GRUNDWISSEN KOMMUNALPOLITIK 10. Kommunale Umweltpolitik 10.0 Einleitung Axel Welge Erfahrungen der Städte mit der zentralen Organisation der Umweltverwaltung haben gezeigt: Umweltämter haben sich als bündelnde und integrierende Organisationsformen des vorsorge- und vollzugsorientierten Umweltschutzes bewährt. Die Umweltämter sind nicht nur eine wichtige Serviceeinheit für die Bürger, sondern auch der zentrale Ansprechpartner für die Unternehmen, andere Ämter sowie die Politik. Die Städte haben zahlreiche Aufgaben im Bereich Umweltschutz zu erfüllen. Im Vordergrund stehen dabei neben der Gefahrenabwehr vor allem die Vorsorge und die Umsetzung von entwickelten Konzepten. Folgende Schwerpunkte kommunaler Umweltschutzpolitik spielen hierbei eine besondere Rolle: Generelle Ziele • Mitgestaltung einer nachhaltigen Stadtentwicklung; • Erhaltung und Förderung der menschlichen Gesundheit, der biologischen Vielfalt und der nachhaltigen Leistungsfähigkeit der Naturgüter; • Vorsorge zum Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen, Luft, Wasser, Boden sowie von Kultur- und sonstigen Sachgütern vor einwirkenden Schadstoffen, Luftverunreinigungen, Geräuschen, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnlichen schädlichen Umwelteinwirkungen; • Nachhaltiger Umgang mit Naturgütern; • Schadensbeseitigung und Gefahrenabwehr zum Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen, Luft, Wasser, Boden sowie von Kultur- und sonstigen Sachgütern vor schädlichen Umwelteinwirkungen. Fachliche Einzelziele Naturschutz • Schutz, Sicherung, Pflege, Gestaltung und Entwicklung von Natur und Landschaft; • Erhalt und Förderung seltener und bedrohter Arten und Biotope; • Aufbau eines vernetzten Biotopsystems; • Erhalt des Landschaftsbildes. Gewässerschutz • Schutz des Grundwassers; • Ordnungsgemäße zentrale und dezentrale Abwasserbeseitigung; • Reduzierung der Schadstofffrachten in den öffentlichen Abwasseranlagen; • Verbesserung der Anlagensicherheit bei Industrie- und Gewerbebetrieben, insbesondere bei wassergefährdenden Stoffen; • Erhalt und Förderung naturnaher Oberflächengewässer und Renaturierung; • Nachhaltiges Wassermanagement wie zum Beispiel Reduzierung des Wasserverbrauchs, Fernhalten von Niederschlagswasser vom Kanalsystem bzw. Verzögern seines Zuflusses zum Kanalsystem. Bodenschutz • Erkennung und gegebenenfalls Beseitigung von potenziellen Gefahrenquellen für das Grundwasser; • Wiederherstellung einer natürlichen Bodenoberfläche; • Schutz des Bodens vor nachteiligen Einwirkungen, Schutz der Menschen bei Bodenbelastungen; • Flächenrecycling. Herausgegeben von der Friedrich-Ebert-Stiftung, Abteilung Politische Akademie, KommunalAkademie| Dr. Markus Trömmer| Redaktionsleitung: Prof. Dr. Gunnar Schwarting|© Friedrich-Ebert-Stiftung 2012| Godesberger Allee 149| 53175 Bonn| Tel.+49(0) 228 883-7126| Gestaltung: pellens.de| www.fes-kommunalakademie.de
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten