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Niederlage für die Regierung, Sieg für die Demokratie : zu den Parlamentswahlen in Pakistan
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PERSPEKTIVE| FES PAKISTAN Niederlage für die Regierung, Sieg für die Demokratie Zu den Parlamentswahlen in Pakistan PHILIPP KAUPPERT Mai 2013 n Der frühere Premierminister Nawaz Sharif und seine konservative Pakistan Muslim League Nawaz(PML-N) haben die Parlamentswahlen in Pakistan deutlich gewon­nen und werden nun zeitnah damit beginnen, eine neue Regierung zu bilden. n Die aus dem Amt scheidende Regierungspartei Pakistan Peoples Party wurde auf­grund ihrer negativen Bilanz in der Energie- und Wirtschaftspolitik sowie der ge­walttätigen internen Konflikte im Nordwesten des Landes und in Belutschistan ab­gewählt. n Der vom ehemaligen Cricket-Star Imran Khan angekündigte große Wandel blieb aus. Dennoch konnte seine Partei Pakistan Thereeb-e-Insaf einen Achtungserfolg erzielen, indem sie die meisten Sitze in der strategisch wichtigen Provinz Khyber Pakhtunkhwa eroberte. n Angesichts der schlechten Sicherheitslage und der Drohungen von Extremisten kann die hohe Wahlbeteiligung als Erfolg für die noch junge Demokratie gewertet wer­den. Allein am Wahltag kamen 38 Menschen in Folge von Anschlägen, Attentaten und politisch motivierter Gewalt ums Leben. Auch dank der hohen Anzahl weib­licher Wähler stieg die Wahlbeteiligung dennoch von 44 Prozent im Jahr 2008 auf über 60 Prozent. n Das schlechte Wahlergebnis der säkularen und liberalen Parteien hat das Machtge­füge deutlich zugunsten der konservativen und religiösen Akteure verändert. Den­noch verspricht die politische Konstellation auf der nationalen und der Provinzebene nach den Wahlen zunächst eher Kontinuität als Wandel.