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"Vereine wollen pflegeleichte Spieler ohne politisches Profil" : der Sportjournalist Ronny Blaschke im Interview mit Yves Eigenrauch, Ex-Fußball-Profi
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ThemenSpezial EURO 2012 Der Sportjournalist Ronny Blaschke im Interview mit Yves Eigenrauch, Ex-Fußball-Profi Vereine wollen pflegeleichte Spieler ohne politisches Profil 1 Kaum ein Bundesliga-Spieler hat sich gesellschaftlich so engagiert wie Yves Eigenrauch beim FC Schalke 04. Auch nach seiner Karriere steht er als Botschafter für Initiativen zur Verfügung. Im Interview spricht er über die Mündigkeit von Profis, Scheinheiligkeit unter Funktionären und Missstände in der Nachwuchsarbeit. Zwischen 1991 und 2002 hatte er für den FC Schalke 04 in der Bundesliga 229 Spiele bestritten und drei Tore geschossen. 1997 gewann er mit den Gelsenkirchenern den Uefa-Cup, 2001 und 2002 den DFB-Pokal. Nach seiner Laufbahn hat er unter anderem in der Stadion-Betreibergesellschaft des Vereins und in der Öffentlichkeitsarbeit eines Kinder- und Jugendtheaters gearbeitet. Noch immer leistet er ehrenamtlich Antirassismus-Arbeit. Herr Eigenrauch, warum engagieren sich Fußballprofis kaum über ihren sportlichen Alltag hinaus? Ich verstehe das auch nicht. Ich plädiere fürs Nachdenken, für Natürlichkeit. Aber vielleicht sind einige Spieler durch ihren Alltag abgestumpft. Das muss ich leider unterstellen, wenn man nicht zu Themen Stellung bezieht, die von allgemeinem Interesse sind, und wenn man sieht, dass es einige Missstände gibt. Wir haben die Möglichkeit, ja sogar das Privileg, unsere Öffentlichkeit zu nutzen die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hat diese Möglichkeit nicht.() Sie waren auf Antirassismus-Turnieren in Italien zu Gast, Sie waren Teilnehmer der Aktionswoche von Football Against Rasicm in Europe(Fare), und regelmäßig beziehen Sie Stellung auf Podien. Wie können Sie Verhalten und Einstellung von Fans beeinflussen? Das ist schwer. Erst einmal wahrscheinlich, indem ich nur ich selbst bleibe und ein vernünftiges Leben vorlebe. Botschafter bin ich nicht mit dem größenwahnsinnigen Antrieb, die Welt zu retten. Ich kann nur einen kleinen Teil beitragen. Wenn von 100 Jugendlichen, zu denen ich sprechen darf, danach zwei oder drei intensiver über ihr Verhalten nachdenken, dann ist das ein Anfang. Doch letztendlich geht es nicht darum, dass Jugendliche auf mich hören. Entscheidend ist, dass Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft den Jugendlichen Perspektiven ermöglichen.() 1 Das Interview ist in Auszügen dem BuchAngriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen (Verlag die Werkstatt, Göttingen 2011) entnommen. Wir danken dem Autor Ronny Blaschke und dem Verlag für die freundliche Unterstützung! www.fes-online-akademie.de Seite 1 von 5