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Humanisierung der Arbeit braucht Forschung
Entstehung
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Mai 2013 Analysen und Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik direkt Humanisierung der Arbeit braucht Forschung Klaus Barthel 1 Der Kampf für menschengerechtere Arbeitsbedin­gungen steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt so­zialdemokratischer und gewerkschaftlicher Politik, schrieb Hans Matthöfer, einer der wichtigsten Vor­kämpfer für dieHumanisierung der Arbeit, vor 35 Jahren. Doch vieles, was erreicht wurde, ist be­droht oder scheint verloren. Auf einen Blick Wenn gilt, dasssozial ist, was Arbeit schafft, stellt sich die Frage nach menschengerechter Arbeit nicht. Auch die geläufige Rede von der Teilhabe suggeriert eher einen Selbstlauf von Technik, Ökonomie und Arbeit, der die Menschen irgendwiemitnehmen muss. Dass Arbeit jedoch gestaltet werden muss, um menschlich zu sein, scheint weitgehend vergessen; ebenso, dass dies kontinuierlicher Anstrengungen bedarf. Noch mehr wurde offenbar vergessen, dass diese Gestal­tungsaufgabe zu ihrer Orientierung der Forschung bedarf. Programme unter dem LeitbildHumani­sierung der Arbeit liefen in den 1990er Jahren unvollendet aus. Danach entstand eine riesige Lücke, die den weiteren Wandel der Arbeitswelt zwar zur vielgebrauchten Formel werden, dessen Gestalt jedoch im Dunkeln ließ. Derzeit mangelt es also an systematischem Wissen, an Analysen und Handlungsanleitungen. Gebraucht wird nichts Geringeres als ein neues, umfassendes, vernetztes Forschungs- und Aktionsprogramm für Humane Arbeit. Humanisierungspolitik und Arbeitsforschung überflüssig? Der Anspruch derHumanisierung der Arbeit trat zurück, weil Massenarbeitslosigkeit und die Verwil­derung des Arbeitsmarktes die Machtverhältnisse in den Betrieben so verschob, dass Betriebsräten und Gewerkschaften dafür kaum Spielraum blieb. Gleich­zeitig schwang allenthalben die große Hoffnung mit, die neuen Informations- und Kommunikations­technologien würden mehr oder weniger automa­tisch alle Arbeitsbedingungen verbessern: Schwere körperliche Arbeit sollte entfallen oder wenigstens erleichtert werden, Produktivitätszuwächse Arbeits­zeiten entzerren und verkürzen, Telearbeit Fahrwege sparen und die Vereinbarkeit von Familie und Er­werbsarbeit erleichtern, dezentrale Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen entstehen kurz: praktisch alle Probleme der Arbeitswelt einschließlich des Interessengegensatzes von Kapital und Arbeit im Selbstlauf erledigen. Doch schon die neue Wissensarbeit selbst wurde immer mehr entgrenzt und taylorisiert. Gleichzeitig erwies sie sich alsstressig und psychisch hoch­belastend. Dachte man, die für die Produktion im