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Das wählerische Herz schlägt links der Mitte : Regierungszufriedenheit und Einstellungen sozialdemokratischer Wähler im europäischen Vergleich 2002 - 2008
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Das wählerische Herz schlägt links der Mitte Regierungszufriedenheit und Einstellungen ­sozialdemokratischer Wähler im europäischen Vergleich 2002–2008 BERNHARD WESSELS Dezember 2011 Wie zufrieden sind in Europa die Wähler sozialdemokratischer Parteien mit deren Regierungsleistung? Und unterscheiden sich sozialdemokratische Wähler hinsichtlich ihrer politischen Zielvorstellungen und Orientierungen von anderen Wählern über­haupt noch? Das sind die beiden übergeordneten Fragen, denen diese Kontrast­analyse anhand der Daten des European Social Survey nachgeht. Der Vergleich zwischen Wählern sozialdemokratischer und konservativer Parteien zeigt, dass sozialdemokratische Wähler»ihre« Regierungen stärker mit Unzufrie­denheit»bestrafen«, wenn sie mit den Politikergebnissen nicht zufrieden sind. Auch »belohnen« sie ihre Regierungen weniger mit Zufriedenheit. Unabhängig von der Leistung einer Regierung führt allein die Dauer der Regierungs­zeit zu einem leichten Sinken der Wählergunst und Ansteigen des Nichtwählerlagers. Interessanterweise ist dieser Abnutzungseffekt bei sozialdemokratischen Wählern und ihren Regierungen sehr viel stärker als bei konservativen. Sozialdemokratische und konservative Wähler unterscheiden sich klar in ihren po­litischen Zielen und Orientierungen. Überraschenderweise finden sich die größten Differenzen zwischen sozialdemokratischen und konservativen Wählern hinsichtlich »Toleranz und Integration«, also Einstellungen zu Lebensweisen, Migranten, Migra­tion und europäischer Integration, und nicht bei der klassischen linken Frage nach »sozialer Differenzierung und Ungleichheit«.