PERSPEKTIVE | FES PALÄSTINA Warten auf Palästina? Zwanzig Jahre nach dem Beginn des Oslo-Prozesses INGRID ROSS September 2012 In Abwesenheit einer glaubhaften Perspektive für eine Zwei-Staaten-Lösung zwanzig Jahre nach dem Beginn des Oslo-Prozesses schwindet der Rückhalt für die etablierten Regierungsstrukturen der palästinensischen Autonomiebehörde. Die palästinensische Führung ist in die Defensive geraten und spielt nun selbst mit dem Gedanken der Aufkündigung der Oslo-Verträge. Die Parameter der Konfliktlösung verschieben sich: Die ungehinderte Fortsetzung von völkerrechtswidrigen Siedlungsaktivitäten ist nur ein Anzeichen für ständige Veränderung der Realität. Darüber hinaus verlieren die Regierenden in beiden palästinensischen Gebieten, Westbank und Gaza, an Legitimität und angesichts der Finanzkrise der Palästinensischen Autonomiebehörde(PA) wächst die Abhängigkeit von internationalen Gebern. Je mehr das Vertrauen der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit der palästinensischen Institutionen sinkt, desto leichter fällt es der jungen Generation, diese in Frage zu stellen und sich einer neuen Strategie zuzuwenden, die ihnen durch die Einforderung individueller Rechte in einem gemeinsamen Staat ein gutes und sicheres Leben in Aussicht stellt.
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Warten auf Palästina? : Zwanzig Jahre nach dem Beginn des Oslo-Prozesses
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