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What future for NATO? : Die Atlantische Allianz im Lichte ihres Wandels seit 1990, des strategischen Konzepts von 2010 und des Gipfels in Chicago 2012
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AUGUST 2012 Köln-Bonner Gesprächskreis zur Außen­und Sicherheitspolitik What future for NATO? Die Atlantische Allianz im Lichte ihres Wandels seit 1990, des strate­gischen Konzepts von 2010 und des Gipfels in Chicago 2012 Köln, 18. Juni 2012 Moderation: Sascha Arnautov Drs. Siebo M. H. Janssen Herausgeber: Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) Godesberger Allee 149 53175 Bonn Kölner Forum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e.V.(KFIBS) Balthasar-Neumann-Platz 24G 50321 Brühl Verantwortlich: Sascha Arnautovi ć , KFIBS Martin Weinert, FES Text: Lena Wörrlein Hat die NATO als klassisches Verteidigungsbündnis ihren Zenit erreicht? Welche Daseinsberechtigung hat die NATO noch? Und kann die beständige Anpassung des Bündnisses ein Garant für dessen zukünftige sicherheitspolitische Relevanz sein? Der Wandel der NATO seit 1990, die heutige Relevanz des Bündnisses und dessen Zukunft wurden am 18. Juni 2012 in einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe Köln-Bonner Gesprächskreis zur Außen- und Sicherheitspolitik des Kölner Fo­rum für Internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik e.V.(KFIBS) und der Friedrich-Ebert-Stiftung(FES) diskutiert. Nach einer kurzen Einführung durch Martin Weinert(FES) und Sascha Arnautovi ć (KFIBS) gingen die beiden Referen­ten, Dr. Bastian Giegerich und Prof. Dr. Stefan Fröhlich, in ihren Impulsvorträgen auf die Thematik der GesprächskreisveranstaltungWhat future for NATO? Die Atlantische Allianz im Lichte ihres Wandels seit 1990, des strategischen Konzepts von 2010 und des Gipfels in Chicago 2012 näher ein. Dr. Bastian Giegerich begann seinen Kurzvortrag mit einer These, die den Wan­del des Bündnisses seit 1990 verdeutlicht:Die NATO war eine militärische Allianz mit politischer Funktion, jetzt ist sie ein politisches Bündnis mit militä­rischer Fähigkeit. Die militärischen Führungsstrukturen seien, bedingt durch den Wandel von einem geografisch geprägten Sicherheitsbegriff hin zu einem funktionalen Sicherheitsverständnis, umgebaut worden, so der Referent. Die NATO habe seit dem Jahr 1990 neue Mitglieder integriert, neue Aufgaben über­nommen und ein Netz an Kooperationsmechanismen aufgebaut, welches die Zusammenarbeit mit Nichtmitgliedern ermögliche. Diese Anpassung der NATO erfolgte aufgrund eines sich verändernden sicherheitspolitischen Umfeldes und war daher für dasÜberleben des Bündnisses von außerordentlicher Bedeutung. Allerdings sieht Dr. Giegerich auch die Gefahr, dass diese Anpassung den Wesens­kern der NATO infrage stellen könnte und dadurch eine funktionaleÜber­dehnung der NATO drohe. Dieser Balanceakt zwischen Anpassung und Über­dehnung sei dauerhaft sehr schwierig und würde langfristig an seine Grenzen stoßen. Das strategische Konzept von 2010 ist nicht so relevant wie der Weg dorthin, so Dr. Giegerich in seiner Bewertung. So hätten die zahlreichen Seminare und Online-Diskussionsforen im Vorfeld der Konzepterarbeitung zum ersten Mal die Prozesse und Gespräche transparent gemacht und das neue Strategiekonzept habe u.a. als Kommunikationsmittel sowohl für die Bevölkerung in den NATO-