PERSPEKTIVE Wieder alles beim Alten? Paraguay nach den Wahlen ACHIM WACHENDORFER Mai 2013 n Unter fragwürdigen Umständen wurde Präsident Lugo, der als Hoffnungsträger der Linken 2008 nach über 60-jähriger Herrschaft der Colorado-Partei gewählt worden war, im Juni 2012 mittels eines parlamentarischen Amtsenthebungsverfahrens abgesetzt, das zum einen von Colorados, zum anderen vom liberalen Koalitionspartner getragen wurde. Die Absetzung führte zur politischen Isolierung Paraguays in der Region. n Bei den Wahlen vom 21. April 2013 setzte sich der Kandidat der Colorados, Horacio Cartes deutlich durch, ein erfolgreicher Unternehmer mit dubioser Vergangenheit, der erst vor kurzem zur Politik gefunden hatte. Auch bei den Parlaments- und Gouverneurswahlen holten die Colorados ein gutes Ergebnis. Linke und Liberale hatten mit ihrer Strategie hingegen keinen Erfolg und gehen geschwächt aus den Wahlen hervor. n Die neuen Machtverhältnisse lassen wenig Hoffnung auf Reformen zur Verbesserung der katastrophalen sozialen Verhältnisse oder der Qualität der Demokratie. Die neue Regierung wird im Wesentlichen am Status quo festhalten. Auch wenn Paraguay vermutlich wieder in die regionalen Organisationen zurückkehrt, wird das Land in gewisser Hinsicht ein politischer Fremdkörper in der Region bleiben.
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