INTERNATIONALE POLITIKANALYSE Zypern vor den Präsidentschaftswahlen 2013 CHRISTOPHEROS CHRISTOPHOROU Februar 2013 n Die rechtskonservative Partei Demokratische Sammlung(DISY) wird im Februar nach zehn Jahren in der Opposition mit aller Wahrscheinlichkeit wieder an die Macht kommen. Dank der Allianz mit der Demokratischen Partei(DIKO) und angesichts der geschwächten kommunistischen Regierungspartei AKEL(Aufbaupartei des Werktätigen Volkes) könnte der DISY-Parteivorsitzende Nicos Anastasiades schon im ersten Wahlgang zum neuen Präsidenten gewählt werden. n Die wirtschaftliche Lage verdrängte die Zypernfrage als das zentrale Thema während des Wahlkampfes. Die Opposition beschuldigte die Regierung, die wirtschaftliche Lage durch ihr Versagen hervorgerufen zu haben. Im Gegenzug machten Regierungsvertreter, insbesondere Politiker der AKEL, die vorherrschende neoliberale Wirtschaftspolitik und das Bankensystem für die Krise verantwortlich. n Unabhängig vom Ausgang der Wahlen wird eine neue Phase in den Beziehungen Zyperns mit der Europäischen Union und der internationalen Gemeinschaft beginnen. Die rapide abnehmende Polarisierung zwischen den linken und rechten Kräften, die auf Kosten der Linken stattfindet, könnte neue politische Kräfte hervorbringen. Es wird vom Gewinner der nächsten Wahlen abhängen, ob Nicosia und Brüssel eine Blüte oder eine Phase neuer Spannungen in ihren Beziehungen erleben. n Der neue Präsident wird unter Aufsicht des Internationalen Währungsfonds(IWF) und des Europäischen Stabilitätsmechanismus(ESM) regieren müssen. Andererseits bieten die südlich der Insel entdeckten Gasvorkommen positive Aussichten für die Zukunft.
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