Nr. 5 . Oktober 2012 S pu ta n n kt d Diskussionsimpulse und Konzepte des Landesbüros Hessen der Friedrich-Ebert-Stiftung Sichere Beschäftigungsverhältnisse in Hessen? Spezifische Wirtschaftsstruktur und trübe Konjunkturaussichten sprechen derzeit dagegen Philipp Ehmer* AUF DEN PUNKT GEBRACHT Unter dem Stichwort„gute Arbeit” kann man neben den allgemeinen Arbeitsbedingungen auch Fragen zur Sicherheit eines Beschäftigungsverhältnisses subsumieren. Wie sicher Arbeitsplätze sind, hängt unter anderem von der sektoralen Wirtschaftsstruktur ab. Während Dienstleistungen zwar konjunkturell weniger volatil sind, weisen Daten der Bundesagentur für Arbeit daraufhin, dass Beschäftigungsverhältnisse hier dennoch instabiler sind als in der Industrie. Vor diesem Hintergrund zeigt der Fokus auf Dienstleistungen in Hessen – bei einer prinzipiell gesunden Wirtschaftsstruktur mit breiter Branchenbasis – an, dass Arbeitsverhältnisse in der Tendenz wenig sicher sind. Mithin besteht ein hoher Bedarf an wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Absicherung von Beschäftigungsverhältnissen. Gleichzeitig trüben sich die Konjunkturaussichten sämtlicher Wirtschaftsbereiche ein und der in Frankfurt konzentrierte Finanzsektor leidet an der zweiten schweren Krise in fünf Jahren. Diese Entwicklungen rufen Anpassungsdruck in den Unternehmen hervor. Instrumente wie die Kurz- und Leiharbeit sind wichtig und können ihnen helfen – allerdings muss Missbrauch verhindert werden. „Gute Arbeit“ erfordert auch ein gewisses Maß an finanzieller Sicherheit Unter dem Stichwort„gute Arbeit“ versteht man originär die(gesundheitlichen) Arbeitsbedingungen, die Menschen an ihrem Arbeitsplatz vorfinden. 1 Etwas weiter gefasst beinhaltet der Begriff aber auch Fragen zur Sicherheit eines Beschäftigungsverhältnisses. Dahinter steckt der Gedanke, dass„gute“ Arbeitsbedingungen auch ein gewisses Maß an finanzieller Sicherheit und Planbarkeit mit sich bringen müssen. Ein Indikator, der zwar nicht direkt die Sicherheit von Beschäftigungsverhältnissen misst, aber trotzdem aufschlussreich sein sollte, ist die Arbeitslosenquote. Als wirtschaftlich erfolgreiches Bundesland verzeichnet Hessen derzeit die viert geringste Arbeitslosenquote in Deutschland. In diesem Kontext noch wichtiger: selbst im Krisenjahr 2009 stieg die Quote lediglich um 0,2 Prozentpunkte an, deutlich weniger etwa als in Baden-Württemberg (plus 1 Prozentpunkt). 2 Trotz eines historischen Wirtschaftseinbruchs konnten in Hessen offensichtlich viele Beschäftigungsverhältnisse erhalten werden. 1 Vgl. zum Beispiel die Umfragen zum DGB-Index Gute Arbeit oder IG Metall(2007). Handbuch„Gute Arbeit“. Hamburg. 2 Datenquelle sämtlicher Statistiken in diesem Beitrag sind verschiedene Publikationen des Statistischen Bundesamtes und der Statistischen Landesämter in Deutschland, insbesondere die GENESIS Regionaldatenbank. * Die Ausführungen und Schlussfolgerungen sind vom Autor in eigener Verantwortung vorgenommen worden.
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Sichere Beschäftigungsverhältnisse in Hessen? : Spezifische Wirtschaftsstruktur und trübe Konjunkturaussichten sprechen derzeit dagegen
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