RUSSLANDS PERSPEKTIVEN 11 / 2011 11/2011 Arbeitsmigranten in Sankt Petersburg – ein Überblick O. Brednikova, O. Tkach Zentrum für unabhängige Sozialforschung, Sankt Petersburg Russland steht zurzeit auf Platz 2 der Staaten, die Migranten aufnehmen. 2008 lebten in Russland 12 Millionen Migranten(Platz 1- die USA mit 38 Millionen). Eine der am weitesten verbreiteten Arten der Migration ist die Arbeitsmigration. Unter Arbeitsmigration versteht man den Aufenthalt einer Person in einem Staat, dessen Staatsangehörigkeit sie nicht besitzt, zum Zwecke der entlohnten Arbeit. Die meisten ausländischen Arbeitskräfte sind in Moskau, dem Moskauer Gebiet und in Sankt Petersburg tätig. Zahlreiche Migranten wählen Sankt Petersburg als Arbeitsort- je größer eine Stadt, desto mehr Möglichkeiten, insbesondere Arbeitsplätze, bietet sie. In Sankt Petersburg finden Migranten Arbeit bei großen staatlichen und privaten Unternehmen(u.a. im Bau- und Transportgewerbe), kleinen Firmen (v.a. im Einzelhandel) und übernehmen Aufträge von Privatpersonen(Wohnungsrenovierungen, Hausbau, Hilfe im Haushalt, Kinderbetreuung, Alten- und Krankenpflege u.a.). Es gibt zahlreiche Nischen auf dem Arbeitsmarkt, in denen die Arbeitskraft der Migranten gefordert ist, was zu einem ständigen Zuzug führt. Die ethnische Herkunft der Migranten ist sehr vielfältig. Dies führt in Großstädten zum Entstehen sozialer Netze, die sich auf eine ethnische Infrastruktur stützen, wie z.B. Cafés, Konzertorte und Diskotheken. Auch in Sankt Petersburg ist das soziale Netz der Migranten bereits weit verzweigt, jedoch haben sich die Communities noch nicht zu gesellschaftlichen Vereinigungen oder politischen Parteien zusammengeschlossen. Im Gegensatz zu Moskau gibt es in Sankt Petersburg noch keine Migrantengewerkschaften. Vorliegende Studie untersucht die Situation der Arbeitsmigranten in Sankt Petersburg. Wir haben es uns zur Aufgabe gestellt, den entsprechenden rechtlichen Kontext und die Politik der Stadtverwaltung, die Arbeitssituation der Gastarbeiter und ihre sozialen Lebensbedingungen und die nationalen Communities zu untersuchen. Hierbei gehen wir von Daten aus, die das Zentrum für unabhängige Sozi1
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