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fr. 119. 29. Zllhkgaag. ZLeilM des Iiwirts" Kkrlim WIKsdlM. jrrNiz. TU. W 1912. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste! Folgende Lolalbefitzer stellen ihre Lokale der Partei und den Gewerkschaften zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: In Alt-Landsberg N>B.: Ernst Funke, Klosterstr. 6 und Otto Bcater, Berliner Chaussee 2. In Alt-Landsberg (Süds�.-B.: Thomas Schmidt, Landsberger Chaussee(bei Fredersdorf ). In Ober- Schöneweide:.Strandschloß', Oberspree, Inhaber Baarz. In Biesdors-Süd: Pflugs Restaurant, beim Bahnhof Sadowa. In WolterSdorfer Schleuse:Casb Ruhwald', In­haber W. Säger. In WilhelmSruh-Rosenthal ist daS Waldrestaurant, Inhaber Otto Paetsch, frei. Der Stern ist zu streichen, da keine Differenzen bestehen. Ferner teilen wir mit, daß sich ein Fehler in die Lokalliste «ingeschlichen hat. In Strausberg -Stadt muß es heißen: Restaurant »Zum goldenen Stern', Inhaber Kurtze, Am Markt, frei. Das LokalZur Sonne' steht unZ nicht zur Verfügung. Wir bitten die Lokalliste genau zu beachten. Die Lokalkommission. berliner JVachrichtcn. Aus der Stadtverordnetenversammlung. Der neugewählte Berliner Stadtkämmerer Böß, der verhältnismäßig rasch die Bestätigung erhalten hat. wurde in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten in sein Amt eingeführt. Nachdem Oberbürgermeister 5lirschner ihn mit einer höflich-kühlen Ansprache begrüßt hatte, fügte Stadt- verordneter Cassel in Vertretung des Vorstehers die nötige Portion Phrasen hinzu. Dabei vergaß er nicht, dem neuen Mann zu verstehen zu geben, daß der Berliner Stadtfreisinn von einem Kämmerer in erster Linie Sparsamkeit erwartet. Die Stadtverordnetensitzung wurde dann unterbrochen, weil in einer gemeinschaftlichen Sitzung der Stadtverordneten und des Magistrats für die im Zweckverbandsgesetz vorgesehene Beschlußbehörde Groß-Be�lin zwei Mitglieder und deren Stellvertreter gewählt werden sollten. Gewählt wurden zu Mitgliedern Stadtrat Masse und Stadtverordneter Mommsen und zu Masses Stellvertreter Stadtrat Franz und zwar alle drei ohne Widerspruch. Als Stellvertreter für Mommsen war von den Freisinnigen der Stadtverordnete Galland ausersehen, von unseren Genossen aber wurde ihm als Kandidat der Rechtsanwalt Hugo Heinemann entgegengestellt. Genosse Heinemann erhielt nur die Stimmen der sozial- demokratischen Fraktion und unterlag gegen Galland. Das war ein echt freisinniges Stück I Die Stadtverordnetenversammlung nahm dann ihre unterbrochene Sitzung wieder auf. Der alte Streit um den Stadtmedizinalrat schien aufs neue entbrennen zu sollen aus Anlaß eines Magistratsantrages, durch Ortsstatut 'den Direktoren in der Verwaltung der Stadt so etwas wiegehobene" Stellung zu geben und bei ihrer Wahl den Stadtverordneten eine Art Mitwirkung zuzugestehen. Ober- bürgermeister Kirschner. der hartnäckigste Gegner des Ver- langens nach einem Stadtmedizinalrat. führte die Vorlage ein mit einer Verteidigung, die den Zusammenhang mit der Stadtmedi- zinalratsfrage bemänteln wollte. Die Stadtverordneten hörten seinem Eifer ruhig zu und hatten offenbar keine Lust, so kurz vor seinem Abschied den Frieden noch einmal zufftören. Ge- noffe A r o n s erklärte unumwunden, daß mckn das Orts- statut mit seinen Zugeständnissen gern hinnehmen wolle, aber auf den Stadtmedizinalrat nicht zu verzichten brauche. Aehnlich äußerten sich die Redner des Freisinns und die Magistratsvorlage wurde dann einem A u s s ch u tz über- wiesen. Dann gab es wieder einmal eine Schwestern- debatte. Diese Debatten über die Versorgung der Schwestern an den städtischen Krankenhäusern in Verbindung mit den Debatten über die Assistenzärzte haben sich in den letzten Jahren in der Stadtverordnetenversammlung in einem Maße gehäuft, daß mit unseren Krankenhausverhältnissen wenig vertraute Personen nachgerade zu der Meinung kommen müssen, als beständen die Insassen unserer Krankenhäuser im wesentlichen aus Schwestern und Aerzten, mindestens aber meinen niüssen, als sei für diese Personen in der unerträg- lichsten Weise gesorgt. Das ist nun aber ein großer Irrtum. WaS insbesondere die Beköstigung und auch das sonstige Arbeitsverhältnis der Schwestern betrifft, so ist es so. daß das übrige Krankenpflegepersonal den Wunsch hat. nur teil- weise so behandelt und verpflegt zu werden wie die Schivestern. Hier beim KrankenpflegepcrsoNal und nicht zuletzt bei den Patienten ist der Hebel in erster Linie anzusetzen und Besse­rung zu schaffen. Wenn nur ein Teil der Bemühungen, die seit Jahren für die Besserstellung der Schwestern in unseren Krankenhäusern aufgewendet wurden, für das übrige Kranken- Pflegepersonal und die Patienten verwendet würde, so könnte manches in unseren Krankendäuscrn besser� stehen. Gestern handelte es sich darum, ob für die Schwestern im Virchom Krankeuhause ein besonderes Schwesternhaus oder Schwestern� speisehaus errichtet werden sollte, wie das die Krankenhaus- dcputation ursprünglich wünschte, oder ob es genüge, wenn bestimmte Räumlichkeiten zu einem Speisesaal für die zahl- reichen Schwestern umgestaltet werden, wie der Magistrat das vorschlug. Der Magistratsvorlage wurde der Vorwurf ge- macht, daß sie unzulänglich sei und durch Beschränkung anderer Zwecke das Bedürsnis der Schwestern auch nicht voll erfülle Schließlich wurde die Magistratsvorlage angenonimen. Enttäuschte Veteranen. Die Veteranenspende der Stadt Berlin beläuft sich für das Jahr 1912 wieder, wie für das Vorjahr, auf 159 000 M. Aus dieser Summe soll an Veteranen, die an einem der Kriege von 1864, von 1866, von 1870/71 als Gemein« oder Unteroffiziere teilgenommen und damals in Feindesland gestanden haben, eine Unterstützung als Ehrengabe gezahlt werden. Bedingung ist, daß die zu unterstützenden Personenwürdig und bedürftig' sind und in Berlin ihren Wohnsitz haben, wobei Insassen der außer- halb Berlins gelegenen Anstalten der Stadt als Berliner gelten Im vorigen Jahr, wo die Stadt Berlin zum erstenmal eine Vete- «menspende verteilte, hatten sich rund 6400 Bewerber gemeldet Da die Empfänger der Spende möglichst nicht weniger als je 25 M. Notabene: pro Jahr, nicht etwa pro Monat erhalten sollten, so wurde die Zahl der Empfänger auf 6000 beschränkt. Ausgeschie- den wurden in erster Linie solche Bewerber, die über 1800 M. Ein- kommen pro Jahr hatten oder eine verhältnismäßig hohe Wohnungs- miete zahlten. Man mutzte, wie immer und überall bei solchen Gelegenheiten, das Rezept befolgen, nicht die Mittel nach der großen Zahl der Bedürftigen zu bemessen, sondern den Begriff der Bedürftigkeit den spärlichen Mitteln anzu- passen. Die Stiftungsdeputation, die vom Magistrat mit der Auswahl der Bewerber betraut ist, hat auch in diesem Jahre wieder so verfahren müssen. Wieder sind Bewerber leer ausgegangen, die von der«tiftungsdeputaiion, wenn sie tachr Mittel zur Verfügung gehabt hätte, gewiß noch berücksichtigt worden wären. Unter den Abgewiesenen sind auch mehrere Insassen des Berliner Hospitals in Buch, die schon im vorigen Jahr sich vergeblich um die Spende beworben hatten. Diese sind über die erneute Abweisung um so mehr erstaunt, da sie für ihre Person sich sogar auf einen Stadtverordnetenbeschluß berufen können, der sie für 1912 eine Berücksichtigung hoffen ließ. Als sie im vorigen Jahr nicht berücksichtigt worden waren, wandten sie sich mit einer Petition um Gewährung der Spende an den Magistrat. Dieser gab ihnen den Bescheid, die verfügbar gewesene Summe sei bereits verteilt. Die Stadtverordneenversammlung, an die sie sich darauf mit einer gleichen Petition wandten, konnte ihnen ebenso wenig helfen. Der Petitionsausschuß empfahl Uebergang zur Tagesordnung, be- schloß aber zugleich, daß den Petenten mitgeteilt werden solle, sie möchten im folgenden Jahr ihr Gesuch um Bewilligung der Vete- ranenspende rechtzeitig einreichen. Mit diesem Beschluß erklärte die Stadtverordnetenversammlung sich einverstanden, und die Peten- ten wurden vom Bureau der Stadtverordnetenversammlung durch schriftlichen Bescheid hiervon in Kenntnis gesetzt. Warum sie nun in diesem Jahre aufs neue abgewiesen worden sind, ist ihnen unbegreiflich. Bei der Stiftungsdeputation soll zweien dieser Bewerber erklärt worden sein, daß sie alle, nach Lage der Sache, überhaupt nichts zu beanspruchen hätten. Wenn sie sich nicht verhört haben und ihnen das tatsächlich so gesagt worden ist, dann mutz man annehmen, daß im Bureau der Stiftungsdeputation jener Stadtverordnetenbeschluß entweder nicht bekannt geworden oder inzwischen wieder in Vergessenheit geraten ist. Der Petitions- ausschuß, der ja die Berechtigung des Anspruchs der Petenten geprüft haben wird, hätte doch sicherlich nicht eine Wiederholung des Gesuches empfohlen, wenn die Petenten überhaupt nichts zu beanspruchen hätten. Den der Veteranenspende dringend bedürf- tigen Greisen, die jener Bescheid mit freudiger Hoffnung erfüllt hatte, ist jetzt aufs neue eine bittere Enttäuschung be- reitet worden. Sie werden nun durch eine nochmalige Petition ihre Sache dem Magistrat und nötigenfalls nachher auch der Stadt- verordnetenversammlung vorlegen müssen, um nochmals<--- sich auf das nächste Jahr vertrösten zu lassen. Die Pfiugstfitte des Maieuschmncks findet in Berlin keinen rechten Anklang mehr, obwohl doch gerade der Berliner sich durch eine große Vorliebe für die Natur auszeichnet. Früher kamen am Pfingstsonnabend die mit Maien beladenen Wagen vom Lande zu Hunderten nach Berlin und wurden ihre grüne Ware im Umsehen los. Heute geht der Handel nicht mehr so flott. Die Ursache dieses Rückganges liegt zweifellos in der großen Zahl blumengeschmückter, weinumrankter Balkons, ohne die ein neues Haus überhaupt kaum denkbarMst, und im Laubenkoloniewesen. Man hat ja da Naturgrünes genug vor Augen und darf deshalb auf die wenig dauerhaften Birkenzweige, die gern Ungeziefer annehmen, verzichten. Selbst die meisten kleinen Ladeninhaber in den Vorstädten, die sonst ganze Birkenstämme vor der Tür aufpflanzten, machen die alte Mode nicht mehr so zahlreich mit. Und in den Hinter- Wohnungen braucht man das Geld zum Leben so nöttg, daß oft den Kindern der Sechser zumKalmuspiepen" verweigert werden muß. Gegen den Unfug deS Wäschetrocknens auf den Balkons hat der Polizeipräsident strengere Maßnahmen verfügt. Einem Beschwerde- führer. der auf die Verschandelung des StratzenbildeS durch diese Unsitte hinwies, ist unterni 15. Mai von Hern, v. Jagow mitgeteilt worden, daß die ihm unterstellten Straßenaussichtsbeamten Anweisung erhalten haben, den geschilderten Unzuträglichkeiten entsprechende Be- achtung zu s-benken. DaS heißt also, daß fortan die Beamten die betreffende Wohnung auffuchen und die Entfernung der Trockenwäsche, soweit sie über den Balkonrand hinausragt, verlangen und nötigen- falls Strafanzeige erstatten. Das Wäschetrocknen auf den Balkons, ebenso das Ausklopfen von Decken, Teppichen. Matratzen usw. hier- selbst, ist außer durch Polizeiverordnung auch durch die Vorschriften des MietSverttages verboten. Die Hauswirte schritten aber bisher nur selten gegen die Unsitte ein, die durch die Vermehrung der BalkonS stark zugenommen hat und wiederholt auch in der Presse gerügt worden ist._ Nochmals daS»zum Klassenhaß aufreizend«" Elendsbild. Am Dienstag meldeten wir. daß gegen den Propaganda- ausschuß für Groß-Berlin wegen seines zwei ver- kümmerte Kinder darstellenden Säulenplakats, das auf Anzeige des HauSbesitzervereinS des Frankfurter Tor­viertels bereits durch die Polizei unterdrückt worden war, auch noch die Staatsanwaltschaft mobil gemacht wer- den solle. Wr gaben die Nachricht wieder von der wir sagten, man fühle sich zunächst versucht, sie für einen faulen Witz zu halten, daß die verantwortlichen Personen des Propagandaaus- fchusses, Staatssekretär a. D. Dernburg als Vorsitzender und Dr. Hegemann als Geschäftsführer, der Staatsanwaltschaft wegen Aufreizung zum Klassenhaß angezeigt worden seien. Bürgerliche Blätter wußten sogar zu melden, es sei schon Anklage erhoben worden, und dasBerliner TaKblatt" veröffent- lichte am Montag eine von der Geschäftsstelle des Propagaudaaus- schusses herrührende Gegenäußerung, die fast wie eine Bestätigung aussah. Jetzt wird demBerliner Tageblatt", das am Dienstag die Meldung aufrechterhalten und allerlei Betrachtungen daran geknüpft hatte, vom Oberstaatsanwalt Preuß ge- schrieben: Unter Bezugnahme auf den ArtikelDeutschland " Seite 2 der Abendausgabe desBerliner Tageblatts" vom 21. Mai 1912 teile ich Ihnen ergebenst mit, daß ich zwar bereits im März d. I. aus Grund einer mir zugegangenen Anzeige die vom Propaganda- ausschuß Groß-Berlin veranlaßt«» Eäulenanschläge und die von ihm herausgegebenen Plakate einer Prüfung unterzogen, aber zu einem Einschreiten aus Z 130 des Strafgesetzbuchs(Aufreizung zum Klassenhaß) keine Veranlassung gesunden habe. Es ist dem- nach wegen Verletzung dieser Gesetzesbestimmung eine Anklage weder erhoben, noch für die Zukunft von mir beabsichtigt." Nun ist wenigstens offiziell vor der Welt festgestellt, daß' tat- sächlich auS Anlaß jenes Elendsbildes eine Anzeige wegen vermeintlicher Aufreizung zum Klassenhaß ein- gereicht worden ist. Schade, daß man nicht auch offiziell erfährt, von wem die Anzeige ausgegangen ist. Daß selbst Oberstaatsanwalt Preuß keinen Grundzum Einschreiten finden zu können gemeint hat, gibt zu denken. Mit dem Polizeipräsidenten v. Jagow haben die geängstigten Hausbesitzer mehr Glück gehabt. Ueber die von ihm verfügte Unterdrückung des Elendsbildes muß allerdings erst noch im Wege der Beschwerde entschieden werden, Frühzüge der Straßenbahn zu Pfingsten. Die Große Berliner Straßenbahn und ihre Nebenbahnen lassen an den beiden Pfingst- feiertagen bei schönem Wetter folgende außerfahrplanmäßige Früh« züge von den beigefügten Zeiten an alle 15 Minuten verkehren: Linie 7 ab Neukölln 6.08, ab Bremer Straße 6.20; 1» ab Görlitzer Bahnhof 4.00, ab Wiebestraße 5.15; 51 ab Prager Platz 5.03, ab Pankow 6.11; 57 ab Nordend 5.43, ab Emser Platz 6.21; 63 ab Weißensee 5.36, ab Görlitzer Bahnhof 6.24; 68B ab Ringbahnhof 4.33, ab Stettiner Bahnhof 5.13; 781! ab Ringbahnhof 4.45, ab Leipziger Platz 5.20, am zweiten Feiertag ab Ringbahnhof 5.30, ab Leipziger Platz 6.05; 82 ab Treptow 4.57, ab Zoo 6.55; 821! ab Treptow 4.20, ab Hallesches Tor 4.52; 831! ab Treptow 4.25, ab Spittelmarkt 5.01. Frühwagen Verkehren außerdem bei 491! ab Alexanderplatz 5.10, 5.30, 5.50, 611! ab Weißensee 5.00 und 5.30, ab Leipziger Platz 5.45 und 6.15, 621! ab Weißensee 5.15 und 5.35, ab Alexanderplatz 5.45 und 6.15. Auf den Linien 1, 34. 74 besteht ununter- brochener Tag- und Nachtbetrieb in Abständen von 15 Minuten. Bei der Westlichen Vorortbahn geht V ab Steglitz 5,27 und 5.47, ab Zoo 6,04 und 6.24, F ab Steglitz von 5.00 bis 5.50, ab Zoo von 5,35 bis 6,25 alle 10 Minuten, am zweiten Feiertag ab Steglitz 5.00, 5.15, 5.80, 5,45, ab Zoo 5.35, 5.50, 6.05, 6.20. Die Echarlotten- burger Straßenbahn läßt N verkehren ab Charlottenburg von 5.45. ab Kupfergraben von 6.24 an'am ersten Feiertag alle 10 Minuten, FE ab Charlottenburg 5.02, ab Lützowplatz von 5.30 an alle 15 Minuten, ebenfalls nur am ersten Feiertag. Q geht an beiden Tagen vom Wilhelmsplatz nach Kniprodesttaße 4.59, 5.14, vom Stadtbabnhof von 5.20 bis 6.06, von Kmprodestraße ab 5.64 alle 15 Minuten. Bei der Nordöstlichen Vorortbahn gehen Wagen ab Orankestraße von 4.31, aa Kurzestraße von 6.00 an alle 15 Minuten. Die Siemensbahn läßt bei günstiger Witterung am 1. und 2. Pfingstfeiertag folgende Frühzüge laufen: t. Linie Behren st raße Treptow. Ab Hollmannftraße Ecke Linden- straße von früh 4.30 Uhr an; ab Behrenstraße von früh 5.00 Uhr an, in Abständen von 10 Minuten. 2. Linien Mittel« straße Pankow Nieder- Schönhausen Franz. B u ch h o l z. Ab Pankow(Mendelstraße) nach Mittelstraße von 4.10 Uhr an in Abständen von 10 Minuten, ab Franz.-Buchholz (Kirche) nach Mittelsttaße von 5.54 Uhr an in Abständen von 20 Minuten, ab Mittelstraße nach Pankow und Franz.-Buchholz von 4.55 bis 6.35 in Abständen von 20 Minuten, von 6.35 Uhr an in Abständen von 10 Minuten; ab Mittelstraße nach Nieder-Schönhausen von 5.03 bis 6.25 Uhr in Abständen von 20 Minuten, von 6.50 Uhr an in Abständen von 10 Minuten. Der dann beginnende fahrplan« mäßige Betrieb wird durch Einfügen von Sonderzügen verstärkt. Der Defraubant Haase, der, wie wir wiederholt berichteten, nach Unterschlagung von mehr als 100 000 M. bei der American Expreß Co. flüchtig geworden ist, konnte noch nicht ergriffen wer- den. Die Polizei nimmt an, daß Haase noch immer in Berlin weilt, um bei günstigerer Gelegenheit ins Ausland zu reisen. Da H. vielfach in Kreisen der Homosexuellen berkehrte, so veranstaltet» die Polizei in der letzten Nacht eine Streife, die sich hauptsächlich auf Orte beschränkte, an denen man Leuten aus diesen Kreisen be- gegnet. Tatsächlich hatte diese Streife auch den Erfolg, daß man einen gewissen Alex Thomas festnahm, der mit Haase lange freunde. schaftlich verkehrt hat. Man fand bei T. eine größere Summe und vermutete nicht mit Unrecht, daß diese aus dem Besitz Haches stamme. Der Festgenommene gestand schließlich auch ein, mit Haase nach dessen Verschwinden zusammengetroffen zu sein und von ihm 4000 M. erhalten zu haben. Wo sich H. jetzt befindet, will T. nicht wissen. Er behauptet, von seinem Freundeverfetzt" war- den zu sein. Das ist jedoch sicher nur eine Ausrede. Denn es ist bereits erwiesen, daß die beiden an verschiedenen Stellen zu» sammengetroffen sind und einen Fluchtplan ausgearbeitet haben. Thomas, in seinen Kreisen unter dem SpitznamenMatrosenalex" bekannt, ist bereits mehrfach vorbestraft. Die Leiche eines ungefähr 3035 Jahr« alten Mannes wurde gestern vormittag aus dem Hafenbecken, gegenüber dem Haufe Hafenplatz 10. gelandet; die Persönlichkeit des Ertrunkenen ließ sich bisher nicht feststellen. Eine große Verletzung, die der Tote an der rechten Halsseite und am Kopfe hat, scheint von Schiffsschrauben herzurühreu. Der Unbekannte ist ungefähr 1,70 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, einen kleinen, blonden Schnurrbart und trug ein dunkelblaues Jackett, eiue grau- oder braungestreifte Hose, ein blaugestreiftes Hemd und Schnürstiefel. Ein tödlicher Automobilunfall ereignete sich am gestrigen Nach mittag im Norden Berlins . Als gegen 2 Uhr ein Zug der städtischen Straßenbahn die Hussitenstraße durchfuhr, versuchten mehrere auf der Straße spielende Kinder unmittelbar vor dem Bahnwagen über das Gleis zu laufen. Der Geistesgegenwart des Führers gelang es jedoch, den Wagen im letzten Augenblick zum Stehen zu bringen und dadurch ein unabsehbares Unheil zu verhüten. In demselben Augenblick, als die der Gefahr glücklich entronnenen Kinder auf den Bürgersteig hinüberlaufen wollten, kam neben dem Straßenbahnwagen ein Pnvatautomobil herangefahren, dessen Führer von dem Vorfalle vor dein Straßenbahnwagen nichts bemerkt hatte. Obwohl nun der Chauffeur mit bewunderungswürdiger Kaltblütigkeit seinen Wagen nach links, direkt gegen den Siratzenbahnzug steuerte, wurde eines der Kinder, ein öjhhriger Knabe, von dem rechten Hinterrad des Kraftwagens erfaßt und überfahren. Der Kleine, deffen Personalien bisher noch nicht festgestellt werden konnten, erlitt einen Schädel« bruch und schwere innere Verletzungen und war sofort tot. Die Leiche des Kindes wurde nach dem Schauhause übergefiihrt. Nach den übereinstimmenden Aussagen zahlreicher Augenzeugen trifft den Lenker des Autos an dem bedauerlichen Unglücksfall keinerlei Schuld. Wer ist der Tote? Noch immer nicht erkannt ist ein Mann von etwa 5560 Jahren, der vor einigen Tagen im Grunewald im Jagen 152 tot aufgefunden wurde. Der Mann ist mittelgroß, hat graues Haar mit Glatze, einen blonden Schnurrbart und eine Narbe an der linken Schläfe und trug einen dunkelgrauen Anzug mit melierten Längsslreifen, einen schwarzen steifen Hut und einen Um- iegekragen mit weiß und rot gestreifter Krawatte. Sein schwarzes Portemonnaie enthielt nur noch 10 Pf. Außerdem fand man bei der Leiche einen Kneifer in einer Hülle, eine Zigarrentasche und ein roteS Taschentusch mit weißen Sternchen. Etwaige Angaben über diese Persönlichkeit nehmen der Amtsvorsteher zu Grunewald und die hiesige Kriminalpolizei entgegen. Pfiiigstveranstaltnng. Am Montag, den 27. Mai(2. Pfingst» feicrtag) findet ein Frühkonzert im prächtigen Park des Friedrich» Wilhelmstädtischen Schauspielhauses, Chausseestr. 30, statt, arrangiert vom»Sängerchor Wedding'(Chormeister E.Thilo). Bei un- günstiger Willerung findet das Konzert im großen Saale der Germaniasäle' statt. Da der Chor bei allen Arbeiterfestlichkeiteu milwir't, ist eine retje Beteiligung der Parteigenosse�-u erwarten. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania gelangt der Vorwog: Im Lande der Milternachtssonne," der an der Hand zahreicher farbiger Bilder einen le-üenswahren Ausschnitt aus diesem nordischen Alpenlande, der Heimat- germanischer Ursagen und herrlichen Natur« szenerien gibt, am Sonnabend. Sonntag, Mittwoch und Donnerstag zur Darstellung. Am Rontag wird der Vortrag»In den Dolo