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Atypische Beschäftigung und soziale Risiken : Entwicklung, Strukturen, Regulierung
Entstehung
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Oktober 2011 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Atypische Beschäftigung und soziale Risiken Entwicklung, Strukturen, Regulierung Berndt Keller/Hartmut Seifert 1 Auf einen Blick Atypische Beschäftigungsformen gewinnen an Bedeutung. Gut 36 Prozent der Beschäftigten arbeiten befristet, geringfügig, in Teilzeit oder als Leiharbeitnehmer. Im Vergleich zu unbefris­teter Vollzeitarbeit sind diese mehrheitlich von Frauen ausgeübten Beschäftigungsverhältnisse mit deutlich höheren Risiken verbunden, nur einen Niedriglohn zu erhalten, den Arbeitsplatz wieder eher zu verlieren und nur eingeschränk­ten Zugang zu beruflicher Weiterbildung zu haben. Der Aufstieg in ein Normalarbeits­verhältnis gelingt nur wenigen. Langfristig droht Altersarmut. Ansatzpunkte, wie sich die Preka­ritätsrisiken mindern lassen, liefert der Beitrag. (1) In den letzten beiden Jahrzehnten, vor allem seit Einführung der Hartz-Gesetze(2003 ff.), haben aty­pische Beschäftigungsverhältnisse erheblich zuge­nommen. Inzwischen entfällt, wenn man Doppel­zählungen eliminiert, deutlich mehr als ein Drittel der Gesamtbeschäftigung auf Teilzeit- und Leihar­beit sowie auf befristete und geringfügige Beschäf­tigung. Diese Beschäftigungsformen werden im Pro­zess der Tertiarisierung der Wirtschaft weiter an Be­deutung gewinnen. Sie stellen den zunehmenden Ausnahme-, Normalarbeitsverhältnisse(im Folgen­den NAV) hingegen den abnehmenden Regelfall dar. NAV sind definiert als unbefristete Vollzeitarbeits­verhältnisse, die nicht in Form der Leiharbeit orga­nisiert sind. In der arbeits- und sozialpolitischen Diskussion wird diese Pluralisierung bzw. Differen­zierung der Beschäftigungsverhältnisse nach wie vor kontrovers diskutiert: Erheblichen Flexibilisierungs­vorteilen der Unternehmen stehen deutliche soziale bzw. Prekaritätsrisiken der Beschäftigten gegenüber, die langfristig auch die sozialen Sicherungssysteme belasten und die Funktionsfähigkeit des Arbeits­marktes einschränken. (2) Ausgangsniveau und Entwicklungsdynamik der verschiedenen Formen unterscheiden sich deutlich: