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Diamonds - China's best friends? : Chinesische Außenpolitik in Simbabwe jenseits von Grand Strategy und Koordinierung
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INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Diamonds Chinas Best Friends? Chinesische Außenpolitik in Simbabwe jenseits von Grand Strategy und Koordinierung Sergio Grassi September 2012 n Simbabwe hat sich seit dem Jahr 2000 international zunehmend isoliert. Je deutli­cher sich westliche Länder von der unter der Führung Robert Mugabes stehenden Regierungspartei ZANU-PF distanzierten, desto stärker orientierte sich diese in Rich­tung Peking. n Die Volksrepublik China hat aufgrund ihres politischen, wirtschaftlichen und mili­tärischen Engagements in Simbabwe seit den 1960er Jahren die Entwicklung des Landes mitgeprägt. Es wäre jedoch falsch, Chinas Politik in Simbabwe als die eines monolithischen Akteurs zu verstehen. So zeigt sich auch am Beispiel Simbabwe, dass chinesisches Engagement und Investitionen durch teilweise konkurrierende Akteu­re aus Partei, Regierung und Militär, Staatsunternehmen sowie durch Einzelakteure bestimmt werden. Es gibt dementsprechend keine chinesische»Grand Strategy« für Simbabwe und damit auch nicht das erklärte Ziel in Peking, alternativlos das autori­täre Regime von Präsident Robert Mugabe bzw. die ZANU-PF zu unterstützen. n Der seit 33 Jahren in Simbabwe regierende Präsident Robert Mugabe wird sich allein schon aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr allzu lange an die Macht klammern können. Gleichzeitig steigt der gesellschaftliche Druck aufgrund der desolaten wirt­schaftlichen Lage des Landes. Unterschiedliche Szenarien sind für die nächsten Mo­nate in Simbabwe denkbar. Bislang kann allerdings niemand wirklich einschätzen, was nach Mugabe kommt. n Sollte es in Simbabwe zu einer Machtverschiebung zugunsten der MDC-T kommen, wird sicherlich auch diese die Beziehungen zu China weiter ausbauen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sie die derzeitigen Auswüchse krimineller Ausbeutung von Bodenschätzen in Simbabwe eindämmen wird. Gleichzeitig wird sie weniger Waffen und dafür mehr Investitionen zur Belebung der simbabwischen Wirtschaft in China nachfragen. Auch für diesen Bedarf gäbe es in der Volksrepublik genügend Unter­stützer und Akteure sowie das nötige Kapital.