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Für eine soziale und ökologische Dienstleistungsinnovationspolitik
Entstehung
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April 2012 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Für eine soziale und ökologische Dienstleistungsinnovationspolitik Klaus Barthel 1 Auf einen Blick Es scheint ein Allgemeinplatz zu sein, dass Wohl­stand sich nur mit Industriepolitik sichern lasse, da Wertschöpfung gleichbedeutend mitProduktion sei. Diese traditionelle Sicht verkennt jedoch, dass realer Wohlstand wesentlich aus dem systemati­schen Ineinandergreifen menschlicher Tätigkeiten resultiert, zu denen auch Dienstleistungen gehören. Eine soziale und ökologische Innovationspolitik richtet ihren Blick daher auf Industrie und Dienst­leistungen umfassende Wertschöpfungssysteme. Während die(deutsche) Politik und Öffentlich­keit der Industrie traditionell große Aufmerksam­keit schenken, werden Dienstleistungen meist vernachlässigt. Neben der besseren Organisation industrieller Interessen liegt dies an der Annah­me, dass sich der Hauptteil der Wertschöpfung vor allem in der Industrie abspiele. Tatsächlich sind es aber in einem immer höheren Maße Dienstleistungen, die die Befriedigung materieller und immaterieller Bedürfnisse und eine hohe Produktivität der Industrie gewährleisten. Um diese Aufgabe auch für die Beschäftigten nach­haltig und wohlstandsdienlich zu fördern, bedarf es einer sozialen und ökologischen Dienstleis­tungsinnovationspolitik. Neben der Forschungs­politik spielen dabei Arbeitsmarkt-, Arbeitszeit­sowie Bildungspolitik und nicht zuletzt Berufs­bildungspolitik eine zentrale Rolle. Es kommt darauf an, sie in einer kohärenten Dienst­leistungs(innovations)politik zu integrieren. Dienstleistungen in der Zukunftsverantwortung Deutschland hat bereits heute eine stark dienstleis­tungsbestimmte Wirtschaft: 70 Prozent der Beschäf­tigung und ca. 70 Prozent des Bruttoinlandsproduk­tes kommen aus dem Dienstleistungssektor. Ein Drittel der DAX 30-Unternehmen sind Dienstleis­tungsunternehmen. Sechs der zehn reichsten Deut­schen sind Inhaber solcher Unternehmen. Weltweit sind 15 der 30 umsatzstärksten Unternehmen Dienstleistungsunternehmen. Von den 30 beschäf­tigungsstärksten Unternehmen der Welt sind es 21. Natürlich sind die Finanzdienstleister und Techno­logieunternehmen sehr stark vertreten. Aber zusam­men mit den Einzelhandelsunternehmen zeichnet sich ab, dasspersonenbezogene Dienstleistungen, also solche, bei denen die Beschäftigten in direktem Kontakt mit demKunden stehen, an Gewicht ge­winnen. Angesichts des weltweiten demografischen