Druckschrift 
Kuba : die katholische Kirche als Vermittler zuwischen Staat und Gesellschaft
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

STUDIE Kuba Die katholische Kirche als Vermittler zwischen Staat und Gesellschaft CHRISTINA MOEBUS Dezember 2011 n Seit Ende 2010 hat der kubanische Staat über 100 politische Gefangene entlassen, darunter jene 75, deren Inhaftierung während des»Schwarzen Frühlings« 2003 ei­ner politischen und ökonomischen Wiederannäherung zwischen Kuba und der EU im Wege stand. Die Freilassung war eine der größten Amnestien der letzten Jahre und die katholische Kirche spielte in diesem Prozess eine Schlüsselrolle. n Heute befindet sich die Kirche auf Kuba in einem konstruktiven, aber auch pragma ­tischen Dialog mit dem Staat. Auch wenn das Verhältnis keine Liebesbeziehung dar­stellt, so gleicht es doch einer Zweckehe, die sich derzeit vertieft. Für beide Seiten ist die Kooperation eine Win-Win-Situation: Die Gläubigen erhalten ideell und materiell mehr Freiräume und der Staat kann sein Regime an der Basis absichern. n Seit der Revolution 1959 durchlebte die Kirche in Kuba Jahrzehnte der Unterdrü ­ckung, Marginalisierung und der inneren sowie äußeren Isolation. Erst seit den 1990er Jahren konnte sie sich wieder größere Spielräume verschaffen; ihre Rolle als einflussreicher Mediator ist jedoch ein Novum.