PERSPEKTIVE | FES BRASILIEN Klima, Energie und Wachstum in Brasilien Auf der Suche nach einem friedlichen Zusammenleben DAVID MICHAEL GÖßMANN| YESKO QUIROGA Februar 2012 n In Brasilien konnten durch die Förderung wirtschaftlichen Wachstums in Verbindung mit einer expansiven Lohnpolitik sowie sozialpolitischen Maßnahmen in den letzten acht Jahren Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen, die Armut verringert und wichtige Wohlfahrtszugewinne erreicht werden. Allerdings ging dieser Fortschritt auch mit einem steigenden Verbrauch von natürlichen Ressourcen und Energie einher. n Brasilien hat sowohl die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen als auch das Kyoto-Protokoll unterzeichnet; als Schwellenland ist es jedoch nicht verpflichtet, seine Kohlenstoff-Emissionen zu reduzieren. Die Verantwortung für den Klimawandel – so das Argument der brasilianischen Regierung, aber auch vieler NGOs – läge aus historischen Gründen bei den Industrieländern. n Zahlreiche nationale Instanzen lassen ein Umdenken in der Klimapolitik erkennen. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass Brasilien heute zu den größten Treibhausgas-Emittenten gehört und aufgrund seiner Verwundbarkeit darauf angewiesen ist, bei internationalen Klimaverhandlungen Fortschritte zu erzielen. Angesichts seiner Größe, seiner Ressourcen, seiner Energiematrix, seiner ökologischen Struktur sowie seiner politischen Strategien ist Brasilien zu einem wichtigen Akteur in der internationalen Klimapolitik geworden und versucht, unter den Schwellenländern eine Vorreiterrolle zu übernehmen. n Den guten Vorsätzen stehen allerdings gegenläufige Interessen der verschiedenen Regierungs- und Verwaltungsebenen des riesigen Föderalstaates entgegen, vor allem aber das brasilianische Wachstumsmodell.
Druckschrift
Klima, Energie und Wachstum in Brasilien : auf der Suche nach einem friedlichen Zusammenleben
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten