2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Nr. 262.
Gerichts- Beitung.
Dienstag, den 7. November 1893.
2002
gegenüber.
10. Jahrg.
Zabalarbeiter! Bei der letzten Tabaksteuer- Erhöhung hatte Liebesgabe entschädigt worden seien, eine dementsprechende Entman Euch kurz vorher Eure Organisation auf grund des schädigung gewährt werden müßte. Leichtgläubigkeit heirathslustiger Jungfrauen im vorgerückten machtlos den damals in Szene gefeßten rigorosen Lohnabzügen die Statistik des Jahres 1892 fonstatirt. In Bayern wurden im Ein nuverbefferlicher Heiratheschwindler, dem die Millionärezüchtergesetzes von 1878 zerstört. Ihr waret dadurch Der Niedergang des Bauernstandes wird auch durch Jetzt aber findet Ihr in dem Unterstützungsverein deutscher genannten Jahre infolge Bergantung 888 landwirthschaftliche Tabalarbeiter eine Organisation, durch die Ihr Euch vor diesen Anwesen mit einer Gesammt- Grundfläche von 6785 Heftaren versteigert. Bemerkenswerth ist, daß der kleine Grundbesitz, unter Lohnreduzirungen schüßen tönnt. Tabafarbeiter! Macht diese Eure Mehr unüberwindlich, in- dem man einen Besitz von 1-10 Hektar begreift, mit 78,1 pet. dem Ihr Euch Mann für Mann derselben anschließt, werdet an den Vergantungen betheiligt ist. Es vollzieht sich also die Mitglieder und sorgt, daß es ein jeder Mitarbeiter auch wird. Mehrzahl der Vergantungen in Bayern in Größenverhältnissen Auf! Ungefäumt an's Werk! Wehret der Eurem Magen wieder des Besizes, von denen man gewiß nicht behaupten tann, es tönnte mit Getreidezöllen geholfen werden. zugedachten Schläge in Eurem und Eurer Familie Intereffe.
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Versammlungen:
Lebensalter sehr zu statten kommt, ist der nun schon mit ergrauendem Haar geschmückte Korbmacher Dö bold t. Der feineswegs über blendende förperliche Vorzüge verfügende Mann hat nicht weniger als 38 Vorftrafen erlitten, zumeist wegen Betrügereien, die er gegen heirathslustige Mädchen ausgeführt hat. Bulegt hat er 5 Jahre Zuchthaus abgemacht, faum hatte er aber die Strafanstalt verlassen, als er schon wieder ein Opfer einfing. Es war ein 32 Jahre altes Dienstmädchen, welches in harter Arbeit sich ein Sümmchen von 550 M. zusammengespart hatte und sich von dem Angeklagten beschwagen ließ, sich mit ihm zu verheirathen. Döboldt hatte sich als Musiker und als ein Mann Achtung, Tischler! Die Hälfte Kollegen aus der Werkstatt gerirt, der angeblich auf der Dresdener Bank ein Sparkonto von von Stöhr, Dresdenerstr. 35, haben gestern die Arbeit nieder1300 M. besaß. Das Mädchen ließ sich bethören, mit ihm gelegt, weil sie nicht damit einverstanden waren, daß ihnen der zunächst zusammen zu ziehen und leistete von ihrem Gelde Unternehmer 6 M. als Kaution für Werkzeug einbehalten hat. eine Anzahlung von 120 M. für eine einfache Mobiliar Die Kaution ist um so weniger berechtigt, als den Kollegen nicht ausstattung. Dem Angeklagten war es lediglich um die die geringste Garantie dafür geboten wird, daß aus den unSpargroschen des Mädchens zu thun und er zögerte den Gang verschließbaren Zeugrähmen nicht etwas gestohlen werden könnte, zu einer Kommunalwähler- Versammlung für den nach dem Standesamte nach Möglichkeit hin. Eines Sonntags wofür sie dann mit ihren 6 M. Kaution haften müßten. Die überredete er das Mädchen, mit ihren Anverwandten nach der andere Hälfte arbeitet weiter, obgleich dieselben auch damit ein- 9. Wahlbezirk referirte am 5. November Genosse Theodor Hasenhaide zu gehen, indem er behauptete, daß er selbst als verstanden waren, sich gegen diese unsinnige Art von Kaution zu Wegner. Redner behandelt eingehend die Schäden des SubMusiker thätig sein müsse. Der Rath wurde auch befolgt; als erklären. Die nächste Versammlung des Holzarbeiterverbandes, miffionswesens und schildert im besonderen die schädliche aber das Mädchen in die gemeinschaftliche Wohnung zurüctehrte, welche am Mittwoch, den 8. November, bei Boly , Alte Jakob- Wirkung dieses Systems in bezug auf die Bezahlung der Ar fand sie dieselbe ausgeräumt. Ihre Ersparnisse waren mit dem straße 75, stattfindet, wird sich noch eingehender mit dieser An- beiter und deren Ausnußung in langer Arbeitszeit, die Unsolidität der Arbeiten infolge des Sparens an Material und Angeklagten verschwunden. Dieser begab sich von hier nach gelegenheit beschäftigen. I Defterreich. In einem Dorfe unweit der fächsischen Grenze. A.: Die Wertstatt Rontrollkommission des sonstigen Produktionskosten u. f. w. Der Grafschaftsrath von lernte er ein ganz armes Mädchen kennen, die auf ihre Er- deutschen Holzarbeiter Verbandes. Bahlstelle London habe, bemerkt Redner, einen Bau in eigener Regie ausBerlin. geführt, weil die Unternehmer sich sträubten, gewisse den Arsparnisse in Höhe von 20 Gulden außerordentlich stolz war. beitern günstige Bedingungen betreffs des Lohnes und der ArbeisAuch sie wurde ein Opfer des Schwindlers. Er redete ihr vor, Ein Lichtblick in trüben Tagen? In Maßregelungen zeit anerkennen. Bei der Berechnung der Rosten stellte daß er sie heirathen wolle und wußte sie zu bewegen, ihm die organisirter Arbeiter gehen die staatlichen Musterwerkstätten den sich heraus, daß dieselben nur 107 000 Mark betrugen, 20 Gulden zur Umwechselung in preußisch Kurant anzuvertrauen Privatunternehmern fast immer mit bösem Beispiel voran und während Don Privatunternehmern 230 000 Mart ge= und ihm nach Dresden zu folgen, wo er angeblich seine Er- oft genug ist von den Arbeitervertretern im Reichstage dieses fordert und von den zuständigen Personen in der Kommunesparnisse abheben wollte. Kaum war man in Sachsen , da be- Treiben gegeißelt worden. Die Aufmerksamkeit weiter Kreise er- verwaltung 140 000 m. veranschlagt worden waren. Als Beinuzte der Schwindler die erste Gelegenheit zu verschwinden und regte es namentlich bei derartigen Debatten, daß auch die spiel dafür, daß die Stadtverwaltung und-Bertretung sich die er ließ sein bedauernswerthes Opfer in hilfloser Lage zurück. Reichsdruckerei sich diesem Thun anschloß und den Mit- Büchtung von großen Rapitalisten angelegen fein läßt, Der Gerichtshof, vor welchem der Schwindler gestern stand, war gliedern des Buchdruckerverbandes fonfequent bie Beschäftigung führte Meßner den Fall Tabbert" an. An diesen Unternehmer mit dem Staatsanwalt der Meinung, daß man ein so gemein- in ihren Räumen verweigerte. Selbstredend fanden sich bei diesen sei wieder die Schnee- Abfuhr vergeben worden, aber statt gefährliches Subjekt möglichst lange unschädlich machen müsse. Debatten von seiten der Regierung jedesmal Vertreter, die mit 2,25 m. und 2,50 M. für die Fubre, bekomme er jegt 3,70 m. Er verurtheilte daher den Angeklagten zu zehn Jahren den triftigsten Argumenten ein solches Verhalten zu begründen beziehungsweise 5,60 m. Weil sein Fuhrpark bei weitem nicht Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und 300 M. Geldbuße. und zu vertheidigen wußten. Die Moral solcher Vertheidigungs- ausreiche, vergebe Herr Tabbert wieder einen Theil der überAus der feinen Gesellschaft. Einer jener Gewalts: reden war immer, daß der Staat gefährdet sei, wenn er politisch nommenen Arbeiten an kleine Fuhrunternehmer. Wie festgestellt menschen, die sich als moderne Sklavenhalter Dünen gegenüber oder gewerkschaftlich organisirte Steuerzahler, oder wie der be- fei, bekämen dieselben nur 1,70 M. höchstens 2 M. für die aufspielen, stand gestern in der Person des Bigarrenarbeiters treffende Regierungskommissar gewöhnlich furz und bündig sagte, Fuhre. Als die genannte„ Erhöhung des Attords" vom MaAlbert Dochmann vor der II. Strafkammer des Land- Sozialdemokraten in seinen Werkstätten beschäftige. Dun gistrat beantragt wurde, hätten die Sozialdemokraten den Antrag gerichts I. Der fräftige Mensch ließ sich von einer Näherin meldet die Neue Union", daß zwei Vorstandsmitglieder des gestellt, die Borlage erst einer Kommission zur Prüfung zu überfüttern und als sie ihm nicht genug Sündenlohn zur Verfügung Buchdrucker- Berbandes vor kurzem mit Herrn Geheimrath Busse weisen. Ueber diesen Antrag sei die hochwohllöbliche„ freifiellte, mißhandelte er sie in fürchterlicher Weise und zer eine Konferenz hatten, deren Ergebniß die Erklärung war, daß sinnige" Majorität einfach zur Tagesordnung übergegangen und trümmerte ihr mit wuchtigen Hieben das von jezt ab bei Bedarf von Arbeitskräften fein Gehilfe mehr habe somit dem Unternehmer Tabbert an 100 000 M. ReinNasenbein. Da das Mädchen dauernd entſtellt ist, so gefragt werden solle, ob er Verbandsmitglied sei oder nicht; eine verdienst unbesehen in die Tasche lancirt. Redner wandte sich griff der§ 224 des Strafgesetzbuches Play. Der Gerichts diesbezügliche Verfügung solle an die Unterbeamten erlassen nun der von der Sozialdemokratie erstrebten Schulreform hof verurtheilte den Unmenschen zu drei Jahren sechs zu. Er meinte, was in einer Stadt von 100 000 EinMonaten Zuchthaus , ohne damit sonderlichen Eindruck Ob andere Staatswerkstätten ein Beispiel an diesem Ver- wohnern, wie Zürich , möglich ist, müsse in der zu machen. Wer hat Schuld, daß jene armen Geschöpfe halten nehmen und endlich mit den Maßregelungen selbständig Millionenstadt auch möglich sein, nämlich die Schuh" nöthig haben? denkender Arbeiter aufhören werden? Schaffung von Badevorrichtungen in den Schulen, die obligatorische Einführung unentgeltlicher Lehrmittel und die Die Aussicht völlig zu verhungern, haben nach Annahme Verabreichung warmer Speifen an die Schüler. Die Mehrheit der geplanten Tabak Fabritatsteuer im Reichstag einige Zehn der Stadtvertretung streube fich noch, die bezüglichen Anträge tausende der heute schon mehr als elend entlohnten Zabat der sozialdemokratischen Vertreter anzunehmen, wie sie alles abarbeiter und-Arbeiterinnen. Dies drohende Verhängniß erklärt lehne, was von diesen komme, nicht, weil es immer als schlecht und in zahlreichen Versammlungen gegen die neue Blutung Sozis find. Schon manchmal habe man von hinten herum einen Protest erheben. Die nöthigen Konsequenzen aus der zu er Theil beffen gegeben, was man im Antrage der Sozialdemokraten wartenden Vernichtung eines beträchtlichen Theils der Tabak als vollständig unbrauchbar verwarf. Diese Thatsache laffe auch industrie hat eine kürzlich in Frankfurt a. M. abgehaltene Tabat- mit bezug auf das Submissionswesen und die Schule hoffen, daß arbeiterversammlung gezogen, indem sie folgende Resolution faßte. dem sozialdemokratischen Drängen mehr oder minder einmal Sollte der deutsche Reichstag die höhere Besteuerung des Folge geleistet werde. Ohne dies Drängen aber werde man dort Tabaks annehmen( was die heutige Versammlung nicht er- im rothen Hause auf dem starren Geldfacts- Standpunkt, den wartet) und sollten die deutschen Tabatarbeiter dennoch in man inne hat, stehen bleiben. Deshalb sei es gut, wenn eine ibrer Hoffnung getäuscht werden, so haben die Delegirten des möglichst große Schaar von Drängern dort hineinfomme. Möge Kongreffes sofort wieder zusammen zu treten, um über die Frage: darum jeder Genosse im 9. Kommunal- Wahlbezirk seine Stimme Das Recht auf Arbeit", zu berathen und die nothwendigen Maß nicht nur für den Kandidaten, Gastwirth Franz Riging, abgebent, regeln zu ergreifen". In der Versammlung war die Meinung sondern auch kräftig für dessen Wahl agitiren.( Lebhafter Bei vorherrschend, daß man noch weiter gehen müßte, als das Recht fall.) Genosse Rising hielt hierauf eine turze, mit Beifall von auf Arbeit zu verlangen, da die Regierung bei einer eventuellen der Versammlung entgegengenommene Ansprache. An der höheren Besteuerung des Tabaks die Verpflichtung habe, die Ar- Debatte betheiligten sich weiter Frau Greifenberg , Mannsbeiter, welche brotlos würden, lebensfähig zu erhalten. Mehrere feld, Keßner, H. Greifenberg und Wach. Unter Redner machten darauf aufmerksam, daß ein jeder Reichsbürger anderem wurde angeregt, die sozialdemokratische Fraktion in nach dem Gesetz gleich sei, und verlangten, daß den durch die der Stadtverordneten- Bersammlung möge auf die Unterbringung Mehrbelastung des Tabats brotlos gewordenen Tabatarbeitern, des Gewerbegerichts in einem geeigneten städtischen Gebäude hinwie seiner Zeit bei Inkrafttreten der Zucker- und Schnapssteuer, wirken, da die jetzigen Räume in einem Miethshause Unzuträg die Zucker- und Schnapsbarone durch die bekannte 40 Millionen, lichkeiten zur Folge haben.
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Die Revision des Malers Viktor Buhr angebliches Vergehen gegen§ 130 Str.-- B, geschäzt auf 6 Monate Ge fängniß die des Chemiters Dr. Brachebosch Beleidigung eines Gerichtsbeamten durch eine Postkarte( Schätzung 3 Monate) die des Genossen Diepenhagen, Redakteurs der Branden eines die des Genossen Müller Hessische Volksstimme Ausgleiten in§ 131 Str.-G.-B. wurden vom Reichsgericht am 3. November verworfen.
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werden.
Fabrikbefizers, geschäßt auf 50 Reservelieutenants und die Energie, mit der die Tabatarbeiter aller Orten sich aufraffen und unrichtig befunden werde, sondern weil die Antragsteller
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Soziale Ueberlicht.
An die Tabakarbeiter und Arbeiterinnen erläßt der Gewerkschafter" in feiner letzten Nummer folgenden Aufruf, den auch wir den betheiligten Kreisen, namentlich angesichts der jezigen Lage der Tabatindustrie, dringend zur Befolgung empfehlen: Tabatarbeiter und Arbeiterinnen! Wiederum geht man mit dem Plane um, den Tabat noch mehr bluten zu lassen. Die für die Tabalarbeiter daraus sich ergebenden Folgen werden nicht ausbleiben und zwar wird man, wie es schon immer geschehen ist, wenn eine neue TabaksteuerErhöhung in Kraft trat, unter dem Vorgeben der leidigen Konfurrenz wegen gezwungen zu sein, die Tabakarbeiter noch mehr bluten zu lassen, die Löhne noch mehr reduziren.
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Freie Volksbühne.
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laffen, damit er in seiner Sterbestunde jemanden hat, dem er fegt, wie es gekommen ist, daß er das Teftament abschwur, so ist beichten kann, der ihm Vergebung der Sünden ertheilen kann, er wirklich davon überzeugt, daß er deshalb kein schlechter ohne daß er seine That erst zu gestehen braucht. Einem fremden Kerl ist. Er hält alles für ein Zeichen von Gott, für eine Auf die Versuche, mit der Freien Voltsbühne"" Be- Priester mag er nicht beichten, weil er den durch reiche Spenden, Schickung des Himmels, wenn es seinen Zwecken dient. Er ziehungen" anzutnüpfen, welche Herr Raphael Löwenfeld zu Stiftungen von Messen und fleißigen Kirchenbesuch erworbenen hält es wirtlich dafür; denn als er den eigenen Sohn niedergunsten des erst noch von ihm zu begründenden, im Vorwärts" Ruf eines Frommen bei niemandem, auch in der Sterbestunde geschossen und damit den einzigen Mitwisser sammt den Beweisbereits mehrfach besprochenen Schillertheaters" gemacht haben nicht, einbüßen will. Ein fremder Priester würde stücken des Meineides beseitigt zu haben glaubte, finft er, mit wollte, haben die Mitglieder der ersten Abtheilung der Freien auch auf Grund des Geständnisses den Kreuzweghof, fich allein, vor dem Heiligenbilde Dankgebete stammelnb auf die Volksbühne" am Sonntag Nachmittag eine vorläufige Antwort den Ferner seiner Tochter Crescenz vererben und Knie. Er ahnt selber nicht, wie tief er, der fromme, reiche, gegeben, indem sie dem Anzengruber'schen Wolfsstück durch eine Heirath mit dem Adamshof vereinigen möchte, allgemein geachtete Mann, moralisch verkommen ist, nicht tro Der Meineidbauer" eine enthusiastische Aufnahme be- den rechtmäßigen Besigern Jakob und Brony zurückzugewinnen feiner Frömmigkeit, sondern durch seine Frömmigkeit, und da reiteten. Als Antwort fann das insofern gelten, als versuchen. Jakob ist, nach dem Tode der Mutter und nachdem durch rückt er in einen scharfen Kontrast zu dem unfrommen, im dieses Stück durch und durch Tendenzstück ist und auch die er das Haus der Großmutter verlassen hat, von Stufe zu Stufe wirthschaftlichen Elend verkommenen und darum zum Tendenz, von welcher die Freie Wolfsbühne" beherrscht wird, sinkend zum Gewohnheitsverbrecher geworden, der aus einem Buchthäusler gewordenen Jakob, der als Sterbender stellenweise ziemlich scharf zum Ausdruck bringt, dagegen jene Gefängniß ins andere wandert und zur Großmutter erft wieder zerknirscht ausruft: Was bin ich für ein Lump!" andere„ Tendenz", der das Schiller- Theater" feine Existenz als zurückkehrt, als er sich dem Sterben nahe fühlt. Aber Brony In der Gestalt dieses Jakob hat Anzengruber auch auf Bolts theater verdanken zu können meint, die nämlich, hat sich der Noth gegenüber trotzig behauptet und verliert ihren den Zusammenhang zwischen wirthschaftlichem Elend und fitt ,, tendenz lo 3" zu sein, aufs schärffte zurückweist. Troh auch nicht, als sie von dem Adamshofbauer, bei dem sie in licher Noth hingewiesen, dessen prinzipielle Betonung der Der Meineidbauer" ist der reiche und sehr fromme Dienst getreten ist, auf Betreiben des ihr feindlich gesinnten Mathias Dichter freilich in anderen seiner Werte bekämpft und gelegentlich Mathias Ferner, der Bauer vom Kreuzweghof, und er Ferner entlassen wird und sich ebenfalls wieder zur Großmutter sogar verspottet hat. trägt diesen Spiznamen, weil er die unehelichen Kinder seines flüchten muß. Sie weiß, daß ihr Vater das Testament hinter- Die Darstellung stand hinter der früheren des Vierten Ge verstorbenen Bruders, den Jakob und die Brony, burch lassen hat, und daß der Ferner falsch geschworen hat; aber die bot" um nichts zurück. Das Lessing- Theater" hatte für die Haupteinen Meineid um den ihnen testamentarisch vermachten Kreuz- Beweise fehlen. Ein Zufall spielt ihr im Hause der Groß- rollen fast nur beste Kräfte ins Treffen geführt, Rober weghof gebracht und sie sammt der Mutter- der, Buhalterin" seines mutter ein Beweisstück in die Hände, mit dem sie vor den Ferner( Mathias Ferner), Brechtler( Franz Ferner), Schönfeld Bruders, sagt er verächtlich in Noth und Elend hinausgetrieben hintritt, um ihn als Meineidigen zu entlarven und aus seinem( Jakob) Hermine Reichenbach( Brony) und vor allems hat. Wie der Ferner mit allen Mitteln, die ihm recht sind, darum unrechtmäßig erworbenen Besitz zu vertreiben. Der„ Meineid- Ostar Höcker( ein Haufirer) und Marie Meyer ringt, den unrechtmäßig erworbenen Besitz für sich und seine bauer" muß jetzt, nachdem alle seine Berechnungen und Vorsichts-( eine Alte). Die Ausstattung war außerordentlich präch Nachkommenfchaft zu behaupten, den Ruf eines frommen Mannes maßregeln sich als irrig erwiesen haben, auch sein Sohn tig und Leiftete in einer wilden, Don nächtlichem und„ halben veiligen", den er allenthalben genießt, zu bewahren Franz ist nicht Geistlicher, sondern Landwirth gewordenum Gewittersturm durch tobtem Gebirgsschlucht an großartigen und zuletzt auch das verlorene Heil seiner Seele für das feine wirthschaftliche und, wenn man so sagen darf, moralische" Effekten das höchste. Uebrigens begegnete auch das hat Anzengruber mit außer Existenz tämpfen. Er scheut dabei selbst vor neuen Verbrechen, gedankliche Juhalt des Stückes entschiedenem Verständniß. Nur Jenseits zurückzugewinnen, ordentlicher dramatischer und psychologischer Gestaltungskraft vor dem Morde nicht zurück. Aber seine Anschläge miß ein kleinerer Theil der Zuschauer suchte die Absichten des geschildert. lingen, und er bricht unter der Last seiner Gewissensqualen Dichters und der Darsteller zuweilen in einer falschen Richtung Der Ferner hat einen einzigen Mitwiffer feines Verbrechens, zusammen. Er stirbt, und sein Sohn Franz führt die Broni als und glaubte sich einem Heiterkeitsausbruch überlassen zu müssen, den eigenen Sohn Franz, der als damals zwölfjähriger Knabe rechte Kreuzweghof- Bäuerin heim. wo das Gegentheil am Plage gewesen wäre. Diese aus den dazu kam, wie der Vater das Testament, dessen Vorhandensein Das Stück richtet sich vor allem gegen das Muckerthum, ausschließlich der Unterhaltung dienenden Theatern mit herüberer cben erst vor Gericht unter seinem Eide bestritten hatte, Angengruber's bestgehaßte Feindin. Es zeigt, daß die Streng gebrachten Mißverständnisse treten zum Glück in der Freien verbrannte. Diesen Sohn hat er aus dem Hause gegeben, um gläubigkeit nicht blos zur Verdummung, sondern geradezu zum Voltsbühne" nur vereinzelt auf, und ihre Aeußerungen werden nicht durch seine Gegenwart beständig an den Meineid erinnert Berbrechen führen kann. Der Meineidbauer glaubt an sich durch die ernster geftimmten Mitglieder fofort energisch bekämpft zu werden. Er will ihn auch studiren und Priester werden und seine Gottgefälligkeit. Wenn er seinem Sohne auseinander und unterdrückt.
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