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Fair Play - Fair Work? : Die EURO 2012-Fußballeuropameisterschaft und die Beschäftigten auf ihren Großbaustellen
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PERSPEKTIVE | FES WARSCHAU » Fair Play Fair Work?« Die EURO 2012-Fußballeuropameisterschaft und die Beschäftigten auf ihren Großbaustellen JOACHIM SCHLÜTTER Mai 2012 n Auch im Rahmen der vierjährigen Vorbereitungen der EURO 2012 kam es wie bei vielen Großprojekten zu Zeitverzug, immensen Kostensteigerungen, Ministerrück­tritten, handfesten Staatskrisen sowie leider auch Toten und Verletzten. Bei einem sehr großen Teil der geschaffenen Arbeitsplätze handelt es sich zudem um prekäre, kurzfristige Arbeitsverhältnissen, vor allem in Kleinfirmen. n In Polen konnten stetige Sicherheitskontrollen auf EM-Baustellen die Arbeitssicher­heit signifikant verbessern und neue Standards durchsetzen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnten sich so insbesondere die staatliche Arbeitsinspektion, aber auch die großen durchführenden Baufirmen mit ArbeitnehmerInnen-freundlichen Maßnahmen profilieren. n Die polnischen Gewerkschaften jedoch konnten im Rahmen der EURO 2012 weder tarifliche Verbesserungen für ihre Mitglieder durchsetzen noch Mitgliederzuwächse realisieren. Dies unterscheidet sie von den ukrainischen Baugewerkschaften, die im Rahmen ihrer internationalen Sportkampagne u. a. 1700 neue Mitglieder gewinnen und damit ein Stück weit aus den Erfolgen der Gewerkschaftskampagne WM 2010 in Südafrika Impulse gewinnen konnten.