PERSPEKTIVE Ungarn und die Euro- und Finanzkrise ZOLTAN FORKAS Dezember 2011 n Die ökonomischen Verluste, die die ungarische Bevölkerung in der Krise erlitten hat, übertreffen die der westeuropäischen Länder um ein Vielfaches. Die Folgen tragen vor allem die sozial Schwachen: Größte Verlierer sind die Arbeitslosen. Die Arbeitslosenrate liegt heute mit rund elf Prozent auf hohem Niveau. n Die Europäische Kommission wird von der Regierung Orbán als Hemmschuh dargestellt. Abkommen mit dem IWF und der EU, die die Vorgänger-Regierung abgeschlossen hatte, wurden nach der Wahl zunächst nicht fortgeführt. Das aktuelle wirtschaftspolitische Gebaren der Regierung ist geprägt von Nationalismus, Populismus, Etatismus und Protektionismus. n Die ungarische Regierung lehnt im Moment eine Annäherung an die Währungsunion ab und will von einer fiskalischen Zusammenarbeit in der EU nichts wissen. Dies ist eine deutliche Änderung der früheren Europa-freundlichen Haltung Orbáns, der in der Opposition noch einen Euro-Beitritt für 2015 für möglich gehalten hatte.
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