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Wirtschaftliche Nachhaltigkeit statt Shareholder Value : das genossenschaftliche Geschäftsmodell
Entstehung
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März 2012 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Wirtschaftliche Nachhaltigkeit statt Shareholder Value Das genossenschaftliche Geschäftsmodell Johannes Blome-Drees 1 Auf einen Blick In der aktuellen Finanz- und Wirtschafts­krise haben Genossenschaften ihre Stärken wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Als Anker der Stabilität und Sicherheit stellen sie einen Hort der wirt­schaftlichen Nachhaltigkeit dar. Dies beruht auf einem Geschäftsmodell, das durch eine langfristige Mitgliederorientierung, regionale Verankerung, verbundwirtschaftliche Kooperation, ein adäquates Prüfungswesen, risikobewusstes Management und einen vergleichsweise geringen Gewinnanspruch gekennzeichnet ist. Diese strukturellen Merk­male machen Genossenschaften einzigartig und verschaffen Wettbewerbsvorteile, wenn es darum geht, angemessene Antworten auf momentane und zukünftige Heraus­forderungen zu geben. Die Idee genossenschaftlicher Selbsthilfe Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele. Dieser Aphorismus von Friedrich Wilhelm Raiffeisen bringt den Kern aller Genossenschaften auf den Punkt. Menschen schließen sich ohne ihre Selbst­ständigkeit aufzugeben freiwillig zusammen, weil sie bestimmte Ziele gemeinsam besser erreichen können als allein. Genossenschaften sind bewusst als Gegenmodell zu kapitalistischen Unternehmen geschaffen worden, deren Gewinnorientierung den Shareholder Value in den Mittelpunkt stellt. Im Zentrum einer Genossenschaft steht demgegenüber der Mensch. Das Kapital hat nur dienenden Charak­ter. Genossenschaften zielen darauf ab, die wirt­schaftlichen, sozialen oder kulturellen Belange ihrer Mitglieder zu fördern. Genossenschaften sind zu­dem demokratisch verfasste Unternehmen. Unab­hängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung hat je­des Mitglied in der genossenschaftlichen Willens­bildung nur eine Stimme. Ob Genossenschaften er­folgreich sind, entscheiden idealtypisch ihre Mit­glieder. Die Mitglieder treffen Entscheidungen, von denen sie selbst betroffen sind und für die sie die Verantwortung tragen.