PERSPEKTIVE| FES KIEW Parteien ohne Programm – Politik ohne Vertrauen Die Ukraine vor der Parlamentswahl URSULA KOCH-LAUGWITZ Oktober 2012 n Umfragen verzeichnen am Vorabend der Parlamentswahl ein alarmierend geringes Vertrauen der Ukrainer in ihre Institutionen und die politische Handlungsfähigkeit des Staates. Für diese Entwicklung tragen alle politischen Akteure der letzten Dekade Verantwortung. n Die Vertrauenskrise schadet der regierenden Partei der Regionen genauso wie großen Teilen der Opposition. Sie nutzt den vermeintlich neuen, unbeschädigten Kräften, vor allem der von Witalij Klitschko geführten Partei UDAR. Teilweise profitiert aber auch die rechtsextreme Swoboda und vielleicht sogar Vorwärts Ukraine. n Nur die Gewährleistung freier und fairer Wahlen würde der Ukraine die Perspektive der EU-Assoziation erhalten. Regierung und Präsident haben dies allem Anschein nach jetzt verstanden. Die große Zahl internationaler Wahlbeobachter spiegelt diesen Umstand wider. n Der Wahlausgang ist in den Direktwahlkreisen kaum seriös vorhersagbar. Dennoch erscheint mit Blick auf Meinungsumfragen ein Machtwechsel nicht sehr wahrscheinlich. Angesichts der ökonomischen und sozialen Herausforderungen wären stabile parlamentarische Mehrheitsverhältnisse ein wünschenswertes Ergebnis. Verfassungsändernde Mehrheitsverhältnisse würden jedoch die demokratische Entwicklungsperspektive gefährden.
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Parteien ohne Programm - Politik ohne Vertrauen : die Ukraine vor der Parlamentswahl
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