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Reformperspektiven der beruflichen Bildung
Entstehung
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September 2012 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Reformperspektiven der beruflichen Bildung Marius R. Busemeyer 1 Auf einen Blick Das deutsche Ausbildungssystem wird im Inland wie im Ausland hoch geschätzt, da es effektiv dabei hilft, Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden. Aber selbst in guten Zeiten gelingt es einem Teil der gering qualifizierten Jugendlichen nicht, Zugang zu Ausbildung und damit sicherer und gut bezahlter Beschäftigung zu finden. Andere Länder wie Dänemark haben gezeigt, wie man dieses Problem durch eine gute Kombination verschiedener Ausbildungswege lösen kann, ohne dass der Kern der betrieblichen Ausbil­dung grundsätzlich in Frage gestellt wird. Wie das Beispiel des Hamburger Ausbildungs­modells zeigt, ist dieses Reformmodell auch für Deutschland vielversprechend. Reformfall oder Vorzeigemodell? Das deutsche Modell der dualen Ausbildung erfreut sich als Reformmodell in letzter Zeit wieder neuer Beliebtheit. Im Unterschied zu südeuropäischen Ländern, aber auch einigen skandinavischen Staa­ten wie Schweden, ist das Niveau der Jugendarbeits­losigkeit in Deutschland auch während der Wirt­schaftskrise auf einem niedrigen Niveau geblieben (vgl. Tabelle 1 auf Seite 2). Als Begründung wird auf die einfachen Übergänge von Jugendlichen aus der betrieblichen Ausbildung in Beschäftigung verwie­sen. Bildungssysteme mit einer dominanten voll­zeitschulischen Komponente(Schweden, Finnland) oder einem schwach ausgebauten Berufsbildungs­wesen(USA, Irland, Südeuropa) sind hingegen mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert. Die innerdeutsche Debatte zur Reform der beruf­lichen Bildung trübt den positiven Eindruck, der sich aus dem internationalen Vergleich ergibt, hin­gegen ein. Hier wird insbesondere auf die enorme Expansion des sogenanntenÜbergangssystems verwiesen. Selbst unter außerordentlich günstigen wirtschaftlichen Vorzeichen(wie in den Jahren 2008 und 2010) finden etwa ein Drittel der ausbildungs­platzsuchenden Jugendlichen keinen regulären be­trieblichen Ausbildungsplatz, sondern münden mehr oder weniger freiwillig in eine der vielen arbeits­markt- und bildungspolitischen Maßnahmen ein.