PERSPEKTIVE Albanien vor den Wahlen Vabanquespiel der politischen Eliten CHRISTOPHER FORST UND FRANK HANTKE Juni 2013 n Seit dem Ende des Kommunismus in Albanien vor gut 20 Jahren konnte sich noch keine funktionsfähige Demokratie im Land entwickeln. Zu sehr wird das Land noch immer von politischen Eliten beherrscht, die sich nicht demokratischen Prinzipien, sondern einzig ihrem eigenen Vorteil verpflichtet fühlen. n Seit acht Jahren wird das Land von einer konservativen Koalition regiert, die – ähnlich wie ihre Vorgänger – kaum nachhaltige Entwicklungsschritte einleiten konnte oder wollte. Das bestehende»the winner takes it all«-System verhindert die Herausbildung einer politischen Konsenskultur und spaltet das Land tief in zwei verfeindete Blöcke. n Die Bevölkerung muss ohnmächtig zusehen, wie ihre Zukunftschancen verspielt werden. Gleichzeitig sieht sie sich gezwungen, einem der beiden politischen Machtblöcke zuzugehören, um beispielsweise Aussichten auf einen Arbeitsplatz zu bekommen. Trotz guter Potenziale – eine junge Bevölkerung und vielfach vorhandene natürliche Ressourcen – stagniert die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Albaniens. n Die Wahlen am 23. Juni werden als Prüfstein gesehen. Die EU hat als unabdingbare Voraussetzung für einen möglichen Kandidatenstatus des Landes eine faire und von Manipulationen freie Wahl genannt.
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Albanien vor den Wahlen : Vabanquespiel der politischen Eliten
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