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Die Debatte über die Euro- und Finanzkrise in Bulgarien
Entstehung
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PERSPEKTIVE Die Debatte über die Euro- und Finanzkrise in Bulgarien Krastyo Petkov Dezember 2011 n Griechenland ist einer der größten ausländischen Investoren in Bulgarien. Die Krise der Eurozone gehört zu den meist diskutierten Themen in der öffentlichen Debatte Bulgariens. n Die politische Elite ist vorsichtig in ihrer Einschätzung der griechischen Krisensituati­on. Sie unterstützt in der Regel die Initiativen der Europäischen Kommission und der führenden EU-Staaten. Die Regierungspartei nutzt das griechische Beispiel, um die seit 2008 verfolgte strikte Haushaltspolitik zu rechtfertigen. n Die bulgarischen Experten sind in ihren Analysen und Schlussfolgerungen gespalten. Eine starke neoliberale Lobby kritisiert Griechenland für seinen übermäßigen Inter­ventionismus und die hohen öffentlichen und sozialen Ausgaben. Die EU wird für ihr verspätetes Handeln kritisiert. Eine alternative, neokeynesianische Kritik richtet sich in erster Linie gegen den globalen Finanzsektor, Korruption und oligarchische Kreise. n Mit einem raschen Euro-Beitritt des Landes ist nicht mehr zu rechnen; Steuerharmo­nisierungen und eine Finanztransaktionssteuer werden vom Flat-Tax-Steuerparadies Bulgarien abgelehnt.