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Austerität und Einkommensverteilung in Europa : Kohäsion trotz Wachstumsschwäche
Entstehung
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April 2013 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Austerität und Einkommensverteilung in Europa: Kohäsion trotz Wachstumsschwäche Michael Dauderstädt und Cem Keltek 1 Auf einen Blick Die von der EU und Eurostat immer unter­schätzte Ungleichheit in Europa hat 2011 abgenommen. Damit setzt sich wieder ein langfristiger Trend zu mehr Kohäsion fort, der 2010 kurz unterbrochen war. Dies erscheint angesichts der Austeritätspolitik überraschend. Tatsächlich hat auch die innerstaatliche Ungleichheit im Durch­schnitt wieder gegenüber 2010 zuge­nommen. Aber offensichtlich waren vor allem die nominalen Wachstumsraten in den ärmeren Ländern 2011 höher als in den reicheren Mitgliedstaaten, was zu einer leichten Abnahme der zwischen­staatlichen Ungleichheit führte. Europa hat auf die Staatsschuldenpanik im Euroraum vor allem mit Austerität reagiert. Zwar gab es Ret­tungsschirme, die zunächst zu klein ausgelegt wa­ren, und Aufkäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank(EZB), die ebenfalls eher umstritten und zurückhaltend waren. Aber im Kern wurden Sparprogramme aufgelegt, die zur Überra­schung der Europäischen Union(EU) die Probleme erst mal verschärften. Die Fachleute der Gläubiger­institutionen hatten die Höhe der Multiplikatoren unterschätzt, die angeben, wie stark das Brutto­inlandsprodukt und damit auch die Beschäftigung sinken, wenn man die Staatsausgaben reduziert. Inzwischen rutscht Europa in eine immer hartnäcki­gere Rezession mit beängstigender Arbeitslosigkeit in vielen Mitgliedstaaten. Wie hat sich diese Entwicklung auf die Einkom­mensverteilung in Europa ausgewirkt? Die vorlie­gende Analyse greift auf die jüngsten verfügbaren Daten von Eurostat(SILC= Statistics on Income and Living Conditions) zurück, die jetzt auch das Jahr 2011 erfassen. 2011 wies die EU zwar noch ein durch­schnittliches reales Wachstum von 1,5 Prozent auf. Die echte Rezession begann 2012, als das reale Brutto­inlandsprodukt um 0,3 Prozent sank. Aber 2011 war schon ein deutlicher Rückgang der Wachstumsraten zu beobachten. Um die Auswirkungen auf die Un-