Druckschrift 
Berufsbilder im Gesundheitssektor : vom "Berufebasteln" zur strategischen Berufsbildungspolitik
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

April 2013 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Berufsbilder im Gesundheitssektor VomBerufebasteln zur strategischen Berufsbildungspolitik Michaela Evans, Christoph Bräutigam, Josef Hilbert 1 Auf einen Blick Die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland erfordert neue Wege in der Gesund­heitsarbeit. Veränderte und wachsende Versor­gungsbedarfe, Professionalisierung und Teilakade­misierung in einigen Gesundheitsfachberufen, Kostendruck, Personalengpässe und Profilbildun­gen bei Leistungsanbietern der Gesundheitssektor ist in Bewegung und mit ihm ein expandierender Bildungsmarkt. Neue Berufe, Spezialkompetenzen und veränderte Qualifikationsprofile tragen dazu bei, dass sich die Berufelandschaft zunehmend ausdifferenziert. Viele neue, oft schnell entwickelte Angebote und Orientierungen prägen ein kaleidos­kopisches Berufebasteln; ein systematischer Bezug auf die Entwicklungschancen und-probleme des Gesundheitssektors im Rahmen einer strategisch ausgerichteten Berufsbildungspolitik stehen bislang aus. Dies wird insbesondere beim Blick auf die Krankenhauslandschaft deutlich. Für die im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführte explorative StudieBerufsbilder im Gesundheits­sektor wurden ausführliche Recherchen, Exper­teninterviews und ein Experten-Workshop durch­geführt. Ergänzt wurden diese Arbeiten durch eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Online­Befragung unter Krankenhaus-Beschäftigten (Arbeitsreport Krankenhaus). Krankenhäuser im Umbruch Wohin geht die Reise? 2011 arbeiteten knapp 850.000 Vollkräfte in deut­schen Krankenhäusern(Statistisches Bundesamt 2013). Beim ersten Blick zurück wird deutlich, dass der Krankenhaussektor in Sachen Beschäftigung durch strukturelle Umbrüche geprägt ist: Während sich die Beschäftigung von Gesund­heits- und Krankenpflegehelferinnen und-helfern (-5,1 Prozent), von Gesundheits- und Kinder­krankenpflegerinnen und-pflegern(-4,0 Prozent) sowie von Diätassistentinnen und-assistenten (-5,5 Prozent) zwischen 2005 und 2011 rückläufig entwickelt hat, konnten insbesondereSonstige Pflegepersonen (+ 27,9 Prozent), Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten(+15,5 Prozent) sowie Medizinisch-technische Radiologieassisten­ten(+ 4,0 Prozent) Beschäftigungszuwächse ver­zeichnen. 2 Es ist ein Zuwachs an Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung festzustellen. Dieser befördert eine zunehmend kleinteiligere Zergliederung der Arbeitsprozesse. Das Arbeitsvolumen ist sowohl zwischen den Be­rufen als auch innerhalb der Berufsgruppen um­verteilt worden. Insbesondere medizinisch-tech-