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Die mexikanische Präsidentschaft der G20 : Hypocrisis of Talk vor dem Gipfel in Los Cabos 2012
Entstehung
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PERSPEKTIVE Die mexikanische Präsidentschaft der G20 Hypocrisy of talk vor dem Gipfel in Los Cabos 2012 BENJAMIN REICHENBACH Juni 2012 n Die mexikanische Regierung versucht durch die Einbeziehung einer Vielzahl von Vorfeldakteuren, das Bild einer integrativen und offenen G20-Präsidentschaft zu zeichnen. Gleichzeitig hat sich Präsident Calderon durch die Terminwahl für das Gip­feltreffen dem Vorwurf ausgesetzt, das Treffen in Los Cabos zur Selbstinszenierung kurz vor den Präsidentschaftswahlen im eigenen Land zu instrumentalisieren. Trotz erkennbarem Handlungsbedarf ist vom G20-Gipfel in Los Cabos kein Aufbruchs­signal für eine Lösung der aktuellen weltwirtschaftlichen Probleme zu erwarten. n Wenngleich zum ersten Mal ein lateinamerikanisches Land die Präsidentschaft der G20 innehat, repräsentiert Mexiko keineswegs die Interessen der Region. Weder bestehen institutionelle Formen regionaler Koordinierung oder Absprachen mit den lateinamerikanischen G20-Mitgliedern Argentinien und Brasilien noch vertreten die Regierungen der drei Länder gemeinsame Positionen, wie die aktuelle Diskussion um die nationalistische Energiepolitik in Argentinien. n Die G20 ist eng mit den internationalen Finanzinstitutionen IWF und Weltbank ver­zahnt. Sollten die Strukturreformen des IWF nicht wie vereinbart bis Herbst 2012 erfolgen, wird dies auch der G20 angelastet werden. Mit der Wahl des US-Kandi­daten Jim Yong Kim zum neuen Weltbankpräsidenten wurde zum zweiten Mal die Chance verpasst, dem Paradigma einer multipolaren Weltordnung und der wach­senden Bedeutung der Schwellenländer durch die Wahl eines Vertreters aus ihren Reihen Ausdruck zu verleihen.