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Megacities : zwischen Fragmentierung und Globalisierung
Entstehung
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Günter Spreitzhofer Megacities: Zwischen Fragmentierung und Globalisierung Megacities: Zwischen Fragmentierung und Globalisierung Von Günter Spreitzhofer Das 21. Jahrhundert wird durch das rapide Wachstum der Städte gekennzeichnet sein. Seit 2008 lebt erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in urbanen Räumen, bis 2030 ist eine weitere Steigerung auf 60% zu erwarten. Fast zwei Drittel der dann auf knapp 9 Mrd. prognostizierten Weltbevölkerung könnten fortan in Ballungsräumen leben. Vor allem die globalen Megacities wer­den ihre dynamische Rolle der Kontrolle und Lenkung weltwirtschaftlicher Prozesse und soziokul­tureller Transformation verstärkt wahrnehmen. Die Metropolen als Synonym für kulturellen und sozialen Fortschritt, geistige Innovation und Entwicklungsmotor? Oder doch eher als Zufluchtsort ruraler Migranten, als Symbol für Umweltzerstörung und Kriminalität? Der potenzielle Lebens­raum einer globalen Zukunft hat viele Gesichter. 1. Vom Städtchen zur Megacity: eine historische Rückschau Riesenstädte hat es schon in der Antike gegeben. Doch die Bevölkerungszahl etwa Roms mit 650.000 Einwohnern im zweiten nachchristlichen Jahrhundert wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts wieder erreicht. Armut, Hunger, Seuchen und Luftverschmutzung traten immer wieder auf, seit in den Kornkammern Mesopotamiens und Anatoliens die ersten Städte entstanden, die stets Hochbur­gen von Kultur, Bildung und Zivilisation im weitesten Sinne darstellten. Seit 2.000 Jahren befinden sich die größten Städte der Welt stets in Asien und Afrika mit Aus­nahme einer kurzen Epoche gegen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, als mehr als die Hälfte der zehn weltgrößten Agglomerationen in Nordamerika und Europa lagen: Lon­don, die Hauptstadt des British Empire, gilt als die erste Weltstadt der Neuzeit(1801: 1,097 Mio. Einwohner) und blieb bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs die größte Stadt der Erde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war mit Paris, ebenfalls Hauptstadt einer Kolonialmacht, lediglich eine weitere Millionenstadt dazugekommen. Mit Wien(1858) und Berlin(1880) wurden bald darauf weitere Schaltstellen europäischer Großmächte zu Millionenstädten. Außerhalb Europas schafften nur New York und Tokio den Aufstieg zu Metropolen der Neuzeit: www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 27