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Die Währungsunion in der Krise : wieso wir nur gemeinsam wieder herauskommen
Entstehung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Die Währungsunion in der Krise Wieso wir nur gemeinsam wieder herauskommen LOTHAR MENTEL, AXEL SCHÄFER Juli 2012 Die Bundesregierung hat sich in den vergangenen Monaten mit ihrer einseitigen Fixierung auf die Kürzung öffentlicher Haushalte und der Ablehnung weitergehen­der Instrumente wie Stabilitätsanleihen, einem Schuldentilgungsfonds oder einer veränderten Rolle der Europäischen Zentralbank(EZB) an den Rand der Gemein­schaft manövriert und steht damit in Gefahr, sich mittelfristig genauso zu isolieren, wie die britische Regierung es getan hat. Deutschland ist das einzige Land, das bislang von der Krise profitiert und auf einer soliden ökonomischen Basis steht. Die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Wäh­rungsunion ist jedoch real. Neben verheerenden politischen Folgen wäre dies auch für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, die 40 Prozent ihrer Güter innerhalb der Eurozone absetzt, nichts weniger als eine Katastrophe. Die Geschichte Europas hat gezeigt, dass Krisen oftmals als Anlass dafür dienten, die Gemeinschaft auch strukturell entscheidend weiterzuentwickeln. Die europäischen Staatenlenker haben derzeit die Möglichkeit, sich ein weiteres Mal als erfolgreiche Krisenmanager zu erweisen, wenn sie begreifen, dass sie gemeinsam wesentlich stärker sind als die Summe ihrer Mitglieder. Eine gemeinsame Währung ist für einen länderübergreifenden Wirtschaftsraum eine hervorragende Einrichtung, die allen Mitgliedern erhebliche Vorteile bringt. Dies galt bis vor wenigen Jahren und gilt in weiten Teilen immer noch auch für die Euro­zone. Die Währungsunion befindet sich jedoch in einer tiefen Krise. Es ist Gegen­stand politischen Streits, welche Maßnahmen zu treffen sind, um eine neuerliche tiefe Finanzkrise und eine damit verbundene Wirtschaftskrise zu verhindern.