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Abkommen ja, Frieden nein? : Aussichten der Verhandlungen in Kolumbien
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PERSPEKTIVE Abkommen ja, Frieden nein? Aussichten der Verhandlungen in Kolumbien HANS MATHIEU März 2013 n Bei den Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC besteht eine realistische Chance auf Erfolg. Die FARC haben den Konflikt mili­tärisch verloren, eine Machtergreifung durch den bewaffneten Kampf ist illusorisch. Nun wittern sie eine Chance auf Wiedergeburt als zivile politische Kraft. Präsident Santos wiederum will mit einem Abkommen seine Wiederwahl sichern. n Die Risiken sind dennoch hoch: Die politische Führung der FARC überreizt mögli­cherweise ihre Karten, um Legitimität bei ihren Truppen zu bewahren und sich als Friedens- und Reformkraft bei der linken Wählerschaft in Kolumbien zu etablieren. Teile der FARC werden sich nach einem Abkommen in Narco-Söldner und kriminelle Gruppen verwandeln. Und je weniger die FARC Präsident Santos entgegenkommt, desto geringer wird seine Legitimität sein, die Vereinbarungen durch das Parlament zu bringen. n Ein Friedensabkommen zwischen Regierung und Guerilla bedeutete noch keinen dauerhaften Frieden in Kolumbien: Die Einhegung korrupter lokaler und regionaler Eliten und die effektive Bekämpfung der organisierten Kriminalität und der illega­len bewaffneten Nachfolgenorganisationen der ehemaligen Drogenkartelle und der Paramilitärs wird nur durch die flächendeckende Etablierung eines demokratischen Rechtsstaates gelingen.