenden Unternehmer geantwortet:" Ja, das nung an die Einwohnerschaft erlassen, sich nicht mit den Revolver - der Grenze in einem vierstündigen Kampfe angegriffen, wurden find die Verdienste der Parkettleger, Sie sind aber doch nur helden einzulassen. aber schließlich zurückgeschlagen. Die Aufständischen wurden im Stabfußbodenleger." Die Inserate sind nun so gehalten, daß Sinne der Anordnungen der Regierung nicht weiter verfolgt. die Unternehmer

gegangenen

Der Kampf im Hamburger Holzgewerbe.

für die unerfüllt gebliebenen Versprechen auf gerichtlichem Wege nicht belangt werden fönnen. lleberdies find Immer eigenartiger wird die Situation, doch nicht ungünstiger die behaupteten Löhne in der fabelhaften Höhe von 60 und 70 m. für die Arbeiter. Im Lager der Unternehmer herrscht ein Kuddel­die Woche und 3000 M. Jahresverdienst eitle Flunkerei, denn die muddel, wie er nicht größer sein fann. Selbst bisherige Vorstands Arbeiterorganisation hat durch statistische Erhebungen festgestellt, daß mitglieder des Arbeitgeberschutzverbandes wenden sich jetzt an den auch nicht ein einziger Arbeiter regelmäßig einen solchen hohen Lohn Holzarbeiterverband und erbieten sich, Einzelverträge abzuschließen. erreicht hat. 40 m. wäre der Durchschnittslohn. Die Arbeits- Täglich kommen Tischlermeister auf das Bureau des Schutzverbandes willigen, die aus allen Berufen zusammengewürfelt sind und die z. B. und verlangen, daß nun endlich dem Trauerspiel ein Ende gemacht einen Teil der Bauten füllen, vermögen aber nur 12 M. bis aller- werden möge. Die Leiter der Arbeitgeberorganisation haben jedoch höchstens 26 M. zu verdienen. Der größte Teil der Arbeits - jedes Augenmaß für die tatsächlichen Verhältnisse verloren und willigen sieht fich infolgedessen betrogen und zieht glauben immer noch, die berpfuschte Situation zu retten. dann in der Regel wieder seiner Wege. So sind denn die bisher Die Arbeitswilligensuche geht jetzt unter einer neuen Firma. Es von den Unternehmern gewonnenen Arbeitskräfte keineswegs dazu erscheint folgendes Inserat: Berantw. Redakteur: Albert Wachs, Berlin . In feratenteil verantw.

Bergarbeiteraussperrung in Norwegen . Kristiania , 6. Juli. ( W. T. B.) Die Bergarbeiter ver­warfen mit etwa 1200 gegen 7 Stimmen das letzte Friedens. angebot der Arbeitgeber. Die Sperre beginnt deshalb am Sonn­abend mit der Aussperrung von 17 000 Mann.

Weiterer Sieg der Seeleute. Brüssel, 6. Juli. ( W. T. B.) Der Ausstand im Hafen von Antwerpen ist beendet. Die Vereinigung der Reeder ein­schließlich der Red Star Linie nahm die Bedingungen der Seelente, die zukünftige Lohnzahlung nach der Hamburger Lohn. stala an. Th. Glocke, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl.