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Unruhe im Preševo-Tal : zur wirtschaftlichen Dimension eines Minderheiten-Konflikts
Entstehung
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PERSPEKTIVE| FES BELGRAD Unruhe im Preševo-Tal Zur wirtschaftlichen Dimension eines Minderheiten-Konflikts MICHAEL EHRKE Februar 2013 n Das mehrheitlich von Albanern bewohnte Preševo-Tal in Südserbien wird seit No­vember 2012 wieder von einem ethnisch-politischen Konflikt heimgesucht. Vorder ­gründig geht es um ein Denkmal, mit dem an die getöteten Mitglieder der»Be ­freiungsbewegung für Preševo, Bujanovac und Medvedja« erinnert werden sollte. Hintergrund dieses lokalen Konflikts sind der Regierungswechsel in Serbien, die Fortschritte in dem Dialog zwischen Serbien und dem Kosovo und der Anspruch der Regierung Albaniens, sich als Vertretung aller Albaner in Serbien, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Griechenland zu präsentieren. n Der Konflikt im Preševo-Tal hat wie die meisten Minderheiten-Konflikte auf dem Balkan eine ökonomische Dimension: Angesichts der Schwäche des privaten Sek ­tors der Wirtschaft gerade in peripheren Regionen bietet nur der öffentliche Sektor stabile und legale Beschäftigungsverhältnisse an. Öffentliche Jobs sind daher sehr begehrt, werden aber oft unter ethnischen Gesichtspunkten verteilt. n Da sich die Staaten des Balkans vorwiegend ethnisch definieren, genießen die Mit ­glieder der Titularnation auch eine Art Monopol auf öffentliche Jobs. Dieses Mo ­nopol kann dann relativiert werden, wenn die Lage der Minderheit als Sicherheits ­problem wahrgenommen wird. Für Minderheiten gibt es daher einen Anreiz, den ethnischen Konflikt virulent zu halten, gleichzeitig aber seine Virulenz zu begrenzen.