PERSPEKTIVE| FES NIGERIA Boko Haram: Nigerias Krankheitssymptom Thomas Mättig Dezember 2012 n Trotz offensichtlicher Erfolge der Sicherheitskräfte gegen die islamistische Terrorgruppe wird vor allem Nigerias Nordosten weiterhin regelmäßig von Anschlägen heimgesucht. n Die Gruppe repräsentiert nicht die Mehrheit der nigerianischen Muslime, aber sie kann an ein Gefühl der Marginalisierung in Nordnigeria und an eine enorme Frustration der Nigerianer mit ihrer Regierung anknüpfen – insbesondere in Hinblick auf die extreme Korruption sowie die Brutalität der Sicherheitskräfte. n Intrinsische Mechanismen, die das»System Nigeria« am Laufen halten, stehen einer Lösung des Konflikts entgegen: Die Sicherheitskräfte gehorchen ausschließlich Patronagenetzwerken und sind kaum reformierbar; die Regierung hat sich in einem System aus Korruption verstrickt, das sie erhalten muss, um nicht zu implodieren. n Ein Ende des gewaltsamen Konfliktes ist nicht in Sicht. Dies liegt vor allem am mangelnden politischen Willen der Herrschenden. Zudem fehlt eine politische Opposition, die Alternativen entwickeln könnte.
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